Einige von euch habe es sicher gestern bereits gelesen, da ich das Thema aber gerade mit dem Hintergrund der aktuellen Standortsammel-Berichte von Android und iOS ganz interessant finde, hier nochmal der kurze Hinweis darauf.
TomTom hat in seinen Navigationssystemen ein System integriert, um Verkehrsdaten aufzuzeichnen und so bessere Stauvorhersagen u.ä. zu treffen. Was erstmal ganz praktisch klingt, wird leider durch die Nutzungsbedingungen einen Tick verschärft, denn dort räumt sich TomTom das Recht ein, die Daten an Dritte weiterzugeben, um “die Produkte von TomTom zu verbessern“.
Der Knaller ist aber nun, dass nicht etwa werbende Firmen o.ä. Dienstleister diese Daten kaufen, sondern aktuell in den Niederlanden die Polizei. So kann unserer aller Freund und Helfer deutlich gezielter und effektiver Geschwindigkeitskontrollen durchführen, weil die User gezielt verraten, wo, wie oft und wann zu schnell gefahren wird.
Laut einem Sprecher von TomTom soll es in Deutschland keine solche Nutzung von Daten geben. Dies sei dennoch ein Hinweis an alle, welche in den letzten Tagen immer beteuert haben, ihnen wäre es egal, wenn jeder wüsste, wo und wie man sich aufhält. Was meint ihr, richtiges Vorgehen der Polizei oder ziemlich bescheiden von TomTom?
Der TomTom-CEO Harold Goddijn hat sich zu dem Thema geäußert.














Ein gutes Beispiel dafür, wie auch empirische Daten gegen den Willen des Nutzers missbraucht werden können. Jedenfalls ist es ein PR-GAU für TomTom, bei dem sicherlich noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde.
Ich suche momentan ein Standalone-Navi. Somit fällt jetzt TomTom für mich komplett raus. Danke für den Hinweis!
Ich frage mich, was die Polizei dazu beitragen kann "die Produkte von TomTom zu verbessern". IMO klarer Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen seitens TomTom. Und für mich ein Grund solche Geräte zu meiden.
Naja, TomTom erhält nunmal Geld für die Daten und dieses Geld wird sicherlich in die Verbesserung der Produkte gesteckt. Ich könnte mir vorstellen, dass TomTom mit einer solchen Argumentation vor Gericht sogar bestehen könnte. Dass man diese Klausel als normal denkender Mensch anders versteht ist klar.
Das ist mal übelster Datenmissbrauch, den sich eigentlich nur schmierige Profit-Unternehmen zu Nutze machen. Echt hart, aber auch irgendwie unkonventionell. In Deutschland würde das den Einbruch der Verkaufszahlen von TomTom bedeuten (rein interpretativ, wenn man mal davon ausgeht, dass unser Volk seit Stuttgart 21 und E10 Kraftstoff endlich die E**r in der Hose hat, sich zu wehren).
Ich bin weißgott kein Datensammlungsgegner, denn es gibt durchaus nützliche Funktionen, die damit verknüpfbar sind (ich liebe personalisierte Werbung!). Aber die Holländer haben's wiedermal auf die Spitze getrieben
Das ist kein Datenmissbrauch, sondern von der Polizei aus gesehen sogar eine sinnvolle Investition von Steuergeldern. Toll finden muss man das nicht, aber es als Missbrauch zu bezeichnen ist Unsinn.
Und mal ganz allgemein, wer gerne schneller fährt als erlaubt riskiert geblitzt zu werden (und Unfälle zu provozieren) – unabhängig von diesem Datengeschäft.
Standalone-Navis sind verglichen mit heutigen Smartphones eh unpraktisch find ich..
So ein Schrott… das kann gar nicht funktionieren, weil die Daten auf dem System nie aktuell sein können. Bin gerade erst wieder mit TomTom durch Europa gefahren und musste feststellen, dass die Daten mit der Realität meist nichts zu tun haben (z.B. 80kmh erlaubt, während Tomtom von 60kmh ausgeht). Und dann gibt es jede Menge Streckenabschnitte, die abhängig von der Tageszeit und/oder Wetterlage flexible Beschränkungen haben (mithilfe der elektronischen Verkehrsanzeigen)…
Natürlich funktioniert das – sehr gut sogar. Das System gibt ja genau zurück, mit welcher Geschwindigkeit die Fahrzeuge auf einem bestimmten Streckenabschnitt zu einer bestimmten Zeit gefahren wurde. Wieviel wirklich erlaubt sind, weiß die Polizei schon selbst. So ist es ihnen einfach möglich, ihre Radarfallen ertragssteigernd zu planen, indem sie die Kästen genau zu den Zeiten, an denen auf der Strecke am meisten gerast wird, aufstellen.
