Pebble Smartwatch Testbericht

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Unser Leser Sebastian Görick ist nicht nur ein Freund der Nexus-Geräte von Google, sondern auch sonst für diverse technische Spielereien zu haben. Aus diesem Grund kommt er heute wieder mal mit einem Gastbeitrag zum Zug und berichtet über seine Erfahrungen mit der Multifunktionsuhr Pebble Smartwatch.

Vorwort

Letztes Jahr war auf jeden Fall das Jahr von Kickstarter.com. Es gab fast keinen Tag, ohne dass es irgendeine News darüber gab. Andauernd zeigten (meistens) Privatpersonen ihre Ideen und versuchten durch Spenden von Unterstützern sich den Traum eines eigenen Produktes zu verwirklichen. Eines der bekanntesten Projekte war die Smartwatch Pebble. Das Team dahinter benötigte eigentlich “nur” 100.000 US-Dollar, um ihre Firma zu gründen und um das Produkt fertigen zu lassen. Die Idee von Pebble kam aber so gut an, dass am Ende 68,929 Personen ihr Geld locker machten und in die Kasse des Teams 10.266.845 US-Dollar spülten.

Eine gigantische Summe und bis heute die Höchste, die ein Kickstarter Projekt erreichen konnte. Was war aber das Besondere der Pebble? Schließlich gab es ja bereits solche Uhren. Sony brachte z.B. 2011 auch eine Smartwatch auf den Markt, die sogar ein Touchscreen besaß und mit Android lief.

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Es ist ganz einfach. Zum einen lässt sich die Pebble mit einem Apple iPhone und einem Android Smartphone verbinden und zum anderen verwendet die Pebble eine sogenannten E-Paper Display, wie es in einem E-Book Reader zum Einsatz kommt. Dadurch ist gewährleistet, dass man auch im grellsten Sonnenlicht die Uhrzeit perfekt ablesen kann. Denn mal ehrlich, was bringt einem eine Uhr wenn man bei Sonnenlicht die Uhrzeit nicht erkennen kann?

Zumindest waren diese zwei Gründe für mich die Wichtigsten beim Unterstützen dieses Projektes. Gibt oder gab es für euch noch weitere Gründe? Wenn ja, sagt sie mir in den Kommentaren.

Nun aber zum wichtigen Teil, dem eigentlich Testbericht.

Lieferumfang

In dem hübsch aussehenden Karton, auf dem groß „It‘s Time“ steht, ist eigentlich nicht viel drin, worüber man schreiben könnte. Der Inhalt ist:

  • Pebble Smartwatch
  • Magnetisches Pogo Pin Ladekabel

Das war es. Selbst ein USB Ladegerät muss man schon selbst besitzen, was in der Zeit der Smartphone eigentlich auch kein Problem sein dürfte. Trotzdem finde ich es ein wenig schade, schließlich ist die Uhr nicht billig und ein Ladegerät sollte man bei einem späterem Retailpreis von 150 US-Dollar erwarten können.

Design, Haptik, Verarbeitung

Als ich die Pebble das erste Mal in der Hand hatte, fiel mir auf wie leicht sie ist. Eigentlich zu leicht muss ich sagen. Hat man sie um das Handgelenk geschnallt, vergisst man schnell, dass man sie trägt. Ich hatte davor jahrelang immer eine Uhr aus Metall und muss deshalb sagen, dass die Pebble (mir) zu leicht ist. Das liegt halt einfach am Material, die Pebble besteht aus Kunststoff und das hat einfach weniger Gewicht. Ich hätte es besser gefunden wenn sie vielleicht ein kleines Gewicht in das Gehäuse eingebaut hätten, einfach nur, um ein gewisses Gefühl von Wertigkeit zu erzeugen.

Die Verarbeitung an sich ist aber Top. Es gibt keine unnötigen Spaltmaße, es knarzt nichts, wenn man sie in die Hand nimmt und der glänzende Schwarze Lack sieht toll aus. Es bleibt nur abzuwarten wie lange ich Kratzer verhindern kann. Ich besitze die Uhr jetzt etwas mehr als 2 Wochen und habe bis jetzt noch keinen, was schon mal ein gutes Zeichen ist. Ich fass die Uhr nicht, wie mein Smartphone, mit Samthandschuhen an, sondern verwende sie ganz normal.

