Jabra Halo2 Stereo-Bluetooth-Headset im Dauertest

[Gastbeitrag] Das Jabra Halo2 kam Mitte Februar 2012 in meine Hände, also etwa sechs Monate nach Markteinführung. Es sollte an sich nicht wie nach Beschreibung am PC eingesetzt werden, sondern am Handy, um kabelfrei durch die Stadt laufen zu können. Die Akkulaufzeit mit acht Stunden klang erst etwas zu kurz für meinen Geschmack, aber: erst Probieren, dann weiter reden!

Die Verpackung sieht wie gewöhnlich bei Jabra ansprechend und elegant aus. Das Gerät wird so gezeigt, wie es auch auf dem Kopf landen soll. Das Zubehör (Netzstecker, USB-Kabel, 3,5mm Klinkenkabel, diverse Schriften) ist in dem Umfang sehr gut. Man kann das Headset also auch über USB bzw. Klinke verwenden.

Die Wertigkeit des Gerätes kommt nach dem Auspacken zur Geltung: Das Gerät fühlt sich gut verarbeitet an – außen glatt, innen mit Stoffbezug. Es lässt sich leicht aufklappen und sitzt nach dem ersten Einstellen der Hörerlänge perfekt am Kopf. Beim Aufklappen ist mir aufgefallen, dass es mit der Zeit zu Problemen mit dem Klappmechanismus kommen könnte, da sich die Scharniere relativ bewegen ließen. Die Einraste-Funktion funktioniert einwandfrei, wobei dennoch trübe Hintergedanke an die Scharnierlebensdauer bleibt.

Vor der ersten Tonwiedergabe muss das Gerät über eine Paarungs-Funktion des Sendegerätes gesucht und gekoppelt werden. Über den Knopf, der an der rechten Seite ins das Gehäuse gesenkt ist, wird durch Halten das Paarungssignal gesendet. Bei meinem Handy (iPhone 4) klappte dies wunderbar. Einmal eingerichtet – nie wieder erneut verbinden. Das Gerät wird nach dem Aufklappen und am iPhone eingeschalteten Bluetooth sofort erkannt und verbunden. Ein weiteres Verbindungsgerät ist der Sony Walkman NWZ-A829.

Das Pairing klappt hier nahezu auch so einfach. Der Walkman will zwischendrin nur ein Passwort haben, aber nach kurzem Überlegen und der Eingabe von „0000“ nimmt alles seinen Lauf. Dies sind meine zwei mobilen Geräte und zum Testen am Rechner habe ich einen Sony Vaio verwendet. Sowohl mit Bluetooth, als auch mit dem USB-Kabel. Die Bluetooth-Verbindung am Laptop ist so einfach wie am iPhone gewesen, gefunden, gepaart und gehört!

Die Klangqualität ist für meinen Geschmack gut. Durch die große Auflagefläche des Headsets an den Ohren wirkt der Klang etwas gedämpft, aber das nimmt nicht viel vom eigentlichen Hörgenuss weg. Die Basswiedergabe ist für so ein Leichtgewicht von etwa 80g hervorragend – und das über Bluetooth. Die Qualität beim Telefonieren ist bei Hören sehr gut und am anderen Ende in etwas lauteren Umgebungen befriedigend. Im Bus und in der Bahn etwa hört der andere kaum etwas, es sei denn man spricht lauter, aber wer will das denn schon in der Bahn oder im Bus laute Gespräche führen?

In leiseren Umgebungen ist das, was am anderen Ende ankommt mit einem subjektiven „gut“ zu beurteilen. Das Annehmen, Beenden und Ablehnen von Anrufen hat gut geklappt. Nachdem ich ausgiebig verschiedene Musikrichtungen gehört und einige Telefonate geführt habe, ging ich zum Test am Laptop über.

