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Stephen Elop: Wir wollen uns mit Windows Phone klar abheben

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Wir waren letzte Woche bei Nokia in Berlin zu Besuch und hatten dort die Möglichkeit in einer kleinen Runde mit dem CEO Stephen Elop zu sprechen. Stephen Elop ist seit September 2010 Chef bei Nokia und hat im Februar 2011 eine der wichtigsten und am härtesten kritisiertesten Entscheidungen des Unternehmens in den letzten Jahren getroffen, als man sich für Windows Phone als einziges OS für sein Smartphone-Portfolio entschied. Das liegt jetzt mittlerweile über zwei Jahre zurück und seitdem hat sich bei Nokia einiges geändert. Ich habe in den letzten Jahren einige Veranstaltungen von Nokia besucht und spätestens seit der Nokia World 2011 ist klar, dass Nokia nicht mehr die Marke ist, wie wir sie kennen, es ist ein Unternehmen im Wandel.

Und dieser Wandel kommt so langsam in den Köpfen der Leute da draußen an. Während Nokia noch vor wenigen Jahren für solide Handys stand und dann später kritisiert wurde, dass man den Smartphone-Trend verschlafen hat, ist das Unternehmen heute dank der Lumia-Marke wieder im Rennen. Es war und ist immer noch kein leichter Weg, vor allem bei einem Blick auf die blanken Verkaufszahlen und den Umsatz merkt man schnell, dass man hier im Vergleich zur Konkurrenz noch eine Menge Arbeit vor sich hat. Doch ich glaube es hat auch niemand mit einer 180-Grad-Wendung in wenigen Monaten gerechnet. Die erste Generation der Lumia-Reihe steckte quasi noch in den Kinderschuhen, die zweite konnte dann schon mit exklusiven Funktionen glänzen und dieses Jahr, so scheint es, möchte man richtig angreifen.

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Jeder liebt ein Comeback, so Nokia in einer aktuellen Werbekampagne für das Lumia 920, und hört man dem Firmenchef beim Reden zu, so scheint Nokia dieses gelungen zu sein. So langsam reift die Marke und denkt man heute an Lumia, so hat man kostenlose Navigation, gute Fotos und vielleicht auch noch Nokia Musik im Kopf. Es sind einzelne Bereiche, auf die sich Nokia spezialisiert hat und das war und ist ein harter Weg. Auf die Frage, ob Microsoft vielleicht zu langsam ist und warum gewisse Grundfunktionen bei Windows Phone fehlen, gab Elop eine klare Antwort.

Für Nokia war es vor allem wichtig sich von der Konkurrenz abzuheben und dieser nicht einfach nur hinterher zu rennen. Während Microsoft an Windows Phone 8 arbeitete, nutzte man die intensive Partnerschaft, um die Weichen für eigene und exklusive Funktionen zu stellen. Über Details zu diesen Verhandlungen wurde nicht gesprochen. Natürlich verfolgt man das Ziel Windows Phone als OS weiter zu verbessern, doch man wollte in erster Linie Alleinstellungsmerkmale für die Lumia-Marke schaffen. Und das ist ihnen, so Stephen Elop, auch sehr gut gelungen.

Doch ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, das aktuelle Lineup ist erst der Anfang. Jo Harlow (Executive Vice President, Smart Devices bei Nokia) deutete dies auch schon während der Präsentation des Lumia 925 in London an und auch Elop wird ein bisschen euphorisch, wenn er an die weiteren Produkte denkt, die Nokia noch geplant hat. Man habe noch viel mehr für 2013 in der Hinterhand. Ob Elop hier an das EOS oder ein Phablet mit Windows Phone denkt, hat er uns natürlich nicht verraten.

Aktuell gilt der Fokus erst mal den aktuellen Windows Phones und vor allem dem Lumia 925, welches er auch aktuell in seiner Tasche mit sich rumträgt und dessen Funktionen er uns mit Stolz präsentierte. Nokia hat nicht einfach nur eine gute Kamera in das Gerät eingebaut, vor allem die Symbiose mit der Software und den zusätzlichen Möglichkeiten machen das Gerät aus. Das ist es, was laut Elop zählt, denn Nokia ist kein reines Hardware-Unternehmen, man ist in erster Linie auch ein Service-Anbieter und möchte auf diesem Gebiet in Zukunft noch besser werden.

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Da wir uns bei Nokia in Berlin befanden und dort der zentrale Punkt für die Entwicklung von Here ist, gab es natürlich auch ein paar Demonstrationen und Worte zur Navigation. Unter anderem zeigte man uns auch, wie man die Daten der Nutzer visualisiert, was Nokia diese Woche auch in einem Blog-Eintrag bei Nokia Conversations demonstrierte. Doch beim Thema Here für Android oder iOS ist Elop auf einmal nicht ganz so gesprächig. Natürlich wird Nokia den Dienst verbessern und möchte die Nutzer dieser Plattform auch für sich gewinnen, man benötigt sie sogar, doch wie das aussieht ist unklar. Es ist aber auch verständlich, dass Windows Phone ein paar Alleinstellungsmerkmale benötigt. Doch laut Elop wird es auch eine bessere Version für Android und iOS geben, mit dem aktuellen Stand ist man noch nicht zufrieden.

Was nimmt man aus einem Gespräch mit dem CEO von Nokia mit? Das Unternehmen ist wesentlich flexibler und schneller in der Entwicklung geworden. Nokia besitzt eine klare Strategie und diese verfolgen sie auch gezielt, alte Vorgehensweisen wurden anscheinend komplett überarbeitet. Und Stephen Elop scheint mit der Entwicklung der letzten zwei Jahre zufrieden zu sein, bereitet sich aber innerlich auch schon auf die nächsten Schritte vor. 2013 scheint ein großes Jahr für Nokia zu werden, das Interesse der Entwickler steigt kontinuierlich, die Marke Lumia ist den Leuten da draußen ein Begriff und Nokia ist positiv gestimmt, dass das aktuelle und zukünftige Lineup dafür sorgen wird, dass Nokia wieder ganz oben ankommen wird.

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