Tempolimit auf Autobahnen: Verkehrsminister Bilger bleibt hart

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger lehnt ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen weiterhin ab.

Bilger bezweifelt, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung große CO₂-Einsparungen bringen würde. Viele Autofahrer seien wegen der Spritpreise oder durch die Nutzung des Tempomaten bereits langsamer unterwegs.

Das Bundesministerium für Verkehr verweist zudem auf eine Studie der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt), laut der die möglichen CO₂-Einsparungen begrenzt seien.

Viele fahren schon heute mit dem Tempomat oder wegen der Spritpreise freiwillig langsamer. Ich bezweifle deshalb, dass es ein großes Potenzial an CO₂-Einsparungen durch ein Tempolimit gäbe.

Tempolimit: Bilger verweist auf Sicherheit und Klimaschutz

Auch bei der Verkehrssicherheit erwartet Bilger keinen nennenswerten zusätzlichen Effekt. Das Ministerium verweist darauf, dass rund ein Drittel aller gefahrenen Kilometer auf Autobahnen zurückgelegt wird, dort aber nur etwa jeder 15. Unfall mit Personenschaden passiert.

Auch sehe ich keinen nennenswerten Effekt für die Verkehrssicherheit, weil unsere Autobahnen sicherer sind als die meisten Autobahnen in europäischen Ländern mit Tempolimit.

Das Ministerium begründet seine Position mit mehreren Punkten:

  • Rund ein Drittel der Fahrleistung entfällt auf Autobahnen.
  • Nur etwa jeder 15. Unfall mit Personenschaden passiert dort.
  • Bilger hält das CO₂-Einsparpotenzial eines Tempolimits für begrenzt.
  • Der Bund setzt stattdessen auf E-Mobilität, Schiene, ÖPNV und Digitalisierung.

Bilger führt zudem gesellschaftliche Auswirkungen als Argument an:

Ein Tempolimit würde außerdem die Spaltung im Land noch einmal verstärken, weil es viele als Einschränkung ihrer Freiheit empfinden würden. Für die Erreichung der Klimaziele im Verkehr gibt es sinnvollere Wege.

Ich finde vor allem wichtig, die einzelnen Argumente sauber auseinanderzuhalten. Dass Autobahnen vergleichsweise sicher sind, beantwortet nicht automatisch die Frage, welchen zusätzlichen Effekt ein Tempolimit auf Unfälle und CO₂-Ausstoß hätte. Genau diese messbaren Auswirkungen sollten bei der Debatte im Mittelpunkt stehen.


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  1. Leif 🏅

    Ich fänd es schön allein für die Autonome Zukunft gut. Bei einem einheitlichen Tempolimit könnte man die linke Spur auch mehr als normale Spur voll ausnutzen und müsste sie nicht mehr als reine Überholspur betrachten. Ob nun wie in den meisten Ländern 130, oder 140 / 150 wie in manchen Ausnahmen, könnte man ja immer noch debattieren.

  2. Carlo 🔅

    Ich bin dafür, dass VW-Fahrer nicht auf die Autobahn dürfen. 😁

  3. hugo 💎

    S-Pedelecs auf dem fahrradweg verbieten, aber 300 kmh auf der Autobahn erlaubt lassen. Genau mein Humor. Escooter auf 20kmh beschränken, aber beim Auto auf „freie fahrt“ pochen.

    1. Fabio 🪴

      S-Pedelecs haben keine Industrie-Lobby….

      1. Tho 🪴

        Und es interessiert niemanden, insofern man nicht mit max. Speed an anderen vorbei fährt.
        Klingel dran und immer nett Bitte und Danke sagen. Gab bis jetzt keine Probleme mit

  4. Bullshit-Bingo 🪴

    130-150 und ich bin happy.
    Meinetwegen Nachts dann halt ab 22:00 unbegrenzt.
    Als ob es nicht Möglichkeiten gäbe, Kompromisse…ach ja, warte. CDU…

  5. Peterlis ☀️

    „Dann fahr halt deine 130 und lass uns rasen“.
    Ich kann es echt net mehr hören.

