WWDC Teil 2 – Software, Apps und Statistiken

Neben der Vorstellung zum iPhone 4 wurden in der Keynote wie übliche viele Zahlen genannt.

iPad

Dass Apple schon 2 Millionen Geräte verkauft hat, wissen wir schon. Doch Steve Jobs gab weitere Zahlen zum iPad bekannt. Aktuell befinden sich 8.500 Apps nur für das iPad im Store. Diese wurden bereits 35 Millionen mal geladen. Dies bedeutet, dass neben den Apps, die der Nutzer schon hat, jeder statistisch gesehen 17 Apps nur für das iPad geladen hat. Eine sehr gute Zahl. Im Bücherbereich wurden 5 Millionen Stück verkauft, pro Kunden also 2,5 Stück. Hier ist noch Nachholbedarf, eindeutig. Trotzdem ist das Buchkonzept keineswegs ein Flop. Die größten Verlage sollen durch das iPad einen Anteil an eBooks bei den verkauften Büchern von inzwischen 22% haben, Tendenz steigend.

AppStore

Der gesamte AppStore umfasst 225.000 Apps. Wöchentlich werden 15.000 neue, oder überarbeitete Apps, also Updates, zum Review eingereicht. Fast alle, nämlich 95% werden binnen von 7 Tagen freigeschalten. Bei den übrigen handelt es sich in der großen Masse um Programme, die abstürzen, nicht das halten, was der Entwickler verspricht, oder private, verbotene APIs nutzen. Somit soll nur ein kleiner Teil wirklich nicht zugelassen werden, weil Apple  das Programm nicht will.

Diese über 200.000 Apps wurden schon über 5 Milliarden mal geladen. Es ist somit auch nicht verwunderlich, dass Apple schon eine Milliarde Dollar an die Entwickler ausgezahlt hat. Demnach hat Apple mit dem AppStore schon 300 Millionen Dollar verdient, ungefähr.

Marktanteile

Im US Smartphone Markt hat Apple, laut einer repräsentativen Statistik 28% inne, RIM, mit den Blackberrys führt hier mit 35%. An dritter Stelle liegt Windows Mobile mit 19, bevor Android mit 9% gleich auf mit den übrigen Geräten liegt. Bei den mobilen Browsern sieht die Sache noch deutlich anders aus. Hier führt Apple mit 58,2%, gefolgt von Android mit 22,7 % und RIM mit 12,7%. Hier sieht man sehr deutlich, dass Apple und Google mit ihren Betriebssystemen den mobilen Markt des Internets mehr oder minder beherrschen.

Betriebssystem

Da nun sowohl iPhone, als auch iPod und iPad mit dem iPhone OS ausgestattet sind, hat Apple kurzer Hand das Betriebssystem einfach umbenannt. Ab heute heißt es nur noch iOS. Zwar nicht unbedingt Apple like, da man annehmen würde, man würde es OS i, oder OS Y (Scherz) nennen, aber doch verständlich. Die mobilen Endgeräte, die kein kompletter PC sind, haben alle das „i“. Somit erkennt man deutlich, dass es sich beim iOS um das Betriebssystem zum iPhone und Co handelt.

Außerdem wurden die bereits abgesprochenen Neuerungen in iOS4 vorgestellt. Natürlich auch Multitasking. Apple hat noch einmal den Leitspruch ausgegeben: Wenn man es falsch macht, zerstört es die Batterie. Wie gut das System in der Realität läuft, werden wir bald sehen. Neu an Bord wird bing als Suchmaschiene sein. Google ist immer noch als Standard eingestellt, jedoch kann man nun neben Yahoo auch bing nutzen. Eine interessante Neuerung, die ich bisher noch von keinem hab abgesprochen gesehen, ist die Weiterentwicklung der Mail-App, die nun auch gepackte Dateien, also zum Beispiel zip-Dateien, öffnen kann. Ansonsten wurden bereits bekannten Funktionen noch einmal kurz gezeigt.  Steve Jobs konnte es sich nicht nehmen zu orakeln, dass im Juni das 100. millionste gerät mit iOS verkauft wird. Eine beachtliche Zahl für ein System im mobilen Sektor in den ersten 3 Jahren.

