Huawei Ascend P1 (U9200) Testbericht

Vor ein paar Tagen flatterte das Hauwei Ascend P1 für einen Test ins Haus. Der 1.5GHz Dualcore-Bolide macht sich auf, die Spitze der von Huawei vertriebenen Geräte zu erklimmen. Mit einer sehr guten Mischung aus Design und Qualität gelingt das dem Smartphone beinahe. Im folgenden Testbericht gehe ich in die Details der Soft- und Hardware ein und schildere meine Eindrücke zum P1.

Lieferumfang

Im Lieferumfang des Hauwei Ascend P1 befindet sich der durchschnittliche Standard:

  • Hauwei Ascend P1 mit integr. 1800 mAh Akku
  • Ohrhörer
  • Netzstecker
  • Lade- bzw. Datenkabel
  • Anleitung

Wichtige technische Details

  • Display: 4.3 Zoll mit 960×540 Pixel Super AMOLED
  • CPU: TI OMAP 4460 Cortex A-9 Dualcore mit 1.5 GHz
  • Akku: 1800 mAh fest verbaut
  • Kamera: 8 Megapixel plus 1.3 Megapixel Frontkamera
  • Gewicht: 110g
  • Maße: 7.69 x 64.8 x 129mm
  • TV Out über MHL (MicroUSB)
  • Konnektivität: Bluetooth 3.0, WiFi b/g/n

Herstellervideo:

Hardware

Die verwendeten Materialien lassen das Ascend P1 sehr hochwertig erscheinen. Die Rückseite ist leicht gummiert und besitzt an der Unterseite eine kleine Wölbung um das Gerät besser halten zu können. Zudem ist die Rückseite an den Seiten nach oben gebogen und liegt deshalb sehr gut in der Hand – keine überflüssige Ecke, welche das Design stören könnte. Da der Akku fest verbaut ist, muss man hier keine unnötigen Rillen und Öffnungen erwarten. Auf der rechten Seite befindet sich etwas oberhalb der Power- bzw. Entsperrknopf. Dies finde ich besonders bei Geräten mit 4″ Zoll Display oder noch größer die optimale Position – schon allein wegen der guten Erreichbarkeit im Gegensatz zur Oberseite des Smartphones.

Direkt darunter ist der ebenfalls mit einem Deckel verborgene Schlitz für eine MicroSD-Speicherkarte, welcher den etwas mageren internen Speicher von 4GB (frei ca. 3 GB) auf bis zu 32 GB erweitert. Auf der Oberseite ist der 3.5 mm Klinkenstecker, der MicroUSB-Anschluss und der ebenfalls mit einem Deckel geschützte Einschub für die SIM-Karte (keine MicroSIM!) untergebracht. Dieser Deckel ist meines Erachtens etwas unglücklich gewählt, da sich die SIM-Karte nur sehr schwer wechseln lässt. Allerdings wechselt man die SIM ja normalerweise auch nicht täglich. Auf der linken Seite befindet sich die Lautstärkewippe. Die Unterseite bietet Platz für eine Mikrofon-Öffnung, ein weiteres Mikro befindet sich zusätzlich auf der Rückseite neben der Kamera. Ebenso auf der Rückseite ist die 8 Megapixel-Kamera, ein DUAL-LED-Blitz und der Lautsprecher untergebracht. Die Front beherbergt das große 4.3 Zoll große Super AMOLED-Display, eine 1.3 Megapixel Frontkamera an der Oberseite neben dem Hörerlautsprecher und auf der Unterseite die drei Softkeys für Zurück, Home und Menü.

Unter der Haube werkelt im Ascend P1 ein kräftiger TI OMAP 4460 Cortex A-9 Dualcore mit 1.5 GHz, der sich durchaus sehen lassen kann. Lässt man etwas versteckt in den Einstellungen den Energiesparmodus aktiviert, könnte man meinen, dass das Gerätchen etwas schwach auf der Brust wäre, deaktiviert man diesen aber, so kann der Dualcore im Quadrant Benchmark mit Werten ähnlich dem HTC ONE X aufwarten! Der Vergleich hinkt natürlich, weil das HOX eine HD-Display-Auflösung und nicht nur 960×540 Pixel besitzt. Im normalen Gebrauch kommt man mit beiden Einstellungen gut über die Runden, allerdings gibt es beispielsweise im 3D Launcher immer wieder Momente, an denen das P1 ein klitzekleinwenig ruckelt. Natürlich wirkt sich die Einstellung „hohe Leistung“ auch ein wenig auf den Akkuverbrauch aus, es empfielt sich also, diese nur bei Bedarf zu aktivieren. In meinem Fall kann ich wegen der kurzen Testphase über den Mehrverbrauch nur ungenaue Angaben machen, allerdings würde ich sagen, dass unter der hohen Leistung am Ende schon beinahe 1/3 weniger Energie vorhanden war.

