Asus Zenbook UX3410UQ ausprobiert

In den letzten Jahren konnte mich kein Notebook-Hersteller so sehr überzeugen wie Asus mit seiner Zenbook-Serie. In ein Aluminiumgehäuse verpackt man solide Hardware, einen tollen Monitor und zudem wahlweise einen recht starken Grafikchip. Bis auf kleinere Hardware-Upgrades tat sich seit 2014 aber wenig in dem Segment, nun gibt es endlich wieder Interessantes zu berichten.

Das im September 2016 erstmals vorgestellte UX410UA kam vor wenigen Monaten auch auf den deutschen Markt, hier aber unter der Bezeichnung UX3410. Ich hatte nun die Chance, die neueste Zenbook-Generation einen Monat lang zu testen und gleichzeitig mit dem drei Jahre alten UX32LN zu vergleichen. Vielen Dank an Asus für die Teststellung.

Konkret handelt es sich um das Modell UX3410UQ-GV077T, welches mit folgendem Datenblatt aufwarten kann:

  • 14″ Full HD IPS-Display
  • Intel Core i7-7500U Dual Core
  • 16 GB DDR4-RAM
  • Nvidia Geforce 940MX + Intel HD 620
  • 256 GB SSD + 1 TB HDD
  • Windows 10 vorinstalliert
  • Maße: 324 x 223 x 19 mm
  • Gewicht: 1,4 kg
  • Preisempfehlung 1.299€

Unboxing

Geliefert wurde unser Testgerät in der schlichten Orignalverpackung, welche vorderseitig ein großes Produktbild enthält und hinten über die technischen Daten informiert. Der Lieferumfang entspricht dem von Geräten aus dem freien Handel und beinhaltet das Zenbook, ein passendes Netzteil, verschiedenen Papierkram und eine Schutzhülle.

Vor einigen Jahren legte man den Zenbooks zudem noch Adapter für VGA und Ethernet und eine passende Zubehörtasche bei, seitdem hat die Bedeutung der beiden Kabeltypen aber auch noch einmal deutlich abgenommen. So ist die schwarze Stofftasche weiterhin eine sehr nette, längst nicht selbstverständliche und natürlich passgenaue Zugabe.

Zwar fällt das Material der Hülle vergleichsweise dünn aus, größere Stürze o.Ä. sind aber sowieso nicht zu erwarten. Stattdessen eignet sich die Tasche perfekt dazu, das Notebook im Rucksack zu verstauen, ohne sich Gedanken über mögliche Kratzer machen zu müssen. Zusätzlich wirkt sie auch durch die Kunstleder-Lasche sehr wertig und sorgt so für einen ersten Pluspunkt.

Was das 65-Watt-Netzteil angeht, sei noch auf eine Besonderheit der Asus-Stecker hingewiesen. Während viele Notebook-Hersteller auf ein zweigeteiltes Ladegerät setzen, bringt Asus sämtliche Elektronik direkt am Stecker unter, von wo aus ein etwa 2,5 Meter langes Kabel weiter zum Notebook führt. Dadurch wird die Steckdose etwas stärker belastet und ein Stolpern über das Kabel kann verheerende Folgen haben.

Im Gegenzug fällt das Netzteil aber besonders kompakt aus und es muss kein schwarzer Klotz irgendwo auf dem Fußboden verstaut werden. So gefällt mir die Umsetzung insgesamt sehr gut, auch wenn das Kabel gerne noch ein paar Zentimeter länger sein dürfte.

Erster Eindruck

Auf den ersten Blick ist das UX3410UQ ein Zenbook wie jedes andere. Der Farbton „quartz grey“ unterscheidet sich nicht vom direkten Vorgängermodell, der polierte Asus-Schriftzug prangt auf dem Metalldeckel und es gibt die typischen konzentrischen Kreise auf der Rückseite. Letztere sorgen bei entsprechenden Lichtbedingungen für interessante Spiegelungen als Markenzeichen der Zenbook-Serie.