iBooks

Auch hier wird es eine sehr positive Veränderung geben. Apple wird mit der Versionsnummer 1.1 die Unterstützung von pdf-Dateien einführen. Hierfür wird ein eigenes Regal eingebaut, indem man alle seine pdfs sehen kann. Die Synchronisation funktioniert genauso, wie mit richtigen eBooks. Außerdem wird es möglich sein, Notizen zu machen. Damit man alle Bücher, die man nun ja auch auf dem iPhone lesen kann unter iOS4, immer im gleichen Zustand hat, synchronisiert iBooks automatisch alle Lesezeichen, Notizen und den Ort, an dem man sich befindet, ohne dass der User es sagen muss. Hierfür ist sicherlich eine Netzverbindung mindestens über Wi-Fi nötig.

iAds

Hier zeigt sich, wie karitativ Apple ist. Hat man doch iAds nur gemacht, damit man den Entwicklern die Möglichkeit geben kann, die tollen Apps kostenlos, oder nur gegen ein geringes Endgeld zur Verfügung zu stellen. Jobs stellte deswegen noch einmal vor, wie gut sich HTML5 und die programmierten Werbungen machen. Der Entwickler soll es dabei sehr leicht haben. Einfach sagen, wo genau die Werbung hin soll und fertig.

Seit 8 Wochen verkauft Apple nun iAds und hat schon große Marken wie Nissan, AT&T, Chanel, best buy oder Disney als Kunden gewonnen. Mit Start 1. Juli sind schon 60 Millionen Dollar an Werbekosten investiert. Das sind auf das 2. Halbjahr 2010 sehen fast 50% der mobilen Werbung. Und das wird noch nicht die Spitze sein. Bei einem solchen Start, werden bald alle Geräte mit iOS nur noch auf  iAds setzen. Ein schwarzer Tag für Google und AdMob.

Face Time

Die wohl zukunftsträchtigste Neuerung ist Face Time.  Video-Telefonie war noch nie so einfach, wie damit. Man kann beide Cams nutzen, um entweder sich, oder das, was man sieht, zu zeigen. Das eigene Bild lässt sich beliebig verschieben. Sowohl Hoch- als auch Querformat werden unterstützt. Momentan geht dies nur über WLAN, Apple arbeitet aber daran, dass die Carrier dies auch über das Mobilfunknetz zulassen. Jedes neue iPhone 4 hat Face Time installiert und kann es sofort nutzen. Da es auch auf komplett offenen Standards bassiert was Video-, Audio und alle anderen Formate betrifft, stehen auch anderen Entwicklern die Nutzung frei. Vielleicht sogar Android-Nutzern. So könnte sich wieder mal, nach dem USB, jetzt der Micro-Sim, ein Standard durchsetzen, den Apple zum ersten Mal ins Spiel gebracht hat.

Veröffentlichung

iAds erscheint erstmals zum 1. Juli diesen Jahres. iBooks, wird sicherlich mit Erscheinen der iOS 4 ebenfalls für das iPhone veröffentlicht. Es ist anzunehmen, dass zu diesem Zeitpunkt auch die Anpassung der iPad-App vorgenommen wird. Das iOS 4 wird am 21. Juni freigegeben für die Nutzer. Diesmal ist es direkt kostenlos für alle Nutzer von iPhone 3G, 3GS und iPod Touch ab der 2. Generation. Steve Jobs sagte noch einmal ein wenig zu den Einschränkungen, die in Bezug auf ältere Geräte zu machen sind. Er sagte indirekt, dass Multitasking zum Beispiel auf dem 3G läuft, aber schränkt auch direkt ein, dass es nicht so läuft, wie sich Apple das vorstellt. Aus diesem Grund nutzt man es nicht. Das Nutzerempfinden steht demnach im Vordergrund.

Dies sind die wichtigsten Aussagen aus der Keynote, die nicht direkt mit dem iPhone 4 zu tun haben. Sehr beachtlich sind die Verkaufszahlen und die Marktanteile. Sollten diese stimmen, dann hat Apple, entgegen der Zählungen von AdMob doch noch einen deutlichen Vorsprung vor Android. Besonders das neue iOS macht Lust auf mehr. Die Release Candidates von sowohl iOS, als auch iTunes, wurden schon verteilt. iTunes soll deutlich schneller sein und die unterstützt natürlich die Synchronisation des iPhone 4 und der iOS 4. Sobald beide erschienen sind am 21. Juni werde ich euch ein kleines Review geben, wie es sich macht.

Ich bin gespannt, wie sich dies alles weiter entwickelt. Welche Neuerungen noch nicht völlig ans Licht getreten sind. Apple wird sicherlich mit diesen Neuerungen das Ende der Fahnenstange nicht erreicht haben, oder doch?

PS: In Teil 3 der WWDC Review wird es um interessante Randnotizen und Spekulationen gehen, die sich aus der Vorstellung ergeben.

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