HTC One: Wie ein Phönix aus der Asche?

Meine Erwartungen an HTC waren im Vorfeld groß, ich war gespannt wie man das neue Lineup präsentieren wird und ob es nach den unzähligen Leaks im Vorfeld überhaupt noch eine Überraschung geben wird. Die Überraschung blieb zwar aus, trotzdem glaube ich, dass man bei HTC einiges begriffen hat und auf dem Weg zu einem besseren Portfolio für 2012 ist. Mich haben die neuen One-Modelle jedenfalls nicht enttäuscht und das Flaggschiff One X hat sogar seit langem mal wieder dieses „Haben-wollen-Gefühl“ ausgelöst.

Für HTC selbst ist es ein Neustart, man war sich in den letzten Monat bewusst, dass es so nicht weiter gehen kann und man vor allem 2011 einige Fehler gemacht hat. Dieses Jahr möchte man wieder Angreifen und sozusagen zurück zu den Wurzeln, dafür will man den Markt nicht mehr mit einem neuen Gerät jede Woche erobern (minimale Übertreibung), sondern mit wenigen Geräten und einem gut sortierten Lineup punkten. Die neuen Geräte heißen One V, One S und One X, vom Einsteiger-Modell bis zum High-End-Gerät ist man hier also gut aufgestellt.

HTC ist für Android einer der wichtigsten Hersteller in den letzten Jahren, mit dem G1 hat man nicht nur das erste Smartphone mit diesem OS auf dem Markt gehabt, mit Modellen wie dem Magic oder Desire konnte man der Plattform neben Motorola mit dem Droid/Milestone 2010 zu einem ordentlichen Wachstum verhelfen. Für mich war als Desire-Besitzer der ersten Stunde vor allem die hauseigene Sense-Oberfläche der ausschlaggebende Grund, welche ein echter Mehrwert für Android 2.2 und dessen User Interface war.

Android war so langsam ins Rollen gekommen, mit dem Nexus One produzierte HTC sogar das erste „Google Phone“ und Modelle wie das Galaxy S boomten 2010 ebenfalls. Die Plattform entwickelte sich weiter, doch HTC sah das als Anlass auf Massenware zu setzen. Die Sense-Oberfläche entwickelte sich zu klaren Nachteil, Updates verzögerten sich und HTC warf viel zu viel ähnliche Modelle auf den Markt. Vom aktuellen „Flaggschiff“ Sensation gibt es aktuell immer noch drei verschiedene Versionen auf dem Markt (Normal, XE und XL).

Ich hoffe HTC wird es nach dem aktuellen Lineup erst mal eine Weile dabei belassen und maximal noch ein paar günstige Einstiegsmodelle vorstellen, bis zum nächsten Mobile World Congress wird es neben dem One X hoffentlich kein weiteres Flaggschiff zu sehen geben. Aktuell glaube ich da noch nicht so ganz dran, aber HTC wird 2012 eine neue Chance bekommen und dazu muss man vor allem zwei weitere Punkte in den Griff bekommen:

  1. HTC Sense weiter „entschlacken“, sie wirkt immer noch viel zu überladen und passt nicht so ganz zu Android 4.0 meiner Meinung nach. Außerdem für sich zum zweiten wichtigen Punkt:
  2. Updates zeitnah ausliefern. Je weniger Geräte und je schlanker das eigene User Interface, desto einfacher wird das sein. Einfach mal an Asus orientieren, die damit immer wiede positive Schlagzeilen erzeugen.

HTC hat es im Vorfeld angekündigt, man möchte wieder ein Premium-Hersteller werden und mit wenigen Produkten und aktueller Technik überzeugen. Mal davon abgesehen, ob einem Sense gefällt oder nicht, das ist am Ende sowieso Geschmackssache, ist das dem Unternehmen in Barcelona meiner Meinung nach gelungen. Ich bin gespannt, ob man im Laufe von 2012 aber nicht doch irgendwann wieder in alte Verhaltensmuster verfallen wird und ob man neben der Hardware auch auf der Software-Ebene (Updates) überzeugen kann.

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