WebOS-Smartphone Palm Pre im Alltagstest

palm-preIch habe den Palm Pre ja schon mehrmals abgefilmt und auch ausführlich getestet, doch wenn man ehrlich ist, ist ein objektiver Blick schwer, wenn man sich fast täglich mit aktuellen Smartphones beschäftigt.

Mich hat interessiert, was ein absoluter Smartphone Neuling von dem Palm hält und da meine Freundin praktischerweise bisher keine Ahnung von Smartphones hatte, habe ich Ihr den Pre überlassen und Sie folgenden Artikel schreiben lassen.

Folgendes stammt also nicht aus meiner Feder

Vorab sei gesagt, dass ich nicht besondere technische Fähigkeiten habe und zu dem auch noch weiblich bin. Mein Testbericht soll daher allen einen Einblick in die Situation eines Laien geben, der ohne fachkundige Unterstützung ein Smartphone einrichtet und bedient.

Erster Eindruck

Sofort beim Auspacken des Geräts überraschte mich das Palm positiv, wegen seiner kompakten Erscheinung. Eine entsprechend hochwertige Tasche ist in der Packung auch enthalten. Vernünftigerweiser kann das Ladekabel zugleich als USB-Datenkabel genutzt werden und erspart einem so ein Kabelgewirr. Weiterhin ist auch ein Headset in dem Lieferpaket enthalten.

Grundlegende Angaben zum Produkt

  • 8 GB Speicher
  • 3 Megapixel Kamera mit LED Flash
  • 3.1 Zoll Touchscreen

Zubehör: Headset, Netzteil, USB-Kabel = gleichzeitig USB-Datenkabel und Ladekabel, Tasche

Design

Das Palm Pré zeichnet sich durch sein kompaktes Äußeres und seine abgeschlossenen Rundungen aus. Es liegt gut in der Hand und ist daher leicht zu bedienen. Mit einem Gewicht von 135 g ist es zudem noch sehr leicht. An der Rückseite befindet sich bei Aufschieben des Geräts eine spiegelähnliche Oberfläche, die man einfach für den schnellen Blick unterwegs benutzen kann.

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Lediglich der untere Abschluss der Tastatur erscheint mir ein wenig scharfkantig.

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Etwas sensibel wirkt zudem die Abdeckung des USB-Anschlusses. Sie lässt sich allerdings leichter öffnen, wenn man zuvor die Tastatur aufschiebt, da so der Spielraum unter der Abdeckung größer wird.

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Weiterhin wirkt die Gesamtverarbeitung nicht besonders stabil, denn die Displayhälfte lässt sich im Vergleich zur Tastaturhälfte minimal nach links und rechts bewegen. Mittlerweile hat dieser Bewegungsspielraum leider auch noch etwas zugenommen.

Bedienung

Das Palm Pré zeichnet sich durch die Bedienung über Gesten aus. Beim Erststart werden diese zunächst erklärt, bevor sich das Smartphone nach der Eingabe der Grundeinstellung selbst neustartet. Die wichtigste Geste hat die Funktion einen Schritt zurückzugehen. Dabei bewegt man einfach den Finger von rechts nach links über den Bereich oberhalb des Ball.

Die Bedienung der Tastatur erklärt sich durch die unterschiedliche Färbung der Tasten überaschenderweise von selbst. Einfach ausprobieren! Mittels des kapazitiven Displays wird die Bedienung ohne drücken ermöglicht. Ist das Display ausgeschaltet, beginnt die Bedienung mit der Betätigung des Powerbuttons. Die Tastensperre löst man entweder durch Aufschieben der Tastatur oder durch Wegziehen des Tastensperrensymbols.

Beim Aufrufen des Menüs besteht ebenfalls die Wahl zwischen einer Geste von unten über den Ball oder dem Aufruf über die Startleiste am unteren Bildschirmrand. Auch das Schließen eines Programms funktioniert mit Gesten. Einfach den Ball drücken und die minimierte Anwendung nach oben, aus dem Bildschirm wegziehen.

Das Menü besteht aus drei Ebenen, in denen man die Symbole nach Belieben auch zwischen den Ebenen verschieben kann. Damit ist man nicht an den Menüaufbau des Herstellers gebunden.

Vergessen wo man ein Programm abgelegt hat, oder einfach zu viele installiert? Dieses Problem lässt sich ganz einfach mit der universal-search beheben, indem man jederzeit durch Eingabe der Anfangsbuchstaben des Programmes dieses ausfindig machen kann. Beim Rumprobieren fiel mir auch auf, dass sich die Bildschirmanzeige in jede der vier Perspektiven drehen lässt.

Man hat die Möglichkeit, durch gleichzeitiges drücken von Rot, Sym und P, jederzeit Screenshot aufzunehmen.

Permanent abrufbar am unteren Rand des Displays sind die manuelle Rufnummereingabe, Kontaktliste, Email-Account, Kalender und der einfache Aufrufpunkt für das Menü.

Besonders gut gefällt mir die Hardwaretastatur, die nicht im Querformat sondern im Hochformat anwendbar und integriert ist. Die kleinen Tasten sind überraschend gut bedienbar. Durch die Abhebung der Zahlen und dem dazugehörigen Aufruffeld, wird die Auswahl von Zahlen und anderen Sonderzeichen von selbst erklärt.

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Praktisch ist noch die integrierte Taste auf der Kopfseite des Geräts, die dieses lautlos stellt. Denn wurde diese Option ausgewählt, erscheint eine rote Färbung auf dem Untergund der Taste, mit der man schnell diese Einstellung erkennt.

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Die Laut- und Leisertasten an der linken Seite sind auch gut zu erreichen, da das Palm so kompakt ist.

