Facebook App Center: Der blaue Riese stellt einen eigenen Shop für mobile Software vor

Facebook hat gestern im Entwickler-Blog das App Center vorgestellt, welches in den kommenden Wochen sowohl im Web, als auch mobil verfügbar sein soll. Das App Center ist nichts anderes als ein Versuch einen mobilen Store für Anwendungen und Spiele anzubieten und dabei Apple und Google irgendwie zu umgehen. Facebook möchte ganz klar auch etwas von dem Kuchen abhaben. Auch hier zeigt sich wieder sehr schön, dass Facebook trotz seinen 900 Millionen aktiven Mitgliedern neue Geschäftsmodelle braucht sucht und diese im mobilen Sektor zu finden scheint. Das App Center wird in den nächsten Wochen über die normale Webseite, die mobile Seite und die Anwendungen für iOS und Android verfügbar sein heißt es.

Doch es ist nicht alles Gold was glänzt, denn obwohl die Zahl der Nutzer erst mal fantastisch klingt und davon sogar über die Hälfte regelmäßig mobil reinschaut, so gibt es auch hier klare Regeln. Und diese Regeln gibt natürlich Facebook vor. Da wäre zum Beispiel ein passender Auftritt auf Facebook mit einer entsprechenden Fanseite, im Optimalfall soll der User also nicht mehr zu einer Webseite der Entwickler geleitet werden, sondern alles spielt sich auf Facebook ab. Dazu kommt noch die Pflicht eines Facebook-Logins und man achtet auch auf eine gewisse Qualität der Anwendung oder des Spiels. Natürlich ist das bei anderen Stores nicht unbedingt anders, einzig der Play Store dürfte größere Freiheiten für Entwickler bieten. Aber es stellt sich eben auch die Frage: Brauchen wir noch einen weiteren Shop für Apps und Spiele, beziehungsweise wollen wir einen solchen überhaupt von Facebook haben?

Für HTML-Anwendungen dürfte das App Center ein klares Wachstum bedeuten, denn endlich gibt es eine zentrale Anlaufstelle mit einem großen Zielpublikum. Benötigt eine Anwendung allerdings eine Installation, dann leitet einen Facebook auch nur zum App Store oder Play Store weiter. Es gibt da draußen ja aber immer noch die Meinung, dass Apps keine Zukunft haben und sich alles wieder in Richtung Web-Auftritt verlagert. Sollte sich das bewahrheiten, dann wird Facebook in den nächsten Wochen einen wichtigen Schritt in diese Richtung gehen. Im App Center wird es neben der Möglichkeit für kostenpflichtige Anwendungen übrigens auch In-App-Käufe in kostenlosen Anwendungen geben. Entwickler können ihre Anwendungen bis zum 18. Mai – laut dem Wall Street Journal übrigens auch der Tag des Börsengangs – bei Facebook einreichen. Zufall? Wir werden das beobachten.