Diese Woche fand ein von Nokia organisiertes Bloggertreffen in Düsseldorf statt und neben den neuen Symbian-Smartphones mit Belle, von denen wir euch das Nokia 700 hier bereits näher vorgestellt haben, war mein Fokus vor allem auf das N9 mit MeeGo gerichtet. Vor Ort hat man uns das N9 auch kurz in einer kleinen Demonstration vorgestellt und den restlichen Tag konnte man das Gerät immer wieder ausprobieren und damit rumspielen.
Wir hatten es also immer wieder in der Hand und im Einsatz und auch wenn das sehr gut für einen intensiven Eindruck des Smartphones reicht, es noch ein Prototyp mit einem unfertigen OS und so sollte man diesen Artikel vielleicht auch mit Vorsicht genießen. Neben dem N9 hatten wir dank Albert von Mobile Livingroom auch ein N950 vor Ort, er gehört zu den glücklichen Entwicklern, die eins von Nokia geschenkt bekommen haben.
Erster Eindruck des Nokia N9 (und N950)
Kommen wir also zum ersten Eindruck und dieser war wie erwartet sehr positiv, tolle Verarbeitung und Haptik, man merkt, dass es auf den ersten Blick ein Flaggschiff ist. Und auf den zweiten Blick? Auch dieser war sehr positv, toller Touchscreen mit kräftigen Farben, intuitive „Swipe“-Bedienung der Oberfläche, schneller Browser und ein imposantes Multitasking machten echt Spaß.
Die Kamera reagierte schnell, Programme öffneten sich sofort und Spiele liefen flüssig, das OS ist nicht mehr weit vom Marktstart entfernt. Zum N950 möchte ich an dieser Stelle nicht so viel sagen, denn der normale Verbraucher wird es nie zu sehen bekommen, denn es ist ien Entwickler-Gerät und wird nur von Nokia selbst an ausgewählte Leute verschickt. Ich rate an dieser Stelle aber auch vom Kauf auf eBay ab, denn das Gerät wird keine Garantie von Nokia erhalten und nicht den Support bekommen, wie ein N9.
Trotzdem war auch hier der erste Eindruck positiv, der Touchscreen war zwar nicht ganz so gut wie der des N9 und das OS ist nicht für die Benutzung im Querformat ausgelegt, aber Fans von Slidern mit einer echten Hardware-Tastatur wären hier voll auf ihre Kosten gekommen. Beide Geräte sind eine tolle Kombination an MeeGo-Smartphones und man merkt auch irgendwo, dass diese mal für den Massenmarkt und nicht nur als Projekt für eine kleine Zahl von Usern und Entwicklern geplant worden sind.
Das Nokia N9 wird kein zweites N900
Nach und nach stellte sich bei mir wieder der Gedanke ein: Warum hat Nokia diesem Gerät eigentlich keine Zukunft gegeben? Das war natürlich auch ein Punkt, den ich mit den Leuten von Nokia vor Ort immer wieder diskutiert habe. Die Antwort ist mir seit dem ersten Tag der Partnerschaft mit Microsoft klar, es liegt eben an der neuen Strategie von Nokia. Trotzdem will man es vielleicht noch nicht so ganz verstehen, immerhin ist Nokia an dieser Stelle ehrlich und macht dem Käufer nichts vor.
Man will nicht mehr auf so vielen Baustellen vertreten sein, wie man es bisher war. Mit MeeGo hat man gezeigt was man kann und in Zukunft setzt man aber auf das weiter fortgeschrittene Windows Phone als OS. Es lässt sich drüber streiten, was besser ist, aber für Nokia ist es ein wichtiger Schritt, dass man diese Strategie klar vertritt und kein zweites N900 auf den Markt wirft (bei dem das am Anfang den Käufern nicht so klar war, denn diesen hat man eine tolle Zukunft von Maemo versprochen).
Und warum probiert man es nicht mit MeeGo?
Das wirft bei vielen natürlich Fragen auf, warum ein geschlossenes OS nutzen, das momentan sowieso keine wirkliche Bedeutung auf dem weltweiten Markt hat, da hätte man es doch auch mit MeeGo probieren können. Stand heute muss man Nokia aber zustimmen, MeeGo ist ein richtig tolles OS, aber man ist eben zu spät. Es fehlen noch viele grundlegende Features und den Entwicklern da draußen zu erklären, dass es nach iOS und Android neben Windows Phone 7, Symbian und dem Blackberry OS noch eine Oberfläche gibt, wäre verdammt schwer geworden.