Auch das Gehäuse wird von Asus aus Aluminium gefertigt und fühlt sich entsprechend wertig an. Farblich hebt es sich duch einen etwas helleren Grauton vom Deckel ab. Auf der Unterseite fallen vier Gummistandfüße und nach vorne gerichtete Stereo-Lautsprecher auf. Auch gibt es Informationen zur installierten Windows-Version, der Modellnummer und so weiter.

Im Gegensatz zu noch dünneren Notebooks wie dem Acer Swift 7 oder Apples Macbook kann das UX3410UQ auch per Kabel mit jeder Menge Peripheriegeräten verbunden werden. So gibt es beispielsweise gleich vier USB-Anschlüsse, darunter einmal USB 3.0 Typ A und USB 3.1 Typ C auf der linken Gehäuse. Der USB-C-Anschluss unterstützt zudem die Ausgabe von DisplayPort-Signalen.

Zusätzlich ist ein vollwertiger HDMI-Ausgang vorhanden, sodass zur Verbindung mit Fernseher oder Beamer in den meisten Fällen nicht mal ein Adapter notwendig ist. Auch der Ladeanschluss wurde vom Nutzer aus betrachtet links untergebracht, ebenso wie die 4-polige Klinkenbuchse. Der USB-3.0-Anschluss unterstützt auch die Stromversorgung im abgeschalteten Zustand, man verzichtet nur (warum auch immer) auf die Blaufärbung des Mittelstegs.

Das ist aus dem Grund ungünstig, dass man rechts zwar zwei weitere USB-Anschlüsse verbaut, jedoch nur nach dem 2.0-Standard. Im Vergleich zu meinem UX32LN mit drei Anschlüssen nach USB 3.0 ist das ein kleiner Rückschritt, praktisch sollte es kaum zu Problemen führen. Etwas nerviger ist da schon, dass eine im SD-Slot eingesetzte Speicherkarte mehr als die Hälfte aus dem Notebook herausragt. So kann sie weder als dauerhafte Speichererweiterung dienen, noch beim Transport im Slot verbleiben.

Display

Die größte Verbesserung des UX3410 im Vergleich zu den Vorgängermodellen ist zweifelsohne das Display. Obwohl sich Maße und Gehäusegröße im Vergleich zum Vorgängermodell kaum unterscheiden, konnte man die Displaydiagonale von 13 auf 14 Zoll steigern. Dadurch schrumpfen die Displayränder auf wenige Millimeter und die Screen-to-Body-Ratio wächst gemäß Herstellerangaben auf 80%.

Das IPS-Panel löst mit 1920×1080 Pixeln auf, basiert auf der IPS-Technologie und hat es ebenso in sich. Es bietet kräftige Farben, einen guten Schwarzwert und bleibt im Gegensatz zu billigen TN-Panels auch von der Seite aus noch gut ablesbar. Einen Farbstich konnte ich mit bloßem Auge nicht feststellen. Über eine vorinstallierte Software ist es aber möglich, bspw. einen Blaufilter zu aktivieren.

Asus setzt bewusst auf ein Full-HD-Panel, was nicht (nur) auf Kostengründe zurückführen zu sein dürfte. Noch immer bereitet die Skalierung von Windows-Programmen bei noch höherer Auflösung gerne mal Probleme, zumal für einen minimalen Nutzen mehr Rechenleistung benötigt wird. Ich bin mit der Entscheidung für die vergleichsweise geringe Auflösung daher sehr zufrieden, zumal auch die Displaybeschichtung matt gehalten ist.

In Verbindung mit der hohen maximalen Helligkeit ist auch ein Einsatz im Freien kein Problem. Wenn die Sonne nicht direkt im Display gespiegelt wird, bleiben alle Inhalte gut erkennbar und ein Bloggen bei gleichzeitiger Frischluftzufuhr ist gut realisierbar. Zudem kommt es weder in diesem Fall, noch beim Einsatz in Gebäuden zu störenden Reflexionen – ganz anders als beim Galaxy TabPro S.

