HP Spectre Folio 13: Vier Wochen mit dem Convertible-PC

Hp Spectre Folio 13.3 Header

Normalerweise nutze ich ein Apple Macbook Pro 13 Zoll für die täglichen Arbeiten. Die Arbeiten erstrecken sich dabei von Home-Office, über kleine Games, Bloggen und 3D Objekte slicen bis zu einfachem Videoschnitt.

Ich bin also nicht unbedingt anspruchsvoll in Sachen Leistung. Mir geht es aber dafür umso mehr um das komfortable und möglichst reibungslose Arbeiten am Rechner.

Fast vier Wochen konnte ich nun mit dem HP Spectre Folio 13 Convertible statt dem Apple Macbook Pro 13 Zoll verbringen. Meine gesammelten Eindrücke aus diesem Zeitraum könnt ihr in den folgenden Zeilen lesen.

Technische Details und Lieferumfang

Zuerst wie immer ein paar Fakten – also die technischen Details und der Lieferumfang.

  • Prozessor: i7 8500y dual
  • Arbeitsspeicher: 16 GB DDR3L-1600 SDRAM
  • Speicher: 1 TB SSD
  • Grafikkarte: Intel UHD Graphics 615 PCI-E
  • Display: 13,3 Zoll Full HD IPS Touch mit 1920×1080 Pixel
  • WLAN: 802.11 b/g/n
  • Maße: 32 x 1,5 x 23,4 cm bei 1,47g
  • USB: 3x USB Typ-C (2 davon mit Thunderbolt 3)
  • Klinkenstecker

Der Lieferumfang war sehr überschaubar. Im Grunde ist abgesehen von ein wenig Papierwerk, einem Typ-C zu HDMI-Adapter, einem Stylus und einem schicken, kleinen USB-Typ-C Netzteil nicht mehr viel im schicken, schwarzen Karton enthalten. Der Convertible-PC ist zum Schutz sogar noch in ein extra Stoff-Täschchen verpackt.

Zum HP Spectre Folio 13 selbst

Ich bekam für den Test das Folio 13 mit braunem (echtem) Ledergehäuse zugeschickt. Mein Modell hört auf die interne Bezeichnung ak0020ng. Der Convertible-PC sieht mit dem braunen Ledergehäuse zum einen sehr edel aus und ist zugleich geschützt.

Der eine oder andere wird sich zwar trotzdem noch ein Täschchen dafür kaufen, aber HP selbst gibt an, dass es genügen soll, ab und an das Leder mit einem Microfasertuch zu reinigen.

Der Folio 13 (13,3 Zoll Display) kann auch mittels Stylus bedient werden. Zusammengeklappt ist der Laptop sehr schmal und mit einem Gewicht von nicht einmal 1,5 kg ganz bequem überall nutzbar. Durch die Bauart ist er aber trotzdem noch merkbar größer als mein 13,0 Zoll MBP.

Nachteil des Ledergehäuses ist vermutlich der, dass damit für Laien ein Öffnen des Geräts zum Nachrüsten irgendwelcher Hardware unmöglich ist oder zumindest erschwert wird.

Das verbaute 13,3 Zoll Full HD IPS Touch Display lässt sich auch draußen noch gut ablesen, wobei bei direkter Sonneneinstrahlung am Ende jedes Display unleserlich wird. Auf dem obigen Foto kam von links aus dem Fenster sehr viel Sonne rein, da reflektiert dann sogar die Lampe von der Decke auf dem Display. Aber das ist nun mal so. Die Farben sind aber sehr ausgewogen, ich kann trotz der Auflösung bei normaler Nutzung kaum Pixel erkennen und auch der Touchscreen machte mir sehr viel Spaß.

Etwas später soll laut HP auch noch ein Modell mit 4K Auflösung auf den Markt kommen. Dazu habe ich aber noch keine weiteren Details.

Der verbaute i7 Prozessor (8. Generation!) hat genug Power, um meinen Ansprüchen gerecht zu werden. Natürlich gibt es deutlich performantere Maschinen auf dem Markt, aber am Ende kommt es immer darauf an, was ihr damit machen möchtet und worauf ihr eure Prioritäten setzt. Eine lange Akkulaufzeit, ein schmales Gehäuse und zugleich eine Turbo-Maschine sind beispielsweise auch 2019 noch eher Wunschdenken. Aber das sollte klar sein.

Ein Vorteil der Onboard GPU und des i7 der 8. Generation ist es definitiv, dass kein Lüfter verbaut werden muss. Damit ist der Convertible-PC praktisch flüsterleise. Eine mögliche negative Seite ist das herunterthrotteln, welches durchaus mal vorkommen kann, um das Gerät nicht zu überhitzen. Bei meiner Arbeit am Gerät ist mir das aber nicht einmal (spürbar) aufgefallen.

Als Convertible-PC kann der Rechner als Laptop, umgeklappt wie ein Tablet oder schräg aufgestellt für Präsentationen oder Videos genutzt werden. Toll finde ich die etwas schräg aufgestellte Position. Dabei ist das Touchpad weiterhin erreichbar und der Touchscreen natürlich ebenso.

Kurz noch zum Touchpad eingeworfen – es ist für meinen Geschmack etwas klein geraten. Gesten lassen sich bei einem größeren Touchpad einfach bequemer eingeben. Hier ein Vergleich mit dem Macbook 13 Zoll mit Retina:

Trackpads

Zurück zu den Convertible-Modes. Lediglich der Zelt-Modus ist durch die Bauart und dem Ledergehäuse nicht vorgesehen, wenn auch trotzdem möglich. Allerdings nutzt man dann das Display mehr oder weniger direkt als eine Seite des Zelts. Das dürfte auf Dauer keine gute Idee sein. Siehe folgendes Foto.