Microsoft hat sich diese Basis mittlerweile jedoch so langsam aufgebaut und Nokia möchte kein Risiko mehr eingehen. Mit Windows Phone wird man nicht scheitern, am Anfang vielleicht nicht so erfolgreich sein, wie man es gerne hätte, aber nicht radikal scheitern, das glaube ich definitiv nicht. Mit MeeGo hätte man etwas erreichen können, aber das Risiko auf die Schnauze zu fallen ist hier spürbar höher.
Nokias Vergangenheit
Nokia hat in der Vergangenheit viele Dinge angefangen, ohne sie zu beenden und diese Fehler führten eben zu Elops Entscheidung am 11. Februar. Nokia hatte die ersten Tablets, die besten Kamera-Handys, mit Maemo 5 ein intuitives und schickes OS und hat eben die letzten Jahre zu lange auf das falsche Pferd gesetzt: Symbian. Hätte man seine Stärken viel früher in einem Portfolio vereint und etwas riskiert, wäre man heute nicht da, wo man jetzt ist.
Doch wir haben die Gegenwart und wir blicken in die Zukunft und man hat am Mittwoch gemerkt, dass es Nokia gut tut eine klare Strategie zu haben, auch wenn diese einigen Fans vielleicht nicht gefällt. Ich ordne mich da übrigens mit ein, das N9 ist ein Smartphone, wie ich es mir seit geschlagenen zwei Jahren von Nokia wünsche, jetzt wirft man es halbfertig auf den Markt und wird es nicht so unterstützen, wie es das Gerät verdient hätte. Aber ich respektiere die Entscheidung von Nokia und bin gespannt, was man in Zukunft aus Windows Phone 7 macht, der Markt ist schnelllebig und wer weiß, wie die Situation in 2 Jahren aussieht.
Fazit zum Nokia N9
Ich kann mich an dieser Stelle nur wiederholen, das N9 ist und bleibt ein tolles Smartphone, welches durchaus innovativ ist und bei der Bedienung viel Spaß macht – wie das „Swipen“ im Alltag aussieht muss man natürlich erst mal schauen. Apps wird es nicht besonders viele geben, Facebook und Twitter stammen zum Beispiel von Nokia selbst und nicht direkt von den Netzwerken selbst, auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht so wirkt.
Würde man mich momentan fragen, ob ich mir ein N9 importieren würde, würde ich das verneinen. Das liegt aber eben daran, dass mir das Ökosystem um ein Gerät herum sehr wichtig und das N9 nicht gerade billig ist. Hat man im N9 bereits alles, was man braucht, dann kann ich das Gerät auf jeden Fall empfehlen. Wir geben die Hoffnung auf ein Testgerät aber nicht auf und werden euch zum Marktstart dann hoffentlich einen ausführlichen Testbericht präsentieren können.








































War schon wirklich ein geiles Teil, das beste Nokia, welches ich je in den Händen hatte.
Jap – fand ich auch. Besonders das weiße ohne irgendne Flummi-Hülle schaut in natura total verschärft aus
Microsoft hat sich die Partnerschaft ja auch einiges kosten lassen ($$$), da musste man bei Nokia wohl nicht lange überlegen.
Schade um MeeGo
jungs mal ganz nüchtern.
warum wird nokia zum N9 eigentlich nicht von appel verklagt?
der startbildschirm des Maemo sieht incl. formgebung der HW
dem i-phone doch mehr als nur nachempfunden aus.
ansonsten maemo hin oder her, über die hw von nokia brauchte man selten diskutieren,
die war immer gut und grundsolide.
schade daß nokia sich der freiheit beraubt hat und das gerät nicht mit android auf den markt bringt.
ich gehe jede wette ein, es würden mehr stückzahlen verkauft werden als das gleiche mit windows.
würde mir das wasser bis zum hals stehen so wie nokia, ich würde jede option ziehen kohle zu machen.
dh. gleiche HW N9, als N9A mit android, N9W mit Windows, N9M mit meamo zum gleichen kampfpreis 399€ so schnell als mölich in den markt, dann rollt auch der rubel und nach 6 monaten zählt man die verkauften stückzahlen der systeme und entscheidet von was man sich trennt.
so macht es doch auch HTC oder Samsung und die fahren super gut damit.
egal, danke für den N9 appetizer – schade daß man mit dem anderen auge die nokiasonne dahinter untergehen sehen muß.
Es wurde ja schon der Vergleich zum iPod nano gezogen, aber eine Ähnlichkeit zum iPhone kann ich nun wirklich nicht feststellen. Da muss man wirklich schon Apple-Kriterien heranziehen: "Es ist ein physischer Körper…"
Was genau meinst du jetzt mit Startbildschirm? Das Icon-Grid?