Tastatur & Touchpad

Das Asus Zenbook UX3410UQ weist ein für Geräte dieser Größe gewöhnliches Notebook-Tastaturlayout auf. Auf einen Nummernblock muss verzichtet werden und die Pfeiltasten sind eng nebeneinander platziert, aber trotzdem gut bedienbar. Dazu gibt es natürlich verschiedene doppelt belegte Funktionstasten, z.B. zur Steuerung der Displayhelligkeit.

Der Power-Button ist Bestandteil der Tastatur und liegt direkt neben der Entfernen-Taste. Bei einem Neukauf des Zenbook kommt es somit gerne mal dazu, dass man es aus Versehen in den Standby schickt oder gar herunterfährt. Das ist zwar ärgerlich, passiert nach einer Woche Besitz gleichwohl kaum noch. Kleine Zugeständnisse muss man bei einem Laptop dieser Größe eben machen.

… glücklicherweise jedoch nicht bei der Tastaturbeleuchtung. Diese ist nicht nur hinter den Buchstaben, sondern auch bei den Funktionstasten vorhanden und in verschiedenen Stufen regelbar. Nach einem Tastenanschlag wird sie leider recht schnell wieder deaktiviert, ist beim Einsatz in dunkleren Umgebungen aber meiner Meinung nach unverzichtbar.

Bauartbedingt weisen die einzelnen Tasten der Chiclet-Tastatur nur einen kurzen Hub auf. Obwohl das Feedback beim Tastendruck zudem natürlich nicht so präzise ausfällt wie bei einer mechanischen Tastatur, ist das Tippgefühl meiner Meinung nach recht angenehm. So entstand der Testbericht hier größtenteils direkt am Notebook, bei Verwendung einer Bluetooth-Maus.

Sofern man nicht gerade am Spielen ist, macht aber auch das Touchpad eine gute Figur. Es ist angenehm groß gestaltet und bietet damit ausreichend Platz für Wischgesten, welche von Windows 10 nativ unterstützt werden. Feste Maustasten sind nicht, ein Linksklick wird durch einfaches Tippen oder alternativ stärkeres Drücken auf irgendeine Stelle der glatten Oberfläche ausgelöst.

Für einen Rechtsklick gibt es (mindestens) drei verschiedene Möglichkeiten. Am intuitivsten ist wohl eine Druckausübung im unteren, rechten Bereich des Touchpads. Möglich ist aber auch ein gleichzeitiges Tippen mit zwei Fingern oder die Verwendung der Menü-Taste in der Tastatur. Ein Wischen mit zwei Fingern ersetzt das Mausrad.

Hardware & Performance

Trotz des geringen Gewichts bringt Asus im Zenbook ein starkes Hardware-Paket unter. Der Intel Core i7-7500U gehört zur neuesten Prozessorgeneration, verfügt über zwei CPU-Kerne und Hyperthreading. Standardmäßig taktet er mit bis zu 2,7 GHz, im Turbo-Boost wird die Frequenz auf bis zu 3,5 GHz erhöht.

In Verbindung mit 16 GB Arbeitsspeicher und der 256 GB großen SSD bei der Testkonfiguration ist dafür gesorgt, dass bei der Performance kaum Wünsche offen bleiben. Der Computer erwacht sofort aus dem Standby-Modus, schnell aus dem Ruhezustand und selbst ein kompletter Neustart dauert nicht lange.

Die M.2-SSD kommt maximal auf Übertragungsraten von bis zu 520 MB/s und ist damit nicht so schnell unterwegs wie es eine Anbindung über PCI Express ermöglichen würde. Größere Bilder- und Spiele-Archive können auf der zusätzlichen HDD installiert werden, welche mit 130 MB/s im Read und ähnlich schnellen Schreibvorgängen ziemlich flott unterwegs ist.

Im Windows-Betrieb reagieren Anwendungen so schnell, wie man es bei der Ausstattung erwarten würde. Wartezeiten gibt es kaum, Chrome-Multitasking mit 20 Tabs gelingt auch dann ruckelfrei, wenn gleichzeitig ein zweiter Monitor angeschlossen ist und verschiedene Anwendungen im Hintergrund laufen. Auch zur Bild- und Videobearbeitung ist das Zenbook gut geeignet, wenn auch die Rendering-Vorgänge natürlich nicht ganz so schnell wie am Desktop-PC mit Sechs-Kern-i7 gelingen.

