Audi e-tron GT im Test: Mein Fazit in 10 Stichpunkten

Audi Etron Gt Haube

Der Audi e-tron GT nutzt die gleiche Basis wie der beliebte Porsche Taycan. Preislich sind beide nah beieinander, doch kann Audi hier wirklich mithalten?

Je nach Auto gehe ich etwas anders an Testberichte heran. Und je nach Auto sind die Erwartungen auch dementsprechend anders. Wenn das Basismodell mit einem Listenpreis von über 100.000 Euro startet, sind die Erwartungen also sehr hoch.

Dementsprechend gespannt war ich auf den Audi e-tron GT, denn ich konnte den Porsche Taycan schon zweimal im Alltag und einmal auf der Rennstrecke fahren, da wollte ich in erster Linie wissen: Kann Audi hier wirklich mit Porsche mithalten?

Video: Der Audi e-tron GT

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Audi e-tron GT: 10 Stichpunkte

  • Über die Optik kann man nicht streiten, sowas ist subjektiv. Was mir aufgefallen ist: Der Porsche Taycan wirkt für viele im Alltag fast schon normal, er hat sich ja auch oft verkauft, dieses Auto wurde aber begutachtet und viele wussten gar nicht, dass es einen Elektro-Sportwagen von Audi gibt. Mir gefällt er optisch gut, der Taycan aber eine kleine Ecke besser. Wobei ich finde, dass Audi die schönsten Lichter verbaut, das Tagfahrlicht und durchgezogene Licht hinten gefallen mir besser, als bei Porsche.
  • Über die Qualität muss man nicht viel sagen, das habe ich noch beim Taycan geschrieben. Hier leider schon. Der Audi e-tron GT ist hochwertig und natürlich super verarbeitet, aber die Anmutung im Innenraum ist nicht ganz auf dem Level von Porsche. Da wurde hier und da etwas Hochglanzplastik verwendet, was ich von einem VW ID.3 kenne und schon dort kritisiert habe. Der Audi e-tron GT fühlt sich öfter wie ein Audi an – jedoch einer für 50.000 Euro und nicht für 100.000 Euro. Da hätte ich erwartet, dass Audi etwas mehr aus dem e-tron GT herausholt und nicht nur auf Standaltmaterialien der Modelle für den Massenmarkt setzt.

Audi Etron Gt Innen

  • Das trifft auch auf die zwei Displays zu. Sie sind groß und gut leserlich, aber nicht besser, als in einem Standard-Audi. Das Display in der Mittelkonsole, das für CarPlay und andere Dinge, fand ich sogar im Skoda Enyaq besser. Und das Display hinter dem Lenkrad ist gut, aber kommt nicht an ein ausgefallenes Display wie im Taycan heran. Es reicht aus und ich war zufrieden, aber wie gesagt, bei einem Basispreis von über 100.000 Euro hätte ich hier gerne ein Cockpit gesehen, für das Audi eigene Komponenten entwickelt. Da will ich nicht das Display, welches Audi auch im halb so teuren Q4 e-tron anbietet.
  • Die Performance ist auf dem Level von Porsche und im Alltag habe ich da keinen Unterschied gespürt. Das ist natürlich „nur“ ein Basis-Taycan, aber ich habe auch festgestellt, dass das im Alltag ausreicht. Der Audi e-tron GT kommt mit 350 kW daher und drückt euch in 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Ich bin beim Taycan schon alle Versionen gefahren (außer Heckantrieb) und würde tatsächlich auf die Turbo- oder RS-Version verzichten. Das, was ihr da zusätzlich an Leistung bekommt, könnt ihr im Alltag so gut wie nie nutzen. Ich habe mich vor ein paar Wochen mit einem Rennfahrer unterhalten, als ich den Turbo S auf dem Hockenheimring gefahren bin und auch dieser meinte, dass das eigentlich eher Marketing sei.

