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Asus MeMO Pad 7 ME572CL Testbericht

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Während man im 10-Zoll-Bereich auf der Suche nach einem Oberklasse-Tablet eine relativ große Auswahl vorfindet, sieht es auf dem Markt der 7-Zöller ganz anders aus. Da dieses Jahr kein neues Nexus 7 präsentiert wurde, stellt das Asus MeMO Pad 7 ME572 eines der einzigen Geräte dar, die auf Basis einer aktuellen Android-Version über ein FullHD-Display verfügen. Ob es sich bei dem gut ausgestatteten 7-Zoll-Tablet jedoch um einen würdigen „Nachfolger“ des Nexus 7 (2013) handelt, erfahrt ihr in unserem Test.

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Technische Daten

  • 7 Zoll IPS-Display mit 1920 x 1200 Pixeln
  • 1,83 GHz Intel Atom Z3560 Quad-Core
  • 2 GB RAM
  • 16 GB Speicher, erweiterbar per microSD-Karte (max. 64 GB)
  • 15 Wh Akku
  • 5 Megapixel Hauptkamera, 2 Megapixel Frontcam
  • 200 x 114,4 x 8,3 mm bei 279 Gramm
  • Wlan b/g/n, Bluetooth 4.0, LTE Cat 4
  • Android 4.4 KitKat mit Asus ZenUI

Verarbeitung und Design

Wirft man einmal einen Blick auf das aktuelle Tablet-Portfolio vieler Hersteller, fällt auf, dass diese von einem Laien kaum zu unterscheiden sind. Nicht so das Asus MeMO Pad 7 ME572, bei dem der taiwanische Konzern sich stark auf das Design fokussiert hat. Das Modell in Rose Champagne, welches ich zum Testen erhielt, gibt auf den ersten Blick einen edlen Eindruck ab, der durch die Aufmachung der Rückseite unterstrichen wird. Diese soll an die modischen Clutch Bags erinnern und kommt mit einem matten Finish daher. Obwohl das Tablet komplett aus Kunststoff gefertigt wurde, stimmt die Verarbeitung hinten und vorne. Die Lautstärke-Wippe und der Power-Button besitzen einen festen Druckpunkt und dank der Soft-Touch-Oberfläche liegt das Gerät angenehm und sicher in der Hand.

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Display

Das 7 Zoll große IPS-Display mit einer Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixeln zählt eindeutig zu den Stärken des kleinen Tablets. Farben wirken kräftig aber dennoch natürlich und selbst aus scharfen Blickwinkeln sind die Inhalte noch recht unverfälscht zu erkennen. Des Weiteren kann die Helligkeit sehr hoch aufgedreht werden und die automatische Regulierung derselben sorgt für einen guten Kompromiss aus Lesbarkeit und Energieeffizienz.

Zu guter Letzt können Liebhaber knalliger Farben die Kalibrierung des Panels in der vorinstallierten App Asus Splendid ändern. Neben den Einstellungen für die Farbtemperatur findet man in der Anwendung auch einen Bereich, in dem sich einzelne Farben hervorgehoben lassen. Außerdem steht ein optionaler Vivid-Mode zur Verfügung, nach dessen Aktivierung die Farben wie auf einem AMOLED-Display wirken. Auch wenn die voreingestellte Kalibrierung meiner Meinung nach das Optimum darstellt, können kleine Unzufriedenheiten nach dem Kauf also noch per Hand beseitigt werden.

Leistung

Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern setzt Asus im MeMO Pad 7 ME572 auf einen SoC aus dem Hause Intel. Der Intel Atom Z3560 basiert auf vier CPU-Kernen mit maximal 1,83 GHz, die von einer PowerVR 6430 Grafikeinheit unterstützt werden. Hinzu kommt noch ein 2 GB großer Arbeitsspeicher, sodass die allgemeine Systemperformance auf jeden Fall in Ordnung geht. Apps lassen sich zügig aufrufen, das Multitasking klappt ohne Probleme und auch Spiele können auf dem Tablet genossen werden. Asphalt 8, Riptide GP2 und Leo’s Fortune liefen beispielsweise ohne einen Grund zur Beanstandung. Im bekannten AnTuTu-Benchmark konnten zudem hohe 46.063 Punkte erreicht werden, welche die hohe Performance ebenfalls bestätigen.