Spieletauglichkeit

Das UX3410UQ verfügt nicht nur über einen im Prozessor integrierte Intel HD 620 Grafikchip. Zusätzlich baut Asus eine Nvidia 940MX (DDR3-Version) ein, wodurch sich das UQ-Modell vom UX3410UA abhebt, welches nur über den Intel-Chip verfügt. Gemäß Benchmark-Tests sorgt die Verwendung der Nvidia-Grafikkarte für eine Steigerung der Grafikleistung um etwa 50 Prozent.

In der Praxis sieht es teilweise sogar noch etwas besser aus, was auch auf die bessere Treiber-Unterstützung zurückzuführen sein dürfte. So ist Anno 2205 mit der Intel HD 620 nicht vernünftig spielbar, mit der 940MX jedoch schon. Bei voller Displayauflösung und dem Preset „niedrig“ läuft der Titel mit etwa 30 fps. Gleichzeitig sieht das Spiel noch hübsch aus und die vergleichsweise geringe Bildfrequenz ist bei einem Aufbauspiel wenig störend.

Bei höheren Anforderungen sieht es erwartungsgemäß schlecht aus. Battlefield 1 läuft auf voller Auflösung und minimalen Details mit weniger als 20 Bildern pro Sekunde. Selbst bei Verringerung der Auflösung auf 720p bleibt es ruckelig, zumal die Spielwelt dann schon lange nicht mehr schön aussieht. Auch das neueste Need for Speed eignet sich nicht dazu, auf dem Notebook gespielt zu werden.

Fifa 16 kann mit der HD 620 gerade noch so und mit dem Nvidia-Chip problemlos gespielt werden. Spiele mit noch geringeren Grafikansprüchen laufen dann auch ohne Verwendung dedizierten Grafikkarte einwandfrei. Das betrifft Spiele wie Minecraft, Counter Strike: Global Offensive und natürlich auch Age of Empires II HD. Über die Nvidia-Software kann individuell festgelegt werden, bei welchem Spiel der Intel-Chip und wann die Nvidia-Lösung zum Einsatz kommen soll.

Innenleben und Lüfter

Da das Notebook nach dem vierwöchigen Testzeitraum wieder an Asus zurückgeschickt werden musste, habe ich es nicht selbst geöffnet. Notebookcheck hat aber das Schwestermodell ohne dedizierter Grafikkarte schon einem genaueren Blick unterzogen und stieß auf ein sehr ähnliches Innenleben wie bei den Vorgängermodellen.

Durch die vergleichsweise dicke Bauweise konnte die Aluminum-Bodenplatte abnehmbar gestaltet werden. Nach Entfernung der zwölf Torx-5-Schrauben erlangt der Nutzer direkten Zugriff auf die M.2-SSD, den 2,5″ Festplattenschacht sowie den Arbeitsspeicher. Ein RAM-Riegel (DDR4 mit 4 oder 8 GB, je nach Konfiguration) ist jeweils fest verlötet, der andere kann getauscht werden. So kann es sinnvoll sein, eine günstigere Konfiguration zu erwerben und diese nach Bedarf aufzurüsten.

Da weder der Prozessor, noch die Grafikkarte für eine besonders große Abwärme sorgen, stattet Asus das UX3410UQ mit nur einem kleinen Lüfter aus. Dieser schafft es, eine merkliche Drosselung der Komponenten auch bei höherer Belastung zu verhindern. Natürlich wird er dann recht laut und bleibt auch bei gleichzeitig laufender Musik bemerkbar.

Problematisch ist eher, dass er regelmäßig schon dann anspringt, wenn nur der Browser geöffnet ist. Von meinem alten Zenbook kenne ich das nicht und nicht nur in der Uni kann es nerven, ständig das Lüftergeräusch wahrzunehmen. Gemäß der Amazon-Rezensionen tritt das Problem auch beim Schwestermodell UX3410UA auf. Teilweise hilft es wohl, die Lüfterkurve manuell anzupassen, eine mögliche Überhitzung wollte ich beim Testexemplar aber nicht riskieren.

