Bücherverbrennung unserer Zeit – Apple arbeitet an kontrollierter digitaler Meta-Welt und alle freuen sich darüber
Wie bereits beim iPad habe ich mir auch nach der gestrigen Keynote zum neuen iPhone OS 4 ein paar Stunden Zeit genommen, ehe ich anfing diese Zeilen zu tippen. Ich habe die Keynote in Wort und Bild beim hervorragenden Live-Ticker von engadget verfolgt und konnte via Twitter schon kurz nach Beginn der Veranstaltung in diversen Blogs mitverfolgen, dass bereits über die Inhalte berichtet wurde. Recherche ist wohl bei Apple-Themen genau so unwichtig wie kurz darüber nachdenken und Zusammenhänge zu finden. Hauptsache schnell raus, Hauptsache schnell die ersten Klicks ergattern.
Man hat zuweilen das Gefühl, dass sich die gesamte mediale Landschaft, vom kleinen Blog und bis zur großen Tageszeitung einen Vorteil von Apple erhofft, sei es wegen der Berichterstattung, wegen verkauften Apps oder wegen neuen Wegen das eigene Medium zu verbreiten. Nach dem Motto: “Klink dich bei Apple ein und du bekommst was ab vom Kuchen“.
Ehe ich jetzt folgendes schreibe und die ersten Leute in den Kommentaren lospoltern, das hier ist alles meine eigene ganz persönliche Ansicht, ich versuche hier nicht zu sagen was Apple ist oder nicht, sondern wie ich das sehe, auf Diskussion freue ich mich dennoch.
Warum dieser Titel, haben sich wohl die meisten gefragt, die jetzt hier lesen und viele denken sicher, ach komm übertreibe es nicht. Dennoch finde ich es mehr als treffend, da ein Satz während der Frage und Antwort-Runde nach der Keynote mir nicht mehr aus dem Kopf ging.
Frage: What about running unsigned apps? (Wie sieht es auch mit nicht signierten Apps, Anmerkung: Also Apps, welche nicht über den App Store installiert werden)
Steve Jobs antwortete: You know, there’s a porn store for Android. Anyone can download them. You can, your kids can. That’s just not a place we want to go. (Du weißt sicher, dass es einen “Porno-Store” für Android gibt. Jeder kann diesen runterladen. Du kannst das, deine Kindern können das. Das ist nicht die Richtung, die wir einschlagen wollen.)
Kommt das nur mir komisch vor, oder klingeln da auch bei euch die Alarmglocken? Apple argumentiert für ein geschlossenes und vorkontrolliertes System, in dem man erwähnt, dass es für ein Konkurrenz-System Porno-Zeugs gibt. Sicher, das Beispiel ist gut gewählt und sicher ist Steve Jobs diese Antwort nicht spontan eingefallen, aber über was reden wir hier eigentlich?
Über ein geschlossenes Apple Ökosystem, eine Art digitale Meta-Welt, in der auf einmal Werbung (iAd) zur tollen Funktion eines Smartphones wird und der Hersteller filtert bis zum umfallen. Wer mal in der Zeit etwas zurück geht und zum Thema Bucherverbrennung bei Wikipedia nachliest (wohlgemerkt ich spreche hier nicht von der Bücherverbrennung 1933), wird folgendes finden.
Die meist öffentlich durchgeführten Verbrennungen erfolgten wegen moralischer, politischer oder religiöser Einwände gegen den Inhalt der Schrift [...]
Warum wähle ich diesen Vergleich? Nun, Apple sagt selbst, es sei der Buchladen der Zukunft, mit der iBooks-App für iPhone und iPad wagte Apple den Schritt in das digitale Buchgeschäft, erstaunlicherweise gelten auch hier diverse vorgefertigte Filterregeln. Unmoralische Inhalte werden gefiltert oder nachträglich verbrannt äähh gelöscht, im App Store bereits eine bekannte Gewohnheit, doch Apple geht noch weiter. In Zukunft sollen nur noch Anwendungen zugelassen werden, welche in den Programmiersprachen C, C++ oder Objective C geschrieben wurden, das erklärte Ziel ist anderen Firmen und Entwickler, welche auf andere Programmiersprachen und -arten setzen auszusperren.
