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Sony Xperia ZL Testbericht

Seit ein paar Wochen habe ich die Gelegenheit, das Sony Xperia ZL testen zu können. Das ZL basiert auf dem Xperia Z mit ein paar kleinen technischen Änderungen. Das ZL ist im Vergleich mit dem Xperia Z genau 2 mm dicker, etwas schwerer aber auch 7 mm kleiner. Ihm wurden nicht die wasserfesten Eigenschaften des Z mit in die Wiege gelegt, dafür kann das ZL aber mit einem Infrarot-Sender punkten und macht sich damit auf, wie das Samsung Galaxy S4 und das HTC One die Fernsehgeräte der Nation steuern zu können.

Lieferumfang

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  • Xperia ZL
  • Netzteil
  • USB-Daten- bzw. Ladebakel
  • Ohrhörer plus einige Aufsätze
  • div. Kurzanleitungen

Im Grunde würde ich es mir wünschen, dass die Händler auch mal (wieder) ein paar NFC-Sticks oder Anhänger dazupacken würden, um den Anwendern das rumspielen damit schmackhafter zu machen. Aber der Trend geht ja eher dazu, dass sogar die Headsets aus den Packungen entfernt werden. In Falle des Xperia ZL ist aber alles beim alten und so sind also die üblichen Verdächtigen enthalten. Nicht mehr und nicht weniger würden wir erwarten.

Die wichtigsten technische Daten

  • Betriebssystem: Android 4.1 Jelly Bean
  • Prozessor: 1,5 GHz Quad-Core
  • Maße: 131 x 69 x 9,9 mm bei 151g
  • Verbindungen: Quadband, UMTS, LTE, NFC, WiFi
  • Speicher: 16 GB interner Speicher per MicroSD erweiterbar
  • Akku: 2370 mAh

Das Gerät selbst hat von Sony ein schönes 5 Zoll Display mit Full-HD-Auflösung, also 1080 x 1920 Pixeln Auflösung spendiert bekommen. Auf die Größe bezogen dürften das 443 PPI sein. Das ist in etwa auf gleicher Höhe wie das HTC One, Galaxy S4 usw. Das menschliche Auge erkennt ab ca. 300 PPI keine Pixel mehr. Die Farben werden klar dargestellt. Allerdings hat das ZL eine Schwäche, wenn das Handy über einen leicht veränderten Blickwinkel betrachtet wird. Hier werden die sonst guten schwarzen Flächen sehr schnell gräulich und der Bildschirminhalt schlechter ablesbar.

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Etwas unüblich wurde die Frontkamera unterhalb des Displays auf der rechten Seite angebracht. Für den einen oder anderen mag das dann bei der Videotelefonie etwas ungelegen kommen. Ebenfalls auf der Frontseite ist die Benachrichtigungs-LED verbaut, welche in einem schmalen Lichtstreifen erstrahlt. Auf der Rückseite ist die 13 Megapixel-Kamera und der Lautsprecher angebracht. Unterhalb der Kamera ist der 2370 mAh Akku verborgen. Sony hat auch wie viele andere Hersteller beim ZL einen nicht wechselbaren Akku verbaut.

Die Rückseite ist geriffelt und leicht gummiert. Deshalb wirkt das ZL vielleicht nicht ganz so wertig, wie das Xperia Z mit Mineralglas, allerdings liegt es damit sehr gut in der Hand und auch auf dem Tisch. Auf der Unterseite der Rückseite ist eine Klappe angebracht, unter der die MicroSIM und die (optionale) MicroSD eingelegt werden können. Die Material-Wahl ist durchaus gelungen und lässt das ZL hochwertig erscheinen. Nichts knarzt oder wackelt.

Sony Xperia ZL IMG_2572

Sony verbaut den Power-Button beim Xperia Z und beim ZL mittig an der Seite des Smartphones. Dies ist wenn man die Länge des 5 Zöllers betrachtet ein schlau gewählter Platz. Nichts ist nerviger, als bei so großen Smartphones umständlich den Knopf auf der Oberseite unterzubringen.

Im Inneren des Xperia ZL werkelt eine Adreno 320 GPU und ein 1,5 GHz Quadcore Prozessor, welchem 2 GB Arbeitsspeicher und 16 GB interner Speicher zur Verfügung gestellt werden. Letzterer kann via MicroSD-Karte um bis zu 64 GB erweitert werden und bietet nach der ersten Einrichtung knapp 11.5 GB freien Speicher.

Software, Oberfläche & Betriebssystem

Das Xperia ZL wird von Werk mit Android 4.1.2 ausgeliefert und hat in den letzten 3-4 Wochen schon zwei Stabilitäts-Updates erhalten. Die Android-Version blieb dabei die selbe, aber sogar der NFC-Teil des ZL erhielt eine Aktualisierung. Sony bleibt auch beim ZL seinem Stil treu und bastelt keine stark beladenen Oberflächen auf das Stock-Android drauf, sondern erweitert es einfach um einen verbesserten Launcher und einige Zusatz-Apps.

Sony Xperia ZL Small Apps 2013-06-18 11.01Eine Besonderheit an den Android-Smartphones aus dem Hause SONY sind die sogenannten Small-Apps. Diese kleinen Anwendungen werden als Overlay bzw. als Fenster dargestellt und können auch verschoben werden, um nebenbei noch andere Arbeiten zu erledigen. In Form des Taschenrechners beispielsweise eine sehr nützliche Geschichte. Wer möchte, kann sich dies in Form von AirCalc auch auf einen Nicht-Sony-Androiden packen. Vorab gibt es auf dem ZL einen Taschenrechner, ein Notizblock, einen Timer, einen Browser und auch die Fernbedienung z. B. eines TV-Geräts über die IR-Schnittstelle wird als Small-App angeboten. Gestartet werden die Small-Apps jederzeit über den Recent-Apps-Button neben dem Home-Button.

