Volkswagen investiert in „Schlüsseltechnologie für bezahlbare Elektromobilität“
Für Volkswagen sind LFP-Batterien eine wichtige Technologie der Zukunft, man hat sie diese Woche sogar als „Schlüsseltechnologie für bezahlbare Elektromobilität im Volumensegment“ bezeichnet. Und dementsprechend erhöht man die Investition.
Der Volkswagen Konzern, PowerCo SE und Gotion High-tech aus China vertiefen ihre strategische Partnerschaft und planen drei Joint Ventures an den Standorten Valencia (Spanien), Šurany (Slowakische Republik) und Kenitra (Marokko). Es geht um „gemeinsame Beschaffungs- und Vertriebsaktivitäten in Europa“, so VW.
Elektromobilität direkt aus Europa
Man will also unabhängiger in Europa werden und lokaler fertigen, aber ohne einen Partner aus China scheint es nicht zu gehen. Gotion ist aktuell der sechstgrößte Batteriehersteller, sah sich 2025 aber mit Kritik in den USA konfrontiert, da es wohl in Fremont illegale Beschäftigte, Sicherheitsprobleme und Rassismus gab/gibt.
Aber es ist immerhin kein staatliches Unternehmen und Volkswagen China ist mit 24,7 % der größte Einzelaktionär des Unternehmens (man wird sich aber von 5,3 % trennen, wie man heute mitgeteilt hat, vermutlich, um etwas mehr Geld zu haben).
Doch das 2006 gegründete Unternehmen forscht auch an Feststoffbatterien, die man seit diesem Jahr aktiv testet, eine weitere Schlüsseltechnologie der Zukunft.
Man will damit „die europäische Batterieindustrie stärken“, wie Thomas Schmall von Volkswagen betont, das Ziel sei „eine führende Rolle in der Elektromobilität“. Und so sieht die „Diversifizierung der Batterie-Lieferkette“ laut Volkswagen Group aus:
- Valencia / Spanien: LFP-Batteriezellen: Die derzeit im Bau befindliche PowerCo-Gigafabrik in Valencia soll in ein Joint Venture überführt werden. Die Vereinbarung sieht vor, dass PowerCo 51 Prozent der Anteile an dem Joint Venture hält und Mehrheitsgesellschafter bleibt. Das Joint Venture soll gemeinsam von PowerCo und Gotion geführt werden. Das zentrale Ziel ist es, den Standort zu einem europäischen Produktionszentrum für Einheitszellen auf Basis der LFP-Technologie auszubauen. Die geplanten Investitionen und Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen bleiben wie angekündigt bestehen
- Šurany / Slowakische Republik: LFP-Batteriezelle: Die Zellfabrik von Gotion in Šurany soll in ein Joint Venture überführt werden. Die Vereinbarung sieht vor, dass Gotion 51 Prozent der Anteile an dem Joint Venture hält und Mehrheitsgesellschafter bleibt. Das Joint Venture soll gemeinsam von PowerCo und Gotion geführt werden und seinen Schwerpunkt auf LFP-Zellen sowohl für Elektrofahrzeuge als auch für Energiespeichersysteme (ESS) legen.
- Kenitra / Marokko: LFP-Kathodenmaterial: Für das Joint Venture in Kenitra ist der Aufbau einer neuen Produktionsanlage für LFP-Kathodenmaterial geplant. Die Anlage soll dazu beitragen, die Bezugsquellen für Kathodenmaterial zu diversifizieren, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die regionale Wertschöpfungskette auszubauen. Gotion wird 51 Prozent der Anteile halten und Mehrheitsgesellschafter des Joint Ventures sein. PowerCo und Gotion werden das Joint Venture gemeinsam führen.
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…klingt so ähnlich wie Merkels „Das Internet ist für uns alle Neuland“ aus 2013.
BYD hat erstmals 2008 LFP-Zellen in Fahrzeugen eingesetzt, weitere Chinesen folgten. Tesla als erster westlicher OEM in Großserie im Model 3 in 2020. Natürlich um Kosten zu senken. Bei den deutschen OEMs hat man das ignoriert, dort ging es nur um Reichweite.
Bei solche einem Satz von VW bekomme ich wieder Angst um die Zukunft der deutschen Autoindustrie.
Zu den erwähnten Investitionen in Niedrigkostenländern: PowerCo Salzgitter fährt zwar weiterhin hoch, aber nur auf die Stufe von 20 GWh und nicht wie ursprünglich geplant auf 40 GWh.