Man möchte sein Ökosystem sauber halten, nichts soll rein oder raus, man verkauft Millionen Geräte, man verkauft Milliarden Apps, aber man filtert. Dennoch gibt es genügend Leute, welche dieses Spiel mitmachen, Leute die auf das oben erwähnten “Klink dich bei Apple ein und du bekommst was ab vom Kuchen”-Moto hoffen.
Netzmenschen regen sich gerne mal auf, vor allem wenn es um Zenzur und Einschränkung Ihrer digitalen Freiheit geht, dennoch kenne ich viele die sich Ihr iPhone freiwillig vorfiltern lassen und nicht einmal darüber nachdenken, was hier überhaupt geschieht. Ist Apple das selbsternannte Moralapostel unserer Zeit? Nein, Apple will Kohle machen, richtig fett Kohle, Apple designt die Produkte so sexy weil sie Kohle machen wollen und nicht weil sie den Nutzer so lieb haben. Genau so sperrt Apple Anwendungen aus dem eigenen Store und strebt an, in Zukuft noch mehr Millionen Leuten diktieren zu dürfen, was sie zu sehen haben und vor allem, was nicht.
Der Nutzer hat die Wahl, ja, bei Apple bereits aus über 180 000 Apps, er hat ein einfach zu bedienendes Gerät aber er ist nicht frei.
Apple hat gestern erstaunliche Zahlen zum iPhone und iPad genannt, die Verkäufe stimmen, die Downloadzahlen stimmen und die Zukunftsaussichten erst recht. Sie haben jetzt Dinge eingeführt die sich wie Multitasking anfühlen, es aber trotzdem nicht sind, es gibt jetzt mehr Funktionen in der Mail-App, von der ich bisher gar nicht wusste, dass solche Defizite bestehen, es gibt ein eigenes Spiele-Center, Ordner für Apps, Wallpaper, ein paar Funktionen für Firmenkunden und wie bereits erwähnt, das iAds Werbesystem.
Sicher, gerade für Android-Nutzer klingen die meisten dieser Neuerungen logisch zu Weilen fast witzig, aber es gelingt Apple, so einigermaßen auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Ich habe mich bereits daran gewöhnt, dass diverse Funktionen an Apple-Geräte übernatürlich hoch gelobt werden, egal wie lange man vorher darauf verzichten musste, das ist auch nicht der Punkt.
Der Punkt ist, alles was ich bis jetzt geschrieben habe kennen wir bereits, Fernsehsender liefern die Inhalte aus, welche sie vorher selbst aussuchen, Hersteller von (mobilen) Spielekonsolen genehmigen nur Spiele, welche sie selbst überprüft haben und die größten Handyhersteller der Welt wollen Ihre eigenen Lösungen lieber an den Mann bringen als fremden Content. Das ist an sich nichts Schlimmes, denn jeder will Geld verdienen und ich wäre der letzte, der dies einer Firma vorwirft, doch wenn die Firma so groß wird wie Apple und dann mit solchen fast religiösen Argumenten wie “Porno ist etwas Böses” argumentiert, werde ich hellhörig.
Was macht Apple? Apple baut die bereits erwähnte digitale Meta-Welt auf, ein eigenes (mobiles) Internet, eine Kommunikationsplattform unter Kontrolle, vom 3D-Shooter, über Werbeformen, Internettechnologien oder Programiersprachen alles wird vorgegeben oder überprüft, Apple verknüpft die Einschränkungen sämtlicher Hersteller in den alten Medien in derzeit zwei Produkten, drückt einen, auf noch mehr Umsatz optimierten, Filter drauf und alle freuen sich darüber.









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Ich find den Artikel super. Wenn ich sehe wie die Geräte von Apple aussehen und funktionieren werd ich immer gleich halb zum Fanboy. Wenn ich mir dann aber anschaue was ich auf meinem Linux alles mach und was ich alles von Apple benutzen muss wenn ich z.B. ein iPhone hätte dann is die euphorie wieder ganz schnell weg.
