3D-Drucker Dremel Idea Builder 3D20 – Fazit zum Drucker

Über das Thema 3D-Drucker habt ihr hier in den vergangenen Wochen nun einiges gelesen. Im Grunde gibt es soviel zu schreiben, dass man darüber eine eigene Website bzw. einen Blog erstellen könnte. Wir haben unter dem Tag #Dremel alles einsortiert und wenn ihr auf diesen Link klickt noch einmal in einer Übersicht zum nachschlagen.

Von der Einrichtung des Druckers, über die Erstellung von 3D Objekten im Browser, wie man Fehler in STL-Dateien behebt und auch wie man 3D-Scans mittels einer Microsoft Xbox Kinect erstellt, ist mittlerweile tatsächlich schon einiges zusammen gekommen. In diesem Artikel fasse ich nun also alles zusammen, was ich bisher noch nicht so ganz verbloggen konnte, weil es in den entsprechenden Artikel nicht reingepasst hat.

Für mich wäre noch ein super interessantes Thema die verschiedenen Filament-Sorten. Es gibt nicht nur verschiedene Farben, fluoreszierende Farben und auch unter UV-Licht leuchtende Farben, sondern auch verschiedenste besondere Materialien, wie Nylon, Holz oder gar Carbon sind mittlerweile verfügbar und können gedruckt werden.

Im Falle von Holz-Filament sprechen die Hersteller davon, dass es sich anfühlt und auch bearbeiten lässt wie Holz. Werden die verschiedenen Schichten mit kleinen Temperatur-Unterschieden gedruckt, so erhalten sie dadurch auch verschiedene Farben, fast wie die typischen Jahresringe.

(c) 3druck.com

Das Thema wäre wirklich super interessant, da aber Dremel verständlicherweise sagt, dass man keine Filamente außer denen von Dremel verwenden soll, werde ich das mit dem Testgerät auch nicht machen. Im Grunde ist aber auch ein solches Holz-Filament „nur“ ein PLA-Filament und sollte keine Schwierigkeiten bereiten, wenn der Drucker mit den Werten sonst klar kommt (1.75mm und PLA). Sollte ich mir nach der Testphase einen 3D-Drucker zulegen, reiche ich einen solchen Test gerne nach, denn das Thema interessiert mich brennend.

Auch Nylon ist ein sehr interessantes Filament. Hiermit werden unter anderem sogar Schuhe oder Schuhsolen gedruckt! Je nach Wabenmuster ist es dann mehr oder weniger nachgiebig. Ähnlich wie die Tupper-Wabbel-Backformen usw. Krasses Thema!

Ebenso ziemlich schick ist die Möglichkeit sich seinen 3D-Drucker zu modifizieren oder gar Einzelteile davon selbst auszutauschen oder zu reparieren. Manche Drucker basieren sogar auf dem System, dass die Einzelteile davon ausgedruckt werden können. Besitzer eines solchen Druckers bieten teilweise dieses Service an. Dadurch werden die Kosten des Druckers gleich zum Kauf minimiert.

Was ich selbst probiert hatte, war die Modifikation des Dremels, da ich mir eine Filament-Rolle eines Drittanbieters gekauft hatte. Der Dremel 3D Builder beherbergt das Filament im Inneren des Gehäuses. Selbiges umschließt den ganzen Drucker und soll dadurch die Geräuschkulisse beim Druck minimieren. Die seitliche Filament-Halterung führt die Filament-Rolle durch eine Mulde im Gehäuse, weswegen bestimmte Rollen (zu breit oder zu großer Durchmesser) nicht in das Gehäuse passen oder festklemmen können.

Nachdem ich aber nicht die ganze Rolle abrollen und auf eine Original-Rolle wieder aufrollen wollte, hatte ich Google befragt.

Filament Dremel Idea Builder 3D20 3DPrinter 3DDrucker

Es gibt eine einfache Halterung auf Thingiverse, mit insgesamt 3 Öffnungen, die die verschieden großen Rollen auch im Inneren ermöglichen. Diese beiden Einzelteile lassen sich einfach ausdrucken und mit den vorhandenen Schrauben befestigen. Die Lösung war also super einfach. Drucken, austauschen und ich konnte mein falsch bestelltes Filament doch noch nutzen. Schon irgendwie interessant, oder? Man nutzt die Maschine, um die Maschine selbst zu modifizieren. Verrückt. :)

Ebenfalls müssen auch noch Misserfolge und Fehlschläge erwähnt werden. Nicht jeder Druck funktioniert! Die Großzahl klappt bei richtigen Einstellungen sofort, manche mit ein wenig Optimierung, sehr wenige auch gar nicht. Im Grunde ist das wichtigste ein korrekter Druck der ersten 2-3 Schichten. Falls diese korrekt gedruckt werden, laufen 99 % der Drucke bis zum Ende durch. Wenn hier schon beispielsweise die folgenden Probleme auftreten:

  • Erste Schicht biegt sich in den Ecken nach oben
  • Druck hält nicht auf der Grundfläche
  • Schicht klebt nicht zu einer Fläche zusammen und man behält praktisch die einzelnen Fasern
  • etc.

wird der Druck meist nichts. Das folgende Foto zeigt eine verhunzte erste Schicht auf der Unterseite des Companion Cubes. Der fertige Würfel passt aber bis auf einen minimal schiefen Boden perfekt und kann trotzdem genutzt werden und sorgt für große Augen, wenn man darin Kartenspiele und Würfel etc. aufbewahrt.