Es gibt keinen Startbildschirm, sondern nur 3 gleichberechtigte Ebenen, ich kann ehrlich gesagt keine Ähnlichkeit zum iPhone entdecken.
Leute hört doch langsam mal auf in fast jeden Beitrag immer gleich zu erwähnen warum Apple die nicht sofort Verklagt, das ist doch nur noch langweilig. Man kann darüber Diskutieren wenn es soweit ist, alles andere ist doch mehr als Ironie und wenn ich noch deutlicher schreiben soll "Schwachsinn" .
Im Übrigen hat Apple Nokia schon Verklagt und hat dabei den kürzeren gezogen….News lesen würde nicht schaden ab und zu.
"Mit Windows Phone wird man nicht scheitern, am Anfang vielleicht nicht so erfolgreich sein, wie man es gerne hätte, aber nicht radikal scheitern, das glaube ich definitiv nicht. Mit MeeGo hätte man etwas erreichen können, aber das Risiko auf die Schnauze zu fallen ist hier spürbar höher."
Gut, dass es mal jemand ausspricht, ist auf jeden Fall auch meine Meinung. Ich finde den Unterschied zwischen dem beiden Systemen gar nicht mal so groß, wie es auf den ersten Blick aussieht. Aber vielleicht sind drei Knöpfe tatsächlich intuitiver als wildes Hochrunterlinksrechts-Gewische zwischen drei Screens, und vor allem scheinen die App-Entwickler Windows Phone als drittes großes OS anzunehmen.
Ein bisschen schade ist es natürlich schon, dass (vermutlich wegen des WP7-Deals) dem Nutzer Meego als ein zweites Alternativ-OS bei Nokia verwehrt wird.
Bisher ist die Kunden-Akzeptanz von WP7 doch eher gering. Ich habe vorgestern wieder mal ein WP7-Phone in den Händen gehalten und muss sagen: Damit werde ich mich wohl nie anfreunden können. Und die anderen Anwesenden haben mir alle zugestimmt.
Ich finde es einfach entäuschend! Meego und das N9 bekommen zwar überall Lob nur um dann mit einem negativen Ausblick zu schliessen. Irgendwie kapiert keiner der ganzen Tech-Blogger was es bedeutet, wenn wir in 5 Jahren nur noch wählen können zwischen 3 großen US Monopolen. Heute ist die Weichenstellung hierfür!!!
Das bedeutet in Zukunft Bevormundung, Ausspioneren und gegenseitige Innovationsblockade durch Apple, Google und MS – ein Appstore sie alle zu binden zu knechten und zu kontrollieren.
Warum schreibt denn niemand auch nur davon, dass es dank der großen Vielfalt und Qt ein leichtes ist viele existierende FOSS Libraries & Software zu portieren, dass man ein offenes Paketsystem hat (sich sozusagen wie bei Linux seine “Appstores” selbst konfigurieren kann), dass Meego als Konzept genial ist, wenn es Zukunft auch noch andere Geräteklassen mit gibt (ein “Industrielinux” mit spezifierter API, dafür frei und ohne Überbau wie bei Android)
Stattdessen plappern die meisten selbsternannten Experten in ihren Artikeln dem Mainstream auf Computer-Bild Niveau nach: Die Bewertung einer Plattform hängt davon ab, wieviele Apps mit Schmusetierechen man dem Mainstream-User bieten kann,
welche bei Berührung schnurren und pfurzen. Das ist doch Expertentalk auf dem Level von Nintendozeitschriftenartikeln.
Klar, Nokia ist selbst dran schuld – warum es aber keine Doppelstrategie gibt, sprich man die überzeugende Fallback-Strategie einfach so wegwirft – ist aber nur dadurch erklärbar, dass MS als Geldgeber kein Interesse hat ein weiteres “Android” als Konkurrenz zu WP zu bekommen. Wenn irgendwelche Nokia-Marketingtypen was anderes behaupten, dann ist das halt vorgegebenes Gefasel der Geschäftsleitung!
Noch eine Zusatzfrage!
Warum gibt es denn keine Portierung von Qt auf WP? Damit könnten viele Symbianprogramme unter WP laufen, Entwickler zu WP wechseln. Kurz gesprochen, ein Gewinn für Nokia & seine WP Plattform. Man behält die Community, man hat schlagartig viele Apps, etc.
Ich kann es euch sagen Nokia ~= MS. Das Marketingefasel ist weder logisch noch erklärt es wirklich warum Nokia sich so aufgibt. Es riecht eher nach dem großen Partner MS, dem wichtig ist dass er vollständige Kontrolle über sein Ökosystem behält. Nokia ist der Juniorpartner hier der über die Klippe springen wird beim Misserfolg!
