Black Shark 3 im Test: Xiaomis Gaming-Smartphone liefert ab

Black Shark 3 Front 1

Erst kürzlich brachte Xiaomi seine neuen Gaming-Smartphones der Black Shark 3-Serie in Deutschland auf den Markt. Auf dem Papier bieten sie starke Technik und ein interessantes Design zu fairen Preisen. Letzteres gilt insbesondere für das günstigere Black Shark 3, um das es in diesem Testbericht geht.

Wir haben das Black Shark 3 für euch über mehrere Wochen getestet und es natürlich auch beim Gaming auf Herz und Nieren geprüft. In den folgenden Zeilen erfahrt ihr, ob es dazu taugt oder gar ein Geheimtipp für alle ist, die auf der Suche nach einem attraktiven Oberklasse-Modell sind.

Technische Daten des Black Shark 3

  • 6,67 Zoll AMOLED-Display mit 2.400 x 1.080 Pixeln und 90 Hz
  • Qualcomm Snapdragon 865 Octa-Core-Prozessor
  • 8/12 GB RAM
  • 128/256 GB interner UFS-3.0-Speicher, nicht erweiterbar
  • 64-Megapixel-Hauptkamera mit f/1.8, 13-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera mit f/2.25 und 5-Megapixel-Tiefensensor
  • 20-Megapixel-Frontkamera mit f/2.2
  • 4.720 mAh Akku mit 65-Watt-Schnellladen
  • JOYUI 11 auf Basis von Android 10
  • WLAN b/g/n/ac/ax, Bluetooth 5.0, 5G
  • 168,72 x 77,33 x 10,42 mm
  • 222 Gramm

Design und Verarbeitung des Black Shark 3

Black Shark 3 Display 2

Wie die meisten Gaming-Smartphones gibt sich auch das Black Shark 3 direkt auf den ersten Blick als ein solches zu erkennen. Nicht nur fällt es mit seinem 6,67 Zoll großen Display ziemlich wuchtig aus, auch das Design des Smartphones hebt sich von der Masse am Markt ab. Es mag vielleicht nicht jedem gefallen, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich auch streiten.

Besonders auffällig wurde beim Black Shark 3 die Rückseite gestaltet. Sie besteht aus einem Mix aus Glas- und Metall-Elementen, wobei einem die Erhebung für die Triple-Kamera direkt ins Auge springt. Sie wurde sehr auffällig gestaltet, sorgt aber glücklicherweise nicht für ein Kippeln des Geräts, da sie sich ein zweites Mal am unteren Ende wiederfindet. Dort fungiert sie allerdings beinahe ausschließlich als Design-Element und beherbergt lediglich einen Anschluss für ein alternatives Ladegerät.

Zwischen den beiden Erhebungen prangt auf der Rückseite des Blacks Shark 3 das Hersteller-Logo. Dieses erscheint im ausgeschalteten Zustand erst einmal recht unscheinbar, kann aber genauso wie zwei kleine Streifen darunter und darüber in verschiedenen Farben beleuchtet werden. Spätestens diese RGB-Beleuchtung verrät die Gaming-Ausrichtung des Smartphones – dafür macht sie aber auch optisch einiges her. Hier kann der Nutzer zwischen unterschiedlichen Beleuchtungsmodi wählen und die LEDs sogar zur Anzeige von Benachrichtigungen einsetzen.

Black Shark 3 Camera 1

Weitaus unauffälliger als die Rückseite fällt die Front des Black Shark 3 aus. Da auf ein Notch-Design verzichtet wurde, sitzt die Frontkamera in einem schmalen Rahmen direkt über dem Display. Dort ist auch einer der beiden Stereo-Lautsprecher zu finden – der andere befindet sich am unteren Ende der Front und ist ebenfalls direkt auf den Nutzer ausgerichtet. Das mag optisch vielleicht nicht ganz so modern wirken, sorgt aber für einen tollen Sound und ist bei einem Gaming-Smartphone in meinen Augen ein vertretbares Design.

