Anycubic VYPER FDM 3D-Drucker im Test

Anycubic Vyper Header

Mit diesem Testbericht wird es wieder für ein paar Zeilen ein bisschen nerdiger auf mobiFlip, denn vor einigen Wochen wurden mir die Informationen zum neuen FDM 3D-Drucker aus dem Hause Anycubic zugemailt. Der Blick auf die Spezifikationen machte mich sehr neugierig auf den Drucker und so sagte ich der Review-Anfrage in der Mail natürlich sehr gerne zu.

In den folgenden Zeilen (plus Video) könnt ihr nun also meine Eindrücke zum brandneuen FDM-Drucker Anycubic VYPER lesen. Viel Spaß!

Bewegtbild?

Zum Drucker und meinen Eindrücken dazu habe ich auch wieder ein Video gebastelt. Direkt nach dem Video erwarten euch meine Eindrücke zum Drucker aber selbstverständlich auch weiter in schriftlicher Form.

Lieferumfang und Aufbau

Anycubic Vyper Verpackung

Auch der Anycubic VYPER kommt in einem stabilen Karton ins Haus. Alle Einzelteile sind mit Schaumstoff gegen etwaige Transportschäden geschützt. Schicht für Schicht lässt sich dann der Drucker auspacken und es präsentieren sich die folgenden Einzelteile auf dem Tisch.

Anycubic Vyper Lieferumfang

Man sieht auf den ersten Blick, dass es hier nicht viel zu sehen gibt. Fast der komplette Drucker ist schon vormontiert und so genügt es die Z-Achsen mittels vier Schrauben in das Hauptgehäuse zu schrauben, das Display mittels 3 Schrauben zu befestigen und den Filament-Halter einzuclipsen.

Anycubic Vyper Zusammenbau

Dann müssen die meist schon am Platz liegenden Kabel nur noch in die entsprechenden Motoren, Endstops etc. gesteckt werden und ich würde noch empfehlen grob nach lockeren Schrauben zu schauen. In meinem Fall gab es zwar keine davon, aber bei so einem langen Transport kann sich schon mal was lösen.

Letzter Schritt sollte noch das lösen der 3-4 Kabelbinder sein, die als Transportschutz an der Z-Achse, am Druckkopf und am Druckbett befestigt waren. Das war es auch schon mit den Bauarbeiten.

Im Lieferumfang befinden sich auch noch ein wenig Filament, ein Plastikschaber, ein Stromkabel, ein USB-Kartenleser nebst SD-Karte, ein USB-Kabel, zwei Ersatz-Nozzle, Kabelbinder, Werkzeug inkl. kleiner Zange und Inbus-Schlüssel.

Die wichtigsten Features des Anycubic VYPER

  • Druckplattform: 245x245x260mm
  • PEI Spring Steel magnetische Druckplatte
  • 4,3 Zoll Touchscreen
  • 30 % schnellerer Speed als die Mega-Serie
  • 16 Punkt Auto-Leveling
  • Leise Stepper-Treiber
  • Zwei Lüfter zur Kühlung gedruckter Teile plus ein Lüfter für das Hotend
  • Cortex M3 32-Bit Mainboard
  • Zwei induktive Endstops für die Z-Achse
  • Schublade im unteren Gehäuse für beiliegendes Werkzeug
  • Filament-Sensor
  • Resume bei Stromausfall
  • LED-Beleuchtung im Druckkopf

Zum Anycubic VYPER selbst

Bei vielen, vor bei den günstigen) 3D-Druckern ist es oft so, dass die Drucker zwar funktionieren, aber an vielen Stellen Optimierungsbedarf besteht. Das können leisere Treiber sein, Verstärkungen der Achsen, ein anderes Druckbett weil sonst nichts so wirklich drauf hält, ein schöneres Display, eine bessere Firmware, bessere Bauteil-Lüfter und so weiter.

Die eingangs erwähnten Spezifikationen des VYPERs haben mir aber schon auf den ersten Blick gezeigt, dass hier seitens des Herstellers schon vorab an vieles gedacht wurde.

Sicherheit

Anycubic Vyper Filamentsensor

Dabei gibt es Bereiche, die eher in Richtung Sicherheit gehen, wie beispielsweise fast schon Standards in Form eines Filament-Sensors, der überwacht, ob die Spindel während des Drucks leer geht und gegebenenfalls Pausiert, oder aber einer Verstärkung des Kabelbaums am Druckbett, damit hier bei der andauernden Bewegung kein Kabelbrand entstehen kann. Ebenfalls in diesen Punkt würde ich noch die Pausierung bei einem Stromausfall packen. Der Drucker merkt sich den aktuellen Punkt des Druckes und führt den Druck auf Wunsch fort, sobald wieder Strom da ist.