Trotz der an sich extrem starken Leistung, leistet sich das Asus MeMO Pad 7 ME572 jedoch einen Schnitzer, der wahrscheinlich auf die Software zurückzuführen ist. Weckt man das Tablet nämlich aus dem Standby auf, benötigt es mehrere Augenblicke, bis die Wischgeste zum Entsperren angenommen wird. Wechselt man dann zusätzlich noch auf dem Sperrbildschirm vom Portrait- in den Landscape-Modus oder andersherum, dann lässt sich die Gedenkzeit der Geräts gut und gerne auf mehrere Sekunden spezifizieren. Schade, dass solch ein kleiner Fehler den an sich fast perfekten Eindruck trübt.

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Software

Googles Android wird auf dem kleinen Asus-Tablet in Version 4.4 KitKat eingesetzt. Mit der hauseigenen ZenUI überzogen, bietet das Gerät eine gute Software-Experience, die relativ stark an Googles Vanilla-Android angelehnt ist. Anpassungen wurden hauptsächlich im Design vorgenommen, sodass bekannte Funktionen wie der Multi-User-Modus auch hier zur Verfügung stehen. Ansonsten sind mehrere Asus-Apps wie ein Energiesparmodus vorinstalliert, die zwar einen guten Eindruck hinterlassen, ohne Root-Zugriff jedoch auch nicht deinstalliert werden können. Die Existenz von Bloatware hält sich mit Amazon Kindle, Flipboard und Omlet Chat dahingegen glücklicherweise in Grenzen.

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Akkulaufzeit

Obwohl der Akku mit einer Kapazität von 15 Wh nicht sonderlich groß ausfällt, bringt es das Asus MeMO Pad ME572 auf eine akzeptable Laufzeit. 45 Minuten Streaming über Prime Instant Video sorgten bei automatischer Helligkeit beispielsweise für einen Abfall um 10 Prozent, sodass theoretisch je nach Aktivität 7 bis 8 Stunden Nutzung möglich sein sollten. Bei normalem Gebrauch musste das Tablet alle 3-4 Tage an die Steckdose, wobei solche Erfahrungswerte selbstverständlich stark von den eigenen Nutzungsszenarien abhängen. Alles in allem würde ich die Ausdauer des 7-Zöllers als befriedigend betiteln, Wunder sollte man hier aber nicht erwarten.

Und sonst noch?

  • Beide Kameras bieten keine sonderlich gute Qualität und sollten lediglich zur Videotelefonie genutzt werden
  • Eine Funktion um Apps auf die microSD-Karte zu verschieben ist enthalten
  • Die Lautsprecher, die an der Ober- und Unterseite verbaut sind, bieten einen durchschnittlichen Klang, werden im Landscape-Modus aber gerne einmal verdeckt
  • Mit einem Gewicht von nur 279 Gramm ist das Tablet erstaunlich leicht, was der Mobilität zu Gute kommt
  • Der Empfang der LTE-Variante namens MeMO Pad 7 ME572CL lässt sich im Vodafone-Netz als gut bezeichnen

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Fazit

Wer auf der Suche nach einem gut ausgestatteten Android-Tablet der 7-Zoll-Klasse ist, erhält mit dem Asus MeMO Pad ME572 ein grundsolides Gerät, mit dem Asus die Qualität der Nexus-Serie in gewisser Weise weiterführt. Das brillante Display, die ordentliche Performance und die nicht überladene Software lassen Freude aufkommen und sind zu einem Preis von nur 199 Euro für das WiFi-Modell nicht gerade selbstverständlich. Der Aufpreis für das LTE-Modell ME572CL fällt mit 100 Euro leider etwas hoch aus, sodass über den Nutzen der Funktion vor dem Kauf noch einmal nachgedacht werden sollte. Alles in allem erhält man mit dem Asus MeMO Pad ME572 meiner Meinung nach das derzeit beste 7-Zoll-Tablet auf dem Markt, das zudem mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen kann.

Wertung des Autors

Niklas Jutzler bewertet Asus MeMO Pad 7 ME572CL mit 4.3 von 5 Punkten.

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