Dual-Core-Smartphone Motorola Atrix im ersten Test

Nachdem ich bereits meine ersten Eindrücke zum HTC Evo 3D niedergeschrieben habe, ist heute das aktuelle Motorola-Flaggschiff Atrix an der Reihe. Das Android-Smartphone, welches bereits eine Weile in den USA als Atrix 4G zu haben ist, hat ja durch seine Funktionen mit Lapdock und Co. auch hierzulande bei einigen Nutzern reges Interesse geweckt.

Auch in diesem Bericht will ich euch das Gerät kurz vorstellen und von meinen ersten Erfahrungen berichten. Dies ist kein Langzeittest, aber schon einer direkt aus der Praxis. Sollten dann noch Fragen auftreten, dürft ihr gerne noch mal nachhaken.

Haptik

Schwerpunkt liegt beim Atrix ganz klar auf Kurven. Wohl gewagtester Punkt an dem ganzen Handy ist der ON/OFF/SLEEP/AWAKE-Button, welcher gleichzeitig ein biometrischer Fingerabdrucksensor ist. Dieser befindet sich wie auf dem Foto zu sehen ist, an einer sehr ungünstigen Stelle oben in der Mitte und hat meiner Meinung nach einen total unbrauchbaren Druckpunkt. Keine Ahnung was sich die Jungs dabei gedacht haben, ist mir ein Rätsel.

Nachdem ich mich also verrenkt habe, um das Handy zu entsperren oder anzuschalten, liegt es geschmeidig in der Hand. Die 135 Gramm fallen nicht auf und wirken angenehm.

Die Größe ist optimal. Touchtasten funktionieren etwas besser als beim Motorola PRO, allerdings habe ich das Gefühl, dass sie teilweise Aussetzer haben, oder auch nur etwas spät reagieren. Möglicherweise liegt es auch an mir und ich bin für die Bedienung nicht geeignet – man weiß es nicht ;-) Komischerweise leuchten die verflixten Tasten nur sporadisch…

Das Mikrofon klingt an der anderen Seite beim Telefonieren etwas blechern. Allerdings leistet die aktive Rauschunterdrückung auch hier hervorragende Arbeit. Der Lautsprecher hat einen guten Klang, sehr gute Höhen, aber nur wenig Tiefenklang.

Die Vibration ist sehr angenehm. Nicht zu intensiv, wie beim HD2 und nicht zu lasch wie beim Samsung Galaxy S.

Optik

Über Design kann man ja bekanntlich streiten. Im Falle des Atrix hat Motorola wohl das Meiste richtig gemacht. Auf ausgefallenes und neuartiges Äußeres wird hier gänzlich verzichtet.

Lediglich die in Carbon-Optik getauchte Rückseite, sowie die asymmetrisch angeordneten Elemente wie Lautsprecher und Kamera deuten auf einen kleinen Rebell hin. Der Deckel ist sehr schmutzanfällig.

  

Software

Unser Testgerät basiert auf Android 2.2.2 (Codename Froyo) mit MotoBlur-UI in der aktuellen Version. Ich bin offen zugegeben kein Freund von anderen Launchern, UI usw.

Bei MotoBlur mache ich da keine Ausnahme. Motorola scheint die Kunden mit seinem Launcher binden zu wollen: Das Smartphone ist ohne die Anmeldung an einem MotoBlur-Konto NICHT zu gebrauchen. Lediglich das Absetzen eines Notrufs und das Auslesen der IMEI sind möglich. Schlimmer als Simlock – wobei man hier den Sinn noch nachvollziehen kann.

  

Das Booten des Atrix dauert mit 72 Sekunden (abzgl. Sim entsperren) extrem lang. Ob das auf Kappe von MotoBlur oder der Hardware geht, kann ich nicht sagen – in jedem Fall nervt es. Zum Vergleich: Ein HTC HD2 bootet MIUI mithilfe von magldr in gut 48 Sekunden. Das ist für mein Empfinden schon recht lange.

