OTTO bringt 19 Millionen Produkte direkt in ChatGPT

Der Onlinehändler OTTO bietet seine Produktberatung jetzt auch über ein eigenes Plugin in ChatGPT an und testet dort Werbung.

Nutzer können das Plugin im Bereich „Plugins“ von ChatGPT suchen und installieren. Anschließend lässt sich die Beratung mit „@OTTO“ starten. Dabei greift der KI-Assistent auf das Sortiment mit mehr als 19 Millionen Produkten zu.

OTTO verbindet ChatGPT mit dem eigenen Onlineshop

Das Plugin soll beispielsweise bei der Suche nach einer passenden Waschmaschine für eine Familie oder einer Siebträgermaschine helfen. Die Beratung erfolgt direkt in ChatGPT, während der eigentliche Kauf weiterhin bei OTTO abgeschlossen wird. Dort lassen sich auch zusätzliche Dienstleistungen wie Aufbau oder Installation buchen.

Technische Grundlage ist eine Schnittstelle auf Basis des offenen Model Context Protocol (MCP). Entwickelt wurde sie vom konzerneigenen Technologiepartner Otto Group one.O. Der Standard ermöglicht KI-Systemen den Zugriff auf externe Dienste, ohne für jede Anwendung eine vollständig eigene Integration entwickeln zu müssen.

Langfristig könnten KI-Agenten darüber auch aktuelle Preise und Lagerbestände abrufen oder Bestellungen auslösen. Diese weitergehenden Funktionen beschreibt OTTO allerdings als Perspektive und nicht als bereits verfügbaren Bestandteil des Plugins.

Bereits im März hatte OTTO einen sprachgesteuerten KI-Assistenten auf der eigenen Plattform eingeführt. Nach Unternehmensangaben erzielt dieser bis zu 37 Prozent höhere Bestellwerte und eine doppelt so hohe Conversion wie die klassische Suche.

OTTO testet Werbung in ChatGPT

Parallel erprobt OTTO seit September als einer der ersten europäischen Testpartner Werbeanzeigen innerhalb von ChatGPT. Erste Ergebnisse bezeichnet das Unternehmen als vielversprechend. Ein langfristiger Einsatz wird derzeit geprüft.

OTTO betont dabei die notwendige Trennung zwischen bezahlten Anzeigen und organischen Empfehlungen.

Für Kunden bleibt der Einkauf vorerst weitgehend unverändert. Neu ist vor allem der Weg zum passenden Produkt. Die eigentliche Bestellung findet weiterhin im Onlineshop statt. Spannender ist die technische Vorbereitung auf KI-Agenten, die künftig deutlich mehr Aufgaben beim Einkaufen übernehmen könnten.

mobiFlip bei Google bevorzugen – unsere Beiträge öfter sehen Quelle wählen ↗
Weitere Themen
Hinterlasse deine Meinung

Kommentare aufrufen

Die mobile Version verlassen