Wacom Bamboo Fun Grafiktablet im Test

Wie einige von euch sicher mitbekommen haben, habe ich durch die Fotos die ich hier für den Blog mache und die damit verbundene Kritik meine Liebe zur Fotografie entdeckt und betreibe diese zur Zeit in jeder freien Minute. Was jedoch bisher bei mir eher unter “ferner liefen” passierte, war die Nachbearbeitung der Bilder. Damit habe ich mich nun sehr eingehend beschäftigt und bin ein absoluter Fan von Adobe Lightroom geworden. Aber sehr oft greife ich auch zum Alleskönner Photoshop, um zum Beispiel freizustellen, Hautunebenheiten zu korrigieren oder Haare zu bändigen.

Ich stehe erst am Anfang meiner Künste in Sachen Nachbearbeitung, aber durch die Fülle an Video-Tutorials wie diesem hier, lerne ich täglich dazu. In eben jenem Video erklärt Tutor Terry White, dass das billigste 5€-China-Grafiktablet besser zur Bildbearbeitung geeignet ist, als die teuerste Präzisionsmaus. Das konnte ich nicht glauben, denn gerade diese Präzisionsmäuse tragen ihren  Namen doch sicher nicht zu unrecht, oder? Ein Zufall ergab es, dass ich auf der Photokina 2012 einen Termin mit der Firma Wacom hatte. Dort zeigte mir ein hauptberuflicher Grafiker ein Intuos Grafiktablet. Ein ordentliches Geschoss, mit Neigungswinkel-Erkennung und vielen tollen Features, welche man aber als Hobby-Bildbearbeiter wohl eher selten kauft. Außerdem schreckten mich die knapp 250€ für das Modell in der Größe M ein wenig ab.

Doch es gab auch für mich das passende Tablet und so konnte ich mit dem Grafiker zusammen auch das Bamboo Fun Pen & Touch ausprobieren. Man hat also statt einer Maus mit X Tasten ein Grafiktablet vor sich liegen, welches quasi wie euer Monitor aufgeteilt ist. Das ganze bedient ihr dann entweder mit dem Finger oder mit einem Stylus. Die Fingerbedienung ist zwar recht cool, aber zur Grafikbearbeitung taugt sie mir überhaupt nicht. Umso besser funktioniert die Bildbearbeitung mit dem beigelegten Stylus. Besonders beim Freistellen von Personen, mit langen oder aufgestellten Haaren, kommt wohl keine Maus an die Präzision der Stift-Tablet-Kombination heran. Lediglich die Umgewöhnung dürfte so manch einem schwer fallen.

Auch ich habe etwas länger gebraucht, bis ich mich an die Eingabe durch den Stift gewöhnt hatte. Der Trick dabei ist, die Maus einfach abzuklemmen und seinen Computer nur mit dem Stift zu benutzen. Komplett, auch außerhalb von Photoshop oder GIMP lernt man dann sehr schnell, wie die Eingabe funktioniert. Ich bin hell auf begeistert und benutze mittlerweile ausschließlich das Tablet zur Bildbearbeitung. Allerdings gibt es auch ein paar Kritikpunkte.

Zum einen finde ich es schade, dass man bei Wacom das Wireless-Kit, welches dafür sorgt, dass ihr euer Tablet kabellos am PC betreiben könnt, extra für ca 30€ verkauft. Zum anderen stört mich das Geräusch des Stiftes auf den Tablets der Bamboo Serie schon etwas. Bei den Intuos Tablets war da fast nichts zu hören. Besonderes Highlight sind für mich aber auch die vier programmierbaren Tasten des Tablets. Auf diese könnt ihr zum Beispiel in Photoshop eure meist benutzten Tools ablegen und habt diese sehr schnell zur Hand. So liegt bei mir zum Beispiel das Schnellauswahl-Werkzeug und der Korrekturpinsel sowie das Patch-Tool auf den Tasten.

Ein Wort sei auch noch zu den Größen der Tablets verloren. Das Bamboo Fun Pen & Touch gibt es in zwei Größen. Zum einen das Small, zum anderen das Medium Tablet. Anfangs hatte ich hier zum Test noch das S, denn mein Schreibtisch ist nicht besonders groß ist. Das war ein Fehler. Da das Tablet quasi euren Monitor wiederspiegelt, sollte es besonders bei großen Händen auch größer dimensioniert werden, denn sonst habt ihr beim freistellen ruck zuck einen Krampf in der Hand, weil die Auflagefläche und die Arbeitsfläche recht klein ist. Das kommt besonders zum tragen, wenn ihr zwei Monitore benutzt, denn dann spiegelt das Tablet quasi auch beide wieder und die Arbeitsfläche wird nochmal halbiert. Die Intuos Serie gibt es sogar auch noch in L, da schlägt das neuste Modell 5 mit knapp 420€ zu Buche.

Zusammenfassend kann ich nur nochmal sagen, an meine Bilder lasse ich nur Adobe und Wacom. Ersteres, weil ich am besten damit zu recht komme, letzteres weil es für Bildbearbeitung einfach fantastisch ist. Geneigten Käufern sei auf jeden Fall ein Wireless-Kit mit empfohlen und der gute Rat gegeben: Spart nicht bei der Größe. Profis sollten außerdem eher zum Intuos Tablet greifen, weil dort am Stylus neben der Druckstärke des Eingabegerätes auch der Neigungswinkel beachtet und verwendet wird. Außerdem stehen dem Anwender statt den 1024 Druckstufen des Bamboo Fun Pen & Touch auch 2048 Druckstufen zur Verfügung und 4 weitere programmierbare Tasten.

Auch das Software-Paket kann sich sehen lassen. Neben Treibern und dem Dienstprogramm von Wacom gibt es zum Beispiel beim Kauf auch noch ein Photoshop Elements zum Download dazu. Quasi ein “Rundum-sorglos”-Paket über welches ich mich seit seinem Eintreffen hier immer wieder freue und welches ich nicht mehr missen möchte. Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit Grafiktablets gemacht?

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