    Mir geht das so auf den Sack von EUCH ausgebremst zu werden.

    Ja. Ich will meine 130-140 entspannt fahren, ich KANN es aber faktisch nicht. Rechte Spur ist dicht mit lkw die 80-110 fahren, mittlere Spur hast du Schleicher und links kommen dann idioten mit 200 angebrettert. D..h ich muss ständig zwischen links und Mitte hin und her wechseln.

    Im Ausland wunderbar flüssiger Verkehr, weil nahezu alle gleich schnell fahren. Hier ständig beschleunigen und abbremsen. Rechtsfahrgebot sollte man dann auch aufheben. Wird weder gelebt noch geahndet.

    1. Fabio 🪴

      Genau meine Erfahrung. Im Ausland, bzw. da wo ich lebe, funktioniert es 1A. Rechts überholen auch kein Thema. Keiner regt sich auf, alles läuft flüssig.

  6. RolliC 🏆

    Übrigens, wenn man die Kommentare in Teilen liest, hat das immer auch mit ner Neid-Debatte zu tun… Seien wir mal ehrlich, es geht mich und EUCH überhaupt nichts an, ob Jemand seine Kohle durch hohes Tempo in die Luft bläst, oder ob sich Jemand für 100 Euro pro Woche BIO-Lebensmittel kauft und die Hälfte davon weg wirft, nur weil er gerne Auswahl hat.

    Man kann eine Meinung dazu haben, aber Gott sei Dank darf hier JEDER sein Leben frei gestalten…

    Nehmt halt den Bus, oder das Fahrrad…

    1. gork 🏆

      Genau diese Einstellung ist es, warum wir in so einer jämmerlichen ökologischen und weltpolitischen Situation sind. Keine Rücksicht auf andere und nur ich, ich, ich.

      1. gast 🌀

        That´s why we can´t have nice things…

        Absolut richtig und leider sehr traurig. Und immer Neid. Ich benehme mich wie ne offene Hose, da müssen die anderen wohl neidisch sein.

    2. Fabio 🪴

      Freiheit hört dort auf, die Freiheit des anderen beginnt. Deutschland hat ein strukturelles Problem, organisierte Partikularinteressen über das Gemeinwohl zu stellen. Das ist nicht einzigartig deutsch, aber in der Tempolimit-Debatte besonders sichtbar.

    3. Neuhier 🔆

      Rolle mach(t) doch. Aber wenn die Leute immer einen so auf „Freiheit“ machen, dann sollen sie doch bitte nicht immer nach dem Staat rufen. Bestimmte Menschen wollen immer „Freiheit“, aber selbst nie die Konsequenzen daraus tragen. Da kannst nem Affen auch ne Kalashnikov in die Hand drücken.

  7. RolliC 🏆

    Ich finds langsam einfach nur noch absurd… Diese Debatte, die eigentlich Niemand will, die aber immer wieder von links-grün aufgezwungen wird…

    – Mit der E-Mobilität kommt ohnehin das langsamere fahren (Stichwort Reichweite).

    – Ja natürlich spart man Sprit und zwar wirklich nicht wenig, wenn man schön entspannt mit maximal 100 Km/h über die Bahn fährt. Man verliert sogar erstaunlich wenig Zeit. Der kleine Seat im familiären Umfeld verbraucht so nicht mal 4 Liter. Schon schade, dass diese Autos nicht mehr gebaut werden. Die Leute müssen das aber selbst kapieren. Wir sind nach den letzten Wahlen nun wirklich nicht in der Verfassung, noch mehr Unfrieden zu stiften und für (Um)erziehung zu sorgen.

    Ich glaube persönlich auch, dass ein Tempolimit auf 130 Km/h Unfälle verhindern könnte. Ich glaube aber auch, dass manche Leute mit ihrer Fahrweise erst gar nicht auf die Autobahn gehören. Das ist leider eine Frage des Charakters und gar nicht mal der Geschwindigkeit.

    1. gast 🌀

      Mit der Argumentation kannste jede Regulierung sein lassen und immer auf den Charakter der Leute setzen. Und dein anderer Kommentar machts leider nicht besser.

