Ersetzt die Mintion Beagle Camera den Raspberry Pi und Octolapse?

Mintion Beagle Cam Header

Wer eine schöne Timelapse-Aufnahme seines entstehenden 3D-Drucks haben möchte, musste sich bisher einen aktuell sehr teuren und eher schlecht verfügbaren Raspberry Pi kaufen. Dann musste man sich in das Thema einarbeiten und eine entsprechende SD-Karte mit dem dazugehörigen Betriebssystem flashen und zugleich noch eine gute Webcam zulegen, die idealerweise auch perfekt mit Octolapse zusammenarbeiten sollte.

Das sieht dann oft so aus, wie im folgenden Foto aus diesem 3D-Drucker Roundup. Vorne im Bild in Orange der Raspberry Pi, am Drucker vorn seitlich links die Webcam montiert und natürlich noch die Kabelwirtschaft für Strom, Verbindung zum Drucker und LAN.

Octolapse Vyper

Die Beagle Camera möchte all das nun deutlich einfacher machen und kommt dazu noch für unter 70,- EUR plus Versandkosten oder hier bei Amazon für 79 EUR als Gesamtpaket daher. Natürlich bleiben Timelapse nicht alles. Die Kamera im Beagle-Look ist nicht nur eine Webcam, sondern enthält auch die nötige Hardware, um per App oder Web-Interface den 3D-Drucker ansprechen und zudem beispielsweise auch eine Timelapse erstellen zu können. Die unterstützten Drucker werden einfach und schnell auf der Rückseite der Kamera via USB angeschlossen. Die entsprechende Weboberfläche sieht aktuell so aus:

Beaglecam Webinterface

Lieferumfang und Installation

Im Lieferumfang befinden sich die nötigen Utensilien, wie ein USB-Netzteil inkl. Kabel (Typ-C) zum Anschluss und der Stromversorgung der Beagle Cam. Ein weiteres Kabel, zum Anschluss des Druckers an die Kamera ist ebenfalls dabei. In meinem Fall war das ein USB Typ-A zu Micro-USB und eines zu Typ-C. Ein Metall-Nupsi, um die Kamera ggf. einem Reset zu unterziehen, eine kleine Anleitung und die Kamera selbst, welche auf einem dreh- und kippbaren Standfuß steht sind ebenfalls noch im Lieferumfang dabei.

Mintion Beagle Cam Lieferumfang

Die Installation ist sehr unkompliziert gehalten. Wie üblich muss ein Account angelegt werden, damit beispielsweise die Beagle Camera auch von außerhalb des heimischen WLANs via App erreichbar ist. Einmal den Account registriert kann man auch schon die Beagle Camera hinzufügen. Hierzu begleitet die Kamera mit kurzen Sprachausgaben, wie “Connected to the Wifi” usw.

Mintion Beagle Cam App

Wurde die Kamera erfolgreich hinzugefügt muss der angeschlossene Drucker in den Einstellungen noch ausgewählt werden. Dazu am besten vorher den Drucker schon mit dem beiliegenden Kabel an die Beagle Cam anschließen.

Info

Eine lange Liste bisher schon unterstützter Drucker findet man hier

Ist auch das erledigt, würde ich persönlich noch die Timelapse-Einstellungen auf die hohe Qualität setzen und dann sollte der Drucker mit einer Datei gefüttert werden. Dazu einfach die vorab in Cura o. ä. geslicete Datei via WLAN und obigem Web-Interface oder auch via App auf dem Smartphone an den Drucker bzw. die Speicherkarte in der Beagle Cam senden oder auch wie evtl. bisher gewohnt manuell die Datei auf die beiliegende MicroSD kopieren und in die Beagle Cam statt in den Drucker stecken.

Mintion Beagle Cam Anschluesse

Startet man nun den Auftrag via Web-Interface oder über die App wird auch automatisch eine Timelapse gestartet. Möchte man das nicht, muss lediglich der Haken dazu in den Einstellungen entfernt werden.

In der App werden auch mehrere Beagle Cameras unterstützt. Wer also jeden seiner Drucker mit einer solchen Kamera ausrüsten möchte kann das tun und selbige dann innerhalb der App verwalten.