Wenn es irgendwann man so verramscht wird wie die WebOs Geräte würde ich mir auf jeden fall eins kaufen, vielleicht bildet sich ja auch eine Community um das Gerät und insbesondere MeeGo, die dann ähnlich wie bei android das Gerät mit Custom Roms versorgt
@oliver ich find den einwand vom mkkd eigentlich gut. es wird ja immer gesagt, es wäre zu spät, das ökosystem hätte gefehlt usw. usf. aber mal ehrlich, als samsung sein wafe rausgebracht hat, gabs auch schon das iphone und android und es hat sich trotzdem gut verkauft.
warum hat man es nicht einfach wie samsung oder htc gemacht? sowohl windows als auch android, und nebenbei das eigene meego so wie samsung ihr bada.
mal ehrlich, die kapazitäten hätte nokia doch haben müssen. wenn es sogar htc schafft, das ja im vergleich viel kleiner ist, für 2-3 systeme geräte herauszubringen, wieso schafft es dann nokia nicht?
es wird hier immer so dargestellt, als wären die einzigen alternativen gewesen: meego ODER windows. da hätte ich mich auch für windows entschieden an nokias stelle.
aber man hätte auch mehrgleisig fahren können. der einzige grund, den ich erkenne, der dagegen gesprochen haben könnte, können die finanziellen anreize von microsoft gewesen sein, oder wie siehst du das?
"warum hat man es nicht einfach wie samsung oder htc gemacht? sowohl windows als auch android, und nebenbei das eigene meego so wie samsung ihr bada. "
Glaub mir, diese Frage habe ich oft mit den Leuten von Nokia diskutiert. Von offizieller Seite hieß es immer wieder, dass man eine klare Strategie braucht und nicht mehrere Oberflächen nutzen will. Inoffiziell weiß man natürlich auch, dass von Microsoft eine Menge Geld geflossen ist und die natürlich nicht wollen, dass Nokia nebenbei auch noch Android nutzt.
hm ok, verstehe. wobei die antwort keine ist

die beantworten ja praktisch die frage mit der frage. "warum setzt ihr nicht auf mehrere systeme?" – "weil wir nicht mehrere oberflächen nutzen wollen" ahja
naja, schade, kann man nix machen. bei einem schönen nokia mit android hätte ICH z.b. nicht nein gesagt. mit dieser strategie schneiden die sich von vornherein einen dicken kuchen der möglichen kundschaft ab… naja hoffen wir, dass nokia sich das richtig überlegt hat, wäre schade um das unternehmen.
Natürlich beantwortet das diese Frage:
Offiziell: "Weil wir eine klare Strategie brauchen und nicht auf mehreren Baustellen gleichzeitig vertreten sein wollen."
Inoffiziell: "Weil Microsoft uns als exklusiven Partner möchte und uns einen haufen Kohle gegeben hat."
bei der letzten äusserung von MS gegenüber Nokia klang das dann aber nicht mehr so exklusiv…
Nein, tut sie nicht. Die Frage ist ja, WARUM sie nicht auf mehreren Baustellen vertreten sein wollen. Das beantworten sie ja nicht, wenn sie wiederholen, dass sie das nicht wollen. Und auch nicht, wenn sie implizieren, dass eine Mehrplattformstrategie keine klare Strategie wäre.
Am inoffiziellen Grund dürfte schon mehr dran sein, aber ich frage mich echt, wieviel Microsoft zahlt, dass sich das für Nokia lohnt, sich von vornherein 2 von 3 Ästen abzuschneiden.
"Warum?" "Weil man den Fokus auf eine Plattform (WP7) lenken und nicht noch Ressourcen für die Entwicklung von Android verschwenden möchte."
Dir ist glaube ich nicht der Unterschied zwischen einem Zirkelschluss und einer echten Begründung klar…
der zweite Teil der Antwort geht sogar als Begründung durch. "weil wir nicht noch Ressourcen für die Entwicklung von Android verschwenden möchten."
