Samsung Galaxy Nexus: Was leistet das Smartphone wirklich?

Was leistet das Samsung Galaxy Nexus wirklich? Diese Frage stellen sich diverse Nutzer, die sich bereits seit Längerem mit mobilen Prozessoren und GPUs beschäftigen. Kurz nach der Vorstellung war für viele Leistungs-Junkies klar, sie wollen mehr Power. Das bereits seit einem halben Jahr auf dem Markt befindliche Samsung Galaxy S2 wäre besser ausgestattet, das könne ja nicht sein. So viel zu der Stimmung in der „Szene“.

Google ist sich der Hardware im Galaxy Nexus natürlich bewusst und hat sich nicht ohne Grund dafür entschieden. Das Gerät zeigt eigentlich schön, was Apples iPhones seit Generationen vormachen, es kommt nicht nur auf die Bauteile an, sondern auf die Anpassung der Software. Sind Betriebssystem, Treiber und Hardware perfekt aufeinander abgestimmt, kann man einiges an Leistung bieten. Aber auch das Gegenteil ist möglich, wie uns LG mit dem Optimus Speed gezeigt hat. Durch halbgare Software hat man eines der ersten Dual-Core-Geräte zur Krücke gemacht.

Bei anandtech sind nun erste Benchmarks vom Samsung Galaxy Nexus aufgetaucht, welche nicht nur die Leistung des Gerätes messen, sondern diese auch in Zusammenhang mit weiteren Smartphones stellt. Benachmarks sagen nicht immer etwas über die wahre Rechenleistung eines Gerätes aus, denn so führt das Galaxy Nexus zum Beispiel bei Browsermark und Sunspider vor dem iPhone 4S, dem Motorla RAZR und Galaxy S2. Dies dürfte alleinig an der Software, also Android 4.0 Ice Cream Sandwich liegen. Unterlegene Android-Geräte sollten nach einem Update zu ähnlichen Werten kommen, da sie auch auf die verbesserten Browserengines zugreifen können.

Beim GLBenchmark, welches die Grafikleistung misst, muss sich das Galaxy Nexus dem iPad 2, dem iPhone 4S und dem Galaxy S2 geschlagen geben. Schaut erstmal unschön aus, aber was heißt das eigentlich? Das Galaxy Nexus lag in dem Test bei 30 bzw. 45 Frames pro Sekunde und das bei einer Auflösung von 720p. Das menschliche Gehirn nimmt ab ca. 15 Bildern pro Sekunde das Dargestellte als bewegten Inhalt wahr. Ein normaler Film liegt meist bei 24 fps. Der typische (PC)Gamer weiß das natürlich.

Auch dieser Test bietet also keinen Grund zur Sorge. Die GPU ist zwar eine etwas ältere SGX540, durch die Übertaktung scheint sie aber noch ganz gut mithalten zu können. Zudem versucht ein Benchmark diese gezielt an ihre Leistungrenze zu treiben, der Wert sollte also bei den meisten auf dem Markt befindlichen Spielen nochmal deutlich besser ausfallen.

Erste Testberichte bestätigen dem Samsung Galaxy Nexus durchweg eine flüssige Bedienung, welche nicht zuletzt durch die Hardwareschleunigung zustande kommt. Der verbaute TI Omap 4460-Prozessor scheint seinen Dienst solide zu verrichtet und auch in Sachen Akkulaufzeit akzeptable Werte zu liefern. Zudem ist der TI-Chipsatz für diverse Funktionen von Ice Cream Sandwich optimiert, so ist er z.B. für die Gesichtserkennung, oder die nahtlosen Fotoaufnahmen verantwortlich. Weitere lesenswerte Infos (auf englisch) dazu gibt es auch im Blog von Texas Instruments.

Ich persönlich bin aktuell noch mit einem Nexus S mit 1 GHz-Single Core-CPU unterwegs und vollkommen zufrieden. Man merkt zwar den Unterschied zu einem Dual-Core-Geräte, aber stößt selten an Leistungsgrenzen. Sicher, die Entwicklung geht weiter und gerade für Gamer ist mehr Power schon immer interessant. Ich habe derzeit Dungen Hunter 2, Modern Combat 2 sowie N.O.V.A 2 HD auf dem Nexus S installiert und alle drei Spiele bieten für mich als Gelegenheitszocker erstklassige Grafik und laufen flüssig.

Wer sich unsicher ist, ob das Galaxy Nexus unter noch aktuelleren 3D-Krachern nicht doch in die Knie geht, wirft einfach mal einen Blick auf folgende Videos, welche ganz gut verdeutlichen, dass man sich wenig Sorgen machen muss. Zumindest derzeit. Was in einem Jahr ist, kann ich euch nicht sagen, ich weiß nur, dass mein Nexus S heute noch rund läuft und gehe davon aus, dass die Power im Galaxy Nexus auch in einem Jahr noch ausreichen wird. Eine Garantie dafür kann euch keiner geben, denn irgend ein Softwareentwickler kommt immer um die Ecke und sagt „nur für dieses und jenes Gerät“.

Fazit: Benchmarks sind nicht die Praxis. Waren sie nie und werden sie nie sein. Stimmt den Kauf eines Smartphones also nach euren persönlichen Anforderungen ab und nicht nach irgend einem Ranking. Ich finde Vergleichswerte auch immer interessant und das Hochrüsten der Hersteller ist sicher auch ab und an ganz reizvoll, aber ich weiß auch, dass viele User mit ihrem Nutzungsverhalten sowie ein Großteil der verfügbaren Apps nicht ansatzweise Dual-Core-CPUs ausreizen.

via anandtech, glbenchmark, meetandroid, hackstom

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