Die Bedienungstasten seitlich am Gehäuse sind solide verarbeitet und sie wackeln auch nicht im Gehäuse. Pebble Inc. hat hier wirklich gute Arbeit geleistet. Das Design der Uhr ist schön unauffällig und hat einen zeitlosen Touch. Klar, Geschmäcker sind verschieden, aber ich denke die Pebble gefällt jedem. Zumindest sagte bis jetzt jeder in meinem Bekanntenkreis, dass sie gut aussieht.

Pebble Smartwatch (4)

Display

Nun zum wichtigsten Punkt bei einer Uhr. Das Display.

Wie schon eingangs erwähnt, verwendet die Pebble ein E-Paper-Display und was soll ich sagen? Es ist spitze! Die Auflösung ist hoch genug und man hat nie Probleme die Uhrzeit abzulesen. Wenn es dunkel ist muss man nur eine der seitlichen Tasten drücken oder das Handgelenk kurz schütteln um die Hintergrundbeleuchtung zu aktivieren. Hier aber auch ein kleiner Kritikpunkt, das Display ist nicht zu 100% gleichmäßig ausgeleuchtet. Es stört zwar nicht bei der Ablesbarkeit, aber eine gleichmäßige Ausleuchtung ist natürlich immer schöner. Auch bei direktem Einstrahlen der Sonne hat man keine Probleme, genau so muss eine Uhr auch sein.

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Akkulaufzeit

Akkulaufzeit, ein leidiges Thema. Man hat schon immer das Problem, dass man sein Smartphone jeden Abend einstecken muss, will man das auch mit einer Uhr machen? Ein ganz klares Nein!

Das dachten sich die Macher der Pebble auch und spendierten ihr eine lange Akkulaufzeit. Was natürlich zum einen am stromsparenden E-Paper-Display und zum anderen auch an der geringen Power, die eine Smartwatch benötigt, liegt. Nach ca. einer Woche muss die Pebble wieder aufgeladen werden. Ich muss aber dazu sagen, dass ich sie natürlich auch ein wenig strieze. Am Wochenende darf sie mir von jedem Bundesliga Spiel die Torbenachrichtigungen übermitteln und auch die Beleuchtung habe ich öfters als benötigt angemacht, einfach nur um herauszufinden, wie lang der Akku bei starker Nutzung hält.

Meine Google+ Benachrichtigungen durfte sie überbringen und das sind am Tag sehr viele. Wenn ich dann die Akkulaufzeit von einer Woche sehe, bin ich sehr zufrieden. Es sei noch zu erwähnen, dass ich die Pebble in Verbindung mit einem Nexus 4 verwende, was leider kein Bluetooth 4.0 unterstützt. Durch Bluetooth 4.0 und sein „Low Energy Profil“ würde man nochmal etwas Strom sparen.

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Software

Nachdem das Display der wichtigste Part für eine Uhr ist, ist die Software wohl der wichtigste Part bei einer „intelligenten“ Uhr. Beim Einschalten wird man erst mal mit einem schönem „Hello“ begrüßt. Danach sieht man auch schon das sogenannte „Watchface“. Das kann man wählen, indem man auf der rechten Seite die obere oder untere Taste drückt. Vorinstalliert sind 3 verschiedene Varianten. Zwei sind textbasiert und eins sieht wie eine analoge Uhr aus. Wenn man mehr will, muss man sie über die zugehörige App installieren, dazu aber später mehr.

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Die drei vorinstallierten „Watch Faces“

Die große Taste links dient in der Bedienung als Zurücktaste, oder um damit die Beleuchtung anzuschalten. Die mittlere Taste auf der rechten Seite benötigt man, um ins Menü zu kommen. Dort kann man ein Wecker einstellen, damit die Uhr zu einer bestimmten Uhrzeit vibriert, oder um in die Musiksteuerung zu kommen. Die Musiksteuerung funktioniert einwandfrei und ist ein cooles Gimmick. Man kann vor/zurück springen oder Play/Pause drücken. Es ist vor allem dann sehr praktisch, wenn man sein Smartphone mit einem Klinkenstecker an seiner Anlage hat und man selbst aber im Bett o.Ä. liegt. So kann man ohne aufzustehen, ein Song weiter drücken oder einen tollen Song einfach nochmal anhören.

