ReimaGO: Smarte Outdoor-Bekleidung für Kinder im Test

Reima sagt jetzt vielleicht nicht jedem von euch auf Anhieb etwas – Die finnische Firma stellt Outdoor-Bekleidung her. Seit sie jedoch ihre Jacken und Pullover mit Sensoren ausstattet, könnte sie für den einen oder anderen unter euch interessant sein, vor allem wenn Kinder im Haushalt vorhanden sind.

Die Firma war so nett mich und meinen ältesten Sohn (5) mit Fleece-Pullovern und Sensor auszustatten. Wir waren, im beginnenden Herbst, draußen unterwegs und haben das Testpaket und die dazugehörige App ausgiebig getestet.

Sinn und Zweck der Gerätschaft, die in einem Fach im Ärmel untergebracht wird, ist nicht, wie man erst vermuten könnte, den Aufenthaltsort des Kindes zu tracken, sondern dem Nachwuchs spielerisch zu vermitteln, dass es durchaus Spaß machen kann das Kinderzimmer in Richtung Natur zu verlassen.

Inwiefern das auch klappt, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Der Lieferumfang

reimago-lieferumfang

Der Sensor wird separat verkauft und kostet 39 Euro. Er kommt mit dem üblichen Papierwerk und voreingelegter Batterie (CR2025). Die Garantie beträgt ein Jahr.

Zum Sensor

Der Sensor ist nicht fest in der Kleidung vernäht und lässt sich in jedes Kleidungsstück der GO-Reihe in einem kleinen Ärmelfach unterbringen. Die Verbindung zur App klappt über Bluetooth Smart (2,4 GHz). Weiterhin ist er wasserfest (30 Meter) und die Tasche der Kleidung ist wasserabweisend.

Betrieben wird die Geschichte über eine handelsübliche CR2025-Zelle, die sich per Geldstück jederzeit auswechseln lässt. Eine davon ist bei Kauf schon eingelegt, man kann also direkt out-of-the-Box starten. Per Bluetooth verbindet man ihn mit einem Kinderprofil. Und da ist der erste Haken: Prinzipiell benötigt man pro Kind einen Sensor, was schnell ins Geld geht, denn einen Mengenrabatt (ich habe drei Kinder) gibt es nicht und die Verbindung zu einem anderen Kinderprofil klappt nur mit kompletter Abmeldung – inklusive Batterie aus dem Sensor nehmen.

Das gute Stück ist relativ handlich und wiegt 9,4 g. Sein Durchmesser beträgt 36,5 mm und er ist 8 mm dick. Einmal eingesetzt, wird das Kind beim Spiel von dem Sensor nicht gestört. Die Einsatztemperatur beträgt -20 bis +60 Grad Celsius.

Die App

Das Rückgrat des Konzeptes ist die App. An der soll das Kind soviel Spaß haben, dass es bereit ist sich auch draußen die Zeit zu vertreiben und „Bewegungsenergie“ zu sammeln, die es dann in der App auf den Kopf hauen kann. Das Ganze ist sehr einfach aufgebaut, das Programm ist also in seiner geringen Komplexität eher für die jüngeren Kinder gedacht.

Anfangs war ich etwas skeptisch, ob das nicht wirklich zu einfach gestrickt ist, aber meinem 5-jährigen Sohn schien es sehr zu gefallen. Schwer zu sagen, ob er sich nun draußen deshalb mehr bewegt, denn wir sind generell oft genug auch außerhalb der eigenen vier Wände unterwegs – und wenn es nur im Garten ist.

Unter dem Eindruck, dass er jedoch jeden Abend noch seine gesammelte Energie in der App umsetzen wollte, kann ich mir vorstellen, dass es dem einen oder anderen Kind durchaus einen Ansporn liefern kann, sich dann doch den einen oder anderen Meter mehr zu bewegen. Meinem Sohn hat es auf jeden Fall sichtlich Spaß gemacht. Ob das von Dauer ist, ist natürlich gerade in dem Alter schwer zu sagen.

Nachfolgend findet ihr einige Screenshots aus der App:

Vom Zeitansatz her ist die allabendliche App-Nutzung kein Problem. Der Einfachheit wegen ist dass wirklich eine Minuten- wenn nicht Sekundensache. Das Kind verbindet die App mit dem Sensor, die Verbindung lief übrigens wirklich schnell und zuverlässig, synchronisiert kurz und drückt dann ein paar Mal auf die entsprechende Energietaste, während die Figur so lange die Level durchwandert, bis die Punkte aufgebraucht sind.

Um das Kind zusätzlich zu motivieren, haben Eltern die Möglichkeit kleine Extra-Geschenke in Form von kleinen Bildchen und Auszeichnungen einzubauen, die nach einer bestimmten Intensität einer Aktivität dann eingeblendet werden. An Aktivitätskategorien stehen, neben Fahrradfahren und Spazieren gehen, noch eine Handvoll anderer zur Verfügung.

Wie man sich das bei Reima so vorstellt, seht ihr in diesem YouTube-Video:

Um im Vorfeld selbst eine Vorstellung davon zu bekommen wie das Handling mit dem Sensor und der App klappt, sei an dieser Stelle der YouTube-Kanal von Reima verlinkt, dort gibt es eine Menge Videos zur Erklärung. Weitere Informationen gibt es außerdem auch auf der offiziellen Produktseite von Reima.

Beispielhaft seht ihr hier, wie man den Sensor mit einem Kinderprofil verbindet:

Fazit

Zumindest über den Testzeitraum ist das Konzept aufgegangen. Mir fehlt der Vergleich zu vorher, aber mein Sohn will raus und vor allem: Den Bewegunssensor mitnehmen, um ihn aufzuladen. Abends ist er dann ganz gespannt wie viele Punkte er verdient hat. Ob das von Dauer ist? Keiner kann es sagen.

Ein großer Minuspunkt in meinen Augen, aus der Sicht eines Vaters mit drei Kindern, ist die umständliche Kopplung eines Sensors an ein einzelnes Kinderprofil.

Somit wird es eigentlich unmöglich, dass die Kinder sich einen Sensor abwechselnd teilen, außer man betreibt einen riesigen Aufwand, den sich eine Familie mit vielen Kinder zeitlich nicht leisten kann. Und gleich drei Sensoren zu kaufen ist meines Erachtens, für den Effekt den man erzielt, nicht angemessen.

Wertung des Autors
Dennis Stöckmann bewertet ReimaGO Starter Paket mit 3.5 von 5 Punkten.

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