  8. Christoph 🍀

    Ich persönlich bin für ein Tempolimit auf der Autobahn, aber die vorgebrachte Argumentation ist meines Erachten scheinheilig:

    – spätestens seit dem Anstieg der Spritpreise wegen dem Ukraine-Krieg kommt man mit 130km/h nicht mehr runter von der linken Spur. Rechte Spur belegen LKWs, mittlere Spur „langsam“ fahrende PKWs.

    – ein Großteil der PKW fährt eh‘ schon langsamer als 130 km/h und damit werden die Sprit- und damit CO2_Eicnparungen übersichtlich sein. Das wird noch verstärkt durch jedes neue vollelektrische E-Auto

    – das gleiche vermute ich auch hinsichtlich Unfall und Unfallfolgen

    Aber. ein Tempolimit existiert eh‘ schon auf großte Teile des Autobahn-Netzes und interessiert die Raser nicht. Daran wird auch ein generellen Tempolimit bei 130km/h nichts ändern. Zuwenig Kontrolle und mobile Kontrollen sind ratzfatz über diverse Apps kommuniziert. Also wo kein Kläger auch kein Richter.

    Das ändert sich erst, wenn Bußgelder für zu schnell fahren richtig weh tun. Ich plädire schon lange dafür, dass Bußgelder nach dem Einkommen festgesetzt werden müssen.

    1. gast 🌀

      Sehe ich prinzipiell genau so. Allerdings wundere ich mich doch immer noch, wie viele Leute auf der linken Spur Gas geben und das Auto weder nach persönlichem Reichtum noch nach Dienstwagen aussieht. Daher sehe ich das nicht unbedingt als Gegenargument.

      Es gibt aber auch immer noch so viele Leute, die trotz bestem Fahrradwetter und Gesundheit ihre Brötchen mit dem Auto holen und die Strecke zwischen zwei roten Ampeln so richtig durchbeschleunigen. Dazu passen auch – trotz nicht kontrollierter Stichprobe – diese ganzen Interviews von den Leuten an der Zapfsäule. „Joa, schon viel zu teuer. Aber deswegen ändere ich doch meine Fahrgewohnheiten nicht…“

  9. Ronald 🔅

    Auch sehe ich keinen nennenswerten Effekt für die Verkehrssicherheit, weil unsere Autobahnen sicherer sind als die meisten Autobahnen in europäischen Ländern mit Tempolimit.

    Einfach diese Aussage mal durch Gemini gejagt.

    Sicherheits- und Verkehrsexperten weisen auf zwei wesentliche statistische Aspekte hin, die das reine Ranking relativieren:

    Bessere Vorbilder im europäischen Vergleich: Länder mit besonders hohem Sicherheitsniveau (z. B. Schweden, Dänemark, Schweiz oder die Niederlande) schneiden auf Autobahnen spürbar besser ab als Deutschland und weisen teils nur ein Drittel bis die Hälfte der Verkehrstoten pro Streckenkilometer bzw. Fahrleistung auf – alle mit strengen Tempolimits (100–130 km/h).

    Vergleich von Strecken mit und ohne Tempolimit in Deutschland: Statistische Auswertungen von Destatis und der BASt (Bundesanstalt für Straßenwesen) zeigen, dass auf unbeschränkten Abschnitten deutscher Autobahnen die Zahl der Schwerverletzten und Getöteten pro Milliarde Fahrzeugkilometer höher ist als auf Abschnitten mit dauerhaftem Tempolimit (z. B. 120 oder 130 km/h).

    1. gast 🌀

      Das lässt doch nur eine Interpretation nach Bilger und Co zu: Gottseidank sterben auf allen anderen Straßen noch genug Menschen, damit wir uns um die paar Leichen auf der deutschen Autobahn nicht kümmern müssen.

      Sorry, Zynismus Ende. Da kommt immer ein Papa, Mama, Kind nicht nach Hause.

      1. Ronald 🔅

        Was dem US-Amerikaner seine AR-15 ist, ist dem Deutschen halt seine „freie Fahrt“.
        Da läuft jedes Argument ins Leere.

