bq Aquaris M5 Testbericht

Ich hatte die Gelegenheit, das Android-Smartphone Aquaris M5 einem gründlichen Test zu unterziehen, und musste am Ende zum Fazit kommen: Ganz schön okay. 

Mit dem Aquaris M5 und seinen Brüdern 4.5 und 5.5 hat der spanische Hersteller bq die E-Reihe – wobei ich ein Ableger der Familie durch das E5 Ubuntu Edition bereits testen konnte – abgelöst und technisch aufpoliert, doch am üblichen, klobigen Design hat sich nichts geändert.

Technische Daten

  • 69,4 x 143 x 8,4 mm, 144 Gramm
  • 5 Zoll Displaydiagonale, 1920 x 1080 Pixel (400 PPI)
  • Qualcomm Snapdragon 615, 8 Cortex-A53-Kerne bis zu 1,5 GHz
  • 2 GB RAM
  • 16 GB Speicher  (nutzbar davon etwa 11,8 GB), erweiterbar per microSD um bis zu 64 GB
  • Zwei micro-SIM-Slots, LTE
  • WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0, GPS, NFC, mehrfarbige Benachrichtigungs-LED, microUSB, 3,5-mm-Klinkenstecker
  • Kameras
    • hinten: Sony IMX214, 13 MP mit Dual-LED-Flash und Autofokus, FHD-Video
    • vorne: 5 MP mit LED-Flash, FHD-Video

Von außen betrachtet

Angefangen bei Haptik und Äußerem ist das Aquaris M5 gegenüber dem Referenzgerät E5 noch immer wertig anzufassen, doch leider auch wie eh und je unbequem in der Hand. Die bemängelte „Kante“, die sich zuvor auf der Vorderseite befand, findet sich nun in schmalerer Version an der Rückseite. Man hat das Gefühl, das Gehäuse sei aus zwei verschieden großen Formen zusammengedrückt worden. Trotz der im Übrigen nicht abnehmbaren und für Fingerabdrücke anfälligen Rückseite aus Plastik kommt zusammen mit dem Gewicht von 144 Gramm ein ordentlicher Eindruck auf.

bq-aquaris-m5-full-front

Der Powerbutton, den ich beim E5 Ubuntu etwas bemängelte, wurde von der obersten Position an der rechten Seite etwa in die Mitte gerutscht und ragt etwas mehr heraus, wodurch er wesentlich besser zu erreichen ist. Darüber gibt es die Lautstärkebuttons, worüber der microSD-Slot angebracht ist, welcher inzwischen auch in Form eines mit einem Pin herausfahrbaren Trays existiert. Die micro-SIM-Slots sind auf der linken Seite verblieben. Unter dem Display gibt es Softbuttons im Lollipop-Design für die üblichen Android-Aktionen „Zurück“, „Home“ und „Taskmanager“. Diese reagieren auf Anhieb und melden sich mit einem, wie ich finde, angenehmen Feedback durch Vibration zurück.

Software und Performance

Auf dem Aquaris M5 kommt reinstes Android in Version 5.0.2 zum Einsatz und bq hat sich auch nicht die Mühe gemacht, eine Hersteller-Oberfläche zu installieren – was ich grundsätzlich immer begrüße. Selbst Bloatware findet sich ausschließlich in Form der „bq Plus“-App, mit der ihr euch eine erweiterte Garantie für den Schadensfall klicken könnt. Übrigens: Das M5 unterstützt Double-Tap-to-wake, was ich eher durch Zufall herausgefunden habe. Leider ist die Android-Version nicht auf dem ganz aktuellsten Stand, mit dem letzten Update wurde sie auf Android 5.1.1 Lollipop gehoben.

bq-aquaris-m5-full-left

Meine getestete Version des M5 war die mit 2 GB Arbeitsspeicher, eine mit 3 GB ist für einen Aufpreis ebenfalls verfügbar. In Verbindung mit dem Qualcomm Snapdragon 615, einem Mittelklasse-SoC, funktioniert Android durchweg flüssig. Ein bisschen gespielt habe ich mit dem M5 auch, dafür nahm ich EAs Real Racing 3 zur Hand, einen recht anspruchsvollen Renntitel. Dieser lief überraschend flüssig und hing sich nur mal in Ladebildschirmen auf. Leider resultierte das performante Zocken nach etwa zehn Minuten auch in einer Wärmeentwicklung, die sich nicht nur auf die Rückseite beschränkte, sondern sich auch in den Bereich des Hörers zog.