Ich kann dazu auch diesen Artikel empfehlen:
http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2010/04/…
Apple hat definitiv Impulse für den Smartphone-Markt oder den jetzt entstehenden Markt für Tablets gegeben sowie die MP3-Player quasi neu erfunden. Dennoch habe ich immer mehr den Eindruck das Apple von seinen Jüngern, ähh hust, Fans natürlich, fast wie eine Kirche verehrt wird und Steve Jobs der Prophet in eine bessere Zukunft ist. Aber alles in allem bleibt Apple, zumindest in der PC-Sparte ein Nischenprodukt mit dem MacBook oder dem iMac. Und man hat ja Gott sei dank die Wahl welches Telefon man kauft ebenso wie die MP3-Player. Das zeigen nicht zuletzt die steigenden Marktanteile für Google's Android.
Ein gewisser fader Beigeschmack bleibt natürlich, wenn man überlegt wie der Markt für Netzmenschen aussieht: Google beherrscht Webapplikationen mit GoogleMail und seiner fast immanenten Suchmaschine, Microsoft produziert Software für den Massenmarkt und Apple für designaffine "Digital Natives".
Aus meiner Sicht ist das Apple Universum völlig richtig analysiert und in dem Artikel nieder geschrieben. Bei Apple wird zensiert und das haben die Schöpfer des Internet eigentlich nicht gewollt. Was eigentlich noch fehlt, ist, dass auch allgemeine Webseiten für Apple gefiltert werden hinsichtlich Wörter die Apple nicht mag.
Sehr schöner Artikel. Dürfte den meisten technisch versierten Menschen aus der Seele sprechen. (dazu gab es letztens, glaub ich, bei ZEIT einen Artikel: Je weniger Ahnung von Technik, desto größer die Liebe zu Apple). Steves Aussage bzgl. Pornos ist natürlich für konservative US-Südstaatler schlau gewählt. Die Aussage ist genauer gesagt ein Witz. Aber sie zieht. Und, wenn man das weiter spinnt, kommt auf den Apple-Geräten bald ein Webfilter, der Porno oder was auch immer Apple nicht passt zensiert. Man könnte jetzt sagen, die Apple-Kunden wollen es ja nicht anders. Aber ich denke eher, sie kapieren es gar nicht richtig.
Genau meine Meinung. Der Filter, durch den das alles geht, ist sicherlich streng, aber wenn das dazu führt, dass die ganze Welt hellauf bgeistert ist, dass Twitter fast explodiert wegen dem neuen iPhone OS, dann ist eines klar-das Produkt ist sau gut und das Marketing ebenso. Ich denke, dass die Kontrolle vielleicht manchmal auch abschrecken kann, aber wenn der Anwender eben diese 180000 Apps hat, dann freuen sich alle darüber. Kein Wunder: das ist wie eigentlich teure Teppiche, die von unterdrückten Kindern produziert werden, und deshalb ist die Auswahl riesig und der Preis klein. Dafür kann man niemand verteufeln-außer Apple, den Unterdrücker.
Und warscheinlich wird das auch immer weiter so gehen, bos Android sie eiholt, und auf einmal das Google Produkt hip ist. Und mit der unglaubluchen Offenheit, mit der Google an den Market und Root hertangeht, wird das nicht meht allzulang dauern, vermute ich.
1. Ne paralelle zwischen Apple und dem dritten Reich herzustellen ist schon sehr, sehr grenzwertig
2. Android Market ist nicht kontrolliert, dafür sind die meistens Apps (90 %) Müll und völlig unbrauchbar, weil jeder Horst ne App einreichen kann (die sich dann auch so nennen darf). Ich finde Apple macht es genau richtig. Microsoft geht den selben Schritt, so falsch kann es nicht sein
Und wie immer abschließend die Anmerkung: was Apple rausbringt ist durchdacht und funktioniert und das ist das wichtigste. Jetzt finden es alle toll dass Android Flash unterstützt. In zwei Jahren gibts Flash nicht mehr
1.) Was hattest du in Geschichte?
Die Bücherverbrennung gab’s lange Zeit davor, hättest du aber richtig gelesen, dann hättest du meinen extra Hinweis wegen solcher Missverständnisse oben mitbekommen. “(wohlgemerkt ich spreche hier nicht von der Bücherverbrennung 1933)”
2.) Du hast den Sinn meines ganzen Textes nicht verstanden, dir das jetzt nochmal in komplett anderer Weise zu erläutern, würde hier den Rahmen sprengen. Über den Android Market habe ich zudem nichts geschrieben.
Als MacBook Pro User, iPhone-Besitzer und Apple-Zubehör kaufender Leser, der aber mit seinem Nexus One über den Tellerrand schaut, muss ich dir zustimmen.
