Mobiles Internet: Das Drei-Klassen-Netz

Am Mittwoch dieser Woche hat o2 angekündigt, mit neuen mobilen Internet-Tarifen an den Start zu gehen, eine entsprechende Pressemitteilung ging mir per Mail zu. Hier geht es erstmal nicht um Tarife, die in Smartphones zum Einsatz kommen, sondern um Surfsticks, Datenkarten und Tablets. Unter Der Überschrift „Neue Datentarife ohne Mindestvertragslaufzeit und mehr Speed“, die erstmal gut klingt, stellt man sich leider mehr vor, als man am Ende bekommt, denn auch o2 hat damit das Drei-Klassen-Netz eingeführt.

Drei-Klassen-Netz? Genau, Tarife die Vodafone in Deutschland bereits seit längerem anbietet und auch bei T-Mobile vorzufinden sind. Eine Surf-Flatrate ist nun nicht mehr nur im Volumen sondern auch, je nach Tarif, in der Geschwindigkeit begrenzt. Ich denke wir müssen nicht mal großartig darüber sprechen, dass für derartige Tarife das Wort Flatrate mehr als unglücklich gewählt ist, denn wer heutzutage mit GPRS bequem weitersurfen will, muss viel Zeit mitbringen.

Wie schauen die neuen Tarife also aus? In folgender Grafik erhaltet ihr einen kurzen Überblick über die neuen Surf-Tarife und wie ihr seht, sind diese nicht nur nach Volumen, sondern auch nach Geschwindigkeit gestaffelt.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, in welchen Teilen Deutschlands man die über 7 oder über 14 Mbits/s im o2-Netz wirklich ausnutzen kann, denn seitdem das iPhone auch bei o2 vertrieben wird (ich weiß nicht ob es daran liegt, aber es würde zeitlich passen) ist das Netz oftmals lahm, überlastet oder fehleranfällig. Wenn es bei uns hier gewittert, hat meine Freundin im o2-Netz gar keinen Empfang mehr. Das ist sicher von Region zu Region verschieden, aber hey, wir leben im Jahr 2011 und ein Gewitter setzt regelmäßig ein Handynetz außer Kraft?

Okay, mir soll es gar nicht so sehr um die Qualität des Netzes gehen, ich wollte damit nur anmerken, dass versprochene Datenraten sowieso meist hinfällig sind. Mir geht es mir darum, darauf hinzuweisen, wie sich ein Markt entwickelt. Beim DSL-Anschluss zu Hause kennen wir das ja, für 6000er zahle ich weniger als für 16.000er und für VDSL muss ich eben noch mehr hinlegen. Technik kostet Geld und während die meisten Kunden mit „DSL 16.000“ etwas anfangen können, ist das bei mobilen Datenraten nicht so.

Nach meinen persönlichen Erfahrungen hat sich in den Köpfen der meisten Kunden (damit meine ich nicht uns Geeks hier :D) noch nicht mal EDGE o.ä. Begriffe festgesetzt. Dort gibt es nur „Empfang“, „UMTS“ oder auch „ich hab 3G“. Was glaubt ihr, welche enttäuschten Gesichter ich bereits bei E-Plus-Kunden mit Smartphone-Flat gesehen habe, weil sie sich über das lahme UMTS 348 kBits/s wunderten. Ebenso erreichten mich schon öfter Mails von T-Mobile Kunden, die irgend ein abgespecktes Smartphone-Paket als Internetflat verkauft bekommen haben.

Ich kann da jetzt wenig dran ändern, aber ich bzw. wir können ein wenig aufklären. Sicher, Technik kostet Geld und die mobilen Netze müssen in Zukunft noch viel mehr an Traffic schlucken als jetzt schon, daher sollten wir uns alle darf einstellen in Zukunft wieder steigende Preise in diesem Bereich zu erhalten. Wenn ich für etwas mehr Volumen bei weniger Geschwindigkeit das gleiche zahle, habe ich dann wirklich gespart? Jetzt denken eventuell einige sie kommen mit 3,6 Mbits/s locker aus, aber die Anforderungen sowie Dienste entwickeln sich weiter und werden in Zukunft sicher auch mehr Speed benötigen, ob das dann LTE abfangen kann, ist in meinen Augen fraglich.

Wie schätzt ihr diese Entwicklung am Mobilfunkmarkt ein? Seht ihr sie mit Sorge oder sagt ihr auch ganz klar: wer mehr will, muss mehr zahlen!?

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