Als zweiten Test habe ich noch das Shooter-Spiel „Hitman Sniper“ hinzugezogen, welches sich mit unangenehmen Rucklern bis hin zur Unspielbarkeit präsentierte. „Normale“ Arcadetitel wie „Subway Surfers“ hingegen ließen sich problemlos spielen. Klar ist also, dass es definitiv kein Smartphone für Hardcore-Zocker ist, für den ein oder anderen Titel im Wartezimmer reicht es allerdings vollkommen aus. Wer weniger auf subjektive Performanceberichte steht, sondern mehr Wert auf die nackten Fakten von AnTuTu legt, findet nachfolgend die entsprechenden Screenshots.

Display

Beim Display hat sich bq offenbar tatsächlich etwas gedacht und eine Eigenentwicklung geltend gemacht, denn hier findet sich, abgesehen von der mehr als ausreichenden Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln auf 5 Zoll Bildschirmdiagonale, was in einer Pixeldichte von 400 PPI resultiert, die „Quantum Color+“-Technologie, die auf einer separaten Seite vom Hersteller erklärt wird. Das heißt im Alltag: Knallige Farben, guter Blickwinkel, ausreichende Helligkeit und einfach rundum Bildschirmspaß. Lesen, Fotos und Videos schauen, spielen – es scheint, als ob das Display genau für diese Smartphone-Aufgaben gemacht wäre und

Kamera

Wie immer bin ich wahrlich kein Kamera-Experte, doch sind die Fotos für die unscheinbare Kamera meines Erachtens wirklich gut. Teilweise wurden die Fotos am gleichen Ort (nämlich auf der #1und1hwl) aufgenommen, wie die des Moto X Plays, und die Ergebnisse sind durchaus ähnlich, vermutlich dank des ähnlichen verbauten Sony-Sensors. Selbst bei schlechten Lichtverhältnissen wirken die Bilder noch aussagekräftig und scharf, die Nah-Aufnahmen sind für meine Eindrücke ebenfalls gelungen.

Lautsprecher und Akku

Man kommt mit dem Akku definitiv über den Tag, wofür man sich gar nicht mal viel anstrengen muss. Auch die Standby-Zeiten sind vollkommen im Rahmen: Lässt man es beispielsweise nur mal eine Nacht liegen, knabbert es vielleicht 5 bis 10 Prozent am Akku. Diese Erfahrung wird auch vom Batterietester von AnTuTu belegt.

bq-aquaris-m5-logo-bottom

Zu den an der Unterseite des Smartphones platzierten Lautsprechern gibt es leider wenig zu sagen, sie sind weder herausstechend gut noch herausstechend schlecht – sie machen Krach und das ist auch gut so.

Fazit

Am bq Aquaris M5 ist eigentlich wenig auszusetzen. Das Display ist hervorragend, die Kamera geht vollkommen in Ordnung, die Akkulaufzeit ist wie bei vergleichbaren Modellen und die Performance kann mit dem aktuellen Durchschnittsmarkt mithalten. Das Problem ist eben genau das: Es ist purer Durchschnitt, und dafür leider mit seinen 269 Euro wieder zu teuer. Wer auf der Suche nach einem etwas außergewöhnlicheren Gerät ist, könnte vielleicht dem OnePlus X für das gleiche Geld eine Chance geben.

Wie immer gilt wieder der Dank bq für die Bereitstellung des Testgeräts sowie Kollege Niklas, der die Fotos schoss. Weitere Informationen und den offiziellen Shop von bq findet ihr hier

Teilen

Hinterlasse deine Meinung
Du kannst auch als Gast kommentieren (Anleitung). DISQUS respektiert „Do Not Track“ und bietet einen Datenschutz-Modus an. Informationen zum Datenschutz auf mobiFlip.de findest du hier.