Eve Thermo Smart Heating Set ausprobiert

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Smarte Heizkörperthermostate gibt es viele, nur habe ich Bedenken bei Lösungen, die nicht offline funktionieren. Die Eve Thermo Thermostate arbeiten mit Homekit und sind so auch bei Stromausfall noch einsatzbereit. Gleichzeitig gibt es auch die Möglichkeit, die smarten Geräte durch Regeln zu automatisieren.

Das Zusammenspiel der aktuellen Eve Geräte wollte ich gerne einmal ausprobieren und so hat Eve uns das „Smart Heating Kit“ zum Test zur Verfügung gestellt.

Das Eve Smart Heating Kit

Eve bundelt im Smart Heating Kit zwei Geräte, die durchaus gut zusammenspielen. Das Kit besteht aus dem aktuellen Eve Thermo Heizkörperthermostat und dem Eve Door & Window Sensor.

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Eve Thermo Thermostat und Fenstersensor. Bild: Eve

Ein möglicher Einsatzzweck wäre dabei, den Thermostat mit den Fenstern im Raum zu koppeln und die Heizung herunterzufahren, sobald das Fenster geöffnet ist.

Installation des Eve Smart Heating Kits

Packungsinhalt und Installation

Beide Geräte arbeiten mit Batterie, wobei der Thermostat zwei handelsübliche AA-Batterien nutzt. Der Fenstersensor hingegen nutzt das seltene Batterieformat „ER14250“, das ich zuletzt vor 15 Jahren in meinem alten Fotoapparat gesehen habe. Die lässt sich leider nicht so leicht durch einen Akku ersetzen.

Der Thermostat lässt sich an meinen Heizkörpern ganz einfach per Hand ohne einen der beigelegten Adapter auswechseln. Der Fenstersensor wird hingegen geklebt. Dem Sensor liegen mehrere Klebehalterungen bei, damit man den Standort später verändern kann.

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Der Fenstersensor lässt sich halbwegs unauffällig am Fenster anbringen

Beide Geräte lassen sich ziemlich einfach über das Homekit Standardverhalten mit dem iPhone koppeln: App starten –> Code scannen –> fertig! Dadurch, dass Homekit grundsätzlich ohne extra Hub oder Basisstation auskommt, gestaltet sich die Installation wirklich einfach.

Die erste Einrichtung

Wo die Installation noch ziemlich einfach gestaltet ist, wird der Funktionsumfang der App ziemlich schnell sehr unübersichtlich. Die App wirkt auf den ersten Blick ganz übersichtlich, ist aber voll mit Funktionen, die sich alle irgendwie ähneln.

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Was genau sind „Typen“?!

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Auf einen Blick? Naja

Zugegeben, das sieht sicher nicht überall so aus. Dadurch, dass die Eve App auf Homekit zugreift und dann auch meine Hue-Leuchten angezeigt werden, wird es hier sehr schnell unübersichtlich.

Allerdings führt das Auftauchen aller anderen Homekit-Devices im Netz auch dazu, dass diese zusammen mit den Geräten von Eve in Szenen oder Regeln auftauchen können. Der Eve Heizkörperthermostat und der Fenstersensor können allerdings über die „Einstellungen“ des Thermostats aneinander gekoppelt werden. Ich habe also erstmal die Basiseinstellung genutzt, damit die beiden Geräte miteinander sprechen können.

Natürlich muss man die Geräte nicht ständig über die App managen. Es gibt die Möglichkeit, dem Thermostat einen Zeitplan vorzugeben. Ist dieser erstmal programmiert, regelt der Thermostat selbstständig die Temperatur. Das klassische Beispiel: Sind werktags alle bei der Arbeit/Schule/Uni, werden die Heizkörper runtergedreht, um Kosten zu sparen. Fürs Wochenende lassen sich abweichende Pläne anlegen.

Coole Idee dabei: Man kann der App Zugriff auf einen Kalender geben und der Zeitplan richtet sich dann nach z.B. Feiertagen. So bleibt die Bude auch an Neujahr warm!