Ausdauer

Durch den kompakten Formfaktor und die guten Eingabegeräte ist das Zenbook geradezu prädestiniert dazu, auch unterwegs eingesetzt zu werden. So habe ich es nicht nur im Hotel auf der USA-Reise, sondern auch dem harten Unialltag eingesetzt. Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie es denn mit der Akkulaufzeit aussieht.

Die Antwort: Relativ gut. Bei hauptsächlicher Nutzung von Browser und Office-Programmen im Energiesparmodus bei hoher Helligkeit kam ich etwa sechs Stunden ohne Steckdose aus. Lüfterlose Geräte mit Core M bieten zwar teilweise noch etwas längere Laufzeiten, sind dann aber auch nicht so leistungsstark und dadurch flexibel einsetzbar.

Ist der Akku nach einem längeren Einsatz dann doch fast leer, kann er schnell wieder geladen werden. Bei Verwendung des mitgelieferten 65-Watt-Netzteils ist er nach gut zwei Stunden wieder gefüllt, wobei die Ladekurve zum Ende hin deutlich abfällt. Nach einer Stunde und gleichzeitiger Benutzung am Netzteil stand der Akkustand schon bei 62 Prozent.

Soft- und Bloatware

Natürlich liefert Asus das Zenbook UX3410UQ direkt mit Windows 10 aus. Leider ist auch jede Menge Bloatware mit an Bord. Diese begrüßt einen direkt nach der Einstellung des Computers in Form der „Asus Giftbox“. Als supertolles Geschenk darf sich der Kunde zwischen Website-Verknüpfungen für eBay, Booking.com etc. und schäbigen Freemium-Spielen entschieden.

Als wäre das noch nicht genug, entschied sich das Asus-Programm beim ersten Start auch gleich dazu, sich aufzuhängen. Schließlich musste die Giftbox über den Task Manager beendet werden, was gleich einen super Eindruck macht. Etwas attraktiver sind sind die „6 months lang kostenlos 25 GB Speicherplatz“ bei Dropbox. Ein ähnliches Angebot mit mehr Speicher (aber besserer Übersetzung) gibt es auch für den Asus WebStorage. Allerdings finde ich zeitlich begrenzten Cloud-Speicher grundsätzlich unattraktiv.

Wer den Bloatware-Versuchungen erfolgreich widerstanden hat, kann sich direkt daran machen, die übrigen vorinstallierten Programme über die Systemsteuerung zu entfernen. Obwohl ich keines der „Giftbox“-Angebote auswählte, machten es sich Facebook, Evernote, „WildTangent Games“ und Co bereits auf der SSD gemütlich. Dazu kommt noch der nervige McAffee-Virenschutz, der regelmäßig durch Popups auf sich aufmerksam macht.

Mit Windows 10 selbst bin ich seit Release sehr zufrieden, wenn auch hier z.B. Candy Crush manuell aus dem Startmenü geschmissen werden muss. Wer die Displayelemente vergrößern möchte, kann zwischen verschiedenen Skalierungsstufen wählen. Ich komme mit „100%“ ziemlich gut klar, standardmäßig ist ein höherer Wert aktiviert.

Vergleich mit dem UX32LN

Das Gehäuse des UX3410UQ misst in der Höhe fast zwei Zentimeter und ist damit einen Millimeter dicker als mein geschätztes UX32LN. Die Keilform ist zudem nicht ganz so ausgeprägt, sodass das Testgerät bei Betrachtung von der Seite nicht ganz so „sexy“ wirkt wie das ältere Modell. Umso attraktiver ist das UX3410UQ im aufgeklappten Zustand, wenn der größere Bildschirm Geltung kommt. Dann wirkt das UX32LN geradezu antiquiert. Auch ist das Display heller geworden.