Sie könnten das sicher auch durch eigene Mesungen mühsam herausfinden, aber wenn's TomTom frei Haus liefert, dann ist das doch viel effektiver. Nicht umsonst bezahlt die Polizei auch noch Geld dafür (ist genau so wie bei den Schweizer SteuersünderCD's)!
"Dies sei dennoch ein Hinweis an alle, welche in den letzten Tagen immer beteuert haben, ihnen wäre es egal, wenn jeder wüsste, wo und wie man sich aufhält."
Na endlich könnte man meinen, ein Fall der auch Ottonormalverbraucher zum Nachdenken anregt.
Denn selbst bei den letzten "Standortsammel-Berichten" sitzen Ottonormalverbraucher axelzuckend da "Ich habe doch nichts zu verbergen!"
Sicherlich wird die Polizei vorerst die Daten nur zwecks Planung von Kontrollen, Entschärfung von Unfallschwerpunkten nutzen. Und wenn das auch so kommuniziert wird, wird Ottonormalverbraucher selten Einwände haben. Im Namen des "Kampfes gegen den Terror" oder "zum Schutz unsere Kinder" wird ja auch so einiges akzeptiert.
Ein großes Nachdenken wird erst beim direkten Auswerten und Bestrafen ("letzten Mittwoch sind sie 10 km zu schnell gefahren… von ihrem Konto werden 15 Euro Ordnungsgeld abgebucht") einsetzen.
Letzteres ist ja laut dem Video-Statement (ich hoffe mal, das ist nicht nur so daherhesagt, um die Kunden zu beruhigen) nicht möglich, da die Daten anonym sind und niemandem direkt zugeordnet werden können.
Aber dieser Mensch schien ja selbst gerade erst erfahren zu haben, dass die Polizei Zugriff auf die Fazrn hat. Irgendwann hört meine "Ich-hab-ja-nichts-zu-verbergen-Einstellung" bei diesem GPS-Kram auch auf.
Ja genau den letzten Satz wollte ich auch schreiben. Irgendwann ist es soweit, dass alle Autos serienmäßig eingebaute GPS-geschwindigkeitskontrollgeräte haben und dann kommt es zu dem was MCCRAIN sagt.
Schonmal drüber nachgedacht, dass mit den Daten Staus oder Unfälle vermieden werden können?
Hab ich was falsch verstanden? Die Daten sind doch anonym? Warum sich hier aufregen? Weil man geblitzt werden könnte? Klar ist es beschissen geblitzt zu werden, aber meistens gibt es Geschwindigkeitsbegrenzung aus Gründen.
Ich denke die User wollen gerne wissen, wenn sie auf dem Weg zur Arbeit dazu beitragen, dass dort in Zukunft evtl. mehr Blitzer stehen. Hier geht es nicht darum, ob das gut oder schlecht für Unfälle etc ist, sondern darum, was mit Daten welche jeder von uns produziert gemacht wird und ob man das möchte oder nicht.
Genau, ich möchte wissen und selbst entscheiden wer meine Daten bekommt und auch wofür er diese nutzt! Ein heimlicher Schritt folgt dem nächsten und ich soll erst am Ende anfangen nachzudenken?
Begehrlichkeiten gibt es genug für solche Daten. Und wie ich schon oben erwähnte, scheint man im Namen von (Schein-)Sicherheit zu immer mehr Einschnitten und Überwachung bereit zu sein.
Das ist aber ein nachgewiesener Trugschluss!
Solche Daten laden aber leider dazu ein, eben da zu blitzen, wo damit am meisten Geld verdient werden kann und nicht an Unfallschwerpunkten. Besser noch: Sie dienen tatsächlich dazu.
Die niederländische Polizei wird ja wohl wissen, wo Unfallschwerpunkte sind. Warum zahlen sie also Geld, um an Daten zu kommen, wo wann wie schnell gefhren wird?
Klar ist jeder selbst schuld, der zu schnell fährt. Dafür gibts kene Entschuldigung. Aber wer von uns nicht (und wenn auch nur aus Unachtsamkeit) mal zu schnell gefahren ist, hat 'nen extra großen Orden verdient oder besitzt den Führerschein erst seit gestern abend…
Vielen Dank für eure Antworten!
Das ist doch gerecht: Das Navi warnt doch auch vor den Fallen.