Google Project Glass: Lasst uns über Privatsphäre reden

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Google hat mittlerweile damit begonnen seine Datenbrille an Entwickler und andere Leute zu verschicken, die sich für einen Beta-Test des Gadgets beworben haben. Das bedeutet natürlich auch, dass es schon einige Berichte über Google Glass und auch schon erste Testberichte, wie dieser hier bei Engadget, gibt. Ich verfolge das Thema mit großer Spannung, da mich die Entwicklung dieses Trends interessiert und je öfter ich etwas darüber lese, desto mehr stelle ich mir eine Frage: Wie sieht es eigentlich mit der Privatsphäre aus? Die Brille von Google ist zwar kein klassisches Spy-Gadget und wurde nicht als solches entwickelt, doch sie könnte definitiv als solches verwendet werden.

Durch die einfache und intuitive Bedienung hat man schnell ein Foto oder Video gemacht und dieses vielleicht auch noch automatisch irgendwo hoch geladen. Tim Stevens von Engadget bestätigte diesen Eindruck auch in seinem Testbericht der Explorer Edition, denn wenn er die Brille auf hatte, waren manche Leute in seinem Umfeld schon unsicher, ob er nicht gerade ein Video macht. Es fällt natürlich auf, wenn jemand die Datenbrille trägt, doch man bekommt es nicht mit, wenn diese gerade ein Video macht. Es gibt keinerlei Hinweis, wie zum Beispiel bei Handys in Form von einem roten Licht oder dergleichen. Das könnte durchaus ein Problem darstellen.

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Das passiert vielleicht nicht, so lange die Brille noch bei einem Wert von über 1000 Euro liegt und nur von wenigen getragen wird, irgendwann hat sich diese Technik aber vielleicht etabliert und wir sehen öffentliche Plätze, wo viele Leute mit so einem Gadget rumlaufen und andere Mitmenschen dieses als normal empfinden. Das Bild weiter oben soll das mal verdeutlichen, denn wer wundert sich heute noch über die kleinen Bluetooth-Headsets, das ist ja quasi schon Standard bei vielen Geschäftsleuten. In ein paar Jahren ist das eine schlaue Brille von Google oder anderen Unternehmen, wenn sich die Technik verkauft, wird sie für viele irgendwann selbstverständlich sein.

Das vegetarische Restaurant The 5 Point Cafe in Seattle ist sogar schon vor dem Marktstart so weit gegangen, dass man das Tragen der Brille verbietet. Verbotsschilder wie das weiter unten werden wir in Zukunft vermutlich häufiger sehen, denn viele Arbeitgeber wollen solche Gadgets sicherlich nicht am Platz oder Kinobetreiber diese in ihren Sälen sehen. Beispiele gibt es genug, doch ergibt ein solches Gadget überhaupt Sinn, wenn man es nicht überall nutzen kann und sich dieses nahtlos in den Alltag eingliedert? Eine Frage, die sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten lässt und die in den kommenden Monaten und Jahren sicherlich noch für eine ganze Menge Gesprächsstoff in den Medien und Netzwerken sorgen wird. Ich persönlich wurde sie mit Nein beantworten, doch für ein endgültiges Fazit müsste man dann tatsächlich mal eine Weile mit Google Glass im Alltag rumlaufen.

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Ein weiteres Beispiel für die aktuelle Diskussion habe ich heute entdeckt, in einem Video auf Google+ demonstriert Mike DiGiovanni, wie er mit einem einfachen Augenzwinkern ein Bild macht. Es benötigt also nicht mal einer Ansage oder Geste, um ein Bild zu machen, oder Video zu starten. Diese ganze Diskussion ist jetzt natürlich kein Grund, um direkt auf die Barrikaden zu gehen, doch es muss geklärt werden wie ich finde. Mein erster Gedanke war jedenfalls nicht „Wow, das geht einfach“, sondern viel mehr ein „Ok, das geht viel zu einfach und unauffällig“.

Ich begrüße die technische Entwicklung und freue mich auch schon darauf, irgendwann mal selbst die Brille von Google zu testen, doch genau dieser Punkt sorgt bei mir momentan für eine eher kritische Meinung gegenüber diesem Thema.

Vor meinen Augen habe ich auch das Szenario, dass die finale Version von Google Glass noch modischer aussehen und vor allem noch weniger in der Öffentlichkeit auffallen wird. Sollte Google diesen Markt wirklich dominieren wollen, wird man auch irgendwann mit einem attraktiven Preis auf den Markt kommen und spätestens dann könnte sich die Technik etablieren. Bis dahin müssen Fragen rund um die Privatsphäre allerdings geklärt werden. Ich für meinen Teil bin mir ehrlich gesagt noch unschlüssig, denn auch wenn ich mich auf die Technik und ihre zahlreichen Möglichkeiten freue, so hat sie auch noch eine Menge Entwicklung vor sich und muss wie ich finde auch sehr kritisch verfolgt werden. Was ist eure Meinung zu diesem Thema?

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