Zur Telefonfunktion kann ich sagen, dass ich vom Gegenüber ebenso klar verstanden wurde, wie ich ihn verstanden hatte. Lediglich der Lautsprecher, resp. die Freispechfunktion war für meinen Geschmack etwas leise. Der Empfang ließ in keinem Moment zu Wünschen übrig (getestet im Vodafone- und O2-Netz im gut abgedeckten Gebiet).

Kamera

Die Kamera macht bei normalen Lichtverhältnissen gute Fotos, welche sich durchaus sehen lassen:

Bei schlechteren Lichtverältnissen schwächelt im Normalfall jedes Handy ohne Xenon-Blitz. Die Video-Funktion verspricht FULL HD-Qualität mit 1920×1080 Pixeln, welche aber in meinem Test etwas milchig und mit einem nicht ganz so schnellen Autofokus dahergekommen ist:

Auch in der Kamera-App hat Hauwei ein paar kleine aber feine Extras eingebaut. So kann man beispielsweise beim Gruppenfoto aus einer kleinen Sequenz vor und nach dem eigentlichen Auslösen auswählen. Der eine oder andere Schnappschuss mit geschlossenen Augen ö.ä. dürfte sich dank dieser Funktion sicherlich vermeiden lassen. Abgesehen davon kann man aus diversen Motiven (Panorama, HDR, Gruppe, Serienbild, Lächeln, etc.) wählen. Auch für Spaßfunktionen, wie beispielsweise ein breites Gesicht oder eine große Nase wurde gesorgt.

Software

Das Huawei Ascend P1 wird mit Android 4.03 Ice Cream Sandwich ausgeliefert. Die Oberfläche der Software wurde dabei ähnlich dem Huawei Honor (8860) nur sehr wenig verändert. Hauwei beschränkt sich hierbei auf kleinere Add-Ons hier und dort. Wie eben schon in der Kamera-App erwähnt, gibt es also immer wieder Einstellungen oder Apps zu finden, die im Original ICS nicht vorhanden sind.

Der Launcher kann über Menü->3D Home von einem normalen Launcher in einen Launcher mit 3D Look umgeschaltet werden. Optisch wirklich interessant, allerdings wie oben schon erwähnt mit dem einen oder anderen Rucklerchen behaftet:

 

Mit einem größeren Dropbox-Speicher wie beispielsweise beim HTC One X oder Samsung Galaxy S3 kann das Ascend P1 leider nicht aufwarten, aber dafür mit einer integrierten Backup-Lösung, einem DLNA-Client, einer Firewall/Blacklist, einem Sperrbildschirm inkl. vier Schnellzugriffen zu wichtigen Funktionen uvm. Ich habe im folgenden ein paar Screenshots von Einstellungen bzw. Apps gesammelt, welche im Stock-ICS nicht enthalten wären.

Das vorinstallierte Polaris Office ist die vollwertige Variante, welche auch Dokumente erstellen und nicht nur darstellen kann. Ebenfalls vorinstalliert ist das Spiel Riptide, welches sehr schön die Grafik-Power des P1 zeigt.

Galerie

Fazit

Preislich und von der Technik her würde ich das Huawei Ascend P1 momentan ungefähr auf Höhe des Samsung Galaxy S2 und des Galaxy Nexus einstufen. Jedes Gerät für sich hat seine Vor- und Nachteile, ob es nun das Design oder das vorinstallierte Betriebssystem ist. Das P1 schafft den Sprung an die Spitze wegen des verbauten Dualcore CPU, dem kleinen Speicher und dem festverbauten Akku nicht ganz. Ich würde es als obere Mittelklasse einstufen. Aktuelle Boliden haben verglichen damit schon Quadcore CPUs, NFC und dergleichen verbaut. Sollte man diese technischen Finessen aber nicht benötigen, lohnt es sich durchaus, einen Blick auf das P1 zu werfen. Das Design des P1 lässt sich mit schlicht und edel sehr gut umschreiben und auch der Browser surft flink auf dem großen Display durch das Netz.

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