Milliarden für grünes Kerosin: Drei Länder machen gemeinsame Sache

Deutschland, Österreich und Luxemburg wollen mit bis zu 2,12 Milliarden Euro den europäischen eSAF-Markt anschieben.

Die drei Länder planen einen gemeinsamen Doppelauktionsmechanismus für erneuerbares strombasiertes Kerosin. Deutschland stellt dafür bis zu 2 Milliarden Euro bereit. Österreich und Luxemburg steuern jeweils bis zu 60 Millionen Euro bei.

Das Modell soll ein zentrales Problem lösen. Hersteller benötigen langfristige Abnahmeverträge, um neue Produktionsanlagen finanzieren zu können. Fluggesellschaften und andere Abnehmer kaufen Kraftstoffe dagegen üblicherweise über kürzere Zeiträume.

eSAF-Förderung gleicht Preislücke aus

Ein Intermediär soll Angebote der Produzenten und die Nachfrage der Abnehmer zusammenführen. Liegt der Produktionspreis über dem erzielbaren Marktpreis, wird die Differenz mit Fördermitteln ausgeglichen. Die Mengen sollen entsprechend dem finanziellen Anteil der drei Staaten in den jeweiligen Ländern in Verkehr gebracht werden.

Die wichtigsten Eckpunkte:

  • Deutschland: bis zu 2 Milliarden Euro
  • Österreich: bis zu 60 Millionen Euro
  • Luxemburg: bis zu 60 Millionen Euro
  • Förderung über einen wettbewerblichen Doppelauktionsmechanismus
  • EU-beihilferechtliche Genehmigung steht noch aus

eSAF wird aus erneuerbarem Wasserstoff und nachhaltigem Kohlenstoff hergestellt. Bestehende Infrastruktur für Transport, Lagerung und Betankung kann grundsätzlich weiter genutzt werden. Deutschland, Österreich und Luxemburg gründeten bereits im Dezember 2025 die eSAF Early Movers’ Coalition.

Ich halte den gemeinsamen Ansatz für interessant, weil er nicht nur einzelne Anlagen bezuschusst, sondern gezielt die wirtschaftliche Lücke zwischen Produzenten und Käufern adressiert. Entscheidend wird sein, wie viel zusätzliche Produktionskapazität die 2,12 Milliarden Euro tatsächlich auslösen.


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