        1. Fabio 🪴

          Ok, also Waffen frei geben? Wäre doch auch lustig. Ich finde die AR-10 aber netter.

  10. Stfan 🏅

    gibt kein Argument für Tempolimit. diesen Sommer in Österreich gewesen, nebeneinander mit 130kmh wegen Tempolimit, ziemlich gefährlich das ganze. Viele Länder haben das tempo auf der Autobahn wieder. Schade das man darüber überhaupt diskutiert, gibt doch viel wichtigere Themen.

    1. gast 🌀

      Erstaunlich wie ganze Welt das anders sieht. Und selbst der Herr Verkehrsminister nennt hier Argumente, wägt Sie nur anders ab. Vorsicht bei so absoluten Aussagen wie „gibt kein Argument“.

      Tempolimit 130 kmh heißt ja nicht, dass alle mit exakt dieser Geschwindigkeit nebeneinander fahren. Bin in Österreich sehr lang nicht gefahren, aber wird doch wohl nicht groß anders sein als in den Niederlanden. Der Korridor beschränkt sich dann auf 120 bis 140 kmh.

      Wenn aber einer mit 100 hinterm LKW rauszieht, muss er keine Angst mehr haben, dass von hinten einer mit 200 herangeschossen kommt.

    2. Ronald 🔅

      Viele Länder haben das tempo auf der Autobahn wieder.

      Kannst du mir ein paar der vielen Länder nennen?

      Schade das man darüber überhaupt diskutiert, gibt doch viel wichtigere Themen.

      Tja, selbst die einfachsten und banalsten Themen können nicht gelöst werden, weil immer wieder ein Schlauberger um die Ecke kommt und meint..

      …gibt doch viel wichtigere Themen.

      1. Stefan 🏅

        Tschechien von 130 auf 150
        Niederlande von 100 auf 130
        Türkei von 120 auf 140 neue Autobahnen.

        1. Ronald 🔅

          Drei sind also Viele, nun gut.

          Niederlande:
          Die Niederlande haben das allgemeine Tempolimit von 100 km/h auf ausgewählten Autobahnabschnitten wieder auf 130 km/h erhöht.
          Umfang: Die Erhöhung betrifft nur rund 120 Kilometer bzw. etwa 2 Prozent des gesamten niederländischen Autobahnnetzes.

          Tschechien:
          Tschechien hat das Tempolimit auf ausgewählten Autobahnabschnitten von 130 km/h auf 150 km/h erhöht.
          Das Pilotprojekt läuft auf einem rund 50 km langen Abschnitt der Autobahn D3 zwischen Tábor und České Budějovice (Budweis).
          Voraussetzung (Gutes Wetter): Die Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h gilt nur bei optimalen Bedingungen und wird über moderne, digitale variable Verkehrsschilder in Echtzeit angezeigt.

          Türkei:
          In der Türkei gilt auf Autobahnen seit dem 1. Juli 2022 ein erhöhtes Tempolimit von 130 km/h statt der zuvor üblichen 120 km/h.
          140 km/h: Gilt auf ausgewählten, neueren und entsprechend ausgebauten Autobahnstrecken (wie den Abschnitten O-5, O-6, O-7 und O-21).

          Conclusio…
          Niederlande ist nach Erhöhung bei den gewünschten 130 km/h für Deutschland.
          Tschechien ist auf 50km Strecke ganze 20 km/h schneller als die gewünschten 130 km/h für Deutschland.
          Türkei ist auf 130 km/h, oder in einigen Abschnitten auf 140 km/h erhöht worden.

          Ein klare Beweis für die These viele Länder wollen kein Tempolimit!

          1. Christoph 🍀

            „Umfang: Die Erhöhung betrifft nur rund 120 Kilometer bzw. etwa 2 Prozent des gesamten niederländischen Autobahnnetzes.“

            Nach der Rechnung wäre das Autobahnnetz in den Niederlanden ca. 6000km lang. In der Realität sind es aber nur 2300km. Es bleicbt aber dabei, dass die Erhöhung nur auf einem kleinen teil der Autobahnkilometer erfolgt ist.

