Windows Phone: Lumia-Smartphones von Nokia sollen billiger werden

Nokia hat sich im Februar 2011 für einen riskanten Kurs entschieden, zusammen mit Microsoft wollte der angeschlagene Hersteller das bis dato eher unbedeutenden OS Windows Phone 7 zu einem Marktführer machen. Waren die beiden Unternehmen dank Windows Mobile und Symbian in der Vergangenheit noch die größten Konkurrenten, hat man mit Google und Apple jetzt gemeinsame Gegner und sich somit für eine Partnerschaft entschieden. Auf der Nokia World 2011 wurden die ersten Geräte präsentiert und pünktlich zum Weihnachtsgeschäft sogar noch in einigen Ländern auf den Markt gebracht. Die Entwicklung lief, für ein Unternehmen wie Nokia, überraschend schnell ab und in so einem kurzen Zeitraum hätte wohl kaum einer mit dem ersten Produkt gerechnet.

Während Nokia allerdings mit dem Wechsel zu Windows Phone beschäftigt ist und unter anderem auch in den USA wieder Fuß fassen möchte, sollten Feature Phones und Geräte mit Symian für das nötige Einkommen in der Zeit des Übergangs sorgen. Das stellt sich jetzt allerdings schwieriger dar, als man anscheinend ursprünglich gedacht hat und so musste man ein miserables erstes Quartal 2012 bekannt geben und hat gleich noch angekündigt, dass es trotz dem Launch des Nokia Lumia 900 im zweiten Quartal auch nicht besser aussehen wird. Vielleicht sogar noch schlechter. Trotz positiven Kritiken und einem kostspieligen Marketing, wollen die Lumia-Smartphones aber kein richtiger Kassenschlager werden, 3 Millionen verkaufte Geräte seit dem Start des Lumia 800 sind nicht gerade positiv zu verbuchen für Nokia.

Doch der Wandel ist spürbar laut CEO Stephen Elop, Windows Phone kommt so langsam in den Köpfen der Leute an und AT&T war mit dem Launch des Lumia 900 in den USA anscheinend auch sehr zufrieden. Doch die Verkäufe der Smartphones sind in einem Jahr über die Häfte gesunken und wenn sich die Symbian-Smartphones einfach nicht mehr so gut wie früher verkaufen, dann muss man den Absatz der Lumia-Modelle ankurbeln. Doch wie, wenn die asiatischen Hersteller mit günstigeren Modellen in den Markt drängen? Mit drastischen Preissenkungen, so die Antwort von Stephen Elop. Neben Ländern wie Deutschland, den USA oder Großbritannien will der Hersteller natürlich auch in Entwicklungsländern erfolgreich sein, doch dort herrscht auch ein enormer Konkurrenzdruck mit Unternehmen wie Samsung.

“We exceeded expectations in markets including the U.S.,” Mr. Elop said, “but establishing momentum in certain markets including the U.K. has been more challenging.” In response, Mr. Elop said he plans to “deeply” lower prices of new Lumia devices to better compete with Asian rivals in emerging markets. He declined to specify exactly when Nokia plans to unveil new cheaper Lumia phones.

Momentan liegt der Preis für ein Lumia 800 bei Amazon bei knapp unter 400 Euro, das erste Windows Phone der Finnen war aber teilweise auch schon günstiger zu haben. Wie weit Nokia gehen wird lässt sich schwer abschätzen, das Lumia 800 dürfte sich irgendwo bei 350 einpendeln, das Lumia 710 könnte aber vielleicht die psychologische Grenze von 200 Euro unterbieten. Der Konkurrenzdruck ist hart, trotz ordentlicher Hardware verkaufen sich die Lumia-Smartphones noch nicht so wie gewünscht und Symbian wird auch immer unbeliebter. Es werden noch sehr harte Monate für Nokia.

quelle WSJ