Der Akku (54.28 Wattstunden) soll laut Hersteller über den ganzen Tag ausdauern. 19 Stunden werden von HP angegeben. Das ist natürlich schwierig zu testen, aber während meines Tests saß ich immer wieder verteilt über den Tag am Rechner und kam mit den normalen Unterbrechungen bequem über den Tag und konnte mindestens noch am nächsten Tag oder sogar noch einen weiteren Tag damit arbeiten.

Der beiliegende Stylus machte sehr viel Spaß. Er besitzt eine präzise Druckerkennung und kann auch zur Steuerung einer Powerpoint-Präsentation genutzt werden. Aufgeladen wird der Stylus via Typ-C direkt am Stift selbst. Hierfür wird der Stift am oberen Ende lediglich leicht gedreht und aufgeschoben.

Direkt neben dem Anschluss gibt es eine kleine bzw. winzige LED, die den Zustand des Ladevorgangs signalisiert. Gekoppelt wird der Stylus einmalig via Bluetooth. Danach wird er automatisch erkannt, sobald er in der Nähe des Spectre ist.

Hp Spectre Folio Ak0020ng Test 2019 05 01 15.04.48

Aufbewahrt wird der Stylus in einer kleinen Lasche rechts neben dem Gerät. Mir persönlich gefällt der Stylus sehr und den dazugehörigen Touchscreen könnte ich mir auch an einem Macbook sehr gut vorstellen. Mal sehen, wie lange Apple noch für die Integrierung eines eben solchen benötigt.

Erreichbare Anschlüsse bietet der Spectre Folio ak0020ng auf der linken Seite einmal einen Typ-C und einen Klinkensteckeranschluss und auf der rechten Seite zwei Typ-C Anschlüsse mit Thunderbolt.

Über die üblichen Typ-C-zu-Irgendwas Adapter kommen wir also auch bei diesem Gerät nicht herum. Das ist nun mal noch ein ganzes Weilchen so, bis auch der letzte Hersteller MicroUSB und dem alten Typ-A Anschluss abgeschworen hat.

Die Tastatur klickt im Vergleich zum MBP beim Tippen nicht so laut und die Druckpunkte sind angenehm. Was auffällt, ist die Reihe an Tasten rechts neben der Enter-Taste, aber daran gewöhnt man sich sehr schnell. Ich habe jedenfalls nichts versehentlich getippt.

Mein innerer Monk stört sich noch ein wenig daran, dass die Umlaute kleiner in die Tastaur eingelasert sind, als die restlichen Buchstaben, aber das ist nur eine kleine Optik-Sache.

Ebenfalls nicht zu vergessen ist die anpassbare Tastaturbeleuchtung. Die gehört zwar schon länger (vor allem in der Preisklasse) zum guten Ton, aber sollte natürlich trotzdem erwähnt werden.

Tastatur

Die von mir getestete Variante hat übrigens eine 1 TB SSD verbaut und schlägt unter anderem deshalb mit 1999,- EUR zu Buche. Der freie Speicherplatz ist damit auf jeden Fall noch in Ordnung. Da stört mich auch ein wenig Software nicht, die von Haus aus schon installiert war. Es waren in meinem Fall trotzdem noch über 900 GB an freiem Speicherplatz verfügbar.

Und sonst noch?

  • Die erste Inbetriebnahme ist völliger Standard und deshalb in diesem Artikel nicht groß extra erwähnt. Einloggen mit dem Microsoft-Konto, evtl. ein paar Updates (ja, dabei können ein paar Minuten vergehen!) und schon kann es losgehen. Anschließend erwartet den Anwender ein typisches Windows 10.
  • Der Sound wird schlechter im Tablet-Mode, da das Display damit die lange Leiste mit B&O Lautsprechern verdeckt. Abgesehen davon ist der Sound aber wirklich gut. Vor allem für ein Gerät, welches insgesamt nur so dünn wie dieses hier ist.
  • Ebenfalls muss erwähnt werden, dass im Tablet-Mode kein Power-Button erreichbar ist. Dieser ist oberhalb der Tastatur (bei den B&O Speakern) und deshalb nicht erreichbar. Hier hätte ich mir einen Button an den Rand des Displays gewünscht, damit dieser aus jeder Position erreichbar ist.
  • Einen Fingerabdrucksensor gibt es leider auch nicht. Fehlt mir auch ein bisschen. Obwohl man auch die Kameras zur Entsperrung via FaceUnlock nutzen kann. Aber das ist nicht dasselbe.
  • Für Freunde der Statistiken habe ich noch zwei Benchmarks laufen lassen. GPU, CPU und Cinebench:

Fazit zum HP Spectre Folio 13

Von den Materialien und der Verarbeitung muss sich der HP Spectre Convertible PC vor nichts verstecken. Das Leder sorgt für einen hochwertigen Eindruck und den großen Touchscreen und die möglichen Positionen des Convertible habe ich im Alltag gern genutzt.

Preislich ist der Rechner je nach Ausstattung mit um die 2000,- EUR in meinen Augen etwas hochpreisig angesiedelt. Ich habe zwar für meinen Alltag am Rechner nichts vermisst und war immer zügig mit der gewünschten App o. ä. versorgt worden, aber ich schätze, das würde ich auch bei einem günstigeren Modell fast ebenso gut. Der Kauf lohnt also logischerweise nur, wenn die Leistung auch wirklich benötigt wird.

Wertung des Autors
Michael Meidl bewertet HP Spectre Folio 13 mit 4.0 von 5 Punkten.

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