Google Plus im Vergleich: Google Check In vs. Foursquare

Foursquare, der bisher meist genutzte CheckIn-Dienst, bekommt Konkurrenz durch Google Checkin. Der Suchmaschinenriese will mit dem hauseigenen Service die Nutzer auf seine Seite ziehen. Was beide Dienste leisten und ob Googles Anliegen erfolgreich sein kann, schauen wir uns genauer an.

Checkin-Dienste bieten die Möglichkeit, mit dem Smartphone virtuell in Geschäfte und Orte einzuchecken, an denen man sich gerade befindet. In erster Linie dienen solche Dienste dazu, Freunden und Kontakten mitzuteilen, was man gerade macht und wo man sich gerade aufhält.

Beispielsweise kann sich der Nutzer beim Kaffeetrinken in das jeweilige Café einchecken, wobei seine Kontakte diese Information nutzen können, um ihn zu besuchen. Die Funktion bietet so eine komfortable Möglichkeit, spontane Treffen zu verabreden, soweit man eine freie Minute übrig hat.

Damit könnte es bei entsprechender Verbreitung der Vergangenheit angehören, alle Freunde danach zu fragen, wo sie sich gerade befinden und ob jemand Lust auf ein Treffen hätte.

Was kann Foursquare?

Bisher hat sich Foursquare neben Facebook Places als stärkster Dienst etabliert. Gründe dafür sind u.a. die Unabhängigkeit von sozialen Netzwerken, ein eigenes Portal und eine eigene App. Zudem weist der Dienst ein breites Portfolio an netten Zusatzfunktionen auf.

Für das Einchecken wird die aktuelle Location via GPS oder Mobilfunknetz abgefragt und die in der Umgebung befindlichen Orte angezeigt. Der Checkin kann zusätzlich mit einem Kommentar und Foto versehen werden. Das Teilen mit Facebook-, Twitter- und Foursquare-Kontakten ist möglich. Ist dies nicht gewünscht, kann der Checkin ganz privat gehalten werden („off the grid“).

Existiert der gewünschte Ort nicht in der App, lässt sich problemlos ein neuer erstellen sowie Name, Kategorie und die genaue Adresse hinzugefügt werden. Jeder Nutzer kann zu jedem Ort einen Tipp hinterlassen, wie beispielsweise empfehlenswerte Speisen bei Restaurants. Etwas persönlicher wird es bei den ToDo’s. Hierbei können zu bestimmten Orten Notizen hinterlegt werden. Die Übersicht hierzu erscheint in einem extra Bereich der App. Ansonsten erhält man einen Hinweis zu gespeicherten Notizen, wenn man den jeweiligen Ort in Foursquare öffnet und einchecken möchte. Diese lassen sich nun abhaken oder entfernen.

Wie bei Facebook können Unternehmen auch bei Foursquare Sonderangebote hinterlegen, wie beispielsweise zehn Prozent Rabatt auf bestimmte Produkte. Einige Café’s bieten auch an, dass bei einer gewissen Anzahl von Checkins in einem bestimmten Zeitraum, der nächste Kaffee umsonst ist oder man zusätzlich ein Stück Kuchen auf Kosten des Hauses bekommt. Eine nette Möglichkeit, um verlockende Angebote auf moderne Art und Weise anzubieten.

Neben den nützlichen Funktionen gibt es noch die spielerische Möglichkeit, sog. Badges zu sammeln und Mayor von Orten zu werden. Wer viel unterwegs ist, bekommt viele Badges für verschiedenste Dinge. Wer oft am selben Ort eincheckt, kann dort Mayor (Bürgermeister) werden.

Was kann Google Plus Check In?

Wer jetzt Angst hat, einen halben Aufsatz über Funktionen lesen zu müssen, den kann ich vorerst beruhigen, denn die Checkins bei Google Plus sind derzeit im Funktionsumfang noch sehr beschränkt. In die sog. Google Places kann derzeit über die Google Plus-App, die mobile Seite und über Latitude in Google Maps eingecheckt werden. Da Latitude nicht überall verfügbar ist, beschränken wir uns auf die Google Plus-App und die mobile Seite.

Die Funktionen der Google Plus Checkins sind in einem Satz erklärt. Man kann in die Orte (Google Places) mit dem Smartphone einchecken, dazu ein oder mehrere Fotos hinterlegen, einen Kommentar dazu schreiben und entscheiden, mit welchen Kreisen und Kontakten das Ganze geteilt werden soll. Dies sind alle derzeitigen Funktionen. Neue Orte sind nicht erstellbar, es gibt keine Möglichkeit für Sonderangebote o.ä. und ein spielerischer Gedanke fehlt gänzlich.

Das macht die Checkin-Funktion von Google Plus nicht zwingend zum schlechteren Produkt. Es beschränkt sich lediglich auf den wesentlichen Teil solcher Dienste, nämlich seinen Kontakten mitzuteilen wo man sich gerade befindet.

Fazit

Kommen wir zum fast schwierigsten Teil des ganzen Artikels, zum Fazit und der Abwägung, ob bestimmte Dinge verzichtbar sind oder nicht. Der Funktionsumfang von Foursquare ist umfangreich und steht in keinem Vergleich zu den Checkins via Google Plus. Die Hauptfrage der Vergleiche ist allerdings diejenige, ob Google Plus andere Netzwerke und die damit verbundenen externen Dienste ablösen kann.

In meinen Augen ist dies eindeutig zu bejahen. Zwar muss man sich auf einige Einschränkungen gefasst machen, doch erledigt der Google-Dienst die Grundaufgabe sehr gut. Es fehlt jedoch eine Angebotsfunktion für Unternehmen und die Möglichkeit, Orte außerhalb von Latitude (Google Maps) anzulegen, wie etwa in der Google Plus-App  und der mobilen Seite.

So wie wir Google kennen, wird man den Funktionsumfang in mehreren Richtungen ausbauen. Man wird nichts unversucht lassen, um auch der Checkin-Funktion von Facebook Konkurrenz zu machen. Ich selbst nehme meine Checkins direkt in Google Plus und in Facebook vor. Das liegt aber nur daran, dass der Anteil meiner echten Freunde bei Facebook sehr groß ist.

Wie werdet ihr euch in Zukunft verhalten? Nutzt ihr die Checkins bei Google Plus oder setzt ihr weiterhin auf andere Dienste?

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