Companion Cube

Es gibt natürlich auch Fehldrucke, die überhaupt nicht zu retten sind. Dies kann zum einen in der hälfte um einige Millimeter verschobene Figur sein, oder auch nur Filament, welches zu kalt gedruckt wird etc.:

3D Drucker Fail

In den meisten Fällen hilft es die Ausrichtung der Druckfläche erneut durchzuführen, falls in der ersten Schicht schon Fehler auftreten. Diese sollte mit zwei Schrauben absolut eben eingestellt werden. Abgesehen davon muss der Abstand zur Düse mit der dritten Schraube optimal eingestellt werden. Hierfür gibt es eine Schablone aus Pappe und einen Assistenten im Display, damit wird der Abstand richtig eingestellt.

Dann ist es auch noch wichtig, das der Drucker auf einem stabilen Untergrund und nicht in Zugluft steht. Gerade die Lüftung ist sehr wichtig, da Drucke mit zu viel Kühlung ebenso beeinträchtigt werden, wie welche mit zu wenig Kühlung. Die Drucktemperatur sollte ebenso erst einmal korrekt ausgetestet werden. Der Dremel druckt PLA-Filament bei 220 Grad. Manches Filament ist aber auch bei 190Grad schon perfekt druckbar. Hier hilft nur ausprobieren, wenn mal bei einem neuen Filament nicht alles gleich perfekt wird.

Mein Fazit

Mich persönlich fasziniert 3D-Drucken ungemein. Dies wird natürlich nicht auf jeden Leser zutreffen. Im Grunde hilft es meist schon, wenn man ein kleines Bastel-Hobby hat. Mal eben ein Ersatzteil für das Model-Auto, oder die Drohne ausdrucken, etwas mit einem gedruckten Ersatzteil reparieren, Schmuck ausdrucken etc. Das macht unglaublich Spaß, wenn das Ergebnis überzeugt. Auch das lackieren mit Acryl-Lack ist problemlos möglich, wie der folgende Hammer Thors (kleines Ornament für den #nerdchristmastree) zeigt:

Lackierter Hammer Thors

In der Testzeit haben wir auch Plastik-Schachteln in Geschenkeform, andere Geschenkverpackungen zum tüfteln, Spielzeug, Halterungen für das Handy oder die Uhr oder gar die Ornamente und den Schmuck für den Nerd-Weihnachtsbaum 2015 ausgedruckt. Auf Thingiverse findet sich dort vom Todesstern, über den Hammer Thors, zu Star Trek, Space Invaders, die Tardis oder auch in Form von Super-Mario-Figuren so ziemlich alles, was man hierfür irgendwie nutzen könnte.

Nerd-Christmastree

Wir haben wirklich alles gegeben, gedruckt und gedruckt und wurden nur sehr selten vom Drucker enttäuscht. Fast alles konnte auch ohne Anpassungen sofort gedruckt werden. Ich würde die Fehlerquote auf ca. 10 Prozent einstufen. Dabei ist aber oft auch der Mensch vor der Maschine das Problem gewesen. Steilere Winkel als 45 Grad lassen sich eben ohne Stützstreben nicht drucken, oder die falsche Beschichtung auf der Druck-Ebene führt einfach zwangsläufig dazu, dass das frische Filament nicht darauf hält -> Erste Schicht ist fehlerhaft -> kompletter Druck ist damit meist zum Scheitern verurteilt.

Generell kann ich aber für den Dremel fast nur Lob aussprechen! Eine wirklich tolle und trotz umfangreichem Thema – möglichst einfach zu bedienende Maschine. Wer gerne tüftelt, oder den Drucker mehr oder weniger selbst aufbauen möchte, findet sicherlich auch günstigere Modelle oder Drucker mit noch mehr Features zum gleichen Preis. Aber der Normalanwender dürfte mit dem Dremel sehr zufrieden sein, da man ihn im Grunde nur auspacken und mit Filament füttern muss. Dann die Druckplattform einstellen und schon kann es losgehen. Daumen hoch!

Wertung des Autors
Michael Meidl bewertet Dremel Idea Builder 3D20 mit 4.8 von 5 Punkten.

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