Remote-Display für Octoprint und den 3D-Drucker selbst gebastelt

Remote Screen Octoprint 3d Drucker Utensilien 2018 08 11 13.50.02
Bastelstunde

Von Zeit zu Zeit habe ich Lust etwas Kreativität auszuleben und ein wenig zu basteln. Ich bin bei weitem kein Profi und habe auch keine Profi-Kenntnisse bzw. (leider) auch kein Profi-Werkzeug. Aber manchmal muss ich einfach etwas Werkeln, um vom Alltagsstress im Büro weg zu kommen.

In dieser Folge soll es ein kleiner Remote-Bildschirm werden, welcher in einem mit dem 3D-Drucker gedruckten Gehäuse steckt und dort Informationen zum aktuellen 3D-Druck ausgibt. Ganz klar eine Spielerei, die zugleich nicht viel kostet, aber hoffentlich Spaß macht. So ist zumindest mal der Plan! :)

Natürlich kommt es am Ende wieder ganz anders und ist keineswegs in einer Stunde erledigt, aber das war fast schon klar.

Was wird benötigt?

Remote Screen Octoprint 3d Drucker Raspberry Pi 2 B 2018 08 11 14.30.18

Der Remote-Bildschirm basiert auf einer Octoprint-Installation. Es ist also zwingend ein Raspberry Pi mit installiertem Octoprint Image erforderlich. Als Pi hatte ich hier noch einen Pi 2 Model B (andere Raspberry-Modelle funktionieren vermutlich ebenso) rumliegen, auf dem ich immer wieder mal diverse Dinge ausprobiert habe. Also nichts leichter als das. Die MicroSD durch eine andere (4GB ausgetauscht), das Octoprint Image heruntergeladen und mittels Terminal auf dem Mac installiert.

Normalerweise würde ich mir ja eine App dazu suchen, aber es stellte sich heraus, dass Etcher für macOS Mojave auf dem Mac wohl nicht geeignet ist. Immer wenn ich dort das Image auf die SD-Karte schreiben wollte, stürzte die App einfach ab. Also musste das gute alte Terminal herhalten.

Octoprint Img Auf Sd Karte

Diese Anleitung hier (für ein anderes Image, aber das ist ja egal) erklärt prima, wie das funktioniert. Super einfach ehrlich gesagt! Und es werden keinerlei extra Apps dafür benötigt und so funktioniert der Spaß auch unter dem neuen macOS Mojave problemlos.

Nachdem das erledigt ist, sollte Octoprint noch eingerichtet werden. Also Drucker an den Raspberry und das Netzwerk (in meinem Fall via LAN, falls ihr einen neueren Raspberry habt, via WLAN) anschließen, IP-Adresse im Browser eingeben und konfigurieren.

Jetzt sollte Octoprint soweit laufen und ihr könnt jederzeit via Browser vom Handy, Tablet oder PC darauf zugreifen.

Octoprint

Jetzt geht es ans eigentliche Basteln!

Meine Inspiration war dieses Video. Hier wird jeder nötige Schritt Stück für Stück erklärt:

Hier findet ihr das benötigte Gehäuse auf Thingiverse für den Remote-Monitor, welches ihr schon mal in den 3D Drucker füttern könnt. In wenigen Stunden (je nach Qualität) sollte das Gehäuse fertig sein.

Danach braucht ihr noch je ein Display (0,96 Zoll OLED Display Modul SSD1306) und einen WiFi Arduino (ESP8266 ESP-12F WLAN Wifi Internet Arduino). Diese Teile gibt es in diversen Shops günstiger mit einiger Lieferzeit zu haben. Ich persönlich habe mich via Amazon Prime schneller und im Falle des Displays direkt mit einem 3er-Pack versorgt. Das ist auch preislich im Rahmen. Einzeln kostete es um die 8 bis 9 EUR und als 3er Pack kam ich auf gerade mal 15,- EUR. Und ich kenne ja meine Lötfähigkeiten! :)

Wenn ihr die Schritte im Video befolgt habt, wird eifrig gelötet. Im Grunde sind es nur vier Kabel und am Display selbst befinden sich schon Pins, die direkt mit einem Kabel (ich habe ein Ersatzkabel vom 3D-Drucker, welches einen Steppermotor an das Mainboard anschließt) genommen und auf der anderen Seite abgeschnitten.

Nun konnte ich das eine Ende direkt an das Display anschließen und musste nur noch an 4 Stellen das WiFi-Modul anlöten.

Abschließend muss das WiFi-Modul noch mit der nötigen Software etc. geflasht werden und davor benötigt ihr die App Arduino IDE, nebst einem USB-Serial-Treiber usw. Die genaue Anleitung, was in Arduino IDE noch importiert werden muss usw. entnehmt am besten diesem Link hier.

Der USB-Treiber brachte mich zur Verzweiflung und ich musste deshalb hier zum ersten Mal abbrechen und in der Firma an einem Windows-Rechner weiter tüfteln. Der Mac zeigt mir die angeschlossene Platine (WiFi Modul) einfach nicht an! Egal, wie oft ich hier einen Treiber installiert und deinstalliert habe. Vielleicht habe ich die Platine auch geschrottet – deshalb habe ich auch von dem WiFi-Modul direkt noch ein 3er Pack bestellt. :) Stay tuned…

Two Days later: Weiter gehts

Wie es aussieht, war in der Tat das WiFi-Modul fehlerhaft! Wie geschrieben hatte ich mir ein neues Päckchen bei Amazon geordert und selbiges eben direkt noch vor der Löt-Orgie angeschlossen und geflasht. Es wurde problemlos in Windoof erkannt und konnte in einer Minute mit der nötigen Software, Display-Treiber etc. über Arduino IDE geflasht werden.

Geräte Manager 2018 08 14 11.40.50

Wenn alles richtig erkannt wird, sollte unter Anschlüsse (COM & LPT) der Punkt USB-Serial CH340 im Geräte-Manager angezeigt werden. Dieser COM-Port muss dann auch in der Arduino-App ausgewählt werden. Dann klappt auch alles wie es soll.

Jetzt wird noch ein wenig Konfigurationsarbeit geleistet. Das WiFi-Modul erstellt einen eigenen Accesspoint, zu dem man sich via Laptop o. ä. verbindet.

WICHTIG: admin / password sind die default Zugangsdaten

Dann die API von Octoprint eingeben und wer möchte kann auch noch die Wetterdaten des heimischen Örtchens von OpenWeatherMap auslesen und einen API-Key anfordern und alles in den WiFi-Manager eingeben. Das sollte es grob gewesen sein.

Das Ergebnis

Remote Printer Monitor Time

Ist der Octoprint nicht aktiv wird dann im Bildschirm die aktuelle Uhrzeit nebst Wetter-Info angezeigt. Der Bildschirm wird in einem festgelegten Intervall durchgeblättert. Das schaut nice aus und ist eine interessante Alternative, falls mal tatsächlich nicht gedruckt wird.

Printer Monitor Arduino Wetter

Es folgt noch ein Foto von meinen Lötkünsten und den Innereien, die wirklich gut in das Gehäuse passen. Ein schickes Projekt fürs Wochenende! Auf geht’s! :)

Remote Printer Monitor Innen Platine

Ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen. Hat man beispielsweise den Drucker in einem Nebenraum oder im Keller stehen, genügt dieser kleine Bildschirm und man wird jederzeit über den aktuellen Druck im kleinen, portablen Display informiert.

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