Audi Etron Gt Top

  • Der Sound spielt bei sportlichen Autos eine wichtige Rolle und ich finde das durchaus gut, wenn da auch bei Elektroautos ein künstlicher Sound erzeugt wird. Diesen gibt es beim Audi e-tron GT und er klingt gut. Nicht ganz so aggressiv wie beim Taycan, dort gefällt mir der künstliche Sound etwas besser, aber das macht Spaß.
  • Wie beim Porsche Taycan gelingt auch dem Audi e-tron GT die Mischung aus Sportlichkeit und Alltag. Ihr könnt dynamisch fahren, aber diese Autos sind auch sehr bequem im Alltag. Sie sind mit ca. 5 auf 2 Meter sehr lang und nicht für die Stadt oder meine Tiefgarage geeignet (bzw. gerade so), aber die sind bequem und bieten wirklich ein komfortables Fahren.
  • Bei der Reichweite sprechen wir über ca. 450 bis 480 km nach WLTP-Wert, das hängt dann aber von eurer Fahrweise, den Felgen, der Temperatur und vielen weiteren Faktoren ab. Wie beim Porsche Taycan kam ich auf gute 350 km im Alltag, mit etwas mehr Autobahn und einer sportlichen Fahrweise waren es dann ca. 300 km.

Audi Etron Gt Laden

  • Und wie beim Porsche Taycan gibt es das 800-Volt-System und bis zu 270 kW am Schnelllader. Der Audi e-tron GT drückt also auch bei über 40 Prozent Akkustand gerne mal noch Energie mit 200 kW in den Akku und fällt auch bei über 80 Prozent nicht unter 100 kW – wenn alles optimal ist. Die eher mittelmäßige Reichweite versucht die Volkswagen AG bei der J1-Plattform (e-tron GT und Taycan) also mit einer guten Ladeleistung auszugleichen. Und für mich ein sehr großer Bonus: Der Ladeanschluss ist vorne (mit diesem Auto will man an der Ladesäule auf einem engen Kaufland-Parkplatz nicht rückwärts einparken) und es gibt zwei. Links ist nur ein AC-Anschluss und rechts AC und DC.
  • Das Platzangebot im Innenraum ist auch beim Audi e-tron GT sehr üppig, wenn wir über die Sitzmöglichkeiten sprechen. Ein Frunk (Kofferraum vorne) für Ladekabel ist vorhanden, was mir ebenfalls gefällt. Nur der Kofferraum ist wie erwartet nicht optimal. Er geht zwar tief rein, aber er ist sehr eng und nicht besonders hoch. Besser, als in einem Verbrenner-Sportwagen, aber das hier ist beim Stauraum natürlich kein Platzwunder.
  • Ich bin ein großer Fan des One-Pedal-Driving, sprich: Man geht vom Strompedal und das Auto rekuperiert etwas stärker und bremst dabei. Optimal ist es, wenn es sogar stehen bleibt. Wie beim Taycan ist das aber auch hier kaum vorhanden und man muss nicht nur bei normalen Fahrten die Bremse betätigen (er rekuperiert dann zwar noch, aber es stört mich, wenn man die Bremse betätigen muss), sondern vor allem auch dann, wenn man zum Stehen kommen möchte. Das ist im Auto-Modus der Fall und auch im manuellen Modus. Da gibt es mehrere Stufen, was ich eigentlich gut finde, da man so auf der Autobahn „segeln“ kann, aber selbst die stärkte Rekuperationsstufe ist ehrlich gesagt viel zu schwach und reicht nicht für richtiges One-Pedal-Driving aus.

Bonus: Audi hat die physische Tasten perfekt umgesetzt. Sei es auf dem Lenkrad oder zur Steuerung der Klimaanlage. Ich mag Touch und moderne Elemente, doch in diesen zwei Bereichen bevorzuge ich ehrlich gesagt ganz normale Tasten.

Audi e-tron GT: Mein Fazit

Der Porsche Taycan ist ein beeindruckender Sportwagen und mit dem Audi e-tron GT bekommt man im Prinzip genau diese Fahrleistung jetzt auch von Audi. Ich muss aber ehrlich sagen, dass der e-tron GT im Innenraum nicht ganz ebenbürtig ist.

Beim Taycan hat Porsche alles neu gestaltet und Highlights wie das gebogene Display hinter dem Lenkrad verbaut. Audi hat beim e-tron GT etwas zu häufig in die Kiste mit Standardbauteilen geschaut. Ich habe vielleicht etwas mehr erwartet.

