BlackBerry OS 7: Angriff oder nötige Evolution?

Schon vor einiger Zeit hat der kanadische Smartphone-Bauer Research in Motion sein neues Betriebssystem BlackBerry OS 7 angekündigt. Grund genug für mich als Business-Blackberry-Nutzer ein wenig genauer hinzusehen und mit euch ein paar Gedanken zu sammeln. Das alles stets unter der Prämisse, dass RIM derzeit an Boden verliert und sich immer mehr dem iOS und Android geschlagen geben muss.

Meine Meinung derzeit ist allerdings, dass dies nicht nur am OS hängt, sondern eben auch an überteuerten, unschönen und vor allem zu wenigen Apps. Klar, der Businesskunde will in erster Linie mailen und telefonieren, aber andere Geräte können dies auch und sogar mehr. Aber zurück zum Thema. In wenigen Worten gesprochen, bringt das neue OS7 folgende Annehmlichkeiten mit sich:

  • schnellere und bessere UI/ „User-Experience“
  • deutlich verbesserter Browser mit Java-Script JIT und HTML 5
  • BlackBerry Balance
  • KEIN Legacy Support
  • „Liquid Graphics“
  • Universelle Suchfunktion mit Sprachsteuerung

Das alles sind, bis auf BlackBerry-Balance (später mehr dazu) keine gewaltigen Neuerungen. Klar, Browser mit JIT und HTML 5 ist derzeit top, eine schnellere UI und durch stärkere Hardware auch bessere Grafik ist super, aber auch damit sitzt man maximal wieder auf einer Ebene mit den Konkurrenten. Vom Setzen von Maßstäben ist man nach wie vor weit entfernt. Das Ziel, mehr und mehr auch in den Consumer-Markt einzusteigen,dürfte mit dem OS7 zwar in Angriff genommen werden, aber auch noch nicht zu 100 % realisiert sein. Wieder ist OS7 eine Betriebssystementwicklung ohne QNX vom BlackBerry Playbook. Würde man mit QNX auch das Betriebssystem der Smartphones entwickeln, so glaube ich,dass dies ein sehr starkes mobiles Betriebssystem sein könnte. QNX ist eine Linux-Variante, welche sehr schnell sein kann, wie man ja am Playbook sieht und welche eine tolle Sache für Entwickler sein dürfte, da diese sich nicht mehr mit proprietären Systemen herumschlagen müssen.

RIMs Entscheidung den Legacy-Support, sprich den OS7- Support für ältere Geräte einzustellen, war vorhersehbar. Zum einen weil man neue Geräte puschen möchte, zum anderen weil auch OS7 einfach eine gewisse Hardware bedingt, welche man mit den derzeitigen Geräten wohl nicht zur Verfügung hat. Tolle Sache ist, wie ich finde, das BlackBerry Balance. Diese Funktion des Betriebssystem, trennt den Inhalt, die Daten und Multimedia strickter nach beruflich und privat. Wie genau man sich das vorzustellen hat, bleibt noch abzuwarten. Mir schwebt in etwa ein System vor, ähnlich zwei Kreisen mit Schnittmenge. Zum einen der Kreis Privat, mit Bildern und Mails der Liebsten, zum anderen der Kreis Beruf mit Office-Daten und Geschäftsmails. Die Schnittmenge wären dann Apps, die evtl. zu beidem Zugang brauchen. Beispielsweise Twitter um eben zum einen die neuesten Firmenangebote zu twittern, oder eben auch um das letzte Foto des Babys über den 2. Account zu posten. Diese Vorstellung gefällt mir.

Fazit

Nach wie vor krankt RIM mit seinen BlackBerrys am Schmale-Apps-Fieber. Sprich, es gibt so gut wie nichts und das was es gibt, ist teuer oder nutzlos. RIM sollte sich also neben dem, formal gut klingenden OS auch darum kümmern, Entwickler anzulocken und die App-Seite stark zu puschen. Eine Option wäre da QNX. Im Test von Blogkollege Sascha könnt ihr sehen, dass wirklich Potential in QNX steckt und auch Sascha fordert: „MEHR APPS!“. Fans überzeugt man schnell mit neuem OS und ein paar neuen Geräten, aber Marktanteile erobert man sich leider nicht mal ebenso zurück. RIM ich drücke euch die Daumen!

Teilen

Hinterlasse deine Meinung