Huawei Watch 2 im Test

Vor ein paar Tagen traf die Huawei Watch 2 in schwarz für einen Testbericht bei mir ein. Seit dem Release bin ich Käufer und Nutzer der ersten Generation der Huawei Watch in schwarz und mittlerweile in der silbernen Version. Für einen Nutzer wie mich ist die optische Veränderung der zweiten Generation schon krass. Während die erste Generation noch als moderne und eher klassische Uhr durchging ist die zweite Generation optisch eher etwas für die Casio-Fraktion.

Natürlich ist aber die Optik nicht alles und so bietet die Huawei Watch 2 so ziemlich alles, was an technischem zum aktuellen Zeitpunkt in einer Uhr möglich ist. Aber dazu im folgenden Testbericht dann gleich mehr.

Lieferumfang der Huawei Watch 2

Der Lieferumfang gestaltet sich spartanisch. Auch die Verpackung selbst ist nicht mehr so edel, als die der ersten Generation. Selbst hier wird auf sportlich statt luxuriös gemacht. Im Lieferumfang befindet sich die Uhr selbst, dazu noch ein USB-Ladedock nebst dazu gehörigem Netzteil und ein wenig Papierwerk. Mehr benötigt man im Grunde aber ja auch nicht.

Die wichtigsten technischen Details

  • 1,2 Zoll Display mit 390×390 Pixel Auflösung
  • Qualcomm MSM8909W, 1,1 GHz
  • 4 GB Flash + 768 MB RAM
  • GPS, LTE
  • eSIM/Nano SIM
  • Herzfrequenzmesser
  • Bluetooth: 2,4 GHz Bluetooth 4.1 BLE + BR/EDR
  • WiFi: 2,4 GHz 802.11b/g/n
  • Lautsprecher, Mikrofon
  • Wasser und Staubbeständig nach IP68
  • 410 mAh Akku
  • 45 mm Breite bei 12,6 mm Höhe und ca. 40g exklusive Armband

Zur Huawei Watch 2 selbst

Die Smartwatch selbst wurde mir in schwarz mit schwarzem Plastik-Armband geliefert. Das Band selbst ist dabei nicht aus Silikon und zieht deshalb auch den Staub nicht so an, wie es bei manch anderem oft auch günstigeren Tracker etc. ist. Auf der rechten Seite befinden sich zwei Knöpfe, wovon der untere personalisierbar ist. Der obere führt in Android Wear 2.0 immer zum Homescreen oder wenn man dort ist zu den installierten Apps.

Das AMOLED-Display ist 1,2 Zoll groß und hat eine Auflösung von 390 x 390 Pixeln. Auf der Unterseite sind die Sensoren zur Herzfrequenzmessung und auch die Anschlüsse für das Ladedock untergebracht.

Die Armbänder können mit einem Schnellwechselverschluss bequem gewechselt werden. Unter einem dieser Anschlüsse verbirgt sich noch der Nano-SIM-Slot. Ein wenig ungewöhnlich dort erst durch das abnehmen des Armbandes hin zu gelangen, aber es stört im Grunde nicht – das macht man ja nicht jeden Tag.

Habe ich die Huawei Watch 2 mit einer eingelegten SIM-Karte betrieben, so war der Akku meist am ersten Abend schon leer. Der Tag begann bei 7 Uhr und die Akkukapazität endete gegen 20 Uhr. Das genügt zwar in den meisten Fällen, aber die Watch der ersten Generation konnte zu dieser Uhrzeit bei meinem Nutzungsverhalten noch mit 30 – 40 Prozent Akku aufwarten. Ob sich hier der Akku noch hätte einpendeln müssen, vermag ich in der dafür zu kurzen Testzeit nicht zu sagen. Ich werde die Uhr noch ein paar Tage ohne eingesetzte SIM tragen und beobachten, ob sich dadurch die Laufzeit in Richtung 1st Gen. einpendelt. Falls dem so ist, werde ich das hier noch einfügen.

Update

Ich habe nun die Uhr auch noch zwei Tage ohne eingesetzte SIM genutzt. Dabei war die Uhr also „nur noch“ über WiFi und Bluetooth im Netz. Was soll ich sagen? Hier verhält es sich mit dem Akku nun wieder wie gewohnt. Bei meinem Nutzungsverhalten bedeutet dies, dass am Ende des Tages noch gute 30 Prozent Energie im Akku waren.

Interessant sind übrigens die kleinen Verbesserungen im Detail. Ein Problem der ersten Generation der Huawei Watch waren beispielsweise die Anschlüsse für die Dockingstation. Wird selbige nur einen halben Millimeter schräg oder verschoben an die Uhr angesetzt, wird die Uhr nicht mehr aufgeladen.