Haptisch macht das Black Shark 3 einen guten Eindruck. Mit seinem Gehäuse aus Glas und Metall fasst es sich etwas rutschig, dafür aber auch sehr wertig an, wobei da auch das hohe Gewicht einen Teil zu beiträgt. Insgesamt wirkt es gar etwas wuchtig und ist definitiv nichts für kleine Hände.

Black Shark 3 Gaming 3

Ich, der seine Hände in etwa als normal groß bezeichnen würde, musste in der alltäglichen Nutzung gelegentlich schon arg umgreifen, um einige Displayelemente zu erreichen. Auch sitzt der Power-Button recht hoch an der rechten Gehäuseseite und ist nicht ganz so einfach zu erreichen. Ein Glück, dass sich das Display dank einer entsprechenden Einstellung automatisch aktivieren lässt, sobald man das Smartphone anhebt. Das ist nämlich jedes Mal notwendig, da der Fingerabdrucksensor unter dem verwendeten AMOLED-Panel platziert wurde.

Persönlich würde ich das Design des Black Shark 3 als gelungen bezeichnen, da es den Geschmack der anvisierten Gaming-Zielgruppe recht gut treffen dürfte. Fraglich ist allerdings, wie alltagstauglich das Smartphone damit ist – man kommt schließlich kaum darum herum, mit dem Gerät in der Hand aufzufallen.

Die Verarbeitung kann hingegen nur gelobt werden. Das Smartphone macht einen hochwertigen Eindruck, erfordert aber große Hände – oder die ein oder andere Verrenkung bei der Nutzung.

Display des Black Shark 3

Black Shark 3 Display 1

Das 6,67 Zoll große AMOLED-Display stellt eines der Highlights des Black Shark 3 dar. Es bietet eine gewaltige Fläche zum Gaming und kommt ohne eine störende Notch daher. Dafür sind ober- und unterhalb des Displays zwar kleinere Ränder vorhanden, Gamer dürften diese aufgrund des genannten Vorteils jedoch vermutlich akzeptieren.

Die Qualität des verbauten AMOLED-Panels liegt beim Black Shark 3 auf einem hohen Niveau. Trotz der großen Displayfläche genügt die Auflösung von 2.400 x 1.080 Pixeln für eine scharfe Darstellung. Farben werden AMOLED-typisch recht knallig wiedergegeben – das schaut in den meisten Fällen aber auch einfach besser aus. Die Helligkeit geht ebenfalls mehr als in Ordnung und ermöglicht eine gute Ablesbarkeit im Freien.

Da es sich beim Black Shark 3 um ein Gaming-Smartphone handelt, bietet das Display selbstverständlich eine flotte Bildwiederholungsrate von 90 Hz. Sie kann in den Einstellungen lediglich intelligent aktiviert werden, sodass das Gerät bei der normalen Benutzung stets selbst entscheidet, wann 60 Hz und wann 90 Hz zum Einsatz kommen. Das funktioniert recht gut und schont den Akku, dennoch wäre ein reiner 90 Hz-Modus in meinen Augen eine nette Option.

Ein solcher lässt sich zumindest beim Gaming aktivieren. Spiele werden damit deutlich flüssiger wiedergegeben, was den Spielspaß merklich steigert. Der Unterschied zu regulären 60 Hz-Displays ist hier genauso ersichtlich wie zu den nochmal flotteren 120 Hz-Panels, die sich in manch anderen Gaming-Modellen finden.

Im Test wirkte sich der reine 90 Hz-Modus allerdings gelegentlich negativ auf die Farbwiedergabe aus: In solchen Momenten wich das satte Schwarz des AMOLED-Displays einem leicht grünstichtigen Grau. Außerdem waren in schwarzen Flächen hin und wieder seltsame Artfeakte zu sehen, die dort definitiv nicht hingehörten. Hierbei könnte es sich um einen Fehler in der Displaysteuerung handeln, der womöglich allerdings nicht bei allen Modellen auftritt.