Während bei Google immer jedem die Alarmglocken klingelt, wenn eine Innovation angekündigt wird, schauen die Leute bei Apple nur darauf, wie cool das Produkt aussieht. Ich kann nicht ganz verstehen, dass bei Apple dieses eigenständige System, welches sich hier bildet, nicht kritisch beäugt wird.
Tim
Liegt wahrscheinlich daran, dass Apple die Produkte zu einem erhöhten Preis verkauft.
Google bietet seine Services zum größten Teil kostenlos an. Kombiniert mit dem Satz "Warum sollte dir jemand im Internet etwas schenken?" erzeugt das Gift.
Ich stimme dir völlig zu. Etwas das zu einem höheren Preis vertrieben wird, hat in den Augen vieler Menschen auch einen größeren Wert/Nutzen. Das ist eben nicht immer der Fall. Die OpenSource community ist das beste Beispiel.
Mich würde es echt interessieren, was passieren würe wenn HTC ein optimiertes Desire aus Metall für 800 € Verkaufen würde. Dann nochmal ordentlich die Werbetrommel rühren und schon haben wir nen neuen Kassenschlager
(Auch wenn mir die 480€ Variante lieber ist)
in geschichte hat ich immer so 14 punkte
der sinn des textes hat sich mir schon erschlossen, aber in meinen augen machst du das was auch viele apple "fanboy" machen, du verlierst etwas an objektivität und siehts in apple das böse
so wie es manche umgekehrt mit windows machen 
Da hast du vollkommen recht, objektiv wollte ich nicht sein. Darum habe ich diesem Punkt den ganzen dritten Absatz gewidmet. Alles rein subjektives Empfinden und ganz persönliche Meinung, wie oben bereits erwähnt: “ich versuche hier nicht zu sagen was Apple ist oder nicht, sondern wie ich das sehe”.
Hm,
Naja Apple verkauft ein Produkt (Iphone) für das die Leute einiges an Geld abdrücken. Dafür erwarten die Leute, dann auch das die Software passt. Dazu gehört natürlich jemand der das überwacht, weil wenn keine Kontrolle Nutzer frustriert, da nicht glücklich mit den Apps und dann auch zwangsläufig mit dem ganzen Gerät. Bei Android kontrolliert niemand und naja manchen gefällst manchen halt nicht. Viel MIst im Store, aber im Appstore auch.
So Apple kontrolliert halt. Auf der einen Seite kann man die Leute verstehen, das sie Porno Apps haben wollen. Naja wenn sie nicht kommen geht wohl die Welt nicht unter. Und die Amis sind da bisschen komisch, wenn`s ums Sexy Time geht
Naja und das Iphone ist ja auch eher ein Familien Gerät, also jeder nutzt es (Vater,Mutter Kind etc) und Naja würde vielleicht schlechtes Bild auf Apple werfen, wer weiß.
Naja und zu den Code Restriktionen. Apple will halt das die Apps performant laufen und nicht wie es Adobe plant einfach ne Flash Anwendung in den Compiler hauhen und den Appstore überflutten. Und dann ist Adobe am Machthebel, weil sich alle an den Compiler halten müssen.
Abschließende Worte
Es müsste ein Mittelweg her. Der Weg von Apple ist ein bisschen zu strickt und
der von Android zu locker. Man bräuchte nen Mittelweg, aber der ist schwer zu finden. Aber man hat ja die Wahl. Und kann für sich selber entscheiden, mit was man eher leben kann.
Ich bin ehrlich, lieber habe ich einen unkontrollierten Android-Market wo ich mir dann aussuchen kann was ich will, als das ich einen vorgefilterten Store habe der mich unterschwellig versucht zu manipulieren, weil ich keinen Zugang zu bestimmten Apps habe, seien es Porno-Apps oder jedwede andere Art von Apps. Denn seien wir ehrlich: Jeder sucht doch gezielt nach Apps oder hat genaue Vorstellungen welche Funktionen diese erfüllen sollen.
Diesbezüglich sollte auch auf den Kundenservice von Apple verwiesen sein, der, soweit man das aus Berichten erfährt, kein gutes Signal ist, da nehmen sich Google und Microsoft aber auch nicht viel. Oder?