Mit der größeren Displaydiagonale sinkt die Pixeldichte zwar etwas, Unterschiede bei der Schärfe sind aber nicht erkennbar. Dafür können kleine Texte besser gelesen werden. Der Rahmen unterhalb des Bildschirms ist weiterhin recht breit. Bei Beibehaltung des 16:9-Displays ist das aber zum einen gar nicht anders lösbar, zum anderen müsste man den Kopf bei tieferem Display noch weiter nach unten neigen.

Bei der Hardware hat sich auf dem Datenblatt einiges getan. In der Praxis sind die Unterschiede bei der CPU-Leistung trotz drei Generationen Unterschied bei meinem Nutzungsszenario kaum bemerkbar. Bei der Grafikleistung zeigt sich ein gespaltenes Bild. Die neue HD 620 sticht die HD 4400 meines alten Geräts locker aus. Die 940 MX hingegen bietet kaum mehr Leistung als die 840M, welche Asus vor drei Jahren verbaute.

Allerdings ist der Intel-Chip mittlerweile so stark, dass ich bei einem privaten Kauf wohl auch auf die Nvidia-Grafikkarte verzichten könnte. Zwar gibt es weiter eine Leistungslücke zwischen HD 620 und GT 940MX, jedoch fallen nur wenige Spiele genau in diese Kategorie. Andererseits sorgt die Karte kaum für Zusatzgewicht und schaden kann die zusätzliche Grafikperformance sowieso nicht.

Und sonst noch?

  • Eine HD-Webcam ist vorhanden, die Bildqualität ist nicht sonderlich gut
  • Die Displayhelligkeit kann auf Wunsch automatisch geregelt werden. Dieses Feature wird über Fn + A (de)aktiviert.
  • Das Display kann auf maximal 125° angewinkelt werden. Das ist noch einmal etwas weniger als beim UX32LN, reicht aber noch zur bequemen Benutzung auf dem Schoß.
  • Der Kartenleser ist nicht der schnellste. Für größere Übertragungen bietet es sich an, ein separates USB-3.0-Lesegerät zu verwenden.
  • Der WLAN-Empfang ist sehr gut. Auch durch mehrere Wände kann ich die 400.000er Leitung fast ausschöpfen.
  • Die Qualität der Lautsprecher ist trotz Kooperation mit „harman/kardon“ nur mittelmäßig.
  • Ein DVD-Laufwerk ist nicht integriert.

Fazit

Nach Jahren gefühlten Stillstands hat Asus die Zenbook-Reihe spürbar aufgewertet. Dafür ist vor allem das große Display verantwortlich, welches sich super in die Optik einfügt und auch praktisch verschiedene Vorteile bietet. Dabei kostet das neue Zenbook nicht einmal mehr als das alte Modell UX310UQ, welches sich von den Innereien her nicht unterscheidet.

Asus verbaut ein nahezu perfektes Display, leistungsstarke Hardware und jede Menge Anschlüsse. Die Tastatur ist gut benutzbar und positiv hervorzuheben ist auch, dass SSD, HDD und Arbeitsspeicher mit wenigen Handgriffen vom Nutzer aufgerüstet werden können. Zudem bietet das Gerät gute Akkulaufzeiten und ist schnell wieder voll geladen.

Als hauptsächlicher Kritikpunkt bleibt der Lüfter, welcher auch bei geringer Belastung öfters hörbar anspringt. Eventuell leistet eine manuelle Anpassung der Drehzahlen Abhilfe, vielleicht legt Asus aber zukünftig auch noch ein BIOS-Update nach. Zudem sollte man bei einem Preis von über 1.000€ darauf verzichten, das Gerät mit Bloatware zuzumüllen.

Wer einen universal einsatzfähigen und gleichzeitig nicht zu filigranen Notebook-Begleiter für den Alltag sucht, macht mit dem UX3410UQ keinesfalls etwas falsch. Kaufempfehlung!

Wer es beim Notebook-Kauf nicht eilig hat, kann möglicherweise direkt auf den Nachfolger warten. Das UX3430 kommt voraussichtlich in wenigen Monaten auf den Markt und dürfte bei ähnlichem Datenblatt dann deutlich schlanker werden.

Wertung des Autors

Peer Linder bewertet Asus Zenbook UX3410UQ mit 4.5 von 5 Punkten.

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