Das setzt vieles voraus:
1. Sämtliche Ressourcen sind in der Entwicklung von Windows Phone Handys gebunden
Das ist schonmal ziemlich unwahrscheinlich, weil man die Effiziens ab einer bestimmten Größe nicht mehr durch ein "mehr" beschleunigen kann, weil manche Arbeitsschritte eben nicht schneller gehen, selbt wenn 1000 statt 100 Mitarbeitern daran arbeiten. Ich kann mir daher kaum vorstellen, dass bei einem Unternehmen der Größe von Nokia sämtliche Kapazitäten bei der Entwicklung von Windows Phones gebunden werden. Das ist wohl auch der Grund, warum etwa Samsung oder HTC parallel für mehrere Systeme entwickeln. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich durch die Entwicklung der Samsung Bada Phones die Entwicklung der Android Phones verzögert…
2. setzt das voraus, dass die vorhandenen Ressourcen an anderer Stelle sinnvoller investiert werden können. Da ich wie gesagt nicht davon ausgehe, dass sämtliche Ressourcen in der Entwicklung von Windows Phones gebunden werden, frage ich mich, wo sie also gewinnbringender eingesetzt werden. Bei dem x. Symbian Phone, das auf den Markt geworfen wird?
3. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass sämtliche freien Kapazitäten bei der Entwicklung von Windows Phones gebunden werden, würden spätestens nach der zweiten Generation von Nokia Windows Phones durch den Erfahrungs- und Effiziensgewinn Kapazitäten frei werden, da grundlegende Dinge nicht mehr gemacht werden müssen. Warum schließt man also auch die zukünftige Entwicklung von Android und/oder Meego vollkommen aus?
Die einzige Antwort, die bleibt, ist, dass Microsoft soviele finanzielle Anreize bietet, dass sich dieser Verzicht lohnt.
Zu deinen Punkten:
1. Natürlich gibt es einen Punkt, an dem mehr Mitarbeiter nicht besser bedeutet, aber Ich gebe dir da mal ein Beispiel: Nokia Standort Berlin. Entwicklung von Nokia Maps. Fokus auf Symbian, aber dann nebenbei noch Entwicklung für MeeGo und das N9. Dann kommt man im Februar an und will noch eine Version für WP7, ich glaube du verstehst, dass die Mitarbeiter bei einer Version für Android rebeliert hätten. Es sei denn man stellt neue ein, das bedeutet aber noch höhere Ausgaben. Andere Unternehmen entwickeln zwar auch für mehrere Oberflächen und bei Samsung und bada gebe ich dir da Recht, deren Aufwand bei WP7 ist aber geringer als der von Nokia und in bada könnte man auch mehr Energie stecken.
2. Wieso gehst du einfach davon aus, dass Nokia noch so viele Ressourcen hat? Vielleicht sind sie schon voll ausgelastet.
3. Diese Frage wird dir Nokia momentan nicht ehrlich beantworten. Es wäre aus Sicht des Marketing dumm eine solche Partnerschaft einzugehen und dann den Fans zu sagen "Hey, in 1-2 Jahren schauen wir uns vielleicht Android an und mit MeeGo wollen wir neben WP7 auch im Smartphone-Markt erfolgreich sein." Dem Investor musst du das erklären, der frägt dich dann nämlich, warum die jetzt auf WP7 setzt und dir Android aber erst für die Zukunft als Option offen hälst. Sprich er ist verunsichert und weg. Und die Antwort auf diesen Punkt hast du dir ja dann aber schließlich selbst gegeben:
"Die einzige Antwort, die bleibt, ist, dass Microsoft soviele finanzielle Anreize bietet, dass sich dieser Verzicht lohnt."
Ich möchte auf Punkt 1 und 2 zusammen antworten, da es ja dabei im Kern darum geht, ob einzelne Abteilungen oder der Gesamtkonzern noch Ressourcen hätten oder nicht. Du hast Recht, wenn du sagst, dass ich das nicht wissen kann, aber wenn wir mal HTC als Vergleichsunternehmen nehmen, dass ja auch HTC Sense mehr oder weniger (bei Windows Mobile 6.x noch mehr) auf sämtliche Plattformen portiert hat, dazu auch eigene Services anbietet und sogar paar Geräte mit Brew herausgebracht hat (ok, vernachlässigbar). Ich weiß, dass das, was jetzt kommt, eine Milchmädchenrechnung ist, aber dennoch ist diese Tatsache zumindest nicht ganz von der Hand zu weisen.
HTC hat laut wikipedia knapp 5.500 Mitarbeiter, Nokia beschäftigt über 130.000. Das ist ein Faktor von knapp 24 (!). Da fällt es mir wirklich schwer zu glauben, dass die Kapazitäten nicht ausreichen würden, da du mir ja auch zugestimmt hast, dass es ab einer kritischen Anzahl von Mitarbeitern an einem Projekt nicht mehr effizienter oder schneller geht.
