Deutschlandticket light: Verkehrsminister stoppen vorerst die Beratungen

Re Bereit Zur Abfahrt

Bild: Deutsche Bahn AG / Dominic Dupont

Das geplante „Deutschlandticket“ light für Gelegenheitsfahrer wird vorerst nicht eingeführt. Die Verkehrsminister haben die Beratungen dazu gestrichen.

Auf der Verkehrsministerkonferenz in Hohenschwangau wurde ein entsprechender Antrag von Hamburg und Nordrhein-Westfalen mehrheitlich von der Tagesordnung genommen. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR) begründeten die Teilnehmer die Entscheidung mit der kurzfristigen Einreichung des Antrags.

Deutschlandticket light sollte ohne monatliches Abo funktionieren

Das Konzept sah einen bundesweiten elektronischen Tarif vor, der besonders für Menschen interessant gewesen wäre, die Busse und Bahnen nur gelegentlich nutzen. Anders als beim regulären Deutschlandticket wäre keine feste monatliche Abogebühr angefallen.

So sollte das Deutschlandticket light funktionieren:

Damit hätten Gelegenheitsfahrer nur ihre tatsächlichen Fahrten bezahlt, ohne das Kostenrisiko eines teureren Monats mit vielen Fahrten tragen zu müssen.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hatte bereits im Vorfeld auf fehlende finanzielle Mittel verwiesen. Angesichts bestehender Finanzierungslücken im Regionalverkehr sei eine Ausweitung des Angebots derzeit nicht realistisch.

Auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen lehnte den Vorschlag ab. Unterstützung kam dagegen vom Fahrgastverband Pro Bahn und von Sozialverbänden.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) bezeichnete die Entscheidung als verpasste Chance für Digitalisierung und einfachere Tarife. Er widersprach zudem der Darstellung, der Antrag sei zu spät eingereicht worden. Hamburg und Nordrhein-Westfalen wollen das Thema auf der nächsten Verkehrsministerkonferenz erneut behandeln lassen.

Für Gelegenheitsfahrer bleibt damit vorerst alles beim Alten. Gerade die Kombination aus nutzungsabhängiger Bezahlung und monatlicher Preisgrenze hätte den Nahverkehr für Menschen ohne Deutschlandticket-Abo deutlich unkomplizierter machen können. Schade.

mobiFlip bei Google bevorzugen – unsere Beiträge öfter sehen Quelle wählen ↗
Weitere Themen
Hinterlasse deine Meinung

1 Kommentar aufrufen

Die mobile Version verlassen