Info

Bezüglich dieses Problems stehe ich in Kontakt mit der Pressestelle von Black Shark. Bislang konnte man mir noch keine finale Ursache für das Problem schildern, sodass ich das Ausmaß nicht genau beurteilen kann. Andere Testser konnten die von mir geschilderten Ereignisse nicht beobachten, sodass es sich hier eher um ein gerätespezifisches Problem zu handeln scheint. Sobald ich eine finale Aussage von Black Shark erhalte, werde ich sie an dieser Stelle nachreichen.

Abgesehen davon besitzt das Black Shark 3 auch noch einen spezifischen Bildverbeserungschip, der beispielsweise Videos direkt in HDR konvertieren kann. Meiner Meinung nach sahen die Ergebnisse nach der Bildoptimierung oftmals aber etwas übersteuert aus, sodass ich die Funktion nicht weiter verwendete.

Sieht man einmal von den Problemen beim 90 Hz-Modus ab, die sich vermutlich auf mein Testgerät beschränken, bietet das Black Shark 3 ein sehr gutes Display. Das verbatue AMOLED-Panel ist von hoher Qualität und eignet sich mit seiner großen Fläche auch für andere Aufgaben als das reine Gaming. So taugt es beispielsweise für Serien und Filme, zumal die Lautsprecher des Smartphones einen klasse Klang liefern.

Performance des Black Shark 3

Black Shark 3 Gaming 1

Die Erwartungen an die Performance eines Gaming-Smartphones sind selbstverständlich hoch. Das Black Shark 3 kann sie allerdings erfüllen, verrichtet in ihm doch aktuellste Hardware ihre Arbeit. In meinem Testgerät kam ein Snapdragon 865 Octa-Core-Prozessor gemeinsam mit 12 GB Arbeitsspeicher zum Einsatz – nur wenige andere Geräte am Markt können da mithalten.

In der alltäglichen Nutzung macht das Black Shark 3 daher einen überaus performanten Eindruck. Apps öffnen zügig, werden im Hintergrund stets offen gehalten und Ruckler sucht man vergebens. Zuträglich ist dabei natürlich auch das 90 Hz-Display, welches die starke Performance mit einer überaus flüssigen Wiedergabe verdeutlicht.

Bestätigt wird die hohe Leistung des Black Shark 3 auch durch das Ergebnis im AnTuTu-Benchmark. Mit ca. 511.000 Punkten liegt es in etwa auf einem Niveau mit den meisten aktuellen Flaggschiff-Modellen der Konkurrenz. Allerdings ist mit einigen Tricks auch noch mehr möglich.

Gaming auf dem Black Shark 3

Black Shark 3 Gaming 2

Denn über die Software kann der SoC des Black Shark 3 noch einmal einfach übertaktet werden, wodurch Ergebnisse jenseits der 560.000 Punkte möglich sind. Da reicht dann allerdings die an sich sehr effektive Kühlung nicht mehr aus, sodass ein zusätzlicher Lüfter eingesetzt werden muss. Dieser kann separat erworben werden und wird einfach auf die Rückseite des Smsrtphones geschnallt. Wirklich notwendig erscheint das Übertakten in meinen Augen derzeit jedoch nicht zu sein.

Denn auch ohne den zusätzlichen Leistungsschub wird das Black Shark 3 schließlich mit allen aktuellen Spielen locker fertig. Selbst anspruchsvollere Titel wie PUBG Mobile werden in höchsten Einstellungen flüssig bei 90 Hz wiedergegeben und bringen das Smartphone nicht ins Schwitzen. Das dürfte auch in Zukunft erst einmal noch so weitergehen – mit der starken Ausstattung des Black Shark 3 ist man für die kommenden 2-3 Jahre sicher gerüstet.

