Bitkom: Mobiles Internet erstmals mit mehr Umsatz als Handy-Gespräche

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Obwohl wir schon seit vielen Jahren mit Smartphones unterwegs sind, sorgten die Handy-Gespräche für die Provider bisher für einen höheren Umsatz als die Nutzung des mobilen Internets. 2015 wird sich diese Tatsache nun jedoch ändern.

Im Jahr 2015 sollen die deutschen Provider einer aktuellen Berechnung des European IT Observatory nach erstmals einen größeren Umsatz mit dem mobilen Internet als den bisher vorherrschenden Handy-Gesprächen erwirtschaften. Während der Umsatz des mobilen Internets vermutlich um 600 Millionen auf 10,3 Milliarden Euro wachsen wird, sollen Handy-Gespräche nur noch 9,7 Milliarden Euro einbringen – 900 Millionen weniger als im Vorjahr. Die Provider geraten hierdurch in einen immer höheren Preisdruck, der jedoch eventuell durch die abgeschlossene E-Plus-Übernahme durch O2 kompensiert werden könnte.

Da der deutsche Smartphone-Markt so langsam einmal gesättigt scheint, wird das Wachstum in diesem Bereich zudem abnehmen. Mit 24,6 Millionen verkauften Smartphones sollen 2015 nur noch 3,6 Prozent mehr Geräte als im Vorjahr über die Ladentheke wandern. Verwunderlich sind desweiteren die Prognosen für den Tablet-Markt, der trotz der mehrfach prognostizierten Stagnation von 4,6 auf 9,1 Millionen Einheiten wachsen soll – ein Tippfehler scheint hier mehr als wahrscheinlich vorzuliegen.

Zu guter Letzt werden dieses Jahr auch die Anforderungen an die mobilen Netze steigen, da auf Grund der fortschreitenden LTE-Verbreitung beispielsweise auch mehr Datenvolumen pro Nutzer verbraucht wird. Die in die Wege geleitete Versteigerung der 700MHz-Frequenzen könnte hier für eine Entlastung sorgen und noch mehr Nutzern den Zugang zum LTE-Netz gewähren.

Schlussendlich bin ich ziemlich erstaunt, dass noch solch hohe Beträge durch die Handy-Gespräche in die Kassen der Provider fließen. In Zeiten von Instant-Messengern etc. greife ich kaum noch zum digitalen Hörer, lediglich dringende Angelegenheiten werden noch per direkter Sprachkommunikation geklärt. Wie sieht das bei euch aus?

Quelle: BITKOM

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