Das ZL bekommt unter anderem auch eine Office Suite vorinstalliert. Diese dient aber nur zum betrachten der Dokumente. Wer den vollen Funktionsumfang haben möchte, muss eine Vollversion erwerben. Sony packt auch noch ein Video Studio, TrackID (Pendant zu Shazam o.ä.), den Walkman-Musikplayer, Sony Auto, Smart Connect, einen Datei-Manager und natürlich die Fernbedienung on Top.

Die meisten dieser Programme dürften bekannt sein. Sony Auto ist einfach eine optimierte Oberfläche mit besonders großen Symbolen und Text. Smart Connect lässt es zu, dass das Handy bei Zustand X (z. B. Kopfhörer angeschlossen) den Befehl Y ausführt (Player startet).

Nach den eben erwähnten Zusatz-Apps bleibt es natürlich nicht aus, dass auch ein bis zwei Benchmarks über das ZL gejagt werden. Der AnTuTu- und der Quadrant-Benchmark sollten es sein.

Sony Xperia ZL Quadrant 2013-06-18 08.34.14 Sony Xperia ZL Antutu 2013-06-18 08.50.08

Die ermittelten Werte sind wie immer nur eine grobe Richtung, welche die Stärke des Smartphones aufzeigt. In der Realität ist es aber meist so, dass man selbst beim direkten nochmaligen Start eines Benchmarks einen anderen Wert bekommt, als in der ersten Messung.

Vorinstalliert war zu meinem Test-Zeitraum Android 4.1.2:

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Multimedia

Xperia ZL Google +

Ein paar Bilder, welche mit der 13 Megapixel-Kamera geschossen wurden, findet ihr in unserem Google+ Profil. Die installierte Kamera auf dem ZL hat ein übersichtliches Menü spendiert bekommen. Überlegene Automatik wird treffenderweise die Standard-Einstellung genannt, welche selbst die wichtigsten Feinheiten einstellt oder in den richtigen Modi wechselt (Landschaft, Makro, etc.). Aber auch an Dinge wie die Auslösung bei Lächeln, Geo-Tags, Touch-Fokus usw. wurde gedacht.

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Natürlich habe ich auch die Video-Funktion des ZL auch ausprobiert. Das folgende Video zeigt einmal einen Panorama-Schwenk und einmal ein Stückchen Grill-Feeling in Bewegtbild festgehalten.

Das ZL macht in meinen Augen wirklich tolle Fotos und auch schöne Videos. Lediglich wenn der LED-Blitz ins Spiel kommt, lässt die Foto-Qualität ein wenig nach. Die Videos können sich auf jeden Fall sehen lassen. Man sieht richtig die Poren der Grill-Kohle. Der Schwenk über den Bach ist minimal unscharf. Dies mag dann wohl an den vielen bewegten Details liegen.

Der Lautsprecher des ZL ist auf der Rückseite auf Höhe der Kamera-Linse angebracht. Selbige steht 1-2mm ab und gibt dem Lautsprecher damit genügend Platz, um auch bei ebener Auflage des Smartphones auf den Tisch o. ä. nicht für zu starke Verzerrungen oder Abstumpfen der Ton-Ausgabe zu sorgen. Ein Lob hierfür!

Und sonst noch?

  • Unter dem Deckel auf der Rückseite befindet sich abgesehen vom SIM- und MicroSD-Platz auch noch ein RESET-Knopf. 3 Sekunden drücken und das Handy startet neu (nichts wird gelöscht). Ich tippe darauf, dass längeres drücken einen Factory-Reset macht.
  • Der mit 2.370 mAh bemessene Akku bringt mich mit meinem normalen Arbeitsalltag locker über den Tag. Abends an die Steckdose und alles ist fein. Im Grunde wie bei jedem anderen aktuellen Androiden mit großem Display und hoher Auflösung. Wer möchte kann in den Energieoptionen den STAMINA-Modus aktivieren. Damit dürften sich im Idealfall noch ein paar Stündchen mehr Akkulaufzeit rauskitzeln lassen.

Xperia ZL Akku Stamia Screenshot_2013-06-18-15-26-13

  • Telefonieren kann man mit dem guten Stück natürlich auch noch. Ich konnte keinerlei Störgeräusche feststellen und meine Gegenüber haben mich auch stets sehr gut verstanden. :)
  • Das ZL hat auch eine seitlich angebrachte Kamera-Taste. Kurzes drücken auf die Kamera-Taste bewirkt nichts. Etwas längeres drücken (1-2 Sekunden) führt zu einem kurzen Vibrieren des Handys und direktem Start der Kamera-App. Dieses Feature funktioniert auch im Standby.

Sony Xperia ZL IMG_2575
(v. L. n. R.: Samsung Galaxy S4, Motorola Razr i, Sony Xperia ZL, HTC One)

Fazit

Das Sony Xperia ZL wirkt verglichen mit dem HTC One oder dem Galaxy S4 nicht ganz so filigran. Dennoch liegt es mit der gummierten Rückseite sehr gut in der Hand. Die Arbeitsgeschwindigkeit ist top und auch sonst finde ich kaum negatives an Soft- und Hardware und kann das ZL somit durchaus empfehlen.

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