            1. Ronald 🔅

              Stimmt, du hast Recht!
              Laut Blick, einem schweizer Medium:

              Im Sommer soll noch ein vierter Abschnitt freigegeben werden. Insgesamt gehe es um 117 Kilometer – etwa 1,7 Prozent der Autobahnstrecke.

              Man muss wirklich jede Quelle doppelt und dreifach überprüfen.

  11. Fabio 🪴

    Noch was, weil ich E-Auto-Fan und Fahrer bin, seit kurzem.
    Eine Geschwindigkeit von 120-130 hilft der Reichweite enorm.

  12. Gerrit 🌟

    Es war doch klar das so eine Aussage von einem CDU-Politiker kommt.
    Ein Tempolimit hat doch einfach keine nennenswerte Nachteile und wäre so einfach umzusetzen.

    In der aktuellen Lage kann ich das aber evtl noch ein wenig verstehen, das wäre ja wieder gefundenes fressen für bestimmte Parteien.

    1. gast 🌀

      Jetzt sind die drei Horrorwahlen für die CDU doch durch, bestes Zeitfenster.

      Aber ne, man kann ja nach einer Wahl nicht einfach so die Position ändern. Vielleicht bei Schuldenbremse und Co, aber doch nicht beim Tempolimit!

  13. Jon 💎

    Warum sollte man es auch einführen? Jeder, der der Umwelt helfen möchte oder Sprit/Strom sparen will, darf doch seine 130 fahren.

    1. Peterlis ☀️

      Weniger CO2-Emissionen, Schadstoffe und Lärm, sinkende Zahl von Unfalltoten/Schwerverletzten und kürzere Bremswege, flüssigerer Verkehr, weniger Staus und Ausgleich extremer Geschwindigkeitsunterschiede, niedrigerer Spritverbrauch, weniger Fahrzeugverschleiß und entspannteres Fahren.

      Wieso muss man da überhaupt diskutieren? Die Vorteile sieht jeder mal im Ausland im Urlaub war.

      1. Fabio 🪴

        Danke, meine Rede.

        Der Sprung von 130 auf 160 km/h ist physikalisch kein kleiner Unterschied, sondern ein qualitativer Sprung:
        51 % mehr Energie, 42 Meter mehr Anhalteweg,
        86 % mehr Leistungsbedarf für den Luftwiderstand und
        30–60 % mehr Verbrauch.

        Aus Sicherheits- und Verbrauchssicht ist 160 km/h eine völlig andere Kategorie als 130 km/h.

        1. gast 🌀

          Ich sags zuhause immer so: in einem modernen Auto wirst du einen Unfall bei 130 schon irgendwie überleben. Schneller, und Du bist tot.

      2. Detlef 👋

        Diese Standardargumente für ein Tempolimit werden seit Jahren wiederholt, ohne dass jemand hinterfragt, wie viel davon in der Praxis überhaupt noch zutrifft.

        Die größte Schwäche der ganzen Argumentation ist, dass sie von einer Realität ausgeht, die es längst nicht mehr gibt. Es wird so getan, als würden die meisten Autofahrer dauerhaft mit 180 bis 220 km/h über freie Autobahnen rasen. Wer regelmäßig unterwegs ist, weiß, dass die Realität komplett anders aussieht. Baustellen, Verkehrsdichte, Lkw-Verkehr und unzählige bestehende Tempolimits sorgen schon heute dafür, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen relativ niedrig ist.

        Genau deshalb sind die angeblich riesigen Einsparungen bei CO₂ und Kraftstoffverbrauch Augenwischerei. Man kann nur dort viel einsparen, wo auch tatsächlich schnell gefahren wird. Das passiert aber auf einem großen Teil des Netzes längst nicht mehr.

        Das Argument mit den Staus ist noch schwächer. Staus entstehen nicht wegen fehlender Tempolimits, sondern wegen zu vieler Fahrzeuge, Baustellen und Engpässen. Wer täglich pendelt, weiß das. Ein Tempolimit baut keine einzige zusätzliche Fahrspur und beseitigt keinen einzigen Flaschenhals.