Das liegt unter anderem an den, verglichen mit der 2. Generation, kleinen und sehr nah beieinander liegenden PINs auf der Unterseite der Smartwatch. Diese wurden bei der Huawei Watch 2 deutlich vergrößert und sind auch ein wenig weiter auseinander. Zudem hat der neue Ladedock auch noch gleich zwei „Halterungen“, die die Uhr schön auf Position halten.

Software/Installation

Die Installation gestaltet sich recht einfach. Sobald die Android Wear App auf dem Smartphone installiert ist, wird die Uhr via Bluetooth gefunden und gekoppelt.

Android Wear – Smartwatch
Preis: Kostenlos

Anschließend wird das Google-Konto auf die Uhr kopiert und wie üblich ein paar Berechtigungen hier und da gegeben. Ist dies erledigt, wird noch nach einem etwaigen Firmware-Update für die Uhr gesucht. Dann kann die Uhr auch schon verwendet werden.

Durch AW 2.0 und die SIM-Karte ist die Uhr komplett autark nutzbar. Natürlich kann die Telefonie darauf freigeschaltet werden und auf Wunsch ohne Smartphone nur mit der Uhr telefoniert werden. Nicht umsonst ist dort ein Lautsprecher und natürlich auch ein Mikrofon verbaut worden.

Android Wear 2.0

In Android Wear 2.0 wurde einiges verändert. Durch das autarke System gibt es nun einen Play Store direkt auf der Uhr, welcher es ermöglicht die Apps dort direkt zu installieren. Auch die Benachrichtigungen sind deutlich überarbeitet worden und zeigen nun schön lesbare Notifications an, welche viel besser ins System passen.

Die Steuerung durch die Menüs wurde auch angepasst und so sind scrollbare Listen teilweise links an ein rundes Display angeordnet. Dadurch lässt es sich auf runden Displays viel leichter scrollen. Leider ist das nicht über die komplette Oberfläche durchgezogen worden und so bleiben die meisten Untermenüs unangetastet. Neu bei der Huawei Watch 2 ist auch ein so genannter Uhrmodus. Hier wird zur Akkuschohnung nur noch die Uhrzeit nebst Step-Counter angezeigt.

Auch die Bedienung der Hardware-Buttons wurde angepasst. Ein drücken des oberen Button bringt den Anwender nun immer wieder zurück ins Menü bzw. auf den Homescreen.

Die Huawei Watch 2 ist nun mit GPS ausgestattet und bekam in diesem Zusammenhang auch noch eine ordentliche Überarbeitung in Sachen Fitness-App verpasst. Viele Fitness-Programme sind dort vorgegeben und können nach der Eingabe der üblichen Fitness-Fragen (Größe, Gewicht etc.) genutzt werden.

Auch die Watchface-Selektion ist angepasst worden. Während unter dem alten Android Wear noch ein langer Druck auf das Watchface genutzt wurde, um das Watchface zu ändern, wird dieses nun durch reinwischen von der rechten Bildschirmseite ausgewechselt.

Neu unter Android Wear 2.0 ist auch die Unterstützung von „Complications“ – einer Art Widgets – die es ermöglichen das Watchface anzupassen. Im folgenden Watchface sind das die blauen Kreise. Ein kurzer Tap darauf genügt und schon kann man auswählen, ob nun dort das Wetter, die Herzfrequenz oder … angezeigt wird.

Die Huawei Watch 2 bekam auch NFC verbaut. Damit soll dann, sobald überhaupt irgendwo verfügbar, Android Pay zur mobilen Bezahlung genutzt werden können.

Fazit zur Huawei Watch 2

Die Huawei Watch 2 ist ein wirklich heftiger Wechsel des Designs – verglichen mit der ersten Generation. Dennoch wurden auch hier wieder tolle Neuerungen verbaut. Die nun einsetzbare SIM-Karte und das verbaute GPS gehören unter anderem dazu. Trotz der aufgebohrten Hardware ist die Uhr selbst deutlich günstiger als die erste Generation zu Verkaufsstart erhältlich.

Für 379,- EUR ist die Version inkl. LTE zum jetzigen Zeitpunkt bei Amazon gelistet. Meine Huawei Watch der ersten Generation kostete zum Marktstart noch schlappe 450,- EUR. Ich persönlich werde wohl diese Version auslassen. Mir sagt das edle Design einfach mehr zu. Was haltet ihr von der Huawei Watch 2?

Wertung des Autors

Michael Meidl bewertet Huawei Watch 2 mit 4.2 von 5 Punkten.

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