Sogar Samsung beschäftigt laut wikipedia 290.000 Mitarbeiter, aber ist auch viel breiter aufgestellt. Auf die Handysparte fallen wahrscheinlich nicht mehr als bei Nokia. (2009)
Du hast Recht, dass ich nicht weiß, ob sie die Kapazitäten haben, aber dennoch muss dann die Frage erlaubt sein: Was genau machen diese 130.000 (!) Mitarbeiter eigentlich?
3. ok, dem ist nichts hinzuzufügen
Du musst aber auch sehen, dass sich Sense von HTC sehr langsam entwickelt und es gedauert hat, bis man da ist, wo man heute ist. Bei Nokia gilt es jedoch keine Zeit zu verlieren, das erste WIndows Phone kommt in diesem Jahr und Anfang nächsten Jahres müssen dann auch spätestens die Früchte der Partnerschaft (Kombination der Dienste von beiden Unternehmen) sichtbar sein. Ich glaube man kann das nicht einfach mit den Mitarbeitern vergleichen, denn Nokia versorgt S40, S60 (Symbian^3), MeeGo und jetzt entwickeln sie zumindest ihre Apps auch für WIndows Phone 7. Das ist kein Vergleich zu HTC, die zwei Jahre Sense für Android und ein paar Apps für Windows Phone 7 entwickelt haben. Ob Ressourcen da sind ist die eine Sache, der wichtige Punkt ist aber, ob man das zum jetzigen Zeitpunkt kommunizieren sollte. Es wäre für Nokia und die Strategie mit Microsoft schädlich, wenn man sich jetzt offen hinstellt und sagt, dass man in Zukunft vielleicht auch andere Oberflächen in Bedacht zieht.
Ok, hast auch Recht mit dem, was du schreibst
Ich hoffe nur, dass man sich wenigstens intern die Optionen offen gehalten hat, und sich vertraglich nicht zu lange exklusiv an Microsoft gebunden hat.
Diese Hoffnung habe ich auch, wobei ich das bei MeeGo nicht glaube, vielmehr würde ich hier bei einem Fail von WP7 mit Android rechnen.
PS: Wir haben beim Event auch mal mit dem Gedanken gespielt, dass auf dem N9 ein blankes Android laufen würde und sind zu dem Entschluss gekommen, dass das Gerät dann mit großer Wahrscheinlichkeit ein Hit geworden wäre
Ich hätts mir definitiv gekauft
Generell bin ich ja ein User, der immernoch keinen funktionalen Grund sieht, von meinem HTC Desire zu wechseln. Die neuen Handys sind schneller, aber da ich keine aufwendigen Games spiele, weiß ich gar nicht, wofür ich das brauchen sollte, solange alles funktioniert, wie es soll (bis auf das nervige SMS-Sortierproblem)
Das heißt ich hätte mir das N9 nur wegen der Kamera und dem Design gekauft, und das will schon was heißen. Gefällt mir echt gut
@oliver ich find den einwand vom mkkd eigentlich gut. es wird ja immer gesagt, es wäre zu spät, das ökosystem hätte gefehlt usw. usf. aber mal ehrlich, als samsung sein wafe rausgebracht hat, gabs auch schon das iphone und android und es hat sich trotzdem gut verkauft.
warum hat man es nicht einfach wie samsung oder htc gemacht? sowohl windows als auch android, und nebenbei das eigene meego so wie samsung ihr bada.
mal ehrlich, die kapazitäten hätte nokia doch haben müssen. wenn es sogar htc schafft, das ja im vergleich viel kleiner ist, für 2-3 systeme geräte herauszubringen, wieso schafft es dann nokia nicht?
es wird hier immer so dargestellt, als wären die einzigen alternativen gewesen: meego ODER windows. da hätte ich mich auch für windows entschieden an nokias stelle.
aber man hätte auch mehrgleisig fahren können. der einzige grund, den ich erkenne, der dagegen gesprochen haben könnte, können die finanziellen anreize von microsoft gewesen sein, oder wie siehst du das?
Natürlich handelt es sich um Marketing, sonst nichts. Das Nokia Ökosystem heißt “Qt” und die Apps von Symbian zu MeeGo zu portieren braucht im schlimmsten Fall einige Anpassungen der UI und system-spezifischer Teile – je nach App kann man das in wenigen Minuten bis Stunden machen, bei großen Sachen sicher auch mal Tage, ABER das ist fast kein Aufwand im vgl. zum neuschreiben.
Dieses Qt-Ökosystem ist ja scheinbar auch so groß und stark, dass es für die “the next billion” Strategie ausreichend scheint. Wieso sonst sollte Nokia sogar Qt auf S40 bringen – genau Apps. Und eben hier wäre die absolute stärke gewesen, vom unter 100€ Lowend Gerät bis hin zum HighEnd Produkt hätte man Apps haben können und massig Entwickler.
