Handmade at Amazon in Deutschland gestartet

Bild: Amazon

Amazon startet heute in Deutschland den Marktplatz für Handarbeit. Hier kauft man liebevoll hergestellte Unikate von verifizierten Kunsthandwerkern aus über 40 Ländern. Industriell hergestellte Produkte bleiben außen vor.

Nachdem man in den Staaten schon seit einem Jahr verkauft, gehen nun auch in Deutschland, Italien, Spanien, England und Frankreich Marktplätze für rund 1000 Kunsthandwerker online. Zum Start des Programms stehen über 30.000 Produkte zur Verfügung – um die 10.000 davon lassen sich nach Vorgaben des Käufers im Vorfeld individuell personalisieren und werden dann vom Künstler extra angefertigt.

Ausschließlich verifizierte Kunsthandwerker

Um ihre Produkte über Amazon vertreiben zu dürfen, mussten die Verkäufer im Bewerbungsprozess nachweisen, dass sie Kunsthandwerker sind und ihre Produkte ausschließlich in Handarbeit herstellen.

Für solche nachhaltig hergestellten Unikate existiert ein großer Markt. Zielgruppe ist eine zahlungskräftige Kundschaft, die Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit legt. Marketing-Strategen aus den Staaten bezeichnen sie als „LOHAS“ (Lifestyle of Health and Sustainability).

„Die Konsumenten treffen bewusste Kaufentscheidungen, legen aber trotzdem Wert auf Luxus, was sie von anderen ökologischen Bewegungen abgrenzt“, Stefan Helmke (Marketingprofessor, Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach (FHDW) und Partner bei der Managementberatung TGCG.

Bisher ist diese Nische hier in Deutschland von Dawanda besetzt, die im letzten Jahr einen Umsatzerlös von 11,7 Millionen Euro erzielten.

Potenzial für Amazon und Händler

Erfreut über Amazons Markteintritt dürften die nicht sein. Denn der Onlineriese packt das Ganze gleich richtig an und bietet Kunsthandwerkern eine riesige Reichweite und eine Plattform mit Künstlerprofilen und ansprechend gestalteten Produktseiten, die auch immer über den dahinterstehenden Künstler informieren.

Das bedeutet natürlich auch für diese selbst ein riesiges Potenzial sich einen Namen zu machen. Außerdem bringt die Teilnahme am Programm noch weitere Vorteile mit sich. Nicht unerheblich ist der Zugang zum Prime-Programm, was natürlich für die Kunden durch den kostenlosen Versand wieder attraktiv ist. Ich konnte bisher jedoch nur Produkte entdecken, bei denen man Versand bezahlen muss.

Bild: Amazon

Weiterhin erhält auch der Händler Unterstützung von Amazon, zum Beispiel durch Auswertungs- und Verwaltungstools und eine Kundenbetreuung. Bis Ende Dezember pusht Amazon den neuen Marktplatz und nimmt eine Provision von 12% (mindestens 0,50 Euro) die sich später auf 15% erhöhen wird. Dann wird auch erst die übliche monatliche Gebühr von 39 Euro fällig.

Ab heute lassen sich also schöne Einzelstücke in 10 verschiedenen Kategorien (Baby, Küche und Essen, Heimdekor und mehr) bestellen.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem Geschirrhandtuch aus alten Mehlsäcken für sich selbst, oder einem garantiert einzigartigen Stillschal für die Frau?

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