Das kann fairerweise aber auch für eine Reihe an aktuellen Flaggschiff-Smartphones behauptet werden. Auch sie besitzen leistungsstarke Hardware, die mit allen erdenklichen Spielen fertig wird. Dennoch können sich Gaming-Smartphones wie das Black Shark 3 in einigen Punkten absetzen.

Zum einen wäre da das deutlich verbesserte Kühlungssystem zu nennen. Selbst bei langen Gaming-Sessions wird die Rückseite des Black Shark 3 lediglich lauwarm. Der Prozessor wird daher nie gedrosselt und kann stets die volle Leistung abrufen. Auch die Energieeffizienz beim Gaming sucht ihresgleichen – diversen Software-Optimierungen sei Dank. Während andere Smartphones nach 3-4 Stunden Gaming schlapp machen, hält das Black Shark 3 gut und gerne auch einmal doppelt so lange durch.

Grundsätzlich lässt sich allerdings sagen, dass sich die meisten Gaming-Features in der Software verstecken. So kann über einen dedizierten Hardware-Switch an der Seite des Smartphones der Gaming-Modus Shark Space aktiviert werden, der eine optimierte Oberfläche und zahleiche Optionen mit sich bringt. Hier kann man als Nutzer beispielsweise die Touchsensitivität einstellen und den Netzwerktraffic des aktuellen Spiels priorisieren. Außerdem werden Hintergrundprozesse beendet und eingehende Benachrichtigungen unterdrückt, solange man sich in besagtem Gaming-Modus befindet.

Während das teurere Black Shark 3 Pro mit physischen Schultertasten ausgestattet ist, existiert beim regulären Black Shark 3 lediglich die alternative Software-Funktion namens Master Touch 3.0. Sie erlaubt es, zwei Buttons im Spiel jeweils eine Bildschirmhälfte zuzuweisen, über die diese dann ebenfalls aktiviert werden können. Obwohl die Software ansonsten echt rund lief, wollte dieses Feature allerdings während meines Tests nicht korrekt funktionieren, sodass ich es nicht ausprobieren konnte. Dennoch bin ich mir ziemlich sicher, dass es echte haptische Buttons eher nicht ersetzen könnte.

Schlussendlich brilliert das Black Shark 3 beim Gaming mit einer klasse Performance, die auch die nächsten Jahre noch für sämtliche Spiele ausreichen wird. Die Software-Funktionen sind ganz nett, für mich allerdings nicht essentiell, um einen hohen Spielspaß zu entwickeln. Dafür könnte eher das zusätzliche Zubehör sorgen, welches für das Gaming-Smartphone angeboten wird. Zu kaufen gibt es neben verschiedenen Kühlern zum Beispiel das Black Shark Gamepad 3, mit dem die Eingabemöglichkeiten noch einmal bedeutend erweitert werden. Testen konnte ich es nicht, allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass ich mich damit über die fehlenden Schultertasten hinwegtrösten könnte.

Kamera des Black Shark 3

Black Shark 3 Camera 2

Während sich die aktuellen Flaggschiff-Modelle meist über ihre Fotoqualität definieren, steht die Kamera bei Gaming-Smartphones nicht wirklich im Fokus. In Teilen wird das auch beim Black Shark 3 deutlich, wenngleich das Gerät immer noch in der Lage ist, durchaus akzeptable Fotos zu schießen.

Die Fotos, welche die 64-Megapixel-Hauptkamera ausspuckt, bieten einen guten Dynamikumfang und ausreichend Details, obwohl die standardmäßige Auflösung nur 16 Megapixeln beträgt. Auch die Bilder der 13-Megapixel-Weitwinkelcam sind brauchbar und überzeugen mit einer immer noch recht guten Detailwiedergabe. Dennoch ist natürlich ein Abfall zum Hauptsensor zu sehen – den weitern Blickwinkel erkauft man sich hier wie so oft mit einer schlechteren Bildqualtät.

