devolo Heimsteuerung im Test

Devolo Home Control Header

Als neulich devolo bei uns anfragte, ob wir uns deren Home Control-System mal genauer anschauen wollten, war ich natürlich sofort dabei. Ich persönlich nutze in meiner Wohnung schon seit Jahren das Konkurrenzprodukt von Homewizard und war gerade deshalb sehr interessiert, wie sich nun das devolo-System dagegen schlägt.

Testumfang devolo Home Control

  • devolo Home Control Zentrale
  • devolo D-Link (Internet über die Steckdose)
  • Funkschalter
  • Thermostat
  • Fernbedienung
  • Rauchmelder
  • Funk-Schalt- und Messsteckdose
  • Bewegungsmelder

Installation des devolo Home Control-Systems

devolo home control

Auch das devolo-System ist modular aufgebaut und kann Stück für Stück gekauft und erweitert werden. Konzipiert ist die Steuerung dafür nachträglich in ein Haus oder eine Wohnung verbaut zu werden.

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Deshalb werden die Sensoren mit Batterien betrieben und so müssen keine Schlitze in die Wände geschlagen, oder die Sensoren speziell in die Nähe irgendwelcher Steckdosen gepackt werden. Die Schalter und Sensoren des devolo-Systems basieren auf dem Z-Wave-Standard, sind aber verglichen mit dem HomeWizard-System nicht gerade billig. Dazu später mehr.

Das devolo Starter-Paket

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Im Starter-Set enthalten ist einmal die Zentrale, eine Funksteckdose, welche auch den Verbrauch misst und ein Bewegungsmelder. Hierfür werden grob 200,- EUR fällig. Zuerst muss die Zentrale irgendwo in eine Steckdose gepackt und entweder mit dem vorhandenen Router via LAN-Kabel oder einem bestehenden D-LAN-Netz verknüpfelt werden. Devolo Home Control Bildschirmfoto 2015-05-24 um 13.34.05Anschließend muss ein Account online bei devolo angelegt werden. Dies ist zum einen dafür nötig, dass auf die Sensoren auch von unterwegs abgerufen werden können und zum anderen können über die Web-Oberfläche auch bequem neue Sensoren Devolo Home Control _MG_6859an das System angelernt werden. Dies geschieht wirklich sehr einfach. Sensor auswählen, erkennen lassen (in die Steckdose einstöpseln, oder die Batterien einlegen) und dann noch ein Ort und eine Bezeichnung eingegeben werden. Fertig.

Im Grunde geht das via PC oder Mac recht einfach, allerdings würde ich das auch gern via Handy machen, da man dann direkt neben dem Sensor verbleiben kann und die Sensoren direkt von dort aus benennen und aktivieren kann.

Die Funk- und Mess-Steckdose

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Die Funksteckdose von devolo kommt eher unscheinbar daher. Die Steckdose ist aber nicht nur zum schalten via App gedacht, sondern kann auch über den Button auf der Frontseite aktiviert oder deaktiviert werden. Das für mich aber interessanteste Feature ist die Messfunktion der Steckdose. Über die App oder den Browser lässt sich so jederzeit ablesen, was die angeschlossenen Geräte gerade an Strom verbrauchen.

Übersicht _ devolo Funksteckdose Google Chrome 2015-06-01 09.55.49

Der Bewegungssensor inkl. Kontaktschalter

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Der Bewegungssensor nebst Kontakt-Schalter kann ganz einfach via beigelegtem Klebeband (3M) an einer glatten und von etwaigen Rückständen befreiten Oberfläche angebracht werden. An dieser Position nimmt er entweder Bewegungen, Helligkeitsänderungen, Temperaturschwankungen (!) oder das entfernen des Kontaktschalters wahr.

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Wird nun eine Bewegung erkannt, kann darüber via Mail oder SMS informiert werden. 15 SMS sind hierbei inklusive, ab dann muss nachgekauft werden. Auch hier gestaltet sich die Installation über die Web-Oberfläche sehr einfach. Über das beigelegte Klebeband kann der Bewegungsmelder sehr einfach an glatten Oberflächen angebracht werden.

