Philips GoGear Connect 3 Android-Mediaplayer im Test

Nachdem der Philips GoGear Connect 3 nun gute zwei Wochen bei mir im Einsatz war, ist es Zeit, euch meine Eindrücke zu dem Gerät wiederzugeben. Derzeit gibt es nicht sonderlich viele Multimedia-Player, die mit Android laufen, die Positionierung dieser Geräte ist aber klar, sie wollen Apples iPod touch Marktanteile rauben.

Ob dies mit Android gelingen kann, ist natürlich spannend, denn das Philips-Gerät ist mit 180 Euro nicht gerade ein Schnäppchen. Optisch muss man sagen, können mir bekannte Mediaplayer keinen Preis gewinnen, aber es kommt ja auf deutlich mehr Punkte an.

Erster Eindruck

Der Philips GoGear Connect 3 kommt in einem schicken Karton inklusive Kurzanleitung, microUSB-Kabel und In-Ear-Kopfhörern daher. Das Gerät macht von der Hardware her einen soliden Eindruck und auch die Verarbeitung ist ohne Tadel.

Unten befinden sich drei große Hardware-Tasten, an der Unterseite der USB- und Audioanschluss und auf der rechten Seite die Power- und Lautstärketasten. Was mir fehlt ist ein USB-Ladegeräte, welches zwar viele Nutzer bereits zu Hause haben aber eben nicht alle. Nur am PC laden zu können ist unschön.

Technische Daten

  • Kapazität: 16 GB (gibt auch eine 8GB Version)
  • Android 2.3 Gingerbread
  • Display: LCD-Touchscreen, 3,2 Zoll HVGA-Auflösung)
  • Integriertes Mikrofon
  • Audio-Laufzeit: bis zu 30 Stunden
  • HD-Videowiedergabe in 720p
  • WLAN, Bluetooth, Kamera, MicroSD-Slot
  • UKW-Radio inkl. Aufnahmefunktion
  • 1.100 mAh Akku
  • Formate: MP3, WAV, WMA, 3GPP, AAC, AMR-NB, AMR-WB, APE, FLAC, MIDI, Ogg Vorbis

Sound

  • Equalizer anpassbar
  • Frequenzgang: 20 bis 18.000 Hz
  • Ausgangsleistung: 2 x 2,4 mW
  • Signal/Rausch-Verhältnis: >82 dB
  • Klirrfaktor (THD): 0,05 % bei 1 kHz
  • Kanaltrennung: 48 dB
  • Verbesserung der Soundqualität: FullSound2

In der Praxis

Wer schon mal ein Android-Smartphone in den Fingern hatte, wird sich schnell zurecht finden, denn das vorinstallierte Android 2.3 unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von der Version auf Smartphones. Die Einrichtung läuft flott, nur das 3G-Modul fehlt hier. Ins Internet geht es also nur via W-Lan.

Erfreulich ist die Unterstützung der Google Apps, so kann man sich nicht nur mit seinem Google-Account anmelden, sondern auch den Android Market nutzen, um Apps zu installieren. Hier werden leider aber nicht alle Apps angezeigt, die ich auch auf dem Smartphone zu sehen bekommen, was wohl am fehlenden 3G-Modul liegt.

Die Soundwiedergabe erfolgt über die hauseigene Philips-App Songbird, oder jeden anderen beliebigen Player, der sich unter Android installieren lässt. Bei Videos und Bildern ist das ebenso. Der verbaute Speaker, der über die komplette Seite geht und sich im Grunde noch unter den Tasten verbirgt hat einen guten Klang. Aufgrund der Bauart fehlt hier natürlich der Bass, aber das ein oder andere Smartphone stellt er locker in den Schatten.

Die mitglieferten In-Ear-Kopfhörer machen gut Druck, verfälschen meines Erachtens aber auch den Klang etwas. Solch eine Einschätzung ist immer ziemlich subjektiv, daher kann es durchaus sein, ihr kommt zu einem anderen Schluss. Man ist zumindest nicht gezwungen, andere Kopfhörer zu nutzen, weil diese zu schlecht wären.

Der GoGear Connect 3 hat aber auch Schattenseiten, denn während Philips bei der äußeren Hardware und den Tasten punkten kann, vermasselt man es beim Display. Zwar wäre HVGA-Auflösung auf 3,2 Zoll sogar gerade noch zu ertragen, auch wenn es dann die 720p-Wiedergabe etwas sinnlos macht, aber die Spiegelung des Screens ist teilweise unerträglich.

Gerade unterwegs, also wenn man solch einen Mediaplayer wohl am häufigsten nutzt, versagt der Screen auf ganzer Linie. Auch in den heimischen Wänden, die meist weniger von Umgebungslicht „geplagt“ sind, gibt es nicht viele Positionen, in denen das Bild gut ausschaut bzw. gut erkennbar ist.

Fazit

Ich habe immer wieder versucht mich mit dem Gerät anzufreunden, einfach weil mir der Gedanke eines robusten Mediaplayers mit Android zugesagt hat. Der GoGear Connect 3 ist deutlich solider als mir bekannte Android-Smartphones, kann aber weder in Sachen Akkulaufzeit noch Medienwiedergabe etwas Besonderes leisten.

Im Gegensatz, das Display ist nicht sonderlich groß sowie etwas niedrig aufgelöst und auch die schlechte Darstellungsqualität mit ihren Spiegelungen macht keine Freunde. Wer für den Nachwuchs ein robustes Gerät sucht ist eventuell ganz gut damit beraten, ob es einem aber 180 Euro wert ist, sollte man sich genau überlegen. An den iPod touch, welchen es auch bereits recht günstig gibt, kommt dieses Gerät nicht mal im Ansatz ran.

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