Das ganze ist und bleibt eine absolute Farce. Qt wäre stark genug gewesen und war größer als WP7, zumal die Symbian Dev Gemeinde sehr stark und produktiv war und mittendrin auf Qt umzusatteln. Wieder einmal hat Nokia auf das falsche Pferd gesetzt, weil man eben wieder keinen Mumm hatte. Man trotet jetzt wieder nur mit, statt den Paukenschlag des Nokia N9′s zu nutzen und Qt zu DEM Ökosystem zu machen – vor allem ein freies und eines das Spiel lässt, mit dem man unabhängig bleibt. Aber aus Angst nimmt man das Geld und gibt seine eigene Freiheit und die eigenen Innovationen auf, obwohl Geld allein (von MS) im Falle eines WP7 Untergangs, kein Nokia retten kann. Und dabei hat man nicht einmal eine offizielle Fallback-Strategie – Symbian soll ja auch sterben, obwohl man es mit Belle auf einen guten Stand bringt und mit dem Qt Ökosystem gut aufbauen könnte. Aber jetzt wo man gesagt hat es stirbt – vertreibt man nur die Entwickler und die User womit auch eine weitere Entwicklung ausbleiben wird und man bei einem scheitern mit nichts in der Hand da sitzen wird.
Und ob dieses geschlossene, völlig andere WP7 durch Nokia neuen Schwung bekommt – ich glaube Nein. Denn wieso verkauft sich ein Galaxy S/SII, Sensation usw. super gut, aber ein ebenso (eigentlich) tolles Omnia, Mozart, Trophy muss erst 170€ kosten damit jemand zugreift? Angebot und Nachfrage – und da scheint es gewaltig an der Nachfrage zu happern, wobei es die Hersteller per se nicht sein können – verkaufen sie doch erfolgreich ganz ähnliche Geräte – nur eben mit anderem OS.
Es bleibt also dabei: Elops “Entscheidung” ist Marketing bla. Geld dürfte hier die große Rolle gespielt haben und Nokias Angst endlich wieder etwas zu wagen, innovativ und frei zu sein. Vielleicht sollte Nokia nur dieses einemal bei Apple abgucken – bei dem Apple aus den 1980er Jahren und sich “think different” zu Herzen nehmen – das sie es noch können beweist das N9.
Das Nokia Ökosystem heißt “Qt” und die Apps von Symbian zu MeeGo zu portieren braucht im schlimmsten Fall einige Anpassungen der UI und system-spezifischer Teile – je nach App kann man das in wenigen Minuten bis Tagen machen, ABER das ist fast kein Aufwand im vgl. zum neuschreiben.
Dieses Qt-Ökosystem ist ja scheinbar auch so groß und stark, dass es für die “the next billion” Strategie ausreichend scheint. Wieso sonst sollte Nokia sogar Qt auf S40 bringen – genau Apps. Und eben hier wäre die absolute stärke gewesen, vom unter 100€ Lowend Gerät bis hin zum HighEnd Produkt hätte man Apps haben können und massig Entwickler.
Qt wäre stark genug gewesen und war größer als WP7, zumal die Symbian Dev Gemeinde sehr stark und produktiv war und mittendrin auf Qt umzusatteln. Wieder einmal hat Nokia auf das falsche Pferd gesetzt, weil man eben wieder keinen Mumm hatte. Man trotet jetzt wieder nur mit, statt den Paukenschlag des Nokia N9′s zu nutzen und Qt zu DEM Ökosystem zu machen – vor allem ein freies und eines das Spiel lässt, mit dem man unabhängig bleibt. Aber aus Angst nimmt man das Geld und gibt seine eigene Freiheit und die eigenen Innovationen auf, obwohl Geld allein (von MS) im Falle eines WP7 Untergangs, kein Nokia retten kann. Und dabei hat man nicht einmal eine offizielle Fallback-Strategie – Symbian soll ja auch sterben, obwohl man es mit Belle auf einen guten Stand bringt und mit dem Qt Ökosystem gut aufbauen könnte. Aber jetzt vertreibt man Entwickler und User, womit auch eine weitere Entwicklung ausbleiben wird und man bei einem scheitern von WP7 mit nichts in der Hand da sitzen wird.
Und ob dieses geschlossene, völlig andere WP7 durch Nokia neuen Schwung bekommt – ich glaube Nein. Denn wieso verkauft sich ein Galaxy S/SII, Sensation usw. super gut, aber ein ebenso (eigentlich) tolles Omnia, Mozart, Trophy muss erst 170€ kosten damit jemand zugreift? Angebot und NACHFRAGE!