Ansonsten navigiert das Atrix meist ruckelfrei durch die Menüs. Das Spielen auf Motorolas Flaggschiff geht flüssig von der Hand (NFS Shift). Anwendungen starten schnell und laufen rund.

Der Launcher scheint trotz Leistungseinbußen nicht unfertig. Größter Pluspunkt bei der Software ist für mein Empfinden die Tastatursoftware. Bislang hat mir keine andere Tastatur besser gefallen. Sowohl von der Treffgenauigkeit, als auch vom Layout. Nettes Gimmick: Beim „Gedrückthalten“ auf ein Textfeld erscheint automatisch eine kleine Lupe. Sehr hilfreich!

Hardware

Kern(e) des motorola-intern MB860 genannten Gerätes sind NVIDIAs Tegra 2 DualCore CPU (2x1GHz) sowie GeForce ULP. Der Chipsatz kann auf satte 1 GB RAM zurückgreifen. Das 4,0“ LCD-Display löst mit qHD (960 x 540 Pixel) auf und verwendet als erstes LCD-Smartphone die PenTile-Technologie. Der Hersteller spendiert bis zu 16 GB internen Speicher, wovon 1,57 GB als Anwendungsspeicher fungieren.

Genährt wird das Atrix vom BH6X, einem Li-Ion Polymer Akku mit mind. 1880 mAh aber typischerweise 1930 mAh.Unser Akku hielt im Test knapp 2 Tage durch. Im Alltag kann dies aber je nach Nutzungsgrad stark schwanken.

Das Layout ist recht ungewöhnlich. Die Lautstärkewippe befindet sich auf der rechten Seite, weit oben. Auf der linken Seite befinden sich keine Tasten. Lediglich ein Anschluss für microUSB und der Andere ist ein miniHDMI-Anschluss.

Besonders gut gefällt mir, dass Motorola hier eine Status LED verbaut hat, diese befindet sich auf der Vorderseite des Gerätes, oben rechts neben dem Lautsprecher.

  

Promo-Video

Technische Daten

  • CPU: NVIDIA Tegra 2 2x 1GHz
  • RAM: 1 GB
  • Speicher intern: 16 GB
  • Kamera: 5 MegaPixel, Dual LED-Blitz, Autofokus, Digitaler Zoom, Frontkamera, Videos bis 720p
  • Akku: 1930 mAh Li Ion Polymer
  • Display: 4.0“, qHD (960 x 540), Gorilla Glas
  • Maße: 63.5 x 117.75 x 10.95 mm, 135g
  • Anschlüsse: microUSB, microHDMI, 3,5“-Klinke, microSD (bis 32GB)
  • Weiteres: W-LAN, Bluetooth, UMTS/HSDPA

Lieferumfang:

Stromadapter, USB-Kabel, Adapterkabel HDMI, Mini-Werbe-Broschüre, Kopfhörer (leider kein In-Ear), Quickstart-Guide, „Sicherheit & rechtliche Informationen“ (Broschüre)

Erstes Fazit

Kamera (Testfoto), Leistung und Design entsprechen momentan eher dem Durchschnitt der Technik.

Punkten kann das Atrix bei eingefleischten Motorola-Fans. Mich persönlich überzeugt das aktuelle Flaggschiff aus dem Hause Motorola nicht wirklich. In der Oberliga mit Samsung Galaxy S2 und HTC Sensation kann das Atrix meiner Meinung nur bedingt mithalten. Größtes Manko ist in meinen Augen die Software. Mit einer CustomROM mag das ganze wieder anders aussehen, ich gehe hier aber vom IST Zustand aus.

Wen der Motoblur-Launcher nicht stört, oder ihn vielleicht bereits länger nutzt, der wird mit dem Handy viel Freude haben, Querumsteiger von Samsung oder HTC könnte es genauso gehen wie mir.

Was haltet ihr vom Atrix? Habt Ihr bereits eigene Erfahrungen gesammelt? Was sagt ihr generell zu MotoBlur?

Das Testgerät wurde uns freundlicherweise durch den Vodafone Business Premium-Store Alsfeld zur Verfügung gestellt.

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