Komfort

Dazu gibt es auch ein paar Punkte im Bereich Komfort. Dazu würde ich unbedingt das automatische 16-Punkt-Leveling packen. Man muss lediglich auf Prepare -> Leveling -> Auto Bedleveling tippen und schon heizt der Drucker auf und fährt anschließend der Reihe nach 16 Punkte auf dem Druckbett ab und misst etwaige Unebenheiten aus. So sollte jeder Druck im Anschluss perfekt sitzen.

Anycubic Vyper Pei Platte

Wenn wir schon bei dem perfekten Halt sind, kommt sofort die PEI-Platte ins Spiel. Der Vyper ist der erste Drucker in meinen Händen, der eine solche Platte von Werk aus schon spendiert bekommen hat. Dabei wird auf das normale Alu-Heizbett eine magnetische Metallschicht aufgebracht, auf der dann die PEI-Platte aus Metall hält.

Diese PEI-Platte hat eine raue und unebene Oberfläche, auf der die Drucke perfekt gehalten werden. Es gilt zu beachten, dass die Platte nach einem Druck mit IPA gereinigt wird, damit sie nicht fettig ist. Sonst gibt es nichts zu tun. Nach dem Druck kann die Platte einfach abgenommen werden und der Druck ggf. durch leichtes biegen lösen. Das biegen war in meinem Fall bisher nicht nötig, da sich die Drucke, sobald die Platte kühler wird, schon fast von selbst lösen.

Sollte hier die Nozzle übrigens trotz Leveling zu knapp an der Platte schrubben, kann man direkt während des Drucks über den Touchscreen die Z-Höhe um kleine Punkte nach oben/unten verstellen und sofort weiterdrucken. Dies geschieht alles problemlos über den 4,3 Zoll großen Touchscreen. Die Menüs in der Software sind gut durchdacht.

Anycubic Vyper Integrierte Schublade

Was ich ebenfalls bei fast jedem Drucker nachgerüstet hatte, ist eine Halterung für die Utensilien, die den Druckern beiliegen. Also Zange, Inbus-Schlüssel, Ersatz-Nozzle usw. Dies kann man sich beim Vyper sparen, da hier auf der Unterseite neben dem Mainboard und dem Netzteil noch Platz geblieben ist und dort eine Schublade integriert wurde. Hier passt das ganze Kleingedöns prima rein und ist immer sofort zur Hand.

Im Druckkopf ist eine weiße LED verbaut worden, welche die im Druck befindlichen Teile beleuchtet. Man sieht also gleich viel besser an das Objekt ran. Über den Touchscreen kann die LED bei Bedarf auch deaktiviert werden.

Zum Punkt Komfort würde ich im Falle des Vyper auch noch den Inhalt des USB-Sticks einbeziehen. Hier finden wir die üblichen Anleitungen und Testobjekte (die altbekannte Eule). Aber auch drei Profile für CURA, welche dann für TPU, PLA und ABS importiert werden können. So können auch Einsteiger, ganz ohne sich durch die Millionen Einstellungen in CURA kämpfen zu müssen, direkt losdrucken.

Und sonst noch?

Es wurden für die beiden Z-Achsen auch 2 Motoren, spezielle (präzisiere) Führungen und auch zwei induktive Endstops verbaut. Alles soll dazu dienen, dass der Drucker auch in der Höhe präzise bleibt. In meinen ersten Tests kann ich das bestätigen, wenn ich auch noch nicht auf die volle Höhe mit einem Druck gegangen bin.

Die restlichen Endstops sind allerdings die üblichen mechanischen Klappschalter.

Anycubic Vyper Druckkopf

Die Abdeckung des Druckkopfs lässt sich mit vier Inbus-Schrauben lösen und der Kabelbaum ist auch mit einem kleinen Handgriff gelöst. Das ist gut durchdacht und gibt schnell den Weg zu den Innereien frei. Hier finden wir insgesamt drei Lüfter. Zwei für die Kühlung der Drucke von rechts und links und einen von vorn, der das Hotend selbst kühlt. Im Lieferumfang sind auch noch zwei Ersatz-Nozzles enthalten.

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Die Riemen der X und Y-Achse lassen sich durch die hübschen Blenden durch einstellen. Dafür wurden extra beschriftete Löcher zu den Inbus-Schrauben gelassen, die den Zugang dazu ermöglichen.

