PRADA Phone by LG 3.0 im Test

LG geht mit dem LG PRADA Phone by LG 3.0 einen sehr eigenen und ungewöhnlichen Weg, denn es ist ja nicht an der Tagesordnung, dass man eine markenbewusste Zielgruppe mit solch einem Android-Gerät ansprechen möchte. Ich habe das gute Stück jetzt schon eine Weile hier und meinen ersten Eindruck hatte ich euch ja bereits vor ein paar Tagen in Worte gefasst. Nun wird es aber Zeit für ausführlichere Ergebnisse meines Alltagstests. Doch beginnen wir mal mit dem, was die Hardware hergibt.

  • Android 2.3.7 mit Custom UI
  • Größe 128 x 69 x 9 mm, Gewicht 138 Gramm
  • 1,0 GHz Dual-Core-Prozessor (OMAP 4430)
  • 4,3 Zoll kapazitiver Touchscreen (IPS-Panel)
  • Auflösung 800 x 480 Pixel bei 16,7 Mio. Farben
  • 8 MP Kamera (Rückseite), 1080P Videoaufnahme, LED Blitz
  • Front-Kamera (Fotos mit 1280×960, Videos mit 1280×720 Pixel)
  • NFC, WiFi Direct
  • 8 GB interner Speicher (erweiterbar auf 32 GB)
  • 1540 mAh Akku
  • WLAN b/g/n (incl. 5 GHz Frequenzen)

Erster Eindruck

Tod der Custom UI!

Wenn man bei LG schon einen wirklich guten Designer sitzen hat, der über so viele Gerätegenerationen und Versionen hinweg immer eine klasse Linie in Sachen Design, Optik, Materialien und Look fährt, sollte man ihn auch zu schätzen wissen. Genau das läuft aber bei LG anders, denn ein Gerät welches optisch so einen tollen Eindruck macht wie das Prada-Phone, wird mit einer wirklich hässlichen Custom-UI einfach nur versaut.

Daher wollte ich gleich nach der Anmeldung, einen eigenen Launcher aufs Gerät packen. Ich sehe nach wie vor in der Custom-UI keinen Vorteil gegenüber dem “Pure-Android”. Wie schlimm das wirklich aussieht, seht ihr unten in der Bildergalerie.

 

Aber ganz ehrlich, wenn ich den wirklich nicht niedrigen Preis von knappen 400 € zahle und dann so eine UI vorgesetzt bekomme, bringe ich das Teil umgehend zum Händler zurück. Stattdessen würde ich mir dann sofort ein Nexus-Gerät für weniger Moneten kaufen.

Hardware und Design

Fangen wir hier mit dem Design an, denn was LG da in Zusammenarbeit mit dem Mode-Label PRADA geschaffen hat, macht wirklich was her. Klare Linien, schwarz in Lederoptik, super Hardwarebuttons, Metallabdeckung für den MicroUSB-Slot, das alles macht wirklich was her, wenn man es in der Hand hat. Ich bin kein Mensch, der unbedingt Marken haben muss und dies unbedingt auf dem Gerät stehen haben will, aber hier kann man nicht motzen.

Der PRADA-Schriftzug prangt zweimal auf dem Gehäuse, einmal vorne, einmal hinten. Damit kann ich leben. Interessanterweise merkt man am PRADA Phone by LG 3.0 auch die LG-Komponente im Design. Vergleicht man das Gerät mit dem LG GT540, fallen einem schon Designparallelen auf. Das finde ich gut, denn ich mag eben genau dieses Design. Im Gegensatz zu anderen Stimmen, die ich bereits im Netz vernommen habe, würde ich eher vermuten, dass das PRADA Phone by LG auf die Männerwelt und weniger auf die Damenwelt abzielt.

Ebenso stylish und richtig schick sind die beigelegten Kopfhörer, welche Gott sei Dank In-Ears sind und einen überzeugenden Klang liefern. Die Hardware ist derzeit oberes Mittelmaß. Es gibt Hersteller die vergleichbare Ausstattung für weniger Geld anbieten, beziehungsweise für den Preis des PRADA Phones mehr Ausstattung anbieten. Das heißt natürlich nicht, dass die Hardware schlecht ist. Mit dem LG 3.0 habt ihr auf jedenfall ein ordentliches Smartphone in der Hand.

Besonders zu erwähnen wäre hier auf jeden Fall die Wifi-Direct Konnektivität über die ihr via WLAN, Elemente direkt an andere Geräte schicken könnt, sofern diese das unterstützen. Ebenso bedeutsam ist das Display, welches Dank des IPS-Panels ordentlich aussieht und auch im direkten Sonnenlicht gut lesbar ist. Auch die Farben sind brilliant und sehr intensiv. Genauso ordentlich sind die Bilder der Kamera, welche über einen dedizierten Knopf an der Oberseite des Geräts aktiviert werden kann.

Speed und Handling

Wie ich eingangs schon schrieb, hat man mit dem LG PRADA Phone keine schlechte Hardware in der Hand, aber auch nicht die Spitze des Olymps. Mit dem Custom Launcher von LG lässt sich das Gerät zügig und ruckelfrei bedienen. Die Kamera kommt recht schnell hoch, löst aber sehr langsam aus. Die Frontkamera macht aber ebenso wie auch die Backkamera gute Fotos. Dennoch sind sie meiner Meinung nach kein Vergleich zu den Bildern des iPhone 4s.

Spiele laden zwar etwas langsam, aber das Spielen an sich läuft ohne Probleme und einwandfrei. Der Lagesensor trifft auch immer ins Schwarze. Ein cooles Feature ist, dass man jeder Zeit im laufenden Betrieb die Schriftart wechseln kann. Damit lässt sich das eher langweilige Interface zumindest ein wenig anpassen. Der Browser reagiert schnell und lädt Seiten in annehmbaren Zeiten.

Auch beim Ansehen von Flash-Videos macht das PRADA einen guten Eindruck. Alles läuft also wie es soll. Direkte Schwächen der Hardware habe ich nicht gefunden. Ich denke aber, dass sie eventuell zutage treten, wenn man MKV-Videos auf dem Device schaut oder streamt. Leider konnte ich das nicht testen.

Fazit

Das PRADA Phone by LG 3.0 hat bei mir einen guten Eindruck hinterlassen, wenn man rein von der Hardware und dem Display spricht. Die tägliche Nutzung wollte ich mir aber wegen dem wahnsinnig hässlichen LG-Launcher nicht antun. Die tägliche Benutzung scheitert für mich außerdem an der auffallend langsam auslösenden Kamera. Was nützt mir ein dedizierter Kameraknopf, wenn die Kamera zwar sauschnell lädt, aber die Auslösung zu lange dauert, um echte Schnappschüsse zu machen? Nichts. Dafür überzeugt aber die Qualität der Kamera besonders bei Videoaufnahmen in 1080p.

Absolutes Highlight und für mich in jedem Smartphone eine Bereicherung ist ein NFC-Chip. Ärgster Flop hingegen am PRADA Phone sind die Lautsprecher, denn da hat man dem Phone nicht mal Stereo spendiert. Insgesamt ein Smartphone mit großen Stärken und großen Schwächen, das meiner Meinung nach für seine Leistung zu teuer ist. Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt sie mir in den Kommentaren. Ich versuche sie noch zu beantworten bevor das Gerät wieder zurück geht.

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