Bedingt durch den Formfaktor kann er aber freistehend nicht genutzt werden, ohne irgendwelche Konstruktionen drum herum zu basteln. Bei der Bewegungserkennung leuchtet der Sensor von Werk aus rot auf. Ein stiller Alarm ist damit aber ebenso möglich – hierfür kann die LED in den Einstellungen auch deaktiviert werden.

devolo Rauchmelder

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Rauchmelder sind ja spätestens seit diesem Jahr in aller Munde und so gehört auch in das Home Control-Paket ein eben solcher. Auch dieser Melder wird kabellos montiert und bekommt eine Batterie zur Stromversorgung unter dem Deckel auf der Unterseite spendiert.

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Hier werde ich ein wenig stutzig, da meine bisherigen Melder eine zweite Batterie für einen Fallback haben. Sollte die eine Batterie leer oder defekt sein, springt die zweite an und meldet dies. Im Falle des devolo Rauchmelders gibt es hierfür aber keine zweite Batterie.

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Eventuell wird dieser Fall via App abgefangen und selbige löst eine Warnmeldung via Mail o. ä. aus, aber das konnte ich nicht zumindest nicht in den Einstellungen finden. Eine etwaige Rauchmeldung via Mail würde dann wie folgt aussehen:

Devolo Home Control Bildschirmfoto 2015-05-24 um 15.32.50

Die Rauchmelder sind leider nicht untereinander vernetzt. Somit meldet nur ein Melder lokal Alarm und nicht beispielsweise auch der im ersten Stock bei den Schlafzimmern, wenn es im Keller brennt. Was aber funktioniert ist die Kopplung einer Lampe, welche sich dann einschaltet, wenn Rauchentwicklung festgestellt wurde.

Der devolo Funkschalter

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Mit diesem Kippschalter können beispielsweise die Funksteckdosen gesteuert werden. Zum einen kann einfach der Deckel oder die zwei Schaltwippen genutzt werden. Der Kippschalter selbst kann dann entweder via Schrauben oder mit gutem Klebeband über den üblichen Schaltern angebracht werden. In den meisten Fällen dürfte er sich damit optisch nahtlos in das fest verbaute System eingliedern.

Die 4 Kontakt-Punkte können anschließend über die Web-Oberfläche mit Funksteckdosen belegt werden. Ich habe dann links oben für EIN und links unten für AUS genommen und kann damit ganz bequem eine Standleuchte im hintersten Eck des Wohnzimmers (hängt an einer devolo Funksteckdose) ausschalten, wenn ich aus dem Wohnzimmer laufe.

Die Fernbedienung

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Ebenfalls im Testpaket enthalten war eine 4 Kanal-Fernbedienung. Mit dieser können beispielsweise die selben 4 Felder des Kippschalters bedient werden. In meinem Testfall war das dann das Ladegerät zum Macbook, welches an einer devolo Funksteckdose angeschlossen war.

Der Heizkörperthermostat

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Sehr schick gelungen ist der Heizkörperthermostat. Ein paar Adapter-Ringe für die unterschiedlichen Heizungsmodelle wie auch eine Batterie liegt dem Gerät bei. Zur Installation wird einfach der orig. Thermostatregler abgeschraubt und der devolo Heizkörperthermostat aufgeschraubt. Auf der Vorderseite gibt es ein beleuchtetes Display nebst Tastatur-Wippen zum manuellen einstellen der gewünschten Temperatur.

Einmal an das devolo System angelernt, können die Werte natürlich auch über die App oder den Browser eingestellt werden. Der Motor ist flüsterleise und stört überhaupt nicht. Die erste Justierung erfolgt direkt nach der Montage und er fährt den Stöpsel einmal komplett raus und wieder rein. Ab dann übernimmt das Thermometer die Steuerung, oder aber die App / Weboberfläche.

