Verbrenner-Aus: Der Autoindustrie reicht der EU-Kompromiss nicht

Verbrenner (KI)

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) fordert weitere Lockerungen beim geplanten EU-Kompromiss zum Verbrenner-Aus ab 2035.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller begrüßt zwar mehrere Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission, hält diese aber für unzureichend. Aus ihrer Sicht braucht die europäische Autoindustrie mehr Flexibilität, um Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung zu sichern.

Der Kompromiss von Christdemokraten (EVP), Sozialdemokraten (S&D) und Liberalen (Renew) sieht vor, dass Neuwagen ab 2035 gegenüber 2021 nicht mehr 100, sondern 95 Prozent weniger CO₂ ausstoßen müssen. Unter bestimmten Voraussetzungen sollen zusätzliche Anrechnungsmöglichkeiten bestehen.

Verbrenner-Aus ab 2035: VDA fordert CO₂-Reduktion um 90 Prozent

Der VDA möchte die Vorgabe auf 90 Prozent reduzieren. Das entspricht auch der deutsch-französischen Position, auf die sich beide Regierungen zuvor verständigt hatten.

Weitere zentrale Forderungen des Verbandes:

Besonders positiv bewertet Müller die geplanten Erleichterungen für leichte Nutzfahrzeuge. Dazu gehören angepasste CO₂-Ziele, mehrjährige Verrechnungszeiträume und zusätzliche Anrechnungsmöglichkeiten für elektrische Transporter.

Auch bei schweren Nutzfahrzeugen verlangt der Verband eine Überarbeitung der bestehenden Flottenregulierung.

Politisch bleibt das Thema umstritten. Während die Autoindustrie mehr Spielraum fordert, warnen Grüne und Umweltverbände vor einer Schwächung der europäischen Elektromobilität im internationalen Wettbewerb.

Der Kompromiss ist zudem noch kein geltendes Recht. Weitere Entscheidungen auf EU-Ebene stehen noch aus. Für Hersteller und Verbraucher bedeutet das vor allem eines: Welche Antriebe nach 2035 bei Neuwagen tatsächlich noch eine Rolle spielen dürfen, ist weiterhin Gegenstand politischer Verhandlungen.

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