Audi Etron Gt Heck

Als Sportwagen sind das beides sehr gute Autos, sie liegen wie ein Brett auf der Straße und der „Elektro-Punch“ beim Beschleunigen ist und bleibt beeindruckend. Gleichzeitig bekommt man hier aber auch sehr komfortable Autos für den Alltag.

Der Audi e-tron GT ist der beste Audi, in dem ich bisher saß (und das beinhaltet auch einen Audi R8). Doch wenn ich ganz ehrlich bin: Ich finde, Porsche hat das etwas bessere Paket mit dem Taycan geschnürt. Zwischen Taycan und e-tron GT liegen keine Welten, aber die Anmutung bei Porsche gefällt mir etwas besser.

Audi Etron Gt Haube

Was mich nach den deutschen Premium-Elektro-Sportwagen jetzt aber ehrlich gesagt mal interessiert: Wie schlägt sich ein Tesla Model S im Vergleich dazu.

Die deutschen Modelle sind nicht die besten „Elektroautos“, aber sie sind sehr gute Sportautos und Autos für den Alltag. Ich gehe mal davon aus, dass das neue Model S besser als ein Model 3 ist, aber kann es als Auto mit diesen Modellen mithalten?

Mein großes Highlight beim Audi e-tron GT: Es gibt endlich mehr Konkurrenz. Es mag kein Auto für den Massenmarkt sein, aber es ist ein Auto, welches begeistert und der Taycan hat in meinem Bekanntenkreis schon dafür gesorgt, dass jemand umgedacht hat („Wenn Porsche auf Elektro setzt, dann überlege ich mir das.“).

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Fehler melden8 Kommentare

Bitte bleibe freundlich.

  1. Johannes der Säufer

    naja wie viele Modelle über 100.000€ hat Audi denn im Sortiment?
    bin mal gespannt was du zum EQS sagst

  2. David

    Lieber Oliver, mir ist nun mehrfach aufgefallen, dass du "ehrlich gesagt" und "ganz ehrlich" sehr häufig in deinen Tests verwendest.
    Zwei Anmerkungen hierzu:
    – Man nutzt "ehrlich gesagt" im täglichen *Sprach*-Gebrauch, jedoch nicht schriftlich. Zumindest habe ich es so gelernt und ich bleibe beim lesen immer hängen. Vielleicht geht es nur mir so, allerdings ist die Häufigkeit der Verwendung bei deinen Tests immer sehr hoch.
    – Ihr betont immer, dass dies ein Blog ist und Tests sowie Einschätzungen eure persönliche Meinung wiedergeeben. Somit erwarte ich auch, dass ihr stets ehrlich seid, da ihr sowieso eure Meinung zum Ausdruck bringt. Hier kann man sich, meiner Meinung nach, solche Floskeln sparen.
    Es impliziert nämlich das Gefühl, dass ihr bei anderen Themen/Aussagen/Meinunen nicht ehrlich seid!

    Hat mit dem Inhalt nichts zu tun und ist auch nicht böse gemeint. Ich hoffe, die 'Kritik' kommt konstruktiv an.

  3. Peterlis

    Schöner Bericht, aber irgendwie auch recht sinnlos, da 99,9% der Blog Leser nicht mal in so ner Karre sitzen werden.

    1. Ich stimme dir bedingt zu, daher baue ich manche Beiträge etwas anders auf. Aber ich bin zum Beispiel ein Mensch, der sich gerne über Technik informiert. Ich habe einige Videos zum neuen Model S gesehen, welches in den USA ausgeliefert wird, werde mir aber wohl nie eins kaufen. Und es interessiert sehr viele, wie gut zum Beispiel so ein Elektro-Flaggschiff aus Deutschland ist.

      Der Beitrag wurde übrigens recht häufig aufgerufen, das Interesse ist also durchaus groß.

      1. Peterlis

        Habe ihn ja selbst aufgerufen. Aber ein bisschen verrückt finde ich es dennoch, aus dem genannten Grund ;)

  4. Hans Dülm

    Wieso spricht der Autor hier von Stichpunkten, wenn er gar nicht stichpunktartig schreibt sondern einfach ganze Absätze formuliert?
    Es sollte heißen "Mein Fazit in 10 Absätzen"

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