Das Raumthermostat

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Der devolo Funkthermostat ist bedingt durch das Display etc. deutlich dicker als beispielsweise der Kippschalter und kann auch nicht via Klebeband montiert werden. Hier müssen also unbedingt Schrauben verwendet werden. Der Sinn und Zweck des Thermostats ist unter anderem die Anzeige der Temperatur an einem bestimmtem Platz im Raum und der dortigen Justage der Temperatur.

Über die Wippe über und unterhalb des Displays kann die Temperatur genau für diese Stelle eingestellt werden. So wird praktisch die Brücke zu einer Heizungssteuerung direkt am Heizkörper geschlossen, falls beispielsweise das Sofa deutlich davon entfernt ist. Auch hier ist die Installation wieder ganz einfach in wenigen Schritten über die Web-Oberfläche geschehen.

Die Software

Hier ist der für ich größte Schwachpunkt in Sachen devolo Home Control versteckt. Im Grunde lässt sich alles ablesen und einstellen – aber die Art und Weise, wie einem die Daten präsentiert werden ist leider nicht wirklich Anwenderfreundlich. Die Android-App sieht aus wie ein Web-Zugriff und die Oberfläche im Web ist leider auch nicht besser. Man muss beispielsweise gefühlt 10mal durch irgendwelche Menüs und Icons klicken um die Funktsteckdose zu schalten.

Gerade das nutze ich beispielsweise für die Beleuchtung im Garten und im Wohnzimmer zum TV schauen. Bei meinem sonst genützten System von HomeWizard sieht das so aus, dass ich die App starte und werde mit dem unteren Bildschirm begrüßt. Einmal die Schalter & Leuchten aufklappen und GO. Möchte ich etwas hinzufügen oder ändern genügt im Normalfall ein langes draufdrücken, oder ganz easy das Menü von links rausziehen:

Homewizard

Ich kann also fast direkt die Beleuchtung der Funksteckdosen ein- oder ausschalten. Bei devolo klicke ich mich tatsächlich so durch die App:

devolo Software

Daran muss unbedingt noch gearbeitet werden. Die Werte der Sensoren etc. werden immer gelistet und auch die Einrichtung geht so lala, sollte aber definitiv überarbeitet werden. Ein Vorteil gegenüber des HW-Systems sind die detaillierteren Sensoren. So werden mir beispielsweise die Batterie-Stände angezeigt, was bei den HW-Komponenten nicht der Fall ist.

Der Bewegungssensor misst auch noch die Temperatur und die Helligkeit usw. Die Kehrseite davon ist der höhere Preis der jeweiligen Sensoren.

Auch in der devolo „App“ können Gruppierungen und Zeitsteuerungen festgelegt werden, so dass beispielsweise Nachts die Funksteckdose nicht immer das Licht aktiviert, wenn jemand mal auf das WC huscht o. ä. Abgesehen davon lassen sich auch Meldungen via Mail rausschicken, die dann über einen Alarm des Rauchmelders berichten. So kann im Falle eines Falles evtl. der nach Nachbar nachsehen, oder man checkt noch eben die Temperatur des Bewegungsmelders gegen und ruft vielleicht doch gleich besser die Feuerwehr.

Fazit

Das devolo Home Control-System ist dank Z-Wave-Standard ein für die Zukunft gerüstetes System. Leider sind die einzelnen Komponenten für meinen Geschmack deutlich überteuert. Möchte man beispielsweise drei Funksteckdosen in seiner Wohnung verteilen, fallen hierfür laut Amazon mal eben 49,- EUR pro devolo Steckdose an! Also 150 EUR, um dann am Ende drei Lampen / Steckdosen ansteuern zu können? Klar sind die Steckdosen umfangreicher ausgestattet und haben einen Schalter und einen Strommesser onbord, aber bei meinem aktuellen HomeWizard-System fallen hierfür 39 EUR für drei Steckdosen und eine Fernbedienung komplett an.

Man sollte sich also wohl überlegen, was man am Ende mit dem System anfangen möchte. Kurz gesagt ist also das System von devolo schon recht schick, aber deutlich zu teuer und an der Software sollte auch noch eifrig geschraubt werden.

Wertung des Autors
Michael Meidl bewertet devolo Home Control mit 3.0 von 5 Punkten.

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