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Der Eve Thermo fügt sich gut in unser helles Schlafzimmer ein

Zusammenspiel der Geräte und Einschränkungen

Mein Plan war, den Thermostaten samt Sensor im Schlafzimmer zu installieren und dann immer dann zu heizen, wenn das Fenster zu ist. Denn zum Schlafen ist das Fenster immer auf, aber zum Aufstehen und ins Bett gehen mag ich es warm. Also fix die Geräte miteinander bekannt gemacht und es folgt Ernüchterung:

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Der Heizkörperthermostat erkennt zwar, dass das Fenster geöffnet wurde. Allerdings hört er dann nur bis zu 30 Minuten auf zu heizen. Das soll im Winter Frostschäden durch offengelassene Fenster verhindern, verhindert mir aber meinen konkreten Einsatzzweck ziemlich nachhaltig.

Die Lösung dafür ist das manuelle Überschreiben der automatischen Szene durch selbst erstellte Regeln, doch hier kommt der große Knackpunkt bei Homekit: Für eigene Regeln wird ein Apple Gerät benötigt, das als Hub dienen kann.

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Das können dann ein Homepod, ein Apple TV oder ein iPad sein. Leider besitze ich weder Homepod noch Apple TV und das iPad meiner Freundin ist nicht immer zu Hause, sodass auch das als Hub ausfällt.

Damit geht leider auch viel der angepriesenen Smartheit der Geräte flöten. Ohne Regeln gibt es zum Beispiel auch kein Geofencing und ich kann die Geräte nicht von unterwegs steuern. Ich muss daher immer in Bluetooth-Reichweite der Geräte sein, wenn ich manuell die Temperatur steuern will.

Doch das ist gleichzeitig der große Vorteil von Homekit!

Homekit stellt sicher, dass die Thermostate sich jederzeit steuern lassen, auch wenn durch einen Stromausfall das WLAN gestört ist. Auch wenn die Eve Server irgenwann abgeschaltet werden, mag zwar die App nicht mehr vorhanden sein, aber über die Home App lassen sich die Thermostate trotzdem noch steuern.

Ebenfalls ziemlich cool: Geräte, die in einer Familienfreigabe sind, dürfen die Homekit-Geräte ebenfalls steuern. So kann meine Freundin die Temperatur über ihr iPhone einstellen, ohne dass die Eve App installiert sein muss.

Natürlich könnt ihr auch am Thermostat selbst die Temperatur einstellen. Eine Funktion, die in der ersten Generation des Thermostats unverständlicherweise noch fehlte.

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Die Anzeige ist dabei nur für ein paar Sekunden an.

Eve Thermo und Door & Window – mein Fazit

Praktisch alle Smart-Home-Anbieter versprechen bei Nutzung der eigenen Produkte viel Automatisierung und einfache Einrichtung. Dabei ist die Nutzung natürlich umso einfacher, je mehr Produkte eines Systems genutzt werden. Die Idee von Homekit gefällt mir da schon ganz gut. Alle Homekit-fähigen Geräte lassen sich theoretisch über die Home-App miteinander automatisieren. Die Geräte von Eve sind da natürlich keine Ausnahme.

Für ein Zuhause, das auf Apple-Hardware setzt, wird Homekit damit zur ausfallsichereren Alternative für andere Systeme.

Das Smart Heating Kit von Eve entfaltet genau in solchen Umgebungen seine wahre Stärke. Die Geräte funktionieren für sich genommen zwar gut, sind aber zu teuer, um sie isoliert zu nutzen. Erst im Zusammenspiel mit anderen Homekit-Geräten und Hub ergibt auch die sehr umfangreiche App Sinn, mit der sich sehr viele Regeln und Szenen verwalten lassen. Ohne ein Hub in der Wohnung dürften auch „halbdumme“ Thermostate reichen, die einfach mit einem Zeitplan programmiert werden.

Alles in allem sind die smarten Geräte von Eve super für Haushalte, in denen sowieso schon einige Apple Geräte vorhanden sind. Wer einfach einen halbwegs smarten Thermostaten sucht, bekommt diese Funktion woanders günstiger.

Das Eve Smart Heating Kit gibt es zum Beispiel hier bei Amazon.

Wertung des Autors
Hannes Reinberger bewertet Eve Thermo mit 3.2 von 5 Punkten.

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