Ford Sync AppLink 2.0 vorgestellt

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Es ist jetzt gut ein Jahr her, als wir uns Sync auf der IFA 2012 angeschaut haben und auch dieses Jahr war der Autohersteller wieder in Berlin vor Ort und hatte einige Neuigkeiten mit dabei. Seit letztem Jahr hat sich einiges getan und Ford gehört zu den Herstellern, die in diesem Markt richtig Druck machen und die Verknüpfung von Auto und Smartphone voran treiben wollen. Passend dazu gibt es seit einiger Zeit Version 2.0 von AppLink, welches dann ab kommenden Jahr auch in Deutschland eingeführt wird und mit einem Katalog für iOS und Android daher kommt, wo man sich das Angebot von Ford und den entsprechenden Partnern anschauen kann.

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Zu den Partnern für Deutschland gehören unter anderem TomTom, Audioteka, Hotels.com, ADAC, Wcities, Die Welt, Deutsche Telekom, Spotify, Kalika und Glympse. Einige davon haben ihre mobilen Anwendungen auch schon mit AppLink erweitert und wären bereit für den Rollout. Doch was ist AppLink eigentlich genau? Es handelt sich dabei um ein SDK für Entwickler, diese können dann gewisse Schnittstellen von Ford nutzen und in ihre Apps einbauen. Im Fall von Spotify sieht das dann zum Beispiel so aus, dass die Anwendung erkennt, wenn man sich in einem Ford befindet und man die Musikwiedergabe dann über das Menü im Auto steuern kann.

Die Wunschvorstellung ist, dass wir uns irgendwann nicht mehr darum kümmern müssen und der Dienst nur noch im Hintergrund arbeitet und die Bedienung an das entsprechende Umfeld angepasst ist. Bei einem Smartphone oder Tablet wissen wir mittlerweile, wie das funktioniert, in einem Auto ist das für viele, und ich verwende hier mal einen Begriff, der in den letzten Wochen die Runde gemacht hat, Neuland. Doch die Autohersteller forschen hier schon eine ganze Weile und irgendwann wird das wohl auch Standard sein. Ford möchte jedoch noch einen Schritt weiter gehen und hat in Berlin immer wieder von Open Source bei AppLink gesprochen.

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Das stimmt so leider nicht ganz, denn Ford gibt den Entwicklern nicht direkt den Source Code, sondern nur die entsprechenden Schnittstellen. Daher sehe ich auch hier ein Problem, welches uns in den nächsten Jahren verfolgen wird: Wir haben keinen offenen und gemeinsamen Standard. Natürlich könnten VW, Audi und Co. jetzt zu Ford kommen und das System ebenfalls integrieren, das würde sich Ford wohl auch wünschen, doch das wird glaube ich kaum passieren. Momentan kochen hier alle ihr eigenes Süppchen und das wird am Ende dazu führen, dass es Entwickler entweder schwer haben sich für ein System der Hersteller zu entscheiden.

Möglichkeiten für Entwickler

  • Meldungsdienste – über die Audio-Systeme und die Displays des Ford SYNC-Fahrzeugs können sogenannte „Push“-Mitteilungen empfangen werden, so wie Smartphone-Besitzer dies auch von ihrem Handy kennen.
  • Voice Pass-through – die immer populäreren, aus der Daten-Cloud gespeisten Spracherkennungs-Bedienhilfen wie Siri können auch im Auto angewendet werden.
  • Fahrzeugdaten-Zugang – via AppLink können App-Entwickler auch auf die Informationen der unterschiedlichsten Fahrzeugsensoren zugreifen, solange der Autobesitzer dem zustimmt.

In Deutschland möchte Ford das neue System erstmals im EcoSport einführen, der wohl ab Anfang 2014 erhältlich sein wird. Auf der Messe hatten wir nur Demo-Geräte aus den USA, die noch nicht so richtig an die deutsche Menü-Führung angepasst waren. Auf ein Hands-On-Video haben wir daher also mal verzichtet, warten jetzt aber mal auf einen Testwagen, denn so ein System schaut man sich dann wohl eher in Ruhe und im Alltag an. Ford ist jedenfalls auf einem guten Weg und verfolgt einen spannenden Ansatz, für mich persönlich hat die aktuelle Entwicklung aber wie gesagt den Nachteil, dass hier jeder Hersteller einen eigenen Standard durchsetzen möchte.

Bild oben: Ford

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