Die Deutsche Telekom und Cloudflare verbinden ihre Netze künftig direkt und beenden damit ihren jahrelangen Peering-Streit.
Die Einigung erfolgt offenbar nicht über klassische Netzgebühren. Stattdessen schließen die Unternehmen eine B2B-Vertriebspartnerschaft. T-Systems vertreibt künftig Sicherheits- und Zero-Trust-Dienste von Cloudflare an Geschäftskunden. Im Gegenzug entstehen direkte Netzverbindungen zwischen Telekom und Cloudflare.
Telekom und Cloudflare lösen Peering-Konflikt
Der Streit drehte sich um die Kosten für den Datenaustausch. Cloudflare forderte Settlement-Free Peering, etwa am DE-CIX. Die Telekom verlangte dagegen Paid Peering und verwies unter anderem auf asymmetrische Datenmengen. Weil Cloudflare nicht zahlen wollte, waren direkte Kapazitäten begrenzt.
Für Telekom-Kunden hatte der Konflikt spürbare Folgen:
- Daten liefen teils über London oder New York.
- Es kam zu höheren Latenzen und Paketverlusten.
- Cloudflare-nutzende-Webseiten konnten langsamer laden.
- Besseres Telekom-Routing gab es bei Cloudflare unter anderem in Enterprise-Tarifen.
Cloudflare betreibt ein weltweites Netzwerk mit Rechenzentren in rund 300 Städten. Die neue direkte Anbindung dürfte deshalb für zahlreiche Dienste und Webseiten relevant sein.
Ich halte die Einigung vor allem für eine gute Nachricht für Telekom-Kunden. Dass Daten unnötige Umwege nehmen und Webseiten dadurch schlechter erreichbar sind, sollte unabhängig vom geschäftlichen Streit der Unternehmen möglichst nicht passieren.
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