Die geplante Deutschland-App für digitale Behördengänge verzögert sich deutlich, weil Digitalminister Karsten Wildberger die Anforderungen erhöht hat.
Die Anwendung soll Bürgern künftig ermöglichen, Verwaltungsleistungen bequem von zu Hause aus zu erledigen. Nach Informationen des Handelsblatts liegt das Vorzeigeprojekt des Bundesdigitalministeriums allerdings deutlich hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück.
Die Zeitung beruft sich dabei auf Kommunen, die an einem Pilotbetrieb teilnehmen sollen, sowie auf weitere mit dem Projekt vertraute Personen. Die Verzögerungen betreffen damit bereits die geplante Erprobung der Anwendung.
Deutschland-App soll umfangreicher werden als das US-Vorbild
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hat die Anforderungen an die Deutschland-App nachträglich erhöht. Die Anwendung soll mehr Funktionen bieten als das vergleichbare Angebot aus den USA. Der größere Funktionsumfang geht nach den vorliegenden Informationen allerdings zulasten des Zeitplans.
Die Bundesregierung verfolgt mit dem Projekt das Ziel, den Zugang zu staatlichen Dienstleistungen zu vereinfachen. Statt für einzelne Verwaltungsangelegenheiten persönlich bei Behörden erscheinen zu müssen, sollen Bürger entsprechende Vorgänge künftig digital erledigen können.
Genauer Funktionsumfang noch unklar
Konkrete Angaben dazu, welche zusätzlichen Funktionen die Deutschland-App gegenüber dem US-Pendant erhalten soll, sind nicht bekannt. Grundlegend sollen Leistungen rund um Familie, Wohnen, Soziales und Unternehmensgründung geboten werden.
Für die beteiligten Kommunen bedeutet die Verzögerung zunächst, dass sich die praktische Erprobung weiter nach hinten verschiebt. Für Bürger bleibt die angekündigte zentrale Anwendung für Verwaltungsleistungen vorerst ein Zukunftsprojekt.
Der größere Funktionsumfang mag langfristig Vorteile bringen. Bei der Digitalisierung der Verwaltung wäre allerdings schon viel gewonnen, wenn häufig benötigte Dienstleistungen zuverlässig und unkompliziert online funktionieren würden. Eine umfangreiche App allein macht schließlich noch keine digitale Verwaltung.
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