Anycubic Vyper Filamenthalterung Und Ind. Endstop

Der eingeclipste Filament-Halter an der Seite macht das Gerät zwar deutlich breiter, aber ist stabil und hält bei den üblichen 1kg Spindeln gut. Wer schwereres Geschütz – äh – Spindeln auffahren möchte, muss sich vermutlich aber über kurz oder lang eine andere Halterung kaufen oder drucken.

Im Vyper wurde kein Direkt-Extruder verbaut. Mich persönlich stört das nicht. TPU konnte ich auch damit testweise drucken. Man muss ein bisschen mit den Einstellungen in Cura aufpassen, aber das muss man bei TPU sowieso.

Das Innenleben!

Schon als Kind mussten alle meinen elektronischen Gadgets früher oder später auseinander geschraubt werden, um zu sehen was sich im Inneren befindet und wie alles funktioniert. Früher oft mit dem Ergebnis, dass am Ende nichts mehr funktionierte – heute bekomm ich das meist auch so wieder hin. Langer Rede kurzer Sinn: Das verbaute Mainboard und Netzteil habe ich natürlich auch für euch vor die Linse gezerrt:

Druckergebnisse

Benchy

Als erstes musste ein Benchy dran glauben. Ich habe dazu ein spezielles PLA (muss mit 230 Grad gedruckt werden) genutzt. Das Ergebnis gefiel mir recht gut. Lediglich im Tum auf dem Bot gab es minimal kleine Patzerchen, die aber mit CURA noch optimiert und ausgebessert werden können. Für ein Ergebnis out-of-the-box aber absolut tauglich!

Airtag Halter Fuer Die Airpod Pro

Anschließend galt es für den Junior noch eine Halterung für seinen AirTag an das AirPodPro Case zu drucken. Das hier auf dem Foto ist die Unterseite des Drucks, auf der man die Rillen der PEI-Platte sieht. Mich persönlich stört das nicht. Aber so seht ihr, wie sich das in einem Druck auswirkt. Das Druckergebnis gefällt mir prima. Dieses mal mit PLA und 200 Grad Nozzle / 60 Grad Bett gedruckt. File auf Thingiverse.

Statue Mit Fuzzy Skin

Und last but not least wollte ich auch noch etwas höheres Drucken. Dafür musste diese Maui-Statue dran glauben. Spaßeshalber habe ich FUZZY SKIN in Cura aktiviert, damit die Statue auch ohne späteres Lackieren gut aussieht. Der Druck hat prima geklappt und gefällt mir prima. Die Statue ist übrigens innen hohl und mit 4 Wänden gedruckt. So könnte man theopraktisch auch noch ne kleine LED-Lampe einbauen. Das File gibt es wie üblich auf Thingiverse.

EDIT:

Da ich es auf Youtube gefragt wurde, noch einmal kurz die Breite der benötigten Standfläche. Zum einen gibt es hier den roten Bereich inklusive einer Standard 1kg-Filamentrolle und einmal die reine Standfläche für die Füßchen (der grüne Bereich):

Anycubic Vyper Groesse

Komplett inkl. Rolle links und Arm der Achse rechts wird eine Breite von mindestens 70cm benötigt. Nur die reine Standfläche für die Schaumstofffüße beträgt ca. 45cm.

Fazit

Mir persönlich gefällt der Drucker sehr gut. Für alle, die nicht unbedingt lieber irgendein 100,- EUR Schnäppchen kaufen und dann teuer erweitern und optimieren wollen, dürfte der VYPER eine gute Wahl sein. Der Drucker ist gut durchdacht und als für mich einzigen Negativpunkt würde ich den lauten Netzteil- und Mainboard-Lüfter anbringen. Sollte das stören, so kann man diesen aber sicherlich auch durch was leiseres ersetzen.

Der Anycubic Vyper druckte out-of-the Box einfach gut! Die PEI-Platte macht ebenfalls sehr viel Spaß und ließ keines meiner bisher gedruckten Objekte von der Platte rutschen. Der Touchscreen inkl. dessen Bedienung gefällt auch und die Verarbeitung des Druckers geht ebenfalls in Ordnung.

Anycubic macht einen Super Sale und verkauft die ersten 3.000 Stück davon für 255,- EUR. Danach soll der Preis auf sein normales Level von 307,- EUR angehoben werden.

Wertung des Autors

Michael Meidl bewertet Anycubic VYPER mit 4.2 von 5 Punkten.

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