VIelleicht sollte eine vergleichende Betrachtung zwischen Android Market, AppStore, OviStore u.a. vorgenommen werden um Unterschiede zu erkennnen. Denn keiner wird 4 oder 5 unterschiedliche Smartphones mit jeweils anderen Betriebssystemen sein eigen nennen können.
@ (@) Micheal_Bucher
Ich denke, um zu erkennen, dass der Android Market am wenigsten kontrolliert wird und der App Store am meisten, muss man die Dinger nur einmal anfassen.Ich selbst habe ein N97 mini und ein G1. Beim G1 merke ich schon stark, dass wenn man etwas sucht, irgendein Schund in dieBeschreibunggeschrieben wird, und sucht man dann nach Kochen, kommt einem auf einmal "Hot girlswith big boobs" als Suchergebnis, aber lieber so, als Apps wegen Fehlern zu kicken. Beim Ovi Store ist jeder Content zugelassen, es sei denn, er ist fehlerhaft und funktioniert nicht. Jedenfalls kann man um Punkt Individualisierung eine Menge obszöne Wallpaper laden 
Ich denke, dass der Ovi Store mittlerweile den besten Weg geht (wohlgemerkt mit demFilter), und Google ein bisschen zu offen.
Ist euch eigentlich nie mal durch den kopf gegangen dass ein kind vielleicht viel einfacher einfach kein Iphone besitzen sollte? Also ich selbst sehe das mit so inhalten auf geräten die um die 800€ kosten eigentlich völlig irrelevant ob da pornos draufladbar sind (das könnte man auch über den safari browser aufm iphone) oder nicht, denn welches "normale" kind hat so viel geld für ein handy über?
DAS frage ich mich auch.
Zum Thema: Ich finde diese Praktik Apples, Apps zu kicken, nicht sooo schlimm, denn 1. fehlerhafte Software oder "Glump" (= wertloses Zeug) will ich nicht auf meinem iDevice haben und 2. wenn Apple Pornos bzw. explicit-Content zuließe, dann würde das meiner Meinung nach nicht gut aussehen, da es für den Kunden ja so aussieht, als würde Apple die Apps verkaufen (ooooh, Apple verkauft ja Pornos…) und 3. nicht performante Apps sind einfach nicht gut und ein kicken der selben erzeugt einen Druck auf die Hersteller. Ich sehe dieses Filtern als Qualitätssicherung.
Insoweit kann ich die Politik verstehen, wo ich aber nicht mitkomme, ist andere Apps zu kicken, wo kein solcher, erfindlicher Grund vorliegt.
Eine Möglichkeit wäre einfach folgende: Den App-Store, wie er ist anbieten und ZUSÄTZLICH das installieren nicht signierter Apps erlauben. Wo ist das Problem, wenn ICH MEIN iDevice mit nicht signierter Software bestücke. Ist ja wohl allein meins. So hätten die was davon, die geprüfte Software allein verwenden wollen, als auch die, die gelegentlich mal was unsigniertes haben wollen. Alternativ könnte man den App-Store öffnen und bestimmten Programmen eine Art Prädikat "geprüft von Apple" o.ä. zuweisen. SO wird der Kunde nicht entmündigt und kann sich frei entscheiden.
Ich denke aber, dass die erste Möglichkeit (Koexistenz zweier Stores) nie Wirklichkeit wird, da Apple dann ja weniger verdienen würde…
Bleibt anzumerken, dass ich selbst ein MacBook Pro, einen iPod nano und diverse andere Apple Produkte habe, insoweit kann man mich also als "Fan" bezeichnen, dennoch betrachte ich diese Praktik äußerst kritisch.
Außerdem hatte ich bis vor kurzem einen iPod touch. Ich hatte allerdings für mich erkannt, das der iPod touch zu beschränkt ist (ich kann ja nicht mal selbst was Programmieren, muss gleich developer sein). Hinzu kam, dass ich ein neues Handy brauchte ergo => iPod nano + HTC Magic. Außerdem kann das Magic mehr(!) als das iPhone 3GS und es ist frei.
Naja, mal schauen, ob das Wirklichkeit wird.
Danke für deinen Standpunkt, das Porno-Beispiel war nur sinnbildlich, es ging nicht um den Content, sondern um das geschlossene Ökosystem. Apps nur über App Store, denn sonst wäre die maximal Kontrolle nicht gegeben.