Zu den Testfotos des Black Shark 3

Die Unterschiede im Vergleich mit aktuellen Flaggschiff-Smartphones sind beim Black Shark 3 trotz der recht guten Fotoqualität schon bei Tageslicht zu erahnen. Die Fotos aktueller Top-Modelle wirken stets noch ein wenig schärfer und bieten eine natürlichere, nicht ganz so knallige Farbwiedergabe. Zusatz-Funktionen wie der Portrait-Modus oder eine Zoom-Möglichkeit funktionieren beim Black Shark 3 nicht ganz so gut oder fehlen ganz. Zudem überzeugen die regulären Flaggschiffe vor allem in der Nacht mit einer besseren Bildqualität. Sie verfügen einfach meist über lichtstärkere Optiken, bessere Sensoren und womöglich auch aufwendigere Nacht-Modi, auf die beim Black Shark 3 verzichtet wurde.

Alles in allem bietet das Black Shark 3 jedoch eine gute Fotoqualität und taugt definitiv für den ein oder anderen Schnappschuss. Überzeugend ist übrigens auch die 20-Megapixel-Frontkamera des Smartphones, welche scharfe Selfies und auch Videos aufnehmen kann. Letzteres ist womöglich für die anvisierte Zielgruppe interessant, falls man einen Livestream vom Smartphone aus starten möchte.

Software des Black Shark 3

Black Shark 3 Software

Ausgeliefert wird das Black Shark 3 mit der JOYUI 11, welche auf der MIUI 11 und damit wiederum auf Android 10 aufbaut. Grundsätzlich gleicht der Funktionsumfang daher jenem aktueller Xiaomi-Smartphones. Zusätzlich wurden allerdings die zuvor beschrieben Gaming-Features hinzugefügt und die Optik des Betriebssystems überarbeitet.

Die Software schaut daher genau so aus, wie man sie eben von einem Gaming-Smartphone erwarten würde. Nicht mehr viel erinnert an das reine Android von Google. Icons, Hintergründe und Co. wirken etwas verspielt, können aber natürlich vom Nutzer geändert werden. Würde ich das Black Shark 3 zukünftig täglich nutzen, würde ich daher wohl einen alternativen Launcher wie den Nova Launcher installieren, um etwas von Googles Stock Android-Feeling zurückzuerhalten.

Die Usability der JOYUI 11 ist allerdings gelungen. Beliebte und von mir sehr geschätzte MIUI-Features wie die exzellente Gestensteuerung sind auch hier mit an Bord und selbstverständlich sehr gut umgesetzt. Auch zahlreiche System-Elemente wie die Multitasking-Übersicht und die meisten Standard-Apps kommen im klassischen MIUI-Design. Sie wirken daher nicht nur optisch ansprechend, sondern sind auch optimal zu bedienen.

Im Gegensatz zur MIUI 11 muss man bei der JOYUI 11 sogar nicht auf den klassischen App-Launcher verzichten. Er ordnet die Anwendungen zusätzlich nach verschiedenen Kategorien, was für den ein oder anderen womöglich die Übersicht verbessern dürfte. Außerdem werden oben die am häufigsten verwendeten Apps angezeigt, sodass diese stets einfach erreichbar sind.

Zusammengefasst bietet die JOYUI 11 auf dem Black Shark 3 somit einen überzeugenden Funktionsumfang, wenngleich sie im Auslieferungszustand nicht jedem optisch zusagen dürfte. Nichtsdestotrotz sollte die gelungene Software gebührend berücksichtigt werden. Dass so etwas insbesondere bei Gaming-Smartphones nicht immer vorausgesetzt werden kann, wurde erst kürzlich in unserem Test des Red Magic 5G deutlich.

