1 Jahr mit einem dummen Saugroboter

Deebot Slim 2
Deebot Slim 2

Saugroboter haben hier im Blog bereits frühzeitig einen Platz gefunden. Vor Jahren waren diese noch ziemlich groß und konnten oft nicht überzeugen. Das hat sich mittlerweile geändert. Ich blicke auf ein Jahr mit einem aktuellen „Billig-Saugroboter“ zurück.

Wer sich derzeit einen Saugroboter kauft, hat grundlegend und vereinfacht gesagt die Wahl zwischen zwei Arten. Ich sage dazu gerne schlaue und dumme Saugroboter. Erstere, also die schlauen, haben in der Regel Technologien an Bord, welche in der Lage sind, Räume zu vermessen (meist per Laser oder Kamera) und diese dann systematisch abzufahren. Viele Markenhersteller bieten solche Modelle an. Als „Geheimtipp“ in diesem Bereich wird zudem oft ein Xiaomi-Modell gehandelt, das es offiziell und mit Gewährleistung in Deutschland nur schwer zu kaufen gibt.

Dann gibt es noch die dummen Saugroboter. Vom Aufbau, der Laufzeit, der Saugleistung und der Verarbeitung her nehmen die sich sehr wenig zu den schlauen Modellen, sie können allerdings die Räume in denen sie unterwegs sind nicht vermessen, sondern fahren diese per Zufallsprinzip ab.

Das machen sie so lange, bis (theoretisch) jede Ecke mal abgefahren wurde. Je nach Raum und den Gegenständen darin kann das etwas dauern, da sie Hindernisse nicht gekonnt umfahren, sondern an diesen einfach einen neuen Zufallsweg suchen. Nachfolgende Grafiken verdeutlichen das symbolisch.

Ich beobachte den Markt für Staubsauger und Staubsaugerroboter stetig. Das liegt wohl vor allem daran, dass ich in einem Katzenhaushalt lebe und hier doch immer mal Haare, Katzenstreu und Co. rumfliegen. Als schneller Zwischendurchsauger kommt hier ein AEG CX7-35ÖKO X Flexibility Akkusauger zum Einsatz. Mit diesem bin ich wirklich hochzufrieden. Ergänzt werden sollte dieser von einem Saugroboter.

Vor etwa einem Jahr bin ich durch Zufall an einen Ecovacs Robotics Deebot M82 geraten. Bei MediaMarkt war dieser damals für um die 180 Euro im Angebot. Flach, leise und nicht so teuer, es war ein typischer Spontantkauf, um es einfach mal auszuprobieren. Bis dahin waren mir „Topmodelle“ immer zu teuer, denn auch diese kommen nicht ganz ohne Abstriche aus.

Ecovacs Robotics gehört weltweit zu den drei führenden Marken von Haushaltsrobotern. Das war mir bis dahin aber vollkommen unbekannt.

Nach einem Jahr mit solch einem dummen Saugroboter kann ich nun mehrere Punkte festhalten:

  • Die Qualität und Verarbeitung passt, zudem ist die Optik ansprechend
  • Ersatzbürsten und -Filter sind dabei.
  • Er hat Sensoren, damit er nicht vor Möbel, Wände etc. kracht, die funktionieren bei sehr dunklen Holzmöbeln aber nicht korrekt. Diese „ditscht“ er immer kurz an. Dabei geht zwar nichts kaputt, ich habe dennoch als Vorsichtsmaßnahme einen Streifen tesamoll Gummidichtung an den Rand geklebt, die nicht störend auffällt.
  • Die Standard-Saugleistung ist wirklich top, es gibt auch einen (lauten) Max-Modus der nochmal stärker ist, den ich aber noch nie benötigt habe.
  • Es kommt sehr stark auf die Räume an, ob solch ein dummer Staubsauger ausreicht. In meinem Fall erledigt er alles ohne Probleme und er erwischt auch wirklich jede Stelle. Dafür braucht er seine Zeit, da er alleine fährt, ist mir das aber egal. In einer anderen Wohnung mit anderer Einrichtung kann das schon wieder anders ausschauen, man kann also leider nie pauschal sagen, dass ein dummer Saugroboter ausreicht.
  • Er ist nur 7,6 Zentimeter hoch, kommt also unter viele Möbel drunter.
  • Er ist mit 56 dB überraschend leise und die 150 Minuten Laufzeit macht er ohne Probleme.
  • Das Einstellen einer Uhrzeit, zu der er täglich losfahren soll, klappt problemlos.
  • Er braucht eine Weile, bis er seine Station wiederfindet, da er diese nicht gezielt ansteuert, sondern einfach durch die Gegend fährt und wenn er sie zufällig „sieht“ erst drauf fährt.
  • Das Entleeren des Staubbehälters ist nicht optimal gelöst, man muss diesen nämlich immer etwas schräg halten, damit kein Staub dabei herausfällt.
  • Es gibt einen Punkt-, Rand-, und Automodus. Ich nutze nur den Automodus oder den Auto-Raummodus. Bei letzterem setzt man den Robo in einen Raum, startet, er fährt den Raum ab und parkt sich wieder dahin, wo man ihn abgesetzt hat.
  • Es ist eine Fernbedienung dabei, die ich nie nutze.
  • Er hat eine rotierende Bürste an der Unterseite. Dadurch holt er Dreck auch aus (flachen) Teppichen, aber Haare verfangen sich leicht darin.
  • Die Seitenbürsten holen den Schmutz zuverlässig aus Ecken.
  • Auf flache Teppiche kommt er. Klebt man die Absturzsensoren unten ab (ich habe nur eine Etage, brauche sie also nicht), dann erklimmt er auch etwas höhere Teppiche wie einen IKEA ÅDUM.

Unterm Strich ist das Modell ähnlich aufgebaut und bietet auch ähnliche Funktionen wie andere gängige dumme Saugroboter von Medion oder Anker (eufy). Ich war in dem einen Jahr der Nutzung immer zufrieden mit der Arbeit des Deebot M82. Das hat dazu geführt, dass ich mir dieser Tage noch einen Deebot Slim 2 zugelegt habe.

Auf den Slim 2 treffen viele der oben genannten Punkte ebenfalls zu. Er hat allerdings keine rotierende Bürste, in der sich Haare verfangen könnten, kann auch wischen und lässt sich zudem zusätzlich zur Fernbedienung auch per App ansteuern. Das bräuchte ist beides nicht, ist aber eben an Bord.

Die Laufzeit ist mit 110 Minuten etwas geringer, dafür ist er ebenfalls angenehm leise und kompakter. Weiterhin lässt sich der Schmutzbehälter von oben herausnehmen und verschließt sich automatisch. Klarer Pluspunkt im Vergleich zum M82.

Deebot Slim 2 1

Der größte Vorteil am Deebot Slim 2 ist allerdings seine Höhe. Das war auch das Hauptargument für den Kauf. Mit nur 5,7 cm kommt er nun auch unter die Couch. Das schafft bisher keines der ganzen (teuren) schlauen Modelle und gerade unter den Möbel und in den Ecken sitzt ja der Staub, den ich mit einem „normalen“ Staubsauger nur schwer erreiche.

Unterm Strich lässt sich sagen: Ich bereue den Kauf nicht, bin sogar so zufrieden, dass ich ein weiteres dummes Modell gekauft habe. Dennoch kommt es immer und sehr stark auf die Gegebenheiten und die Einrichtung vor Ort an. Davon sollte man abhängig machen, ob man nicht doch lieber deutlich mehr für einen schlauen Roboter ausgibt. Dann gibt es aber leider kein so flaches Modell, was wirklich überall drunter kommt.

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