Über Bluetooth gab es keinerlei Probleme. Die Klangqualität von Musik und Filmen war so, wie ich es gedacht hatte: tiefe Töne sehr gute angekommen, mittlere Töne ebenso und hohe Töne etwas gedämpft, aber nicht weiter schlimm. Die Verbindung über USB-Kabel war etwas anders. Die Lautstärke nahm ab und die Töne wurden generell etwas gedämpfter wiedergegeben. Über die 3,5mm Klinke gab es dieses Phänomen nicht.

Die Einstellung der Lautstärke funktioniert über Streichrichtung an der Touchfläche am rechten Ohrhörer. Das Streichen nach unten verringert die Lautstärke und das Streichen nach oben erhöht diese. Die Eingabe ist für meine Empfindung gut gelungen, da es durch die glatte Oberfläche keine Ruckler beim Streichen entstehen und die Lautstärke somit nicht auf einmal auf Maximum oder Minimum zu finden ist.

Das Leichtgewicht zeigt nach den neun Monaten ein gleichbleibendes Klangbild. Überrascht hat mich die Stabilität der Scharniere. Diese wurden weder locker noch anfällig für Brüche oder Risse – ebenso der Einraste-Mechanismus. Was mich persönlich sehr ärgert ist der starke Abbau der stoffbezogenen Innenseite. Der Bezug fängt schon nach etwa vier Wochen an abzublättern. Dementsprechend kommt man um die Kommentare, dass man da was Schwarzes auf dem Kopf hat nur schlecht herum. Nach neun Monaten fast täglicher Nutzung sind etwa 40% des Stoffes von der Seite, die auf dem Kopf oben aufliegt abgeblättert – das kann allerdings auch mit meinen kurzen Haaren (etwa 1 bis 2 mm zusammenhängen;)). Auf der anderen Seite ist die Glätte und damit das „sichere Streichen“ geblieben, was mich wiederum sehr erfreut.

Ein Minuspunkt geht an das eingebaute Mikrofon. Dies ist nach drei oder vier Monaten auf ein Mal defekt gewesen. Aber vielleicht hatte ich das Halo2 auch nur mal schlecht im Rucksack gelagert. Ein weiterer Minuspunkt geht an die Verbindungsstabilität von Headset bis in die Hosentasche. Die Verbindung reißt zwischendurch immer wieder kurz ab, aber fängt sich dann wieder. Ich stecke das Handy oder den MP3-Play dann in die Jacken-oder Rucksacktasche. Damit ist dieses Problem ganz gut beseitigt.

Ein Pluspunkt verdient sich die Akkulaufzeit und das wirklich geringe Gewicht. Die Akkulaufzeit ist am Gewicht und der Größe des Gerätes gemessen lang. Ich schaffe es oft über die angegebenen acht Stunden hinaus, wenn ich es direkt vom Ladegerät nehme. Die Standbyzeit hat sich im angegebenen Rahmen von etwa 13h, sofern das Handy so lange mitgemacht hat.

Fazit

Für den Preis (etwa 60€ zzgl. Versand) würde ich mir es auf jeden Fall wieder kaufen. Die alltäglichen Funktionen (Musik abspielen, ein, zwei Mal telefonieren) werden hervorragend bewältigt. Der Akku ist sehr gut, auch nach neun Monaten noch und die gleichbleiende Klangqualität, dank Virtual Surround Sound, ist immer wieder ein Genuss, da lässt sich auch der Abrieb der Stoffschicht in Kauf nehmen. Ich bevorzuge das Headset stets meinen In-Ear-Kopfhörern!

Über den Autor: Justus Ringat, Jahrgang 1987 und Student. Der Drang die neueste Technik zu besitzen ist in mir seit der Jugendzeit ungebrochen. Ich musste alles haben und ausprobieren (sofern die finanziellen Mittel dies zuließen). Das neueste in den Händen zu halten und sich den Wunsch nach dem neuen zu erfüllen ist immer wieder das Beste! In meiner Freizeit bin ich gerne mit meine Spiegelreflex unterwegs und mache etwas Sport. Uni darf natürlich nicht zu kurz kommen, aber alles in allem passt es ;).

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