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Musiksteuerung

Ein weiterer Punkt im Menü sind die Einstellungen. Dort kann man:

  • Bluetooth verwalten
  • Datum und Uhrzeit einstellen
  • Beleuchtung und Benachrichtigungen ein -oder ausschalten
  • Schriftgröße verändern
  • Uhr ausschalten
  • Ein Factory Reset durchführen

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Menüansicht

Die restlichen Einstellungen an der Uhr, wie zum Beispiel Apps installieren oder ein Update durchführen, macht man über die Smartphone-App.

Das Erste was mir aufgefallen ist, als ich die Pebble App auf meinem Nexus 4 installiert habe, ist das schöne Holo-Design, was verwendet wurde. Ich hatte am Anfang etwas bedenken, dass die App nur ein iPhone Port wird, was aber nicht der Fall ist. Sobald man die App das erste Mal öffnet, kommt die Meldung das Bluetooth aktiviert werden muss, logisch. Nach dem Aktivieren koppelt man das Handy mit der Uhr und fertig. Nun hat man folgende Möglichkeiten:

  • Watch Apps installieren
  • Test Benachrichtigungen schicken lassen
  • Firmware Updates durchführen lassen (man bekommt eine Meldung sobald eins verfügbar ist)
  • Einstellungen

In den Einstellungen der App kann man nun Einstellen für was man alles eine Benachrichtigung bekommen will. Auswählen kann man:

  • Eingehende Anrufe
  • SMS
  • Kalender Erinnerung
  • Email Benachrichtigung
  • Musik Steuerung (hier kann man auch die genutzte Musik App auswählen)
  • Google Talk
  • WhatsApp (noch im Beta Stadium)

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Des Weiteren kann man einstellen, ob das Handy und die Uhr sich immer automatisch verbinden sollen und ob 3rd Party Apps auch Benachrichtigen auf die Pebble senden dürfen.

Nachdem ich erst mal alles eingestellt hatte, wollte ich mir die „Watch Apps“ mal anschauen. Hier kam dann ein wenig Ernüchterung auf. Bis auf ein Snake-Spiel und ein paar Watchfaces (die mir nicht unbedingt zusagten) gibt es nichts. Das liegt daran, dass es noch kein SDK für Entwickler gibt. Im April soll es erscheinen und ich hoffe, dass es dann schnell eine größere Auswahl gibt. Die Installation der Apps funktioniert einwandfrei. Man klickt nur kurz auf Installieren und in Sekundenschnelle ist die App auf der Uhr. Das Deinstallieren geht genauso schnell und einfach.

Als nächstes schaute ich im Playstore, ob es noch weitere Apps für die Pebble gibt. Viel gibt es nicht, aber eine App möchte ich hier noch explizit erwähnen und jedem Pebble Besitzer ans Herz legen. Die App heißt Pebble Notfier.

Durch diese App kann man von jeder installierten App auf dem Smartphone die Benachrichtigung auf der Pebble anzeigen lassen. Ich nutze sie zum Beispiel für die Google+ Benachrichtigungen und den Toralarm von meiner Liveticker-App. Eine sehr praktische und tolle App, denn jeder interessiert sich für andere Benachrichtigungen. Leider hat die App einen kleinen Bug, sie aktiviert Talkback im Smartphone was sehr nervig sein kann. Ich habe erst mal Talkback deinstalliert, damit ich die Probleme nicht mehr habe, denke aber, dass deswegen bestimmt bald ein Update kommt.

Als Abschluss zum Thema Software kann ich noch sagen, dass die Uhr absolut flüssig läuft und, dass ich bis jetzt noch nie einen Absturz, Freeze o.Ä. hatte.

Fazit

So nun zum Fazit: Nach diesen 2 Wochen der Nutzung bin ich immer noch begeistert von dieser Uhr. Die Software funktioniert tadellos und die Benachrichtigen kommen immer an. Wenn jetzt noch ein paar Apps dazukommen, bin ich eigentlich wunschlos glücklich. Man muss wirklich genau suchen, um Nachteile festzustellen. Bis auf das zu geringe Gewicht und die nicht ganz 100 Prozent gleichmäßige Ausleuchtung fällt mir nichts ein, was man an der Uhr besser machen könnte. Ich bereue keinen Cent, den ich für die Pebble ausgegeben habe und empfehle sie auf alle Fälle jedem weiter.

An alle die noch auf ihre Pebble warten sei gesagt: „Freut euch drauf“!

Pebble Smartwatch Webseite

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