Sehr komfortabel beim Surfen oder dem Öffnen von Dokumenten ist, dass das Palm multitouchfähig ist. Das heißt also, dass ich die entsprechenden Seiten einfach durch das Zusammenziehen zweier Finger verkleinern oder durch Auseinanderziehen vergrößern kann. Weiterhin ist das Palm auch multitaskingfähig, so dass mehrere Programme nebeneinander genutzt werden können.

Da mir die zehn Klingeltöne auf dem Gerät nicht besonders gefallen, habe ich versucht im Netz nach entsprechender Musik zu suchen. Um die Töne nun auf meinen Palm zu bekommen, habe ich das USB-Kabel einfach an meinen Rechner angeschlossen, auf dem ich die Musik bearbeitet habe, denn dieser hat leider kein Blutooth.

Dann habe ich einfach den Punkt „USB-Laufwerk“ ausgewählt. Nun kann man ganz leicht die gewünschte Musik am Arbeitsplatz auf das Palm kopieren, denn so funktioniert es wie ein normaler Datenträger. Der 8 GB Speicher ist hierfür auch mehr als ausreichend. Während dessen, ist die anderweitige Bedienung des Smartphones ausgeschlossen.

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Nach der Trennung vom PC, ist die erneute Pin-Eingabe notwendig. Nach dem selben Prinzip lassen sich natürlich auch andere Dateien und Bilder auf das Palm übertragen.

Erhält man über eine E-Mail Bilder oder andere Dateien können diese einfach auf das Smartphone kopiert werden.

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Etwaige Hintergrundbilder sind bereits vorhanden. Mittels App oder selbst geschossener Fotos lassen sich diese aber auch ohne weiteres erweitern.

Am oberen rechten Bildschirmrand lassen sich dann diverse Einstellungen ändern wie beispeilsweise das Einschalten von W-lan oder Blutooth.

Einen Punkt in dem man das GPS an- und ausschalten kann, habe ich jedoch nicht gefunden. Bei standortbasierenden Diensten, sucht sich das Palm diese Option automatisch.

Software

Sehr nützlich beim Empfang von Word- und PDF-Dateien, sind der bereits installierte Pdf- und Docviewer. Ebenfalls sehr umfangreich ist der vorhandene Wecker, der viele verschiedene Weckfunktionen umfasst.

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App Catalog

Aufgrund des doch relativ neuen und nicht so stark verbreiteten Betriebssystems webOS, sind leider bis heute einige Apps im App Catalog noch nicht verfügbar. Besonders mangelhaft vertreten sind Apps für soziale Netwerke wie z.B. StudiVZ und ICQ. Grundlegende Apps sind aber soweit verfügbar. Die Anzahl verfügbarer Apps wird sich hoffentlich im Laufe der kommenden Monate erhöhen. Bis dahin kann ich nur über einen Online-Client auf mein ICQ zugreifen, z.B. über meebo:

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Die anderen Anbieter für ICQ haben leider den Nachteil, dass die Weboberfläche nur sehr klein in der oberen Ecke der Website aufgeführt ist und nach dem Abschicken von Nachrichten sich immer wieder in diese Miniaturform zurückzieht, so dass die Webseite wieder vergrößert werden muss.

Zumindest erschien Mitte November 2009 ein Software Update für das Palm Pré online. Allerdings sind nach diesem Update die detailierten Kategorien im App Catalog verschwunden. Die wenigen Kategorien die angezeigt werden, sind zudem noch leer. Deshalb verbleibt einem nach diesem Update nur die Suche durch Direkteingabe oder die Einschränkungskriterien am unteren Bildschirmrand: Neueste, Beliebt, Kostenfrei & A-Z.

Kamera

Die Kamera hat einen integrierten Blitz. Leider gibt es keinen Autofokus. Deshalb werden Bilder aus nächster Nähe meist unscharf. Für Schnappschüsse ist sie aber alle Male ausreichend. Auch bei leichtem Wackeln macht sie dennoch meist scharfe Bilder. Videoaufnahmen sind der Zeit leider nicht möglich, aber vielleicht gibt es ja irgendwann ein Programm hierfür.

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Sonstiges

Unerklärlich ist die teilweise vorkommende selbstständige Trennung vom GPRS, die erst nach An- und Auschalten des Flugzeugmodus wiederhergestellt werden kann. Mittlerweile ist mir dies jedoch nicht mehr aufgefallen, deshalb kann ich mir dies bis heute nicht erklären. Grundlegend könnte man sagen, dass man das Gerät alle paar Tage einmal komplett neustarten sollte, wie auch bei einem PC.

Fazit

Derzeit ist das Palm noch relativ teuer mit ca. 481€ bei O2 und mit 442,00€ bei amazon.de im Vergleich zu anderen Smartphones. Wegen des wenigverbreiteten Betriebssystems sind zur Zeit einige Apps noch nicht verfügbar.

Überzeugen kann es jedoch durch seine kompakte Form, einfache Bedienungsweise, Multitouch und vor allem auch durch das kapazitive Display und die Hardwaretastatur. Für Laien ist dieses Gerät sehr gut geeignet, da sich das meiste von selbst erklärt und daher sehr einfach in der Handhabung ist.

Das einzige für mich persönlich bemängelnswerte Kriterium ist dieses oben beschriebene leichte Wackeln des Sliders. Vielleicht betrifft dies aber nich die gesamte Serie des Palm. Sehr gut ist aber auch die Bildschirmauflösung für das Palm. Je nachdem wo man für sich selbst also den wichtigsten Punkt für die Eigenschaften des Smartphones setzt, ist diese Frage von jedem selbst zu entscheiden.

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