Es bleibt also dabei: Elops “Entscheidung” ist Marketing bla. Geld dürfte hier die große Rolle gespielt haben und Nokias Angst endlich wieder etwas zu wagen, innovativ und frei zu sein. Vielleicht sollte Nokia nur dieses einemal bei Apple abgucken – bei dem Apple aus den 1980er Jahren und sich “think different” zu Herzen nehmen – das sie es noch können beweist das N9.
ein paar Technische Daten währen schön
Vor kurzem gab es einen Artiekl der darüber berichtete, dass der eigentlich schon intern berufene neue Nokia Manager kurzfristig auf Druck amerikanischer Investoren durch Herrn Elop ersetzt wurde. Die können natürlich erzählen was sie wollen – die Wahrheit ist wohl eher das das ein ziemlich abgekartetes Spiel war.
WP und/oder Android als neue Strategie ok. Dafür aber alles andere so komplett abzusägen ist rational nicht erklärbar, ausser das MS keine weitere Konkurrenz wie Android haben möchte…
einfach mal nach "nokia CEO us investor" googlen und staunen
Du weißt aber schon, dass auf dem N9 sämtliche N900-Apps und auch die Debian-Anwendungen laufen?
Und, überhaupt, welche Apps sind denn wichtig?
Außer Navi, Social-Networking und IM braucht man da doch nicht viel, und die Sachen sind ja schon vorhanden.
Das alle immer so auf das “Ökosystem” setzten verstehe ich ohnehin nicht.
Wozu bloß…
Mich würde wirklich mal interessieren, wieviel Prozent der Smartphone-Käufer tatsächlich auch Apps beziehen.
Gratis-Apps schaut man sich schonmal an, aber das die Leute Geld für Apps zahlen? Ich halte diesen Markt für maßlos überschätzt.
PS:
Du redest den Marketing-Quatsch der Microsoft-Hänsel nach, die bei Nokia offenbar derzeit zu viel zu sagen haben.
Man will sich bei Nokia auf Windows Phone konzentrieren, dass dies aber wirklich weiter fortgeschritten ist, kann ich nicht wirklich erkennen.
Wie schon beschrieben, das N9 hätte eine große Community gehabt, wie eben das N900 bereits. Und über mangelnde Software kann man sich beim N900 ja nun wirklich nicht beklagen.
Oliver, wurde beim Event auch Alien Dalvik präsentiert?
Damit laufen ja schließlich die Android-Apps unter Maemo bzw. MeeGo. Also, ein Android braucht es dafür gar nicht, nur die Engine. Und, MeeGo sieht doch schicker aus als Android, da reicht es doch wenn Android Apps laufen, um auch den letzten Kritiker zu beruhigen.
"Stand heute muss man Nokia aber zustimmen, MeeGo ist ein richtig tolles OS, aber man ist eben zu spät. Es fehlen noch viele grundlegende Features und den Entwicklern da draußen zu erklären, dass es nach iOS und Android neben Windows Phone 7, Symbian und dem Blackberry OS noch eine Oberfläche gibt, wäre verdammt schwer geworden."
Was sind denn diese tollen Features die wp7 hat und Meego Harmattan nicht? Maemo gibts ja schon lange. Ausserdem ist das Qt ecosystem (das ist nämlich relevant, nicht unbedingt meego, das swipe UX ist wie symbian belle in Qt gemacht) im Moment grösser als wp7. Also kann mir wirklich nicht erklären was nokia macht.
Das Ökosystem von Qt ist zwar da, aber Apps müssten für MeeGo auch erst mal angepasst werden. Dazu kommt, dass die besten Apps für Symbian nicht in Qt programmiert wurden und kaum ein Entwickler seine App neu programmieren wird und wenn, dann wird es die Chance nutzen und auf iOS, Android oder WP7 umsteigen (diese Oberflächen werden eben am besten von den Herstellern supportet).
Das schwarze glatte Plastikcover des N9 scheint ziemlich viel Fett aufgenommen zu haben, so wie es glänzt xD Ich hoffe die finale Version wird nicht so glatt sondern rau und griffiger sein
Ich verstehe es nicht. Es ist wie beim N900 was ich übrigens nutze. Da wurde auch gesagt es wird nicht weiter unterstützt und nicht in Deutschland angeboten. Zuvor mindestens. Ist doch klar das man damit Kunden es nicht gerade einfach macht sich für dieses Phone zu entscheiden. Und jetzt wieder und das obwohl Meego auch auf Tablets läuft.
Ich will trotzdem versuchen mir dieses Gerät als nächstes zu holen.