Es gibt aktuell fast wöchentlich Updates mit neuen Features etc. Zuletzt wurde beispielsweise der Timelapse-Codec optional um den MJPEG-Codec erweitert und es kann nun entweder der MJPEG (bessere Quailität) oder der H264-Codec  (stärker komprimiert) ausgewählt werden. Die Firmware-Updates werden auf dieser Seite gelistet und sind ganz einfach auf der Kamera installiert. Eine Schritt-für-Schritt Anleitung dazu ist ebenfalls auf dieser Seite verfügbar.

So sieht eine Timelapse übrigens aktuell aus:

Da ich auch mal eine Timelapse im Portrait-Mode haben wollte, habe ich kurzerhand hier mal ein Stativ an den Ständer der Beagle Cam geschraubt. Dazu habe ich einfach ein kleines Loch in den Boden gebohrt und das Stativ dort reingeklebt. Die Kamera hält prima und ich kann die Kamera so problemlos auch um 90 Grad drehen.

Mintion Beagle Cam Stativ

Es gibt auf Thingiverse aber natürlich auch schon längst ein paar Halterungen, womit die Beagle Camera ganz einfach an Profile vieler gängiger 3D-Drucker montiert werden kann.

Der Ordnung halber möchte ich noch einmal ein paar Screenshots aus der App einfügen. Im Grunde gibt es alle Features entweder in der App oder via Web-Interface nach Eingabe der IP-Adresse auf jedem Browser im selben Netzwerk.

Beagle Cam App

Zu sehen ist von links nach rechts die Drucker-Auswahl, die Liste hochgeladener GCODE-Dateien zum drucken, die Druckübersicht mit gedruckten Layern, Lüfterdrehzahl etc. und ganz rechts die Steuerung des Druckkopfs etc.

Fazit

Ich stehe in Kontakt mit dem Support und habe schon den einen oder anderen Vorschlag für ein zukünftiges Update durchgegeben. Mal sehen, wohin die Reise noch gehen wird. So oder so gefällt mir die Beagle Cam auch zum jetzigen Zeitpunkt schon sehr, da man einfach ein All-in-One Packet hat, was keinen großen Installationsaufwand benötigt und mit guten Ergebnissen aufwartet. Dazu kostet die Beagle Cam aktuell keine 70,- EUR und ist somit auch preislich absolut im Rahmen.

Ein paar Features würden mir noch fehlen, dann wäre ich super glücklich damit. Mir fehlt beispielsweise noch die Option einstellen zu können, wohin der Druckkopf während des jeweiligen Fotos hinfährt, ein Portrait und Landscape-Modus wäre auch noch schick und noch ein paar weitere Einstellungsmöglichkeiten. Aber mal sehen, was zukünftige Updates noch bringen?

Wertung des Autors

Michael Meidl bewertet Beagle Camera mit 4.0 von 5 Punkten.

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Fehler melden6 Kommentare

Bitte bleibe freundlich.

  1. max 💎

    haha cooler Oktopus im zweiten Beitragsbild

  2. Michael Meidl ☀️

    Psssst. Das ist doch ein Fucktopus 😂

  3. MM 🍀

    Nach dem ersten Absatz aufgehört zu lesen. Wenn Blinde von Farben reden. Wer beim 3D-Druck nur zum Erstellen von Timelapse-Aufnahmen Octopi und einen RaspberryPi installiert, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Der kauft aber dann vielleicht auch so einen Käse hier.

    1. Was verstehst du an „bitte bleibe freundlich“ nicht?

    2. Koreh 🌟

      Du solltest auch nicht jeden scheiß posten und trotzdem haust du in die Tasten.

      Schlag mal konstruktive Kritik nach!
      Also falls du das kannst. Nicht jeder blinde weiß auch mit Technik umzugehen.

    3. Denis ☀️

      Will dir jetzt nicht den Zahn ziehen, aber bin in verschiedensten Whatsapp und Discord Gruppen für 3D Druck. Und 60-70% der Leute die Octoprint haben, nutzen es fast nahezu nur für Timelase Aufnahmen.
      Natürlich um auch vom PC aus auf den Drucker zuzugreifen und aus der Ferne zu kontrollieren, Drucker vorzuheizen oder gcodes hochzuladen.

      ABER… all das scheint ja jetzt mit diesem Beagle Ding auch zu gehen.

      btw: habe auch Octoprint, nutze es zwar auch ein wenig umfangreicher, aber störe mich jetzt nicht dran wenn andere Menschen das nicht so ausreizen, oder ist das mein Schaden?! Eher nicht 🤷‍♂️

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