        Auch beim Thema Sicherheit wird oft nur die halbe Wahrheit erzählt. Deutsche Autobahnen gehören seit Jahrzehnten zu den sichersten Straßen überhaupt. Gleichzeitig gibt es Länder, die ihre Tempolimits in den letzten Jahren wieder angehoben haben oder über höhere Limits diskutieren, weil man festgestellt hat, dass Verkehrssicherheit von weit mehr Faktoren abhängt als nur von der Zahl auf einem Schild. Straßenzustand, Verkehrsführung, Fahrzeugtechnik und Fahrerausbildung spielen oft eine wesentlich größere Rolle.

        Und beim Thema Spritverbrauch gilt: Niemand wird gezwungen, schnell zu fahren. Wer Sprit sparen möchte, kann schon heute 100, 120 oder 130 fahren. Dafür braucht es keine neue Vorschrift für alle anderen.

        Am Ende wirkt die ganze Debatte oft wie Symbolpolitik. Der tatsächliche Nutzen wäre überschaubar, weil die Durchschnittsgeschwindigkeit ohnehin deutlich unter den ständig genannten Werten liegt. Dafür würde ein weiteres Stück Eigenverantwortung abgeschafft, ohne dass die versprochenen Effekte auch nur annähernd in dem Umfang eintreten, wie ihre Befürworter behaupten.

        1. gast 🌀

          Das ist ja ne ganze Strohmann Armee…

          Ich möchte aber zwei Punkte ansprechen:

          Ein Tempolimit baut keine einzige zusätzliche Fahrspur

          Daraus leite ich im Konztext deiner gazen Aussage mal ab, dass Du für einen weiteren Autobahn-Ausbau mit mehr Fahrspuren bist. Das kann man einfach mit dem „one more lane, bro“ Meme oder detaillierter mit dem Braess-Paradoxon widerlegen.

          Davon ab entstehen Staus sehr wohl auch durch zu große Geschwindigkeitsunterschiede. Jede starke Bremsung baut sich wie eine Welle nach hinten auf. Irgendwo muss ein Raser in die Eisen weil ein Schleicher rauszieht und ein paar Kilometer weiter hinten wundern sich über den Stau ohne Grund.

          Der tatsächliche Nutzen wäre überschaubar, weil die Durchschnittsgeschwindigkeit ohnehin deutlich unter den ständig genannten Werten liegt.

          Aber wir haben einen Nutzen! Und eine Mehrheit der Bevölkerung. Und die ganze Welt hat die Entscheidung schon getroffen. Dann können wir das doch auch!

          Wer nullt denn die Geschwindigkeit nur auf der Autobahn? Wenn man Vor- und Nachlauf weglässt, würde ich wahrscheinlich wunderbar eine tolle Limit Geschwindigkeit treffen.

          Dafür würde ein weiteres Stück Eigenverantwortung abgeschafft

          Eigenverantwortung ist ein hohes Gut, hat aber auf einer öffentlichen Rennstrecke meiner Meinung nach nichts zu suchen.

          Sorry, waren doch drei.

        2. Peterlis ☀️

          Du schreibst, man könnte eh kaum 200 fahren. Dann stört es dich ja auch nicht, wenn ein Tempolimit auf 140 kommt.

    2. gast 🌀

      Ob man es gut findet oder nicht, das ist leider keine private Entscheidung mehr. Dazu reichen zwei Argumentationspunkte: fossile Kraftstoffe sind gerade knapp und die Verbrennung dieser Kraftstoffe zerstört die Lebensgrundlage unserer Gesellschaft auf diesem Planeten.

      Warum sollte dann jemand aus welchem persönlichen Grund auch immer sich das Recht herausnehmen dürfen, die knappe Ressource übermäßig zu verbrauchen und den Schaden übermäßig zu erhöhen. Das geht uns alle was an.

      1. Jon 💎

        Achso, Elektroautos fahren ja auch mit fossilen Brennstoffen.

        1. gast 🌀

          Schöne Troll Antwort. Versucht doch mal den Zeitgeist zu lesen und irgendwann mal mit der Zeit zu gehen. Wollt ihr wirklich auf dem Tempolimit Hügel sterben? Ist das eure Identität?