Das Filtern des Internets/Medien ist eine Bewegung die mir immer größeres Kopfzerbrechen bereitet.
Im fall der Kinderpornografie sehe ich das natürlich anders. Allerdings keine Regierung und kein Konzern, sollte das Recht haben, Inhalte zu filtern die weder gegen die dort geltenden Rechte noch gegen Menschenrechte verstößt. Apple filtert sogar Apps, bei denen die Programierer damit werben, dass sie die Android-Developers challenge gewonnen haben. Aber Pornoinhalte zu filtern?!?! Naja! Jemand unter 18 hat also eine Kreditkarte, kann sich ein iPhone leisten und dann noch Pornoapps downloaden? Was für Eltern sind da unterwegs? Auffsichtspflicht? Solche Eltern sollten keine Kindererziehen , weil sie schlicht und einfach zu FAUL sind dafür zu sorgen, dass Kinder keine Pornos schauen. Denn das ist aufgabe der Eltern und nicht des Internets, der Konzerne oder am besten noch der Regierung oder (auf die Spitze) Gott.
Ich will hier auf keinen Fall antiApple position beziehen. Google ist ja zu Apple die Gegen"religion" und mit ihrer krassen Ansicht zu Privatsspäre genau so "evil" wie Apple.
Ich mag Appleprodukte allerdings mag ich deren Firmenpolitik nicht und ich mag Googleprodukte allerdings mag ich deren Firmenpolitik nicht…!
Ich finde auch, dass es hier an Objektivität fehlt. Apple ist, wie jedes andere Unternehmen auch, marktwirtschaftlich orientiert und versucht natürlich so viel Gewinn wie möglich zu machen (Grundlagen BWL). Ich kenne keine Firma, dessen Ziel es nicht ist Gewinn zu machen. Sogar genossenschaftlich organisierte Volksbanken haben dies in ihren Unternehmenszielen in den oberen Positionen definiert.
Mein zweiter Punkt ist, dass jeder Mensch mündig genug sein sollte um zu wissen, was er kauft und warum er es kauft. Wenn Apple es irgendwann übertreiben sollte, wird sich ein großteil selbst von deren Produkten abwenden. Apple macht bisher einen guten Job, innovativ und zielstrebig.
In meinem Bekanntenkreis haben nur 2 Leute ein iPhone und diese haben ein Jailbreak gemacht, da Ihnen die Funktionen einfach nicht gereicht haben. Ich selbst bin kein Apple Fanboy. Da ist mir Android lieber.
Wie bereits gesagt, ich wollte nicht rein objektiv sein, sonder meine Sicht der Dinge ablassen. Dennoch habe mich mir keinen Fakt ausgedacht bzw. Tatsachen verdreht. Ich denke es ist eben eine Frage von Grundeinstellung. Es würde wohl auch die Masse nicht stören, wenn es Internetfilter gäbe, dennoch spreche ich mich (und viele andere) entschieden dagegen aus.
Das mit dem Gewinn machen habe ich ja eindeutig gesagt, daran störe ich mich nicht, mir geht es ehr um die Bündelung der verschiedenen Bereiche mit Apple als Wächter über Gut und Böse. Das jeder Mensch weiß, was er kauft und was nicht, ist eine Illusion unserer Zeit, genau so wie kaum einer weiß was bei Facebook in den Nutzungsbedingungen steht, weiß fast niemand wie die Filter bei Apple genau ausschauen, und schon gar nicht vor dem Kauf.
" welche in den Programmiersprachen C, C++ oder Objective C geschrieben wurden "
–> zu diesem Schritt kann ich Apple nur gratulieren. Keine dieser ätzend langsamen Javaanwendungen mehr, deren Oberfläche stets wie ein Fremdkörper wirkt. Programmierer sollen dadurch dazu gebracht werden, dass sie ihre Programme von Beginn an plattformunabhängig entwickeln und dann eigens für jede Plattform compilieren. Denn viele Programme werden mit Microsoft-Tools zuerst für Windows entwickelt und dann irgendwie notdürftig auf den Mac rübergeschafft, wo sie nur mit Performanceeinbusen laufen.
Sonst ist Apple eben in allem seiner Zeit etwas voraus. Einige Autoren sprechen bereits von einem aufkommenden Informationsfeudalismus. Apple ist auf dem besten weg dahin.