Elektromobilität: Geldspritze für die Autoindustrie

Bild: Pixabay / succo

Die Bundesregierung hat heute entschieden 1 Milliarde Euro in die Förderung der Elektromobilität zu investieren. Was zunächst nach einem guten Ansatz klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als eine reine Geldspritze für die deutsche Autoindustrie.

Elektromobilität ist die Zukunft. Davon bin auch ich überzeugt. Elektromobilität ist aber auch für viele Menschen noch nicht auf dem technischen Stand, wo sie sein sollte. Zu niedrige Reichweite, zu wenig Ladestationen und zu hohe Ladedauer sind dabei wichtige Punkte. Davon abgesehen steht bei allen E-Fahrzeugen immer noch ein großes Aber im Raum und das ist oftmals der Anschaffungspreis. Das rechnet zum Beispiel der ADAC aktuell vor, der zu dem Schluss kommt: Zehn von zwölf E-Modellen sind im Unterhalt immer noch teurer als vergleichbare Diesel oder Benziner.

Irgendwie muss der Stein dennoch ins Rollen kommen. Es müssen sowohl der Verkauf von E-Fahrzeugen, als auch der Ausbau von Lademöglichkeiten gefördert werden. Zu diesem Zweck nimmt die Bundesregierung nun 1 Milliarde Euro in die Hand. Schaut man aber genauer hin und sich vor allem mal die Pressemeldung dazu an, wird schnell klar, dass es hier um eine Finanzspritze für Konzerne handelt, die Milliardenüberschüsse einfahren. Da heißt es zu Beispiel:

Ziel sei es, auf dem Heimatmarkt der deutschen Wirtschaft zu zeigen, dass auch diese Antriebsform in Deutschland in die Massenproduktion gehen kann.

Es gibt eine Kaufprämie, die aber zunächst nur für deutsche Automobilhersteller gilt. Dass man z.B. einen Tesla unterstützt hätte ich soweiso nicht erwartet, aber von mir aus hätte der maximale Listenpreis von 60.000 Euro, bis zu dem man eine Förderung erhalten kann, ruhig deutlich tiefer liegen können. Das bedeutet auch, dass nach aktuellem Stand „bezahlbare“ E-Autos bzw. Hybridautos im Grunde nicht gefördert werden, denn die baut aktuell kein deutscher Automobilhersteller. Hier wird abzuwarten sein, ob sich Hersteller aus dem Ausland beteiligen werden, wenn ich das richtig verstanden habe, soll das möglich sein.

Nissan hat per Pressemeldung angekündigt sich zu beteiligen und wird den Industrieanteil um 1000 Euro erhöhen, sodass Kunden beim Kauf eines Nissan E-Autos bis zu 5000 Euro Prämie erhalten können.

Ob die Elektromobilität mit den nun beschlossenen Maßnahmen im Massenmarkt ankommt, wage ich noch zu bezweifeln.

Die Vereinbarung beinhaltet im Wesentlichen folgende Maßnahmen:

  • Es wird eine Kaufprämie gezahlt. Für reine Elektroautos werden 4000 Euro, für Plug-In Hybride werde 3000 Euro gezahlt. Die Förderprämie wird für Fahrzeuge mit einem Listenpreis von maximal 60.000 Euro gezahlt. Die Gesamtfördersumme ist auf 1,2 Milliarden Euro festgelegt. Davon übernehmen der Bund und die Automobilindustrie jeweils die Hälfte der Kosten.
  • Zur Verbesserung der Ladeinfrastruktur stellt der Bund 300 Millionen Euro zur Verfügung. Für die Schnelllade-Infrastruktur stehen rund 200 Millionen Euro zur Verfügung, für die Normalladeinfrastruktur werden rund 100 Millionen zur Verfügung gestellt.
  • Ziel ist weiterhin, dass künftig mindestens 20 Prozent Elektrofahrzeugen im Fuhrpark des Bundes sind. Hierfür werden 100 Millionen Euro bereitgestellt.
  • Sollten Arbeitnehmer beim Arbeitgeber das Elektrofahrzeug aufladen, stellt dies keinen geldwerten Vorteil mehr da.

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