      2. gast1 👋

        Das sind leider ziemlich schwache Argumente. Die Zukunft der Auto-Mobilität ist CO2 neutral. Das Elektroauto ist auf einem gewaltigen Vormarsch, der sich nicht mehr aufhalten lässt (siehe Zulassungsstatistik). Neue Verbrennerautos werden nahezu nicht mehr gebaut, die Hersteller wären auch schlecht beraten nur einen cent in die Entwicklung zu investieren.
        Darüberhinaus ist aber auch die Gesamtmenge des noch zu emittierenden CO2 in Europa gedeckelt durch den Zertifikatehandel. Wenn ich hier eine Tonne CO2 „spare“ darf sie dafür jemand anderes emittieren. Dieses wichtige Detail wird leider immer „vergessen“. Es ändert absolut gar nichts ob mein Nachbar 10kmh schneller oder langsamer fährt.
        Auch das Argument der Verkehrstoten lasse ich nicht gelten. Wir haben in Deutschland extrem niedrige Sterblichkeitsraten auf der Autobahn (und dort sind es meistens die LKWs die ins Stauende krachen). Die meisten tödlichen Unfälle gibt es auf Landstraßen.
        Wenn ich aber jedes Menschenleben auf Biegen und Brechen schützen möchte, muss ich erstmal Alkohol, Zigaretten und jedes andere Genussmittel verbieten.

  14. Fabio 🪴

    Frage: Welchen Nachteil hätte ein Tempolimit auf Autobahnen von, sagen wir mal, 130 ?

    1. gast 🌀

      Keinen relevanten.

      Ich bin auch der Überzeugung, die FDP wäre hier in der Ampel noch eingeknickt. Aber dann wars vorbei…

  15. Christian 🔆

    Es ist einfach phänomenal, wie sich der Staat weigert, mit solch einer Maßnahme den Verbrauch des knappen Guts Sprit etwas zu drosseln.

    Ne…lieber macht man den Sprit billiger, dass es weiter wie bisher gehen kann.

    1. gast 🌀

      Mir fällt dazu auch echt einfach nichts mehr ein.

      Die 4,9% Prozent in MeckPomm sind damit natürlich nicht direkt verbunden. Aber sich über die Spaltung der Gesellschaft ausgerechnet beim Tempolimit zu sorgen ist einfach nur noch lost.

      1. Fabio 🪴

        Schwachsinn.

        Die Leute reden von Spaltung, weil das Tempolimit nicht mehr über Physik oder Verbrauch verhandelt wird, sondern über Identität, Weltbild und die Frage, wessen Lebensweise in diesem Land zählt. Ein Stellvertreterkonflikt.

        Die Ablehnung eines Tempolimits nützt vor allem einer kleinen, aber einflussreichen Gruppe: der Automobilindustrie und ihren politischen Verbündeten. Eine aktuelle Kosten-Nutzen-Analyse zeigt, dass das Festhalten am status quo einer verdeckten Subvention für Schnellfahrer gleichkommt. Der durchschnittliche Autofahrer ist ohnehin mit rund 115 km/h unterwegs . Ein Tempolimit würde also nur eine sehr kleine Gruppe von Rasern treffen – während die Allgemeinheit die externen Kosten (Unfallfolgen, Umweltbelastung) mitträgt. Das politische System ist für diese Art von Blockade anfällig: Eine kleine, gut organisierte Minderheit (Auto-Lobby, PS-Fans) hat mehr Einfluss als eine diffuse Mehrheit, die das Thema zwar befürwortet, aber nicht zu ihrer Priorität macht.

        Der Nutznießer der Ablehnung ist also letztlich ein System, das die Interessen einer Minderheit über das belegte Gemeinwohl stellt.

        1. gast 🌀

          Genau das wollte ich damit ausdrücken.

          Insbesondere die CDU fährt – immer schon – diesen Lobby-Kurs und spaltet damit überall, aber ausgerechnet bei einer im globalen Maßstab so unfassbaren Banalität sorgt sie sich jetzt um die Spaltung.

          1. Fabio 🪴

            Achso, diese Spaltung, habe ich falsch aufgefasst.

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