Akku des Black Shark 3

Black Shark 3 Akku

Mit seiner Kapazität von 4.720 mAh fällt der Akku des Black Shark 3 überaus potent aus – und das wird auch bei der alltäglichen Nutzung deutlich! Ohne Probleme kann das Smartphone zwei Tage ohne Nachladen verwendet werden, solange man es mit dem Gaming nicht übertreibt. Im Test kam ich stets auf Screen-On-Zeiten von mindestens 7 Stunden, teilweise waren gar 9 Stunden möglich. Dabei sollte allerdings berücksichtigt werden, dass ich aufgrund der derzeitigen Situation viel Zeit daheim im WLAN verbracht habe. In einem regulären Alltag und mit 5G-Einsatz könnte die Laufzeit etwas schlechter ausfallen. Das wäre allerdings nicht sonderlich schlimm. Denn selbst dann würde man noch locker einen Tag mit dem Black Shark 3 durchstehen.

Und ist der Akku dann doch einmal leer, kann er sehr schnell wieder aufgeladen werden. Offiziell unterstützt das Smartphone eine Ladeleistung von bis zu 65 Watt. Diese konnte ich allerdings nicht testen, da des Gerät mir nicht mit dem offiziellen Lieferumfang zugestellt wurde. Den Herstellerangaben zufolge soll das Gerät mit seinem Original-Netzteil allerdings in nur 12 Minuten auf 50 Prozent laden und innerhalb von 38 Prozent voll aufgefüllt sein.

Etwas langsamer gelingt das Aufladen über die alternativen magnetischen Ladeanschlüsse auf der Rückseite des Black Shark 3. Das dazu passende Ladekabel muss separat erworben werden und lädt dann mit bis zu 18 Watt auf. Wieso man das vorziehen sollte? Im Gegensatz zum USB-C-Kabel stört das magnetische Ladekabel nicht beim Gaming, da es nicht an der Gehäuseseite im Weg hängt. Die gut durchdachte Lösung kostet zwar noch einmal 24,90 Euro – das ist der Komfortgewinn aber meiner Einschätzung nach wert.

Und sonst noch?

Black Shark 3 Lighting 5g

  • Das Black Shark 3 besitzt einen exzellenten Vibrationsmotor. Er ist sogar so gut, dass ich ausnahmsweise die Vibration beim Tippen eingeschaltet lies – normalerweise ein No-Go bei mir!
  • Der Fingerabdrucksensor im Display des Black Shark 3 ist leider nicht allzu zuverlässig und könnte etwas flotter reagieren. Schick ist allerdings, dass man als Nutzer zwischen mehreren Animationen für die Erkennung auswählen kann.
  • Die beiden Stereo-Lautsprecher auf der Vorderseite bieten einen klaren Klang und können laut aufgedreht werden. Selbst zum Musikhören eignen sie sich mit gewissen Einschränkgungen. In meinen Augen hätten sie allerdings noch etwas mehr Bass vertragen können, denn bei Shootern und ähnlichen Spielen klingen sie flacher, als ich es mir bei einem Gaming-Smartphone erhofft hätte.
  • Obwohl das Black Shark 3 preislich in der Oberklasse mitspielt, ist erstaunlicherweise kein NFC-Chip an Bord. Das schränkt die Alltagstauglichkeit des Smartphones durchaus ein – mobiles Bezahlen ist somit beispielsweise nicht möglich!
  • Ebenfalls enttäuschend ist, dass das Black Shark 3 nur über Widevine Level 3 verfügt und damit nicht die HD-Wiedergabe bei den bekannten Streaming-Anbietern unterstützt. Netflix ist laut Google Play Store nicht einmal kompatibel, kann über dritte Quellen jedoch installiert werden.
  • Je nach Version besitzt das Black Shark 3 128 GB oder 256 GB internen Speicher. Das reicht für eine große Musiksammlung und zahlreiche Spiele aus. Dennoch ist es natürlich etwas schade, dass ein microSD-Slot fehlt.
  • Das Black Shark 3 ist Dual-SIM-fähig und unterstützt den neuen Funkstandard 5G. Letzteres ist 2020 allerdings noch eher nebensächlich und dürfte für viele kein Kaufargument darstellen.
  • Eine herkömmliche Klinkenbuchse ist beim Black Shark 3 noch mit an Bord. Das Smartphone kann somit mit allerlei Kopfhörern verwendet werden. Kabellose Alternativen können per Bluetooth 5.0 verbunden werden.

Fazit zum Black Shark 3

Black Shark 3 Back 1

Xiaomi ist mit dem Black Shark 3 ein klasse Smartphone gelungen. Sieht man einmal von der Display-Problematik meines Testgeräts ab, kann das Gerät in der Praxis beinahe ohne Einschränkungen überzeugen. Vor allem die sehr starke Performance und die lange Akkulaufzeit sprechen für das Modell.

Als Gaming-Smartphone macht das Black Shark 3 eine recht gute Figur. Die Performance ist super, das Display schnell und die Software-Funktionen sind eine nette Beigabe. Auch das außergewöhnliche Design mit der beleuchteten Rückseite ist auf die Zielgruppe ausgerichet und dürfte dieser zusagen.

Dennoch fehlte mir im Testzeitraum das entscheidende Argument, weshalb man als Gamer nun unbedingt zum Black Shark 3 greifen sollte. Reguläre Flaggschiff-Smartphones bieten ebenfalls eine starke Performance und ein annähernd vergleichbares Gaming-Erlebnis. Punkte wie die besonders guten Lautsprecher oder die Software-Features reichen da für mich nicht unbedingt aus, um den Griff zu einem auffälligen Gaming-Modell zu rechtfertigen.

Ein wirkliches Upgrade für das Gaming-Erlebnis erhält man mit dem Black Shark 3 erst, indem man sich zusätzliches Zubehör dafür besorgt. Die physischen Schultertasten sind leider dem Top-Modell Black Shark 3 Pro vorbehalten, welches allerdings noch einmal 200 Euro teurer ist. Das ist ein gewaltiger Aufpreis, sodass man sich als Kunde gut überlegen sollte, ob einem das die Schultertasten und die anderen Vorteile wie das größere und schärfere Display wert sind.

Mit einem Preis von 599 Euro stellt das Black Shark 3 trotz dieser Einschränkungen ein interessantes Gaming-Smartphone mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis dar. Die Ausstattung liegt auf Top-Niveau, der Preis darunter. Damit taugt es für alle, die gerne hin und wieder ausgiebig an ihrem Smartphone zocken und nicht auf eine Kamera auf Flaggschiff-Niveau angewiesen sind.

Obwohl die potenzielle Zielgruppe des Black Shark 3 damit an sich auch über die Grenzen der Gaming-Community herausreicht, dürfte das ungewöhnliche Design viele Interessenten abschrecken. Auch ich stellte mir im Testzeitraum die Frage nach der Alltagstauglichkeit solcher Gaming-Smartphones und musste sie in meinem Fall als nicht gegeben beantworten. Zu klobig und zu auffällig wäre mir das Black Shark 3 für den alltäglichen Einsatz.

Dennoch konnte mich das Smartphone am Ende überzeugen. Und ich bin mir sicher: Gamer mit einem begrenzten Geldbeutel werden ihren Spaß mit dem Black Shark 3 haben!

Hinweis

Sollte die anfangs geschilderte Problematik im 90 Hz-Modus doch kein Einzelfall sein, wäre meine Bewertung selbstverständlich schlechter ausgefallen. Auf Basis der aktuellen Informationslage habe ich sie allerdings nicht weiter in das Fazit mit einbezogen, da vieles darauf hindeutet, dass lediglich mein Gerät davon betroffen ist.

Wertung des Autors

Niklas Jutzler bewertet Black Shark 3 mit 4.2 von 5 Punkten.


Hinterlasse deine Meinung

Bitte bleibe freundlich. Du kannst auch als Gast kommentieren (Anleitung).

Um mobiFlip.de nutzen zu können, müssen Cookies in Deinem Browser aktiviert sein.