Pilzführer Pro für Android und iOS im Test

Neben einem Korb und Messer brauchen geübte Pilzsammler kaum etwas. Alle diejenigen, die sich allerdings noch nicht mit der gesamten Artenvielfalt auskennen, benötigen zusätzlich ein oder mehrere Pilzbestimmungsbücher. Diese Last könnte man sich ersparen, wenn man eine solide Internetverbindung in den Tiefen der Wälder hätte oder eben eine umfangreiche internetunabhängige App für das Smartphone. Eine solche App für Android und iOS ist der Pilzführer Pro. Im Folgenden berichte ich über meine Erfahrungen und Eindrücke zur Androidversion. An geeigneter Stelle findet ihr aber auch Bemerkungen zur iOS-Version, die insgesamt sehr ähnlich ausfällt.

Besonderen Wert lege ich bei einer solchen App darauf, dass sie erstens ohne Internetverbindung auskommt und zweitens anhand einer umfangreichen Beschreibung und Bebilderung die wichtigsten Pilzarten zu bestimmen geeignet ist. Zudem sollte sie natürlich problemlos auf dem Device laufen.

Nachdem man die App installiert hat, muss noch einmalig ein Datenpaket runtergeladen werden, um auf alle Bilder zugreifen zu können. Dazu sollte aufgrund der Datenmenge eine stabile W-LAN-Verbindung eingerichtet sein. Dies kann einige Minuten in Anspruch nehmen. Dabei sollte man kontrollieren, dass der Smartphonebildschirm eingeschaltet bleibt, damit der Download nicht pausiert. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, kann man sofort loslegen.

Gestaltung und Funktionsweise

Das Layout der App wird überwiegend durch ein angenehmes Grün in Kombination mit einer Holzoptik bestimmt. Das Hauptmenü ist unterteilt in den Bereich „Artenführer”, „Pilz Quiz” und „Mehr Apps”. Ruft man den Menüpunkt „Artenführer” auf, so findet man im unteren Bereich des Displays weitere Untermenüpunkte. Hier kann man im Bereich „Intro” nützliche Informationen über Pilze im Allgemeinen, das richtige Pilzsammeln und ein Fachwörterbuch u.a. finden. Letzteres ist hilfreich, um die Beschreibungen der einzelnen Pilze richtig zu erfassen.

Unter iOS gibt es zusätzlich den Menüpunkt „Photo Share”, indem die eigenen Bilder mit einer Community geteilt werden können.

Im Bereich „Artenführer” kann man sich die Pilze in alphabetischer Auflistung anzeigen lassen, sie direkt über die Suchfunktion im oberen Bereich finden oder die Bestimmungsfunktion nutzen. Letztere ist besonders nützlich, wenn man keine genaue Idee hat, welchen Pilz man vor sich hat. Denn hier kann man beispielsweise anhand des äußeren Erscheinungsbildes eingeben, ob man einen Röhrling oder einen Lamellenpilz sucht. Die Suchkriterien sind hier sogar sehr fein untergliedert. So kann man beispielsweise eingeben, ob die Lamellen auffallend gedrängt oder auffallend weit sind. Die Eingabe wird durch kleine Bildbeispiele erleichtert.

Ruft man nun einen bestimmten Pilz auf, so erscheint im oberen Bereich der Pilzname und ein großes Foto. Im Fotobereich kann man durch Swypen die verschiedenen Fotos ansehen. Diese können auch im Vollbild angezeigt werden.

Unter den Fotos werden dann eventuelle andere Bezeichnungen angegeben. Im Bereich „Erkennen” werden die wichtigsten Pilzmerkmale mithilfe kleiner Bilder angegeben. Des Weiteren untergliedert sich der jeweilige Pilzartikel in die Themen Speisewert, Vorkommen, Hut, Lamellen bzw. Röhren o.ä., ggf. Stiel, Fleisch, Sporen, Lebensweise und Verwechslung.

Gesamtheitlich betrachtet, empfinde ich die App als sehr übersichtlich, angenehm gestaltet und benutzerfreundlich. Zudem sind die ca. 2000 Farbfotos eine echte Bereicherung.

Inhalt

Im Pilzführer findet man 300 der wichtigsten Pilzarten. Damit sollte der Durchschnittssammler auf jeden Fall auskommen. Die einzelnen Pilze sind ziemlich gut beschrieben, sodass ein Bestimmen in aller Regel möglich ist.

Mir persönlich fehlt allerdings eine intensivere Hervorhebung der Unterschiede zwischen ähnlichen Pilzsorten. Dies wäre vor allem für Pilzanfänger sehr wünschenswert. Zudem hätte man bei der Androidversion die unter dem Punkt „Verwechslung“ aufgeführten Pilze gleich verlinken können, sodass man entsprechende nicht erst manuell suchen muss. Diese Verlinkung ist nämlich bei der iOS-Ausführung vorhanden.

Das angeeignete Wissen kann zusätzlich mit dem integrierten Pilzquiz gefestigt werden. Hierbei wird ein konkretes Pilzfoto vorgegeben, zu welchem man unter vier Antwortmöglichkeiten den richtigen Namen herausfinden muss.

Trotz der wirklich sehr guten Bilder und der zutreffenden Beschreibungen möchte ich hier anmerken, dass man bei Pilzen wirklich auf jedes Merkmal achten muss und einen Pilz nur bei absoluter Sicherheit essen sollte. Zudem können auch bei essbaren Pilzen, wie bei allen Lebensmitteln, in Einzelfällen Unverträglichkeiten nach dem Verzehr auftreten.

Außerdem sind dem Pilzsammler gesetzliche Grenzen gesetzt. So stehen bestimmte Pilze unter Naturschutz und in Wäldern, die insgesamt unter Naturschutz stehen bzw. in Nationalparks sollte sowieso nicht gesammelt werden. In jedem Fall sollte das Sammeln nur in geringen Mengen für den Eigenbedarf erfolgen.

Insgesamt bin ich mit der App sehr gut zurecht gekommen und konnte damit mein Wissen erweitern.

Fazit

Insgesamt ist diese App sowohl in der Version für Android, als auch in der iOS-Ausgabe empfehlenswert, indem sie dem interessierten Pilzfreund das Bestimmen durch hochaufgelöste Bilder und eine zutreffende Beschreibung erleichtert. Das Informationsvolumen ist mit 300 Pilzarten und Sammeltipps umfangreich.

Die Vorteile zu anderen Mitteln der Pilzbestimmung liegen auf jeden Fall in der internetunabhängigen Verwendung, der Suchfunktion und der Einbindung mehrerer Fotos zu jedem Pilz.

Mit einem Preis von 9,99 Euro (Anroid) bzw. 10,99 Euro (iOS) tritt die App in direkte Konkurrenz zum herkömmlichen Pilzbuch